Griechische Philologie - Lateinische
Philologie
Vorlesungen
[35200] Griechische Vorlesung: Rechenauer
Homer
2st., Di 16-18, W 116 Beginn: 24.4.2001
In dieser Vorlesung sollen nicht die weithin obsoleten Fragen nach der Genese der homerischen Epen oder gar nach der historischen Person des Dichters Homer traktiert werden, vielmehr soll das in Ilias und Odyssee vorliegende Werk in seiner durch die Forschung der letzten Jahrzehnte von vielen Seiten erhellten Eigenart im Blickpunkt des Interesses stehen. Demzufolge wird auch von der sog. "homerischen Frage" im traditionellen Sinne eher wenig die Rede sein. Dagegen sollen folgende Themenkreise ausführliche Behandlung finden: Die Voraussetzungen und Bedingungen der epischen Tradition des homerischen Epos; der Problemkreis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit; das Verhältnis von dargestelltem Gegenstand und Darstellung; Aufbau und Struktur des homerischen Epos; Eigenart der epischen Dichtersprache. Besonderes Augenmerk wird der Frage gelten, in welcher Weise der hermeneutische Prozeß zwischen Autor und Publikum als ein auf Verstehbarkeit gerichteter Akt das dichterische Schaffen mitbestimmt hat.
Im einzelnen sollen ausführliche Interpretationen der beiden unter Homers Namen laufenden Epen erarbeitet werden, wobei diese in ihrer Struktur und außerordentlichen Komplexität transparent werden sollen.
Aus der beinahe unüberschaubaren Literatur seien zur ersten Orientierung genannt:
W. Schadewaldt: Von Homers Welt und Werk, Stuttgart 31959
Ders.: Der Aufbau der Ilias, Frankfurt 1975
J. Latacz (Hrsg.): Homer. Tradition und Neuerung (WdF Bd. 463), Darmstadt 1979
Ders., Homer, München 1986
H. Patzer: Die Formgesetze des homerischen Epos, Stuttgart 1996.
[35001] Sprachwissenschaftliche Vorlesung: Klingenschmitt
Sprachwissenschaftliche Interpretation des homerischen Epos
1st., Di 11-12, PT 1.0.7 Beginn: 24.4.2001
Die Beschäftigung mit der Sprache des Epos ist von Bedeutung für
1. die Beurteilung der Entstehung des Epos und die Bestimmung des unterschiedlichen Alters der einzelnen Textabschnitte. Wichtig ist in diesem Zusammenhang:
a) die für die homerische Kunstsprache charakteristische Mischung von (älteren) äolischen und (jüngeren) ionischen Elementen;
b) die in jüngeren Partien gelegentlich zu beobachtende mißbräuchliche Verwendung archaischer Wörter und Fügungen, welche für den oder die jüngeren Dichter nicht mehr verständlich waren.
2. die philologische Interpretation des Textes (z.B. für die Bedeutungsbestimmung der im späteren Griechisch nicht fortgesetzten homerischen Wörter und Wortformen);
3. die griechische Sprachgeschichte.
Die Vorlesung beginnt mit einer Darstellung der wichtigsten Gegebenheiten der homerischen Metrik, soweit diese für die sprachwissenschaftliche Interpretation und die Bestimmung des Alters der einzelnen Textabschnitte von Bedeutung sind (z.B. Verseinschnitte, an denen Hiat gestattet ist; Positionsbildung; Nachwirken von altem Digamma).
In der Folge wird eine Wort-für-Wort-Interpretation einzelner Abschnitte des Epos vorgenommen. Bei der Auswahl der zu behandelnden Textpartien können die Wünsche und besonderen Interessen der Teilnehmer berücksichtigt werden.
Die Lehrveranstaltung dient auch zur Einführung in die historische
Grammatik und Sprachgeschichte des Griechischen.
