SS 2000
Vorlesungen
[35200] Griechische Vorlesung: Rechenauer
Die griechische Lyrik bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts
2st., Di 16-18, PT 1.0.7 Beginn: 2.5.2000
Ähnlich wie das griechische Epos weist auch die griechische Lyrik gleich in ihren frühesten Ausprägungen eine späterhin nicht wieder erreichte Vollendung auf. Die Geschichte dieser faszinierenden literarischen Entwicklung in ihren einzelnen Ausprägungen und Gestalten nachzuzeichnen, soll vordringliches Ziel dieser Vorlesung sein. Nachdem der antiken Kunsttheorie das Lyrische als Idee, die in einer bestimmten Weise des Dichtens nach Verwirklichung strebt, fremd ist, soll am Anfang eine gattungspoetische Erörterung stehen über die Frage, was nach antikem wie modernem Verständnis unter "griechischer Lyrik" zu verstehen ist, wie der Gattungsbegriff "Lyrik" in Absetzung gegen andere Literaturgenera entstanden ist. Wesentlich ist hierbei, daß unter diesen Terminus ein sehr weitgespanntes Feld verschiedenartiger literarischer Formen zu subsumieren ist, dessen Spektrum von der noch dem Epos nahestehenden Elegie über den invektivenhaften Jambos bis hin zu den monodischen Liedern der lesbisch-äolischen Lyrik und schließlich zur (morphologisch späteren) Chorlyrik reicht. Weiterhin verdient Beachtung die Frage nach den Entstehungsbedingungen der Lyrik im soziokulturellen Umfeld des archaischen Zeitalters, das entscheidend durch die Umbrüche der griechischen Kolonisation geprägt ist. Dabei wird deutlich, daß zwischen der Verschiedenheit der neuen politischen Lebensformen und der Vielfalt der literarischen Formen ein enger Zusammenhang besteht.
Im Zentrum werden Einzelinterpretationen der wichtigsten Autoren und ihrer Werke stehen, v.a. Archilochos, Semonides, Sappho, Alkaios, Anakreon, Mimnermos, Solon und Theognis, schließlich aus dem Bereich der Chorlyrik ausgewählte Stücke aus Alkman, Bacchylides und Pindar. Die Texte werden in der Regel in zweisprachigen Xerokopien zur Verfügung gestellt, weswegen sich die Veranstaltung auch für des Griechischen weniger mächtige Teilnehmer eignet.
Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der frühgriechischen Lyrik für die römische Dichtung (v.a. Catull, Horaz) ist diese Vorlesung auch den Lateinstudierenden zu empfehlen.
Literaturhinweise:
H. Fränkel: Dichtung und Philosophie des frühen Griechentums, München 31969 (1. Aufl. 1951)
W. Schadewaldt: Die frühgriechische Lyrik, Frankfurt/Main 1989
[35001] Sprachwissenschaftliche Vorlesung: Klingenschmitt
Einführung in das mykenische Griechisch
1st., Do 11-12, ZH 8 Beginn: 4.5.2000
Das Mykenische ist auf Grund des hohen Alters seiner Textzeugnisse für
die Gräzistik und Indogermanistik von großem Interesse. In der
Vorlesung werden zunächst das Schriftsystem des Mykenischen und die
charakteristischen Merkmale dieses Dialekts dargestellt. In der Folge wird
eine sprachwissenschaftliche Interpretation ausgewählter Texte vorgenommen.
Seminare und Übungen
[35201] Griechisches Oberseminar: Rechenauer
Grundlagen und Methoden der altertumswissenschaftlichen Literaturinterpretation
2st., Do 14-16, PT 3.3.66 Beginn: 4.5.2000
Diese Veranstaltung hat ein zweifaches Ziel: So soll zum einen versucht werden, anhand von exemplarischen Texten ein Bild von den wesentlichen Positionen der neuzeitlichen Hermeneutik im Umgang mit antiken Texten zu gewinnen. Insbesondere muß es hierbei darum gehen, diese Positionen auf ihre methodischen und geistesgeschichtlichen Grundlagen hin zu hinterfragen sowie in ihrer heuristischen Tragweite kritisch zu durchleuchten. Die Auswahl der zu besprechenden Ansätze und Texte soll dabei natürlich von den Interessenschwerpunkten der Teilnehmer mitbestimmt werden.
Zum zweiten sollen hier Ideen und Ansätze von Seiten der Teilnehmer, wie sie sich im Zuge einer Gewinnung eines eigenen Zuganges zu antiken Texten herausbilden, praktisch vorgeführt und erprobt werden. Als Paradigmen der Interpretation, mit denen wir uns dabei schwerpunktmäßig beschäftigen wollen, seien genannt: Die Tragödie in ihrer literarischen und dramatischen Gestaltung - Wesen und Formen des Komischen - Sprach- und Denkformen in literarischen Texten - Strukturen des Erzählens.
Die Veranstaltung ist für alle Interessenten offen, wünschenswert
(freilich nicht im Sinne eines Ausschlußkriteriums) ist die frühere
Teilnahme an einem Hauptseminar. Im Zweifelsfall bitte ich um entsprechende
Rücksprache.
[35202] Griechisches Proseminar (auch für Lateinstudierende): Rechenauer
Homer und seine Rezeption in der lateinischen Literatur
2st., Do 10-12, R 009 Beginn: 4.5.2000
Der Zugang der neuzeitlich-humanistischen Philologie zu den homerischen Epen erfolgte weithin auf indirektem Weg, nämlich über die Kommentierung von Vergils Aeneis. Im Anschluß an die antiken Aeneiskommentare (Macrobius und Servius) wurde versucht, Vergils Homerimitation näher zu bestimmen, wobei zugleich ein poetologischer Vergleich intendiert war, in dem zumeist der künstlerische Vorrang Vergils gegenüber Homer erwiesen werden sollte. So wertvolle Beobachtungen hier im einzelnen gemacht wurden, so problematisch ist ein solcher Vergleich im Ganzen, setzt er doch - fälschlicherweise - gleiche Produktions- und Rezeptionsbedingungen für das Schaffen beider Dichter voraus. Die Gefahr, Homer als Steinbruch für nachfolgende Dichter mißzuverstehen, die aus seinem Material Besseres zu bauen imstande waren, liegt allzu nahe.
