
Prof. Dr. Georg Rechenauer
Prof. Georg Rechenauer wurde am 11.
März 1956 in Brannenburg, Kreis Rosenheim geboren. Er studierte nach dem Besuch
des humanistischen Ignaz-Günther-Gymnasiums in Rosenheim und anschließendem
Wehrdienst ab Wintersemester 1976/77 an der Universität München die Fächer
Klassische Philologie, Geschichte, Germanistik und Philosophie.
Nach dem Staatsexamen 1982/83 war er
als wissenschaftlicher Mitarbeiter, nach der Promotion 1985 als
Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Klassische Philologie der
Universität München tätig. In unmittelbarem Anschluß an die Habilitation im
Fach Klassische Philologie im Jahre 1995 übernahm Prof. Rechenauer eine Reihe
von Lehrstuhlvertretungen im Bereich der Griechischen Philologie, so für zwei
Semester an der Universität Saarbrücken und für je ein Semester an den
Universitäten Mainz und Regensburg.
Das wissenschaftliche Arbeitsgebiet
von Prof. Rechenauer reicht von den Anfängen der griechischen Literatur in den
Dichtungen Homers und Hesiods und der Elegie über die vorsokratische
Philosophie, die Geschichtsschreibung, die Rhetorik, die Tragödie wie die
Komödie bis hin zu den philosophischen Schulen des Hellenismus sowie den
Fachwissenschaften.
Insbesondere hat Prof. Rechenauer
umfangreiche Monographien zur Geschichtsschreibung des Thukydides sowie zum
Verhältnis von Physik und Ethik in der Philosophie Demokrits vorgelegt. Seine
Aufsätze befassen sich mit Themen aus dem Bereich des antiken Lehrgedichts
insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Leserführung, mit Fragen der
Komposition epischer Dichtung, der Umsetzung des Tragischen durch
Sprechhandlungen in dramatische Struktur, dem Verhältnis von Gattungstypologie
und Rezeptionsästhetik in der griechischen Komödie, den theoretischen
Bildungsinhalten der antiken Rhetorik, der Konzeption und Funktion des
Göttlichen in der atomistischen Philosophie und dergleichen. Ein reges
Interesse von Prof. Rechenauer gilt der Verflechtung griechischen Denkens mit
dem asiatisch-orientalischen Kulturraum.
Gegenwärtig in Arbeit sind Beiträge
zur vorsokratischen Philosophie im Rahmen einer Neubearbeitung von F. Ueberwegs
Grundriß der Geschichte der Philosophie sowie eine motivgeschichtliche
Untersuchung zur Darstellung von Pestkatastrophen in literarischen Werken der
Antike.
Dem Forschungsschwerpunkt "Das
griechische Drama und seine Rezeption" widmet Prof. Rechenauer derzeit
besondere Aufmerksamkeit. Neben einer Reihe von Aufsätzen zu Aischylos und
Aristophanes ist eine grundlegende Monographie zu Sophokles in Vorbereitung.
In der Lehre deckt Prof. Rechenauer
die gesamte Bandbreite des gräzistischen Spektrums ab und zeigt sich auch
interdisziplinären Veranstaltungsformen und neuen Fragestellungen gegenüber
äußerst aufgeschlossen.
Quelle: Regensburger Universitätszeitung
6/1998, S. 29