Seminare und Übungen
[35201] Griechisches Hauptseminar: Rechenauer
Hesiod, Theogonie
2st., Do 14-16, PT 3.3.66 Beginn: 26.4.2001
Hesiod ist der erste Dichter der antiken Literatur, der sich mit der Nennung seines Namens als Autor eines literarischen Werkes vorstellt. Gleichwohl bleibt für ihn weiterhin die epische Tradition mit ihrer Vorstellung von der dichterischen Inspiration durch die Musen maßgeblich. Wie nun Hesiod mit dem Bekenntnis zur persönlichen Schöpfung ein entscheidendes Traditionsmerkmal des epischen Singens – die Anonymität der Person des Dichters – überwindet, so gestaltet er auch im Inhaltlich-Thematischen den Formenbestand des Epos um. Ihn interessiert nicht mehr die rühmende Darstellung von Großtaten heroischer Vorfahren, es geht ihm vielmehr um eine umfassende Erschließung des Weltganzen. So entwickelt Hesiod in der Theogonie – ausgehend von der Frage nach dem Ursprung der Götter – die Frage nach dem Entstehen und Werden der seienden Welt. Leitprinzip seiner Darstellung ist das genealogische Schema, das eine immer weiter differenzierende Entfaltung des Seienden ermöglicht. Dabei bietet die Theogonie den einzigen aus der Frühzeit erhaltenen Versuch, die beinahe unüberschaubare Vielfalt des griechischen Götterhimmels systematisch zu erfassen. Neben eingehender Textinterpretation soll besonderes Augenmerk auf folgende Punkte gelegt werden: Die philosophische Erschließungskraft der mythischen Denkform; das Verhältnis des hesiodischen zum homerischen Menschen- und Weltbild; die Funktion der Musen; die Selbstdarstellung des Dichters. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung für Hesiod sollen auch Partien aus den Erga miteinbezogen werden.
Empfohlene Textausgabe:
Hesiodi Theogonia – Opera et dies – Scutum, ed. F. Solmsen, Fragmenta selecta edd. R. Merkelbach & M.L. West, Oxford 1970, 3. Aufl. 1991
Als Kommentar unentbehrlich:
Hesiod Theogony, ed. with prolegomena and commentary by. M.L. West,
Oxford 1966 u. ö.
[35202] Griechisches Proseminar (auch für Latinisten): Rechenauer
Euripides, Medea
2st., Do 10-12, W 112 Beginn: 26.4.2001
Eine Frau, die aus heißer Liebe zu einem fremden Mann die eigenen Eltern hintergeht und schädigt, sodann mit dem Geliebten durchbrennt und auf der Flucht durch Dick und Dünn geht, schließlich, als der geliebte Mann sich einer anderen Frau zuwendet, zu grausamer Rache schreitet und dabei sogar die gemeinsamen Kinder ermordet – eine solche Protagonistin bot alle Voraussetzungen, um auf der Bühne alle Register tragisch-dramatischer Kunst zu ziehen. Aber seltsam genug – als Euripides im Jahre 431 mit der Trilogie, deren erstes Stück die Medea war, zum Agon antrat, mußte er sich mit dem dritten Platz begnügen. Ob das, wie die Euripideskritik des Komikers Aristophanes glauben machen kann, an seinem mißliebigen Interesse für einen – nach damaligen Maßstäben – bühnenunwürdigen Gegenstand wie der weiblichen Psyche lag, können wir nicht sagen. Heute jedenfalls, mehr als 2400 Jahre später, ist das Stück von diesem Mißerfolg längst revidiert: Aufgrund der Geschlossenheit des Aufbaus, der Geradlinigkeit der Handlungsführung, insbesondere aber der eindrucksvollen Darstellung der seelischen Kämpfe und Qualen der Helden wird das Stück unter die Meisterwerke des Euripides wie der dramatischen Kunst insgesamt gerechnet.
In diesem Seminar soll nach einer knappen Einführung in die tragische Dichtung Athens die Interpretation des Stückes, vornehmlich der drei großen Monologe Medeas im Vordergrund stehen. Vorgesehen ist auch ein Vergleich der euripideischen Medea mit den gleichnamigen Stücken Senecas und Corneilles.
Empfohlene Textausgabe:
Euripidis Fabulae, ed. J. Diggle, Tom. I, Oxford 1984; oder auch die
ältere Oxford-Ausgabe von G. Murray, Tom. I, 1902 u.ö.