Im Rahmen dieses Proseminars soll das Verhältnis zwischen homerischer Epik und lateinischer Rezeption daher in der Perspektive der historischen Entwicklung, d.h. im Ausgang von Homer als Phänomen von Intertextualität präsentiert werden. Schwerpunkthemen werden sein: Die Eigenart der homerischen Epik als Dichtung im Übergang von Mündlichkeit zu Schriftlichkeit; die Homerlegende; der epische Kyklos; Erzählstruktur von Ilias und Odyssee; Homerrezeption in der lateinischen Literatur als Prozeß produktiver Umgestaltung, der in seinen einzelnen Manifestationen seit der Odysseeübertragung des Livius Andronicus und Ennius' Selbstinszenierung als Homerus redivivus vor allem an der vergilischen Aeneis aufgezeigt werden soll. Die Teilnehmer sollten mit dem Inhalt von Ilias und Odyssee vertraut sein.
Literaturhinweis:
J. Latacz: Homer. Eine Einführung, München-Zürich 1985
Lektüre
[35206] Griechische Lektüre und Interpretation (Poesie): Janka
Griechische Lyrik (auch als Lektüre zur Vorlesung)
2st., Mo 16-18, PT 4.3.2. Beginn: 8.5.2000
"Im leeren Raum von Welt und Ich" bleibt die griechische Lyrik nach wie vor das prägende Muster für jene Form von subjektiv tönender Kurzpoesie, die sich bis heute mit ihrem Namen schmückt. Freilich ist man inzwischen großzügig genug, nicht nur zu Leier- oder Flötenbegleitung gesungene (strophische) Lieder als "Lyrik" zu bezeichnen, sondern auch Jambus, Elegie, Epigramm und offenere Formen mit einzubeziehen. So frei werden auch wir in diesem Kurs sein, der einen chronologischen Querschnitt durch die griechische Lyrik von den Anfängen bis zum Hellenismus vermitteln will: Wir werden uns dabei fast jede Sitzung auf ein neues Dichter-Ich einlassen: Der Autorenreigen reicht von Archilochos, dem "wild durchs Dasein getriebenen kriegerischen Musendiener" (NIETZSCHE), über seine Verfeinerer Alkaios und Sappho (die poetria der Antike) sowie den staatsmännischen Elegiker Solon bis hin zu Pindar, dem thebanischen "Schwan" der Siegeslieder, und den alexandrinischen poetae docti Kallimachos und Theokrit.
Die Gedichte werden gemeinsam gelesen, metrisch analysiert, übersetzt und inhaltlich erschlossen. Konzepte und Formen der Verdeutschung poetischer Texte wollen wir analysierend (Vergleich gedruckter Übersetzungen) und experimentierend einüben. Zudem stehen Musterinterpretationen für Prüfungszwecke auf dem Programm. Da sich die römische Poesie gerade aus den hier zu behandelnden griechischen fontes speist, kommt die Übung auch latinistischen Interessen entgegen. Der Kurs ist für Teilnehmer aus allen Semestern offen.
Texte werden in Kopie zur Verfügung gestellt.
[35207] Griechische Lektüre (Prosa): Rechenauer
Platon, Phaidon (Kontaktstudium)
2st., Di 18-20, PT 3.3.66 Beginn: 2.5.2000
Platons "Phaidon" ist nicht nur ergreifend, weil in ihm das letzte Gespräch des Sokrates mit seinen Freunden vor seiner Hinrichtung dargestellt ist, er darf auch mit Recht als einer der grundlegenden Dialoge im platonischen Oeuvre gelten, insofern als darin wesentliche Strukturen und Denkformen der Philosophie Platons, v.a. in dem Ineinander von Logos und Mythos, exemplarisch entfaltet werden. In diesem Dialog verquicken sich in der Zentralfrage nach der Unsterblichkeit der Seele pythagoreische Mystik und platonische Dialektik als Suche nach gesicherter Erkenntnis. Im Rekurs auf die Ideenlehre vollzieht die Seele darin gewissermaßen ihre eigene Unsterblichkeitserklärung. Letzte Steigerung ist ein großer eschatologischer Mythos, der von dem Schicksal der Seele vor dem Jenseits-Gericht erzählt. Unvergängliche Wirkung ist dem Dialog gerade dadurch erwachsen, daß Platon hier mit tiefer Empfindung das Sterben des Sokrates und seinen unbedingten Glauben an die Unsterblichkeit der Seele zur Einheit gebunden hat. In dieser Veranstaltung soll der "Phaidon" philologisch erschlossen und interpretiert werden.
Zugrundegelegter Text:
Platonis opera recognovit brevique adnotatione critica instruxit I.
Burnet, tom. I., Oxford 1900 (seither immer wieder nachgedruckt).
Sprach- und Stilübungen
[35209] Übersetzungskurs Deutsch-Griechisch: Wolbergs
2st., Di 10-12, PT 3.3.68 Beginn: 2.5.2000
Der Kurs ist für Kandidaten des Grund- und Hauptstudiums gedacht. Schwerpunkte:
(1) Repetitorium der griechischen Morphologie (insoweit nötig) und Syntax;
(2) Häusliche Übersetzungen, die korrigiert und besprochen werden;
(3) Klausuren.
[35210] Übersetzungskurs Griechisch-Deutsch (I): Wacht
2st., Do 8-10, Ch. 33.1.91 Beginn: 4.5.2000
Die Übung dient der Vertiefung der griechischen Syntax und soll zugleich die Lektürefähigkeit fördern. Gelesen werden Texte verschiedener Autoren und Genera, die auch Latinisten ansprechen. Der Schwierigkeitsgrad wird dem Kenntnisstand von Studierenden im Grundstudium (ab 1. Sem.) angemessen sein.
Texte werden in Kopie zur Verfügung gestellt.
[35211] Übersetzungskurs Griechisch-Deutsch (II): Wolbergs
2st., Do 16-18, H 12 Beginn: 4.5.2000
Im Rahmen dieser Übersetzungsübungen ist ein Repetitorium
der griechischen Syntax vorgesehen. Gelesen werden Texte verschiedener
Autoren und Genera von mittlerem Schwierigkeitsgrad. Angesprochen sind
vornehmlich Studierende, die die Zwischenprüfung absolviert haben.
Fachdidaktische Veranstaltung
[35247] Der griechische Sprach- und Lektüreunterricht: Pfaffel
2st., Mi 16-18, PT 1.0.3 Beginn: 3.5.2000
Folgende Themen werden behandelt:
- Der Griechischunterricht heute: Probleme und Chancen
- Ziele des griechischen Sprach- und Lektüreunterrichts
- der Lehrplan für Griechisch von Jgst. 9 - 13
- Aufbau einer Grammatikstunde
- Aufbau einer Lektürestunde
- Anlage eines Lektüreprojekts
- Prüfungsaufgaben
- Motivationsmöglichkeiten für den Griechischunterricht.
Bei genügend großer Teilnehmerzahl könnte jeder Teilnehmer eine Grammatik- bzw. Lektürestunde im Kreise des Kurses experimentell halten, so dass Theorie und (virtuelle) Praxis sich ergänzen könnten.