[35203] Interpretation griechischer Prosa und Dichtung Rechenauer
2st., Di 18-20, PT 3.3.66 Beginn: 24.4.2001
Wissenschaftlich interpretiert wird üblicherweise mit Hilfe von Kommentaren. Wo solche philologischen Instrumentarien nicht ohne weiteres zur Hand sind - etwa in der Interpretationsklausur des Staatsexamens -, mag Ratlosigkeit oder Unsicherheit die Folge sein. Dieser Sachverhalt weist auf ein Dilemma philologischer Ausbildung, nämlich Texte nur mit sekundärer Unterstützung verstehen zu können, auf der anderen Seite aber durch die vorschnelle Anwendung dieser wissenschaftlichen Instrumentarien ein unvoreingenommenes Textverständnis zu behindern. Abhilfe schaffen kann hier nur eine Steigerung der philologischen Wahrnehmungsfähigkeit. Dazu bietet diese Veranstaltung Leseübungen, die zu eigenständigen Beobachtungen an Texten der griechischen Literatur hinführen und Hinweise zu ihrer wissenschaftlichen Erschließung geben sollen. Außerdem soll ein Grundlagenwissen über die wichtigsten literarischen Genera, Autoren und Epochen vermittelt werden.
Die Textbasis umfaßt sowohl Prosa wie Dichtung und wird sich von
Homer bis zur hellenistischen Literatur erstrecken. Dabei sollen auch autorenspezifische,
gattungsspezifische wie allgemeine Probleme der Textinterpretation erörtert
werden. Die Veranstaltung eignet sich für Studierende aller Semester
(nicht nur Staatsexamenskandidaten).
Lektüre
[35206] Griechische Lektüre (Poesie): Wolbergs
Griechische Epigramme
2st., Mo 14-16, PT 3.3.68 Beginn: 23.4.2001
Lektüre und Interpretation inschriftlich überlieferter und literarischer Epigramme aus der Zeit vom 7. Jh. v. Chr. bis zum 5. Jh. n. Chr.
Texte werden in Kopie zur Verfügung gestellt.
[35207] Griechische Lektüre (Prosa): Wolbergs
Plutarch, Bioi paralleloi
2st., Mo 16-18, PT 3.3.68 Beginn: 23.4.2001
Lektüre ausgewählter Biographien Plutarchs. Gelesen wird zuerst das Leben des Perikles.
Texte für die ersten Sitzungen werden in Kopie zur Verfügung
gestellt.
Sprach- und Stilübungen
[35209] Übersetzungskurs Deutsch-Griechisch Janka
2st., Do 12-14, PT 3.3.68 Beginn: 26.4.2001
Der Kurs ist für Kandidaten des Grund- und Hauptstudiums (ab erstem Studiensemester aufwärts) gedacht, die sich die Grundlagen eines "Dialoges" zwischen deutscher und altgriechischer Sprache erarbeiten oder dieselben festigen wollen.
Unser Ziel verfolgen wir mit Hilfe dieser Methoden:
1) Das Repetitorium der Morphologie und Syntax dient der konzentrierten Vertiefung besonders problemträchtiger Grammatikkapitel. Diese sollen in Formenübungen, im Phrasentraining und anhand von Textbeispielen verinnerlicht werden.
2) Regelmäßige Kurzklausuren mit stofflichen Schwerpunkten und eine Langklausur unter Prüfungsbedingungen gewährleisten ausgedehnte Übungsmöglichkeiten sowie kontinuierliche Rückmeldung über den Leistungsstand.
3) Häusliche Übersetzungen schwierigerer Texte, die korrigiert und im Plenum besprochen werden, befördern das (kontrollierte) Einschleifen der Technik der Rückübersetzung.
4) Griechische Kurzreferate (5 Min.), "Attisch-Sprechen" und die "Hellenisierung" deutscher Originaltexte verlebendigen die aktive Sprachbeherrschung.
5) Bei unserer Textarbeit wollen wir die historische Entwicklung des attischen Prosastils in ihren Grundzügen zu erfassen versuchen.
- Dringende Empfehlung für die Semesterferien:
Arbeiten Sie die Formenlehre (und möglichst auch die Syntax) in
der HELLAS-Grammatik gründlich durch. In sprachwissenschaftlichen
Fragen sollten Sie zudem die Grammatik von BORNEMANN und RISCH konsultieren.
[35210] Übersetzungskurs Griechisch-Deutsch (I): Wolbergs
2st., Mi 14-16, PT 3.3.68 Beginn: 25.4.2001
Diese Übung dient der Vertiefung der griechischen Syntax und soll zugleich die Lektürefähigkeit fördern. Gelesen werden Texte verschiedener Autoren und Genera, die auch Latinisten ansprechen. Der Schwierigkeitsgrad wird dem Kenntnisstand von Studierenden im Grundstudium (ab 1. Sem.) angemessen sein.
Texte werden in Kopie zur Verfügung gestellt.
[35211] Übersetzungskurs Griechisch-Deutsch (II): Wacht
2st., Do 10-12, PT 3.3.68 Beginn: 26.4.2001
Gelesen werden Texte verschiedener Autoren und Genera von mittlerem
Schwierigkeitsgrad. Angesprochen sind vornehmlich Studierende, die die
Zwischenprüfung absolviert haben.
Fachdidaktische Veranstaltung
[35212] Der Griechischunterricht Nusser
2st., Mi 16 s.t. - 18, siehe Aushang Beginn: 25.4.2001
Folgende Themen werden behandelt:
- Probleme und Chancen des heutigen Griechischunterrichts
- Motivationsmöglichkeiten für das Fach Griechisch
- Ziele des griechischen Sprach- und Lektüreunterrichts
- der Lehrplan für Griechisch 9 - 13
- Aufbau einer Grammatikstunde
- Aufbau einer Lektürestunde
- Prüfungsaufgaben
Theorie und Praxis sollen sich auf eine im Rahmen der Veranstaltung durchführbare Weise ergänzen.
Literatur:
Fachlehrplan für Griechisch; Schulbücher für den griechischen
Sprachunterricht.
Sprachkurse zur Vorbereitung auf das Graecum
[35213] Griechisch I für Philologen Blusch
6st., während des Semesters: Mo, Mi, Fr 12 s.t. - 13; W 113 Beginn:
19.3.2001
zusätzlich 19.3. - 12.4.01, 12-13 h, PT 2.0.3a und ggf. im August
[35214] Griechisch II für Theologen Wacht
6st., Blocksitzungen vor Vorlesungsbeginn, PT 2.0.8 Beginn: siehe Aushang
Sprachkurse für Neugriechisch
[35215] Neugriechisch für Anfänger Müller
2st., Mi 18-20, Phys. 5.1.08 Beginn: 25.4.2001
Lektionen 1-6 des LBuchs "Griechisch Heute 1+1" von Dimitra Dimitra und Marineta Papacheimona. Es wird aus dem Arbeitsheft zu den entsprechenden Lektionen geübt. Die Kapitel der Grammatik befassen sich mit der Deklination mancher Substantive und Adjektive, Artikel, Indikativ Präsens, Wortstellung, kurzer Einleitung in den Aorist, den wichtigsten Pronomen und Präpositionen, Nebensätzen.
Vorkenntnisse oder Altgriechisch-Kenntnisse sind keine Voraussetzung.
[35216] Neugriechisch für Fortgeschrittene Müller
2st., Di 18-20, Phys. 5.1.08 Beginn: 24.4.2001
Lektionen 7-11 des LBuchs von Dimitra-Papacheimona. Die grammatikalischen Kapitel umfassen: Die Zeitformen - im Aktiv - vom Imperfekt, Aorist, einmaligen Futur, Verben im Passiv und reflexive Verben, verneinter Imperativ, Steigerung der Adjektive, weitere Nebensätze. Ein Teil der Unterrichtsstunden ist für Konversation reserviert.
Im Fall, dass das Kenntnisniveau der Teilnehmer sehr unterschiedlich
ist, wird die Gruppe unterteilt und der Unterricht daran angepasst.