Literatur:
Fachlehrplan für Griechisch (liegt im Sekretariat Prof. Rechenauer
auf und kann kopiert werden)
Sprachkurse zur Vorbereitung auf das Graecum
[35212] Griechisch II für Philologen: Fajen
6st., Di (H 6), Mi (H 6), Do (H 22), jeweils 14-16 Beginn: 2.5.2000
[35213] Griechisch II für Philologen und Theologen: Wolbergs
6st., Blocksitzungen vor Vorlesungsbeginn, H 5 Beginn: siehe Aushang
Sprachkurse für Neugriechisch
[35214] Neugriechisch für Anfänger: Müller
2st., Mi 18-20, Phys. 5.1.09 Beginn: 3.5.2000
[35215] Neugriechisch für Fortgeschrittene: Müller
2st., Di 18-20, Ch. 33.1.91 Beginn: 2.5.2000
Vorlesungen
[35220] Lateinische Vorlesung: Beck
Die römische Satire
2st., Mi 10-12, ZH 1 Beginn: 3.5.2000
Nicht nur aus dem heutigen (vor allem) politischen Leben ist die Satire nicht mehr wegzudenken. Schon die lateinischen Autoren der Antike hat Ärger über Mißstände aller Art zu z.T. scharfem, beißendem und eben satirischem Spott gereizt. So hat etwa Seneca in seiner Satire die letzten Worte des römischen Kaisers Claudius überliefert (4,3 uae me, puto, concacaui me). Und z.B. für Juvenal ist die Erfahrung seiner Zeit sogar so arg, daß er seinen eigenen Worten nach gar nicht anders kann, als Satiren zu schreiben, selbst wenn es ihm an Begabung dazu fehlen sollte (1,30 difficile est, saturam non scribere, 1,79 si natura negat, facit indignatio uersum).
Während jedoch sonst fast alle literarischen Formen auf griechische Vorbilder zurückzuführen sind, scheint den Römern mit der Satire endlich einmal die eigenständige Entwicklung einer bis heute bedeutenden Gattung gelungen (vgl. Quint. inst. 10,1,93 satura quidem tota nostra est).
Ausgehend von der Etymologie des Begriffs satura und ersten Vorstufen ('satirische' Elemente in griechischer Literatur; Ennius) soll in der Vorlesung ein Überblick über die verschiedenen Formen der römischen Satire und ihre Vertreter vom 2. Jh. v. bis zum 2. Jh. n. Chr. gegeben werden, und zwar sowohl über die Verssatire Lucilischer Prägung (Lucilius selbst; Horaz, Persius, Juvenal) als auch über die in Rom durch Varro eingeführte sog. menippeische Satire (Varro, Seneca 'Apocolocyntosis'; die Bezeichnung von Petrons Roman oder der 'Consolatio Philosophiae' des Boethius als Satire wird ebenfalls zu besprechen sein).
Zur Einführung und begleitenden Lektüre:
J. Adamietz (Hrsg.): Die römische Satire, Darmstadt 1986
M. Coffey: Roman Satire, London/New York 1976
U. Knoche: Die römische Satire, Göttingen 41982 u.ö. (Studienhefte zur Altertumswiss. 5)
D. Korzeniewski (Hrsg.): Die römische Satire, Darmstadt 1970 (WdF
238)
[35000] Sprachwissenschaftliche Vorlesung: Klingenschmitt
Geschichte der lateinischen Sprache: Das nachklassische Latein
1st., Do 10-11, ZH 8 Beginn: 4.5.2000
Die Vorlesung behandelt die lateinische Literatursprache in nachklassischer Zeit:
1. die silberne Latinität (etwa 20-120 n.Chr.)
2. die Periode des Archaisierens (etwa 120-200 n.Chr.).
Dargestellt werden zunächst die unterschiedlichen stilistischen
Strömungen dieser Perioden. Anschließend werden die sprachlichen
und stilistischen Eigentümlichkeiten der wichtigsten Repräsentanten
der Prosa und Dichtung dieser Zeit besprochen.
Seminare und Übungen
[35225] Lateinisches Oberseminar: Beck
Tragoediae neolatinae
2st., n.V., Raum siehe Aushang Beginn: n.V.
Die in der griechisch-römischen Antike hochgeschätzte und in der Tat überaus reizvolle Gattung der Tragödie bedarf gewiß keiner Empfehlung: Anstatt bloßer mythischer Erzählung und epischer Breite läßt sich in einem in sich geschlossenen Drama von überschaubarer Länge gleichsam miterleben, wie Leid und Affekte auf den Menschen wirken. Anders als den Gräzisten mit ihren immerhin 31 erhaltenen Stücken der großen drei, Aischylos, Sophokles und Euripides, stehen dem Latinisten jedoch leider nur 10 unter dem Namen Senecas überlieferte lateinische Tragödien zur Verfügung, von spätantiken Sonderformen abgesehen. Hat man Senecas Tragödien ausgelesen, liegt es folglich nahe, auf der Suche nach einem Ersatz in lateinischer Sprache in die Zeit der Renaissance zu wechseln.
Abhängig von Interesse und Kenntnisstand der Teilnehmer sollen im Seminar ein oder zwei neulateinische Tragödien mit römisch-historischen Inhalten gemeinsam gelesen und besprochen werden. Auch das Verhältnis solcher Stücke zum römisch-antiken historischen Schauspiel (fabula praetexta) wird zu diskutieren sein. Das Seminar hat den Charakter eines Forschungskolloquiums und soll die geplante Edition/Übersetzung der behandelten Stücke vorbereiten.
Willkommen sind alle, die Freude an der Beschäftigung mit Dramen und bislang noch nicht übersetzten/kommentierten lateinischen Texten mitbringen, insbesondere fortgeschrittene Studierende des Hauptstudiums, die schon mindestens einen Hauptseminar-Schein erworben haben. (Bei Bedarf und entsprechend intensiver Mitarbeit Referat/Seminararbeit kann u.U. ein weiterer Hauptseminarschein ausgestellt werden. Im Vordergrund wird jedoch die gemeinsame Arbeit am Text stehen.) Ich bitte um persönliche Anmeldung bis 31.3.2000. Der Termin für eine Vorbesprechung (Festlegung von Zeit und genauer Thematik) wird noch bekanntgegeben; die behandelten Texte werden in Kopie zur Verfügung gestellt.
Zur Einführung:
L. Bradner: The Latin Drama of the Renaissance (1340 - 1640), Studies in the Renaissance 4 (1957), S. 31-70
W. Creizenach: Geschichte des neueren Dramas, 5 Bde., Halle 21911-1923
u. Nachdr.