Vorlesungen
[35220] Lateinische Vorlesung: Beck
Das römische Epos
2st., Mi 10-12, H 23 Beginn: 25.4.2001
Für die römische wie auch die griechische Antike stellt das Epos die wohl angesehenste und anspruchvollste Gattung dar. In Rom neben den ersten Bühnenstücken als erste wirklich literarische Gattung eingeführt, entstanden seit der zweiten Hälfte des dritten vorchristlichen Jahrhunderts lateinische Epen bereits vor einer eigenständigen lateinischen Prosaliteratur, und hier speziell der für den geschichtsbewußten Römer sonst so bedeutenden Historiographie. Seit der lateinischen Homer-Übersetzung des Livius Andronicus (‘Odusia’) findet sich Geschichte in epischer Form verarbeitet, so im ‘Bellum Poenicum’ des Naevius und vor allem in den ‘Annalen’ des Ennius, die für lange Zeit den Rang eines Nationalepos einnahmen und das griechische Versmaß des daktylischen Hexameters als verbindlich für die nachfolgende Epik begründen konnten. Erst in den 50er Jahren des ersten Jahrhunderts v. Chr. experimentierten die sog. Neoteriker mit einer neuen, alexandrinisch-hellenistisch beeinflußten epischen Form, dem mythologischen Kleinepos (Epyllion), während Ovid mit seinen ‘Metamorphosen’, einem epischen Kataloggedicht mit ca. 250 Verwandlungssagen, zumindest äußerlich zur großen Form zurückgekehrt ist. Höhepunkt römischer Epik aber ist zweifellos die ‘Aeneis’ Vergils, die als mythisch-historische, zugleich aber auch auf das spätere Rom vorausweisende Erzählung dem Nationalstolz der Römer eine passende Grundlage gab und eine unübertroffene Bedeutung und Beliebtheit bis in die heutige Zeit erreichen konnte.
Statt sich in diesem Semester folglich nur auf den einen Vergil als den überhaupt bedeutendsten lateinischen Dichter zu konzentrieren, wie es in der Rezeption allenthalben üblich ist, soll in der Vorlesung - ausgehend von den griechischen Grundlagen (Homer) - ein Überblick über die gesamte epische Dichtung der Römer erarbeitet werden, von den Anfängen über die Höhepunkte der augusteischen Klassik bis hin zu den historischen bzw. mythologischen Epen der neronischen (Lucan) und flavischen Zeit (Valerius Flaccus, Statius, Silius Italicus) mit Ausblicken schließlich auch in die lateinische Spätantike (besonders Claudian) und evtl. sogar ins Neulatein.
Zur Einführung und begleitenden Lektüre:
E. Burck (Hrsg.): Das römische Epos, Darmstadt 1979
W. Schetter: Das römische Epos, Wiesbaden 1978
[35000] Sprachwissenschaftliche Vorlesung: Klingenschmitt
Sprachwissenschaftliche Kommentierung von klassisch-lateinischen
Texten
1st., Di 10-11, PT 1.0.7 Beginn: 24.4.2001
Die Lehrveranstaltung bietet einen sprachwissenschaftlichen Kommentar
zu ausgewählten Abschnitten aus den Werken Cäsars und Ciceros.
Besprochen werden an Hand der Textzeugnisse Erscheinungen aus dem Bereich
der Sprachgeschichte und historischen Grammatik des Lateinischen: Charakterisierung
der klassisch-lateinischen Kunstprosa, sprachliche Eigentümlichkeiten
des Autors und seiner einzelnen Werke (im Falle Ciceros z.B. Einfluß
der literarischen Gattung auf die Sprachwahl, Einwirkung der Schaffensperiode
auf die sprachliche und stilistische Gestaltung des Textes), Erscheinungen
der Lautlehre, Flexion, Wortbildung und Syntax.
Seminare und Übungen
[35225] Interpretation Prosa (Übung auf der Stufe des Oberseminars)
Beck
2st., Fr 8.30-10, W 116 Beginn: 27.4.2001
Angesichts der ministeriell verordneten Notwendigkeit, am Ende des Lehramtsstudiums die Fähigkeit zum Interpretieren lateinischer Texte in einer eigenen Interpretationsklausur unter Beweis zu stellen, ist eine gezielte Vorbereitung unerläßlich. Hinzu kommt die selbstverständliche Notwendigkeit, antike Texte nicht einfach nur zu lesen und zu übersetzen: Für eine gute Übersetzung unerläßlich ist das gleichzeitige inhaltlich-gedankliche Verstehen, das Erkennen zugrunde liegender sachlicher, historischer, mythologischer oder gattungsbedingter Zusammenhänge und ein Gefühl für die sprachlich-stilistischen Besonderheiten des lateinischen Originals.