[35226] Lateinisches Hauptseminar (Poesie): Beck
Lucan
2st., Fr 10-12, PT 2.0.4 Beginn: 5.5.2000
Die sog. 'Pharsalia' des Stoikers M. Annaeus Lucanus, eines Neffen Senecas d. J., nehmen unter den erhaltenen kaiserzeitlichen Epen gewiß eine herausragende Stellung ein. Mutig wählte sich der Verfasser einen nichtmythischen, historischen Stoff - den Bürgerkrieg zwischen Caesar und Pompeius und damit den beginnenden Übergang von der Republik zum Prinzipat. Mutig ist Lucan auch von epischen Konventionen abgewichen - er verzichtete auf die übliche Götterhandlung.
Bei der gemeinsamen Besprechung ausgewählter Passagen werden u.a. die Erzählstruktur und eventuelle stoische oder antineronische Tendenzen besonders zu beachten sein. Aufschlußreich ist ferner der Vergleich mit anderen Quellen, insbesondere Caesars eigener Darstellung wie auch zeitgenössischer Literaturkritik (Petron).
Textausgaben:
Lucanus, Bellum civile - Der Bürgerkrieg, hrsg. und übers. v. W. Ehlers, München 1973 u.ö.
Lucanus, De bello civili, ed. D.R. Shackleton Bailey, Stuttgart 1988 (Teubner).
Neuere Kommentare:
Zu Buch 1: Gagliardi (1989); Buch 2: Van Campen (1991), Fantham (1992);
Buch 3: Hunink (1992); Buch 5: Barratt (1979); Buch 7: Gagliardi (1975);
Buch 8: Mayer (1981)
[35227] Lateinisches Hauptseminar (Prosa): Gärtner
Petron, Satyrica
2st., Mo 10-12, PT 3.3.68 Beginn: 8.5.2000
Geplant sind Lektüre und Interpretation von Abschnitten zusammenhängender Szenen außerhalb der Cena Trimalchionis und ohne die größeren Gedichte, also:
cap. 1-26; 79-99; 100-115; 116-118/124,2-141.
Interessierte werden freundlich gebeten, entweder in meine Sprechstunde
am Mittwoch, dem
23. 2. 2000 zu kommen oder sich telefonisch (5 41 36) mit mir in Verbindung
zu setzen, u. a. wegen eines Referatthemas.
Textausgabe:
Petronius, Satyricon Reliquiae ed. Konrad Müller, Stuttgart/Leipzig (BT) 1995; brosch. DM 44.-
Zur Einführung, insbes. zur Gattungsdiskussion:
M. v. Albrecht, Gesch. d. röm. Literatur, Kap. 'Petronius', S. 960-981.
U. Knoche, Die röm. Satire, Göttingen ³1971, S. 68-79.
P. Sullivan, The Satyricon of Petronius. A literary study, London 1968.
P. G. Walsh, The Roman Novel, Cambridge 1970.
W. Slater, Reading Petronius, Baltimore 1990.
G. B. Conte, The Hidden Author. An Interpretation of Petronius's Satyricon, Cambridge 1996.
Zur Sprache:
H. Petersmann, Petrons urbane Prosa. Untersuchungen zu Sprache und Text
(Syntax), Sitz.-Ber. d. Österr. Ak. d. Wiss. 323, Wien 1977.
[35230] Lateinisches Proseminar (Poesie): Janka
Plautus
2st., Do 12-14, PT 3.3.68, Beginn: 4.5.2000
Bei Shakespeare wird die Wandlungsfähigkeit einer Schauspielertruppe einmal mit dem Versprechen angepriesen, den Künstlern seien weder Senecas blutrünstige Dramen "too heavy" noch Plautus' Komödien "too light": Das knallbunte Bild vom "Clown" (=Macc[i]us) aus Sarsina (Umbrien) als Meister der leichten, ja leichtesten Muse scheint nach wie vor unangefochten. Immerhin wurde der bretterkundige altlateinische Lustspielautor (um 250-184 v. Chr.) seit der Renaissance zu dem Lehrmeister der europäischen Komödianten, die über die Vermittlung seiner Stücke auch die lange verschüttete Tradition der griechischen "Neuen Komödie" wiederbelebten: Für die Zeitlosigkeit dieser attisch-altrömischen Koalition des Lachens zeugen Oscar Wildes Dandy-Possen ebenso wie rustikale Schwänke "in der Lederhos'n". Grund genug, sich wieder einmal mit dem Original zu befassen, das sich leider nur mehr selten auf den Spielplänen unserer Theater findet.
Im Hörsaal wollen wir uns dem komischsten aller Römer auf zwei Wegen nähern: In die Tiefe führt (hoffentlich) die gemeinsame intensive Lektüre und Interpretation der Mostellaria (Gespensterkomödie), die als lustigstes Plautusstück gilt. Aspekte wie Sprache, Metrik, Szenenaufbau, Handlungsstruktur, Figurenzeichnung, Witz, Ästhetik, aber auch Datierung und Textgestaltung werden hier thematisiert. In die Breite streben Überblicke zu Aufbau und Inhalt der anderen 19 Plautuskomödien sowie Hinweise auf die Gattungsgeschichte und die Praxis des Theaters in Rom. Die Spur der Plautus-Rezeption auf der Bühne und im Film verfolgen wir sodann bis in unsere Tage.
Textgrundlage:
Plauti comoediae (ed. Lindsay), tom. II (Oxford Classical Texts)
[35231] Lateinisches Proseminar (Prosa): Wacht
Cicero, De officiis
2st., Mo 10-12, Phys. 5.1.09 Beginn: 8.5.2000
Das dem Sohn Marcus gewidmete ethische Hauptwerk Ciceros, zugleich seine letzte philosophische Schrift, diskutiert die Frage nach dem Verhältnis von honestum und utile. Das Seminar wird sich hauptsächlich auf das 1. Buch konzentrieren, das die vier Kardinaltugenden und ihre Herleitung aus der menschlichen Natur zum Gegenstand hat. Ciceros Darstellung ist den Stoikern, hier vor allem Panaitios, verpflichtet, so daß auch grundlegende Probleme der stoischen Ethik zur Sprache kommen.
Text:
M. Tulli Ciceronis de officiis, rec. M. Winterbottom, Oxford 1994;
M. Tulli Ciceronis de officiis, rec. C. Atzert, Leipzig (Teubner) 1963.
Zur vorbereitenden Lektüre empfohlen:
G. Gawlick - W. Görler, Cicero, in: H. Flashar (Hrsg.), Die hellenistische Philosophie:
Die Philosophie der Antike Bd. 4 = Grundriss der Geschichte der Philosophie begr. v. Fr. Ueberweg (Basel 1994)
M. Pohlenz, Antikes Führertum. Cicero de officiis und das Lebensideal
des Panaitios, Leipzig 1934 (Nachdr. 1967)
[35015] Sprachwissenschaftliches Proseminar: Schaffner
Lateinische Wortbildung und Etymologie
2st., Mi 13-15, PT 1.0.7 Beginn: 3.5.2000
In der Lehrveranstaltung soll zunächst ein systematischer Überblick über die wichtigsten Verfahren der lat. Wortbildung, nämlich Komposition und Ableitung, geboten werden. Da in der lateinischen Wortbildung die Komposition etwa im Vergleich zum Griechischen oder Deutschen stark eingeschränkt ist, werden hauptsächlich suffixale Bildeelemente behandelt und nach ihren Funktionen klassifiziert. In einer sich an den Bedürfnissen des Lateinunterrichts an Gymnasien orientierenden Auswahl werden produktive Wortbildungssuffixe des Lateinischen sowohl unter sprachgeschichtlichen (altlat.-klass.-nachklass.) als auch gattungsgeschichtlichen bzw. stilistischen Aspekten besprochen. Dies geschieht durch die Behandlung ausgewählter Beispiele aus verschiedenen Epochen bzw. Gattungen der lateinischen Literatur.
Etymologisches Wissen kann im Schulunterricht eingesetzt werden, um auf sprachliche Zusammenhänge (Wortkunde) oder auf kulturgeschichtlich Bedeutsames ("Wörter und Sachen") hinzuweisen. Die Grundlagen der etymologischen Forschung werden am lateinischen Sprachmaterial erläutert, so daß die Benützung und Beurteilung der etymologischen Fachliteratur möglich wird.
Interessenten mögen sich bitte in die Anfang März 2000 aushängende
Teilnehmerliste eintragen. Texte und Übungsblätter werden in
Kopien zur Verfügung gestellt. Der Proseminarschein kann wahlweise
durch eine Klausur am Ende des Semesters oder durch eine Seminararbeit
erworben werden.
[35233] Interpretationsübung (Poesie): Csajkas
2st., Mo 18-20, H 7 Beginn: 8.5.2000
Die Interpretation antiker Texte zählt keineswegs nur mit Blick auf die Interpretationsklausur des Staatsexamens zu unseren wichtigsten Pflichtübungen; vielmehr wissen wir aus der täglichen Praxis, dass 'interpretieren' zunächst einmal bedeutet 'zu verstehen (und dann zu erklären) versuchen'. Schon für die angemessene Lektüre wie auch für korrekte Übersetzungen sind also Interpretationstechniken unerlässlich. Diese sollen hier am Beispiel poetischer Texte verschiedener Gattungen und Epochen der lateinischen Literatur vorgestellt und eingeübt werden.
Gedacht ist die Veranstaltung besonders für Studierende des Hauptstudiums,
doch sind alle Interessenten willkommen. Gemeinsam wollen wir in den einzelnen
Sitzungen die Texte durcharbeiten, aber auch für schriftliche Hausaufgaben
und Übungsklausuren unter 'Ernstfallbedingungen' wird es Raum geben.
Lektüre
[35235] Lateinische Lektüre (Poesie): Roth
Horaz, Episteln, Buch I
1st., Fr 15-17 (14-tägig), R 009 Beginn: 11.5.2000
Termine: 11.5., 25.5., 9.6., 23.6., 7.7., 21.7.
Der Kurs will Anfängern wie Fortgeschrittenen Gelegenheit geben, ihre Fähigkeit zur Übersetzung poetischer Texte zu trainieren, Interpretationstechniken einzuüben und sich mit Forschungsliteratur zu Horaz auseinanderzusetzen.
Zur Einführung:
M. von Albrecht, Geschichte der römischen Literatur; E. Lefèvre, Horaz - Dichter im augusteischen Rom, München 1993; E. Doblhofer, Horaz in der Forschung nach 1957, Darmstadt 1992.
Text:
ed. Shackleton Bailey (BT 19953); genauso möglich sind aber auch
Borszák oder Klingner (Kritik der Ausgaben bei Doblhofer und in:
H. Tränkle/W. Ludwig Hg.], Horace, Genève 1993 [Entrétiens
Fondation Hardt 39]).
[35236] Lateinische Lektüre (Prosa): Wacht
Livius
2st., Do 11-13, Ch. 33.1.91 Beginn: 4.5.2000
Geplant ist die Lektüre ausgewählter Passagen der 1. Pentade aus Livius' Werk "ab urbe condita", die die sagenhafte Frühgeschichte Roms bis zum Ende des Galliersturmes umfaßt.
Text:
T. Livi ab urbe condita, rec. R.M. Ogilvie, tom. I, Oxford 1974.
[35237] Lateinische Lektüre (Prosa): Beck
Tertullian, De spectaculis
2st., Mi 8.30-10, H 22 Beginn: 3.5.2000
Auch wenn die klassischen Formen des Schauspiels, Komödie und Tragödie, spätestens in der römischen Kaiserzeit an Glanz und Bedeutung verloren und z.T. nur mehr als Rezitationsdramen überleben konnten, blieb doch das allgemeine Interesse am Theater ungebrochen. Durch Anspruchsloseres wie Mimus, Pantomimus und sonstige Possen war zusammen mit Tierhetzen, Wagenrennen, sportlich-gymnastischen Agonen und natürlich den Gladiatorenkämpfen vielfältige Möglichkeit zu erholsamer, spannender, lustiger Unterhaltung gegeben. Daß all dies - Götzendienst! - freilich nicht die Zustimmung der christlichen Kirche erhielt, bezeugt Tertullian in seinem um 200 n. Chr. entstandenen Traktat, mit dem er heftigst den Besuch solcher heidnischen Spiele kritisiert und der durch seine Auseinandersetzung mit diesen ein wertvolles Zeugnis für die römischen spectacula, ihren Ursprung, ihre Stätten, ihre Akteure und ihr ganzes Umfeld bietet.
Ausgehend von einer kurzen Einführung in Tertullians Leben und Werk und überhaupt Geschichte und Literatur der sog. Spätantike wird die kleine Schrift - auch unter Einbeziehung weiterer Texte - möglichst genau zu lesen und besprechen sein.
Empfohlene Ausgaben und Kommentare:
Tertullien, Les spectacles. Introduction, texte critique, traduction et commentaire de M. Turcan, Paris 1986 (Sources Chrétiennes 332)
Tertullian, De spectaculis. Über die Spiele. Übersetzt und herausgegeben von K.-W. Weeber, Stuttgart 1988 (Reclam Nr. 8477)
Tertullianus, De spectaculis. Kommentar von J. Büchner, Würzburg
1935
Sprach- und Stilübungen
[35240] Klausurenkurs für Examenskandidaten: Blusch, J.