In der Übung sollen Prosa-Texte verschiedener Gattungen und Epochen
gemeinsam besprochen und vor allem im Hinblick auf die Leitlinien der Interpretationsklausur
analysiert werden. Zugelassen sind Studierende des Hauptstudiums, die mindestens
einen Hauptseminarschein erworben haben.
[35226] Lateinisches Hauptseminar (Poesie): Beck
Catull, carmina maiora
2st., Mi 8-10, R 005 Beginn: 25.4.2001
Daß es sich bei dem sog. Neoteriker Catull um einen der bedeutendsten, schönsten und folglich auch beliebtesten lateinischen Autoren handelt, steht ohne jeden Zweifel fest. Als namhaftester und einziger heute noch erhaltener Vertreter einer avantgardistischen, jungen Richtung im Rom der 50er Jahre des ersten vorchristlichen Jahrhunderts, als Vorläufer und Vorbild sowohl der Elegiker der augusteischen Klassik wie auch der epigrammatischen Spottdichtung eines Martial hat Catull einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf die sich erst nach ihm wirklich entwickelnden kleinen Formen der Dichtung ausgeübt und zudem mit einem für die Römer völlig neuen epischen Typ experimentiert, dem alexandrinisch-hellenistisch beeinflußten Kleinepos. Von besonderem Reiz ist folglich gerade die Vielfalt der überlieferten Sammlung: Neben mythologischer Gelehrsamkeit und damals z.T. seltenen metrischen Formen (Galliamben, Asklepiadeen, Glykoneen) findet sich zarteste persönliche Liebesdichtung mit zärtlichen Küssen ebenso wie heute kaum tragbare Obszönitäten, scharfer Spott und sogar hemmungslose Attacken auf die Mächtigen seiner Zeit von Cicero bis Caesar, wie es sich später selbst die Satiriker nicht mehr trauten.
Ausgehend von den berühmten kleineren Gedichten des Catull wird sich die gemeinsame Arbeit im Seminar auf die carmina maiora konzentrieren, die im Corpus Catullianum zwischen kleineren polymetrischen und kleineren epigrammatischen Gedichten (Distichen) stehenden acht oder neun längeren Gedichte in z.T. ebenfalls unterschiedlichen Versmaßen (c. 61-68: zwei Hochzeitsgedichte, das Attis-Gedicht, das Peleus-und-Thetis-Epyllion, der Brief an Hortensius mit der Kallimachos-Übersetzung ‘Locke der Berenike’, die Erlebnisse der Haustür in Brixia sowie die sog. Allius-Elegie mit einem weiteren Briefgedicht).
Der Besitz einer vollständigen wissenschaftlichen Catull-Ausgabe wird vorausgesetzt, so z.B. von
R.A.B. Mynors, Oxford (OCT) 1958,
H. Bardon, Stuttgart (Teubner) 1978,
W. Eisenhut, Leipzig (Teubner) 1983.
Kommentare:
z.B. von Fordyce (21965), Quinn (21973), Kroll
(61980), Thomson (1997)
[35227] Lateinisches Hauptseminar (Prosa): Beck
Cicero, De re publica
2st., Fr 10-12, R 009 Beginn: 27.4.2001
Nach dem Höhepunkt seiner Karriere, dem Konsulat 63 v. Chr., verbannt, nach seiner Rückkehr in den 50er Jahren politisch kaltgestellt, blieb dem ansonsten so aktiven Cicero nur der Rückzug auf eine literarische Auseinandersetzung mit dem römischen Staat. Seit 54 v. Chr. entstanden sechs Bücher ‘De re publica’ und mit den anschließend begonnenen, unvollendet gebliebenen Büchern ‘De legibus’ eine weitere staatstheoretische Schrift, die an die beiden entsprechenden Werke des großen Plato anknüpfen (‘Politeia’, ‘Nomoi’). Abgesehen von einer separat überlieferten Einlage des sechsten Buches, die Schilderung eines Traumes (somnium Scipionis), war Ciceros überaus wichtiges Werk über den Staat bis 1819 nahezu gänzlich verloren, als der damalige Präfekt der Vatikanischen Bibliothek - ein ungeheurer Glücksfall - in einem mit dem Psalmenkommentar des Augustinus beschriebenen Kodex Ciceros ‘De re publica’ als ursprünglichen Text wiederentdecken konnte (Palimpsest). So sind für die gemeinsame Besprechung im Seminar wenigstens große Teile der ersten drei Bücher zusammenhängend lesbar, in denen es um die aktive Teilnahme am politischen Leben, die unterschiedlichen Verfassungsformen, die Geschichte des römischen Staates und den Staatsmann und seine Tugenden geht. Eingekleidet ist das Ganze, wie üblich bei Ciceros philosophischen Schriften, in einen fiktiven, an den feriae Latinae des Jahres 129 v. Chr. spielenden Dialog vor allem zwischen Scipio und Laelius, den damals führenden Persönlichkeiten des römischen Staates.
Textausgabe:
M. Tullius Cicero, De re publica librorum sex quae mansuerunt, rec. K. Ziegler, Leipzig (Teubner) 71969 u. Nachdr.
Kommentar:
K. Büchner: M. Tullius Cicero: De re publica. Kommentar, Heidelberg 1984
Zur Vorbereitung empfohlen sei die Lektüre einer Cicero-Biographie
(z.B. von M. Gelzer 1969, M. Fuhrmann 1989)
[35228] Lateinisches Proseminar (Prosa): Csajkas
Livius, Bücher 21 - 25
2st., Mo 18 s.t. - 20, W 116 Beginn: 23.4.2001
T. Livius, fast gleichen Alters wie Augustus, hinterließ ein Werk von 142 Büchern, in denen er die Geschichte Roms von den Anfängen – ab urbe condita – bis ins Jahr 9 v. Chr. festhielt. Die Universalität dieser Darstellung eines Kontinuums von über sieben Jahrhunderten war sicher eine Ursache dafür, dass viele andere historiographische Werke der republikanischen Zeit später verloren gingen – und dafür, dass das gewaltige Corpus schließlich selbst nur bruchstückhaft auf uns gekommen ist: Mit den Büchern 1-10 und 21-45 (bis 167 v. Chr. reichend) besitzen wir gerade ein knappes Viertel davon (für den Rest sind wir auf Inhaltsangaben und Fragmente angewiesen). Im Original verloren sind damit leider auch die Bücher über Livius’ eigene Zeit, die für ein Urteil über den Autor natürlich von besonderem Interesse wären. Doch auch das Erhaltene genügt, um festzustellen, dass sich eine Bewertung des Werkes nicht auf die kritischen Ansprüche der modernen wissenschaftlichen Historiographie beschränken darf. Denn mindestens ebenso wichtig ist der zweite Aspekt, der schriftstellerische; die untrennbare Einheit, die historischer Stoff und absichtsvolle literarische Gestaltung hier eingehen, ferner die moralisierenden und didaktischen Tendenzen, die sich dahinter verbergen: all dies kann im einzelnen nur intensive Textbetrachtung aufweisen.
Wir wollen hierzu ausgewählte Partien aus den ersten Büchern der dritten Dekade (B. 21-30) bearbeiten, die die Ereignisse des zweiten Punischen Krieges (218-201 v. Chr.) schildert, in dessen Verlauf Hannibal Rom mehr als einmal in bedrohliche Krisen stürzt.
Voraussetzungen für den Erwerb eines Seminarscheins sind – neben regelmäßiger intensiver Mitarbeit – die erfolgreiche Teilnahme an der Abschlussklausur (es empfiehlt sich also möglichst umfangreiche Lektüre in der dritten Dekade) und die Übernahme eines Referats, das dann auch als schriftliche Seminararbeit einzureichen ist. Damit in den folgenden ‘Semesterferien’ genug Zeit für andere wichtige Dinge bleibt, sind die Arbeiten bis spätestens zum Ende der Vorlesungszeit abzugeben. Gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich, alles Weitere (Referatthemen, Hilfsmittel etc.) klären wir in der ersten Sitzung.
Text:
Titi Livi Ab urbe condita libri XXI-XXV, rec. C.F. Walters & R.S. Conway, Oxford 1929 u.ö.
[= OCT Tom. III]
Erste Orientierung über Autor und Werk bietet M. von Albrecht,
Geschichte
der römischen Literatur, Bern/München 1992, S.659-686 (ferner
S.290-298). Kommentare: Weissenborn & Müller, Berlin 