2st., Di 12-14, R 005 Beginn: 2.5.2000
Diese Übung ist ausschließlich für Examenskandidaten gedacht und soll die eigene häusliche Vorbereitung auf die beiden Übersetzungsklausuren begleitend unterstützen. Jeweils im Wechsel werden dt.-lat. und lat.-dt. Klausuren auf Examensniveau geschrieben und besprochen.
Als reguläre Teilnehmer mit Korrekturanspruch zugelassen sind Studierende,
die mindestens einen Sprachübungsschein der Oberstufe erworben und
sich bereits für das Examen angemeldet haben oder sich im SS 2000
anmelden werden.
[35241] Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Oberstufe): Wolbergs
2st., Mi 16-18, Ch. 33.1.91 Beginn: 3.5.2000
Diese Übung dient gezielt der Vorbereitung auf das dt.-lat. Staatsexamen. Als Hausaufgaben, Klausuren und in gemeinsamer Arbeit in den Sitzungen selbst werden Paraphrasen von Originaltexten aus dem Bereich Rhetorik, Staatswesen, Recht, Wissenschaft ins Lateinische zu übersetzen sein. Grammatische Phänomene (vor allem Syntax) und schwierigere Konstruktionen werden wiederholt bzw. besprochen und eingeübt. Die Konzentration auf eine bestimmte Thematik soll zur Erarbeitung einer themenbezogenen Phraseologie anleiten. (Ein weiterer Oberkurs wird im nächsten Semester die Themenbereiche Kriegswesen, Geschichtsschreibung, Philosophie abdecken.)
Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Besuch der dt.-lat. Sprachübungen
Unterstufe.
[35242] Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Unterstufe): Blusch,
J.
2st., Mo 12-14, W 116 Beginn: 8.5.2000
Der Übung zugrunde gelegt wird ein Textheft mit (dt. Einzel-)Sätzen, die im wesentlichen die lateinische Syntax abdecken. Bestimmte Voraussetzungen würde ich gerne erwarten können, nämlich eine möglichst solide Kenntnis der Laut-, Wortbildungs- und Formenlehre sowie gute Vokabelkenntnisse. Diese Dinge werden im Semester selber zwar noch einmal nach einem bestimmten Zeittakt in Auftrag gegeben (und in regelmäßigen Abständen per Kurzklausur überprüft), doch empfiehlt es sich dringend, mit der Auffrischung der angesprochenen Kenntnisse - allemal in Anbetracht der Kürze des Sommersemesters - gleich in den Semesterferien zu beginnen. Das Textheft kann ab sofort bei mir bezogen werden.
Die Grammatik betreffend: Zur Anschaffung empfohlen Rubenbauer-Hofmann, Lateinische Grammatik, neubearbeitet von R. Heine.
[35243] Übersetzungskurs Latein-Deutsch (Oberstufe): Wacht
2st., Di 8-10, ZH 2 Beginn: 2.5.2000
Die Übung ist zur Vorbereitung auf die Examensklausur und die mündliche
Examensprüfung gedacht. Texte verschiedener Gattungen und Epochen
werden teils nach häuslicher Vorbereitung, teils als mündliche
ad-hoc-Übersetzungen oder auch in Form von Übungsklausuren bearbeitet.
Anfallende Fragen grammatischer und, soweit in diesem Rahmen möglich,
auch inhaltlicher Art werden besprochen.
[35244] Übersetzungskurs Latein-Deutsch (Mittelstufe): Csajkas
2st., Mo 8.30-10, W 116 Beginn: 8.5.2000
Diese Übung stellt in erster Linie eine zusätzliche Möglichkeit der Vorbereitung auf die lateinisch-deutsche Übersetzungsscheinklausur (Zwischenprüfung) dar; die eigenverantwortliche Vorbereitung auf diese Prüfung (nämlich möglichst intensive Lektüre im angegebenen Textcorpus) kann der Kurs aber keinesfalls ersetzen.
Doch werden wir anhand von Texten, die aus dem relevanten Corpus stammen, Übersetzungstechniken üben und unsere Kenntnisse auf jenen Gebieten festigen, die im Fragenteil der o.g. Klausur im Mittelpunkt stehen: Metrik, sprachliche und stilistische Merkmale, Editionstechnik und Textkritik.
Neben der mündlichen Diskussion, in der wir regelmäßig
Übersetzungsmöglichkeiten erarbeiten und dabei auftretende Fragen
klären wollen, soll es auch Gelegenheit zu Übungsklausuren geben,
in denen die Teilnehmer sich testen können.
[35245] Übersetzungskurs Latein-Deutsch (Unterstufe): Blusch,
J.
2st., Do 12-14, H 14 Beginn: 4.5.2000
Diese Übung richtet sich speziell an Studienanfänger und sollte möglichst im ersten Semester besucht werden.
Das ab sofort bei mir erhältliche Textheft mit (lat. Einzel-)Sätzen, die lateinische Syntax betreffend, ist zu umfangreich, als daß man es in einem (zumal Sommer-) Semester bewältigen könnte, immerhin umfangreich genug, daß man mit ihm auch noch nach dem Sommersemester (ein wenig vielleicht schon vorher?) per Eigeninitiative Sprachkompetenz erwerben kann. Dies ist mir verschiedentlich von Studierenden mit sehr guten Examens-Noten versichert worden, allerdings mit dem (ernüchternden?) Hinweis darauf, daß sie, die Studierenden, jenes Textheft nicht nur einmal im weiteren Verlauf ihres Studiums durchgearbeitet hätten.
Im Sommersemester also auswahlweise Schwerpunktarbeit zur lat. Syntax, das Ganze nicht ohne Exkursionen in Sprachwissenschaftliches, Allgemeinsprachliches und insbesondere deutsche Grammatik und Sprachwissenschaft ("Satzanalyse", "Sprecherhaltung", "Deixis", "Satzüber-greifend" usw.).
Das Ganze hat nur Sinn, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, das heißt - so weit wie möglich -: Beherrschung des Vokabulars, möglichst solide Kenntnisse der (lat.) Laut-, Wortbildungs- und Formenlehre. Letzteres ist der Eigeninitiative der Teilnehmer anvertraut, wird aber nach einem im Semester selber vorgegebenen Zeittakt einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen (Kurzklausuren). Es empfiehlt sich also, gleich in den bevorstehenden Semesterferien mit der Auffrischung der angesprochenen Kenntnisse zu beginnen.
Zur Anschaffung empfohlen: Rubenbauer-Hofmann, Lateinische Grammatik, neubearbeitet von R. Heine. - Das Vokabular betreffend: Wörterverzeichnisse aus Lektüre selber anlegen, dazu Wortkunde(n), Grund- und Aufbauwortschatz usw.
Aufgrund nicht vom Institut zu verantwortender Stellenstreichungen kann diese Veranstaltung nicht mehr in der bisher üblichen Weise als 6st. Grammatik- und Übersetzungskurs durchgeführt werden. Der gemäß Studienordnung für die Zulassung zur Zwischenprüfung notwendige Schein wird stattdessen für den Besuch der neu konzipierten Unterkurse Lat.-Dt., Dt.-Lat. (je 2st.) und den Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einem Lektürekurs (2st.) ausgestellt.
Empfohlen wird der begleitende Besuch der Lateinischen Lektüre (Prosa): Livius.
Übersetzungskurs und Lektürekurs sollten, müssen jedoch
nicht im selben Semester besucht werden.
Fachdidaktische Veranstaltung
[35246] Umfang und Darbietung der Grammatikstoffe im Lateinunterricht:
Utz
2st., Di 16 s.t.-19 (14-tägig), W 114 Beginn: 2.5.2000
Nach der üblichen grundsätzlichen Einführung geht es
auf didaktischer Ebene v.a. um die Auswahl zentraler und relevanter Grammatikstoffe
im Hinblick auf den gymnasialen Lektüreunterricht, um Schwerpunktsetzungen
im Sprachunterricht und Prinzipien für das Wiederholen in der Lektürephase.
In methodischer Hinsicht sollen verschiedene Darbietungsmöglichkeiten
vorgestellt und exemplifiziert werden. Ein detaillierter Arbeitsplan wird
in der 1. Sitzung vorgestellt.
Sprachkurse zur Vorbereitung auf das Latinum
[35250] Latein II (Parallelkurs A) Wacht
6st., Blocksitzungen vor Vorlesungsbeginn, PT 2.0.6 Beginn: siehe Aushang
[35251] Latein II (Parallelkurs B) Blusch, J.
6st., Blocksitzungen vor Vorlesungsbeginn, PT 2.0.3A Beginn: siehe
Aushang
LEHRSTUHL FÜR INDOGERMANISTIK
Vorlesungen
Vorbemerkung: Sämtliche Veranstaltungen wenden sich gleichermaßen an Anfänger und Fortgeschrittene.
[35000] Geschichte der lateinischen Sprache: Das nachklassische Latein:
Klingenschmitt
1st., Do 10-11, ZH 8 Beginn: 4.5.2000
Für nähere Angaben s.o. Lateinische Philologie-Vorlesungen
[35001] Einführung in das mykenische Griechisch: Klingenschmitt
1st., Do 11-12, ZH 8 Beginn: 4.5.2000
Für nähere Angaben s.o. Griechische Philologie-Vorlesungen
[35002] Vergleichende Grammatik der keltischen Sprachen: Das Nomen
und Pronomen: Klingenschmitt
1st., Mo 9-10, PT 3.3.51 Beginn: 8.5.2000
Das Keltische, eine Untergruppe der indogermanischen Sprachfamilie,
umfaßt Keltiberisch (im antiken Spanien), Irisch (ab dem 7.Jh.n.Chr.;
Ogam-Irisch 4. oder 5.Jh.n.Chr. - 7.Jh.) sowie das durch ein engeres Verwandtschaftsverhältnis
als durch die gemeinsame Herkunft aus der keltischen Grundsprache miteinander
verbundene Gallische (etwa 2.Jh.v.Chr. - 2.Jh.n.Chr.) und Britannische
(Kymrisch ab 8.Jh.n.Chr.; Kornisch 10.-18.Jh.; Bretonisch ab 9.Jh.v.Chr.).
Die den keltischen Einzelsprachen zugrunde liegende gemeinsame Vorstufe,
die keltische Grundsprache oder das Urkeltische, kann durch systematischen
Vergleich der einander entsprechenden Erscheinungen der einzelnen Glieder
diese Sprachfamilie in ihren wesentlichen Zügen und in zahlreichen
Einzelheiten rekonstruiert werden. Die Konfrontation des einzelsprachlichen
Befunds mit den erschlossenen urindogermanischen Gegebenheiten eröffnet
Einsichten in den Bau der historischen Sprachen, welche bei der Beschränkung
auf die einzelsprachliche Betrachtungsweise nicht zu erreichen wären.
[35003] Einführung in das Alt- und Mittelirische an Hand einer
sprachwissenschaftlichen Interpretation poetischer Texte: Klingenschmitt
1st., Mo 10-11, PT 3.3.51 Beginn: 8.5.2000
Die Einführung in das ältere Irisch soll mittels einer Wort-für-Wort-Interpretation ausgewählter irischer Gedichte vorgenommen werden. Die einzelnen Wörter und Wortformen werden dabei auf ihre urkeltischen Vorstufen zurückgeführt. Dieses Verfahren erweist sich als notwendig, weil nur so die Möglichkeit besteht, etwa die verschiedenen Formen eines Verbums unter dem jeweiligen Stichwort im Lexikon nachzuschlagen; z.B. asber [as'b'eir'] 'er sagt' <*exs+es+'beret, ni epir [n'i 'heb'ip'] 'er sagt nicht' <*n_+'s 'exs+beret).
Die Auswahl der in der Vorlesung behandelten Texte richtet sich nach
inhaltlichen Kriterien. So erfolgt etwa die Einführung in das Mittelirische
an Hand von Gedichten, die Stoffe aus der irischen Heldensage behandeln.
[35004] Einführung in das Altpreußische: Klingenschmitt
1st., Mo 11-12, PT 3.3.51 Beginn: 8.5.2000
Das Preußische (Westbaltisch) bildet mit dem Litauischen und Lettischen (Ostbaltisch) den baltischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Unsere Kenntnis des Preußischen,das gegen Ende des 17.Jh.s ausgestorben ist, beruht im wesentlichen auf zwei Vokabularien und zwei kurzen und einer längeren Übersetzung des Katechismus. Das älteste und umfangreichste Vokabular, welches 802 Wörter enthält, liegt in einer Handschrift, die etwa der Zeit um 1400 angehört, vor. Der Text dürfte etwa zu Beginn des 14.Jh.s entstanden sein. Die Katechismen, die aus dem 16.Jh. stammen, wurden von Deutschen übersetzt, die nur mangelhafte Kenntnisse der preußischen Sprache hatten. Trotz des fragmentarischen Charakters der Sprachzeugnisse und des oft unrichtigen Sprachgebrauchs der Katechismen ist es möglich, die Grammatik des Preußischen in ihren Hauptzügen darzustellen.
Die Beschäftigung mit dem Preußischen ist auch deswegen von
Interesse, weil Ortsnamen preußischer Herkunft und einige wenige
Appellative in das Deutsche bzw. den in Preußen gesprochenen deutschen
Dialekt übernommen sind.
[35005] Die germanischen Personennamen: Klingenschmitt
1st., Di 11-12, PT 1.0.4 Beginn: 9.5.2000
Die germanischen Personennamen bestehen in der Mehrzahl aus (zweigliedrigen) Komposita, die zumeist eigens zum Zwecke der Namengebung geschaffen sind; z.B. Guntram < urgerm. *gunþi-xra_na- 'Kampf-Rabe'. Komposita bilden letztlich auch die Grundlage von Kurznamen des Typs Odo, Otto: Otfrid < urgerm. *a__a-friþu-, etwa 'dem Besitz Frieden, (Sicherheit schaffend'), Otmar < urgerm. *a__a-m_ra- 'durch Besitz bekannt'. Seltener finden sich demgegenüber eingliedrige Namen; z.B. Karl neben dem Appellativ ahd. karl 'Mann' < urgerm. *karla- < vorurgerm. *or(h2)-lo- 'alter Mann'.
Die Lehrveranstaltung bietet zunächst eine gedrängte Übersicht über die Bildung der Personennamen in den altindogermanischen Sprachen. Die hier zu beobachtenden Gemeinsamkeiten gestatten Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Personennamen zur Zeit der indogermanischen Grundsprache. Der Blick für die Charakteristika der indogermanischen Namengebung wird geschärft durch einen kurzen Vergleich mit außerindogermanischem Sprachmaterial. In der Folge wird die Bildeweise der Personennamen in den altgermanischen Sprachen (Althochdeutsch, Altenglisch usw.) eingehend besprochen; z.B. Rupert, Robert < urgerm. *xr_þa-berxta- 'durch Ruhm, im Ruhm glänzend' (Determinativkompositum mit adjektivischem Hinterglied und substantivischem Vorderglied), Friedrich < urgerm. *friþu-r_k- 'Friedens-Herrscher' (Determinativkompositum mit substantivischem Hinterglied), Konrad < urgerm. *k_ni-r__a- 'kühnen Rat habend' (Possessivkompositum), Dietz < *þe__-san- (Kurzname mit Kurznamensuffix *-san-; vgl. Vollnamen wie Dietmar < urgerm. *þe__a-m_ra- 'im Volk bekannt', Dietrich < urgerm. *þe__a-r_k- 'Volks-Herrscher').
Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung steht die sprachwissenschaftliche Problematik, doch finden daneben auch kulturgeschichtliche Gesichtspunkte Berücksichtigung.
Die Vorlesung wendet sich an Hörer mit besonderem Interesse für
sprachhistorische Fragestellungen.
Hauptseminar
[35010] Sprachwissenschaftliche Interpretation altindoiranischer
Texte: Klingenschmitt
2st., Di 9-11, PT 3.3.51 Beginn: 9.5.2000
Die Lehrveranstaltung bietet eine sprachwissenschaftliche Interpretation
altindischer und altiranischer (avestischer) Texte. Sie dient gleichzeitig
zur Einführung in das dem Altindischen sehr nahe stehende Avestische.
Proseminare
[35015] Lateinische Wortbildung und Etymologie: Schaffner
2st., Mi 13-15, PT 1.0.7 Beginn: 3.5.2000
Für nähere Angaben s.o. Lateinische Philologie-Seminare und
Übungen
[35016] Sanskrit für Fortgeschrittene: Schaffner
2st., Mo 16-18, PT 3.3.51 Beginn: 8.5.2000
Die Lehrveranstaltung baut auf der im Wintersemester 1999/2000 durchgeführten Übung "Sanskrit für Anfänger" auf. Die in der Einführung erworbenen Kenntnisse der synchronen Grammatik des klassischen Sanskrit sollen in dieser Veranstaltung vertieft und durch Textlektüre erweitert werden. Gleichzeitig wird auch die sprachhistorische Behandlung des Altindischen, v.a. die historische Laut- und Formenlehre, immer mehr in den Vordergrund treten. Bei entsprechender Anzahl kann diese Veranstaltung auch als Fortsetzung für Interessenten, die bereits einmal einen Kurs für Fortgeschrittene besucht haben, durchgeführt werden.
Übungstexte, begleitende Grammatikkapitel und Arbeitsblätter werden in Form von Kopien zur Verfügung gestellt. Der Proseminarschein kann wahlweise durch eine Klausur am Ende des Semesters oder durch eine Seminararbeit erworben werden. Als Vorbereitung für diese Veranstaltung wird eine Nachpräparation der bisherigen Übungssätze und der relevanten Grammatikkapitel empfohlen.
Vorbesprechung: Dienstag, 2.5.2000, 12.30 Uhr in PT 3.3.83
Übung
[35017] Runeninschriften: Schaffner
1st., Zeit nach Vereinbarung, Raum siehe Schwarzes Brett
Besprochen wird in der Veranstaltung zunächst die Entwicklung des Runenalphabets mit seinen landschaftlich verschiedenen Ausprägungen (skandinavische Runen, angelsächsische Runen, ostgermanische Runen). Im folgenden werden dann ausgewählte Runeninschriften v.a. aus dem nordgermanischen (urnordische Runeninschriften im sog. älteren Futhark, z.B. auf dem Horn B von Gallehus [ca. 400 n.Chr.], auf dem Stein von Möjbro [ca. 450 n.Chr.]; im sog. jüngeren Futhark aus der Wikingerzeit, z.B. auf den Steinen von Jelling [Nordjütland, 10. Jhdt.] oder auf dem Stein von Rök [Schweden, 9. Jhdt.] und dem angelsächsischen Sprachgebiet (z.B. die Inschriften auf dem Schrein von Auzon [ca. 700] und auf dem Kreuz von Ruthwell [Schottland, 8. Jhdt.] behandelt und sprachhistorisch interpretiert. Außerdem soll auch auf die Verwendung von Runen in literarischen Denkmälern (z.B. Runengedichten, Runenrätseln) eingegangen werden.
Einführende Literatur:
Wolfgang Krause, Runen, Berlin 1970 (Sammlung Göschen) [64 GB 5717 K 91 R 4]
Wolfgang Krause, Die Runeninschriften im älteren Futhark. Mit Beiträgen von Herbert Jankuhn, Göttingen 1966 [64 GB 5717 K 91.966-1/2]
Alfred Bammesberger (Hrsg.), Old English runes and their continental background, Heidelberg 1991 [65 HE 380 B 199]
Vorbesprechung: Dienstag, 2.5.2000, 12 Uhr in PT 3.3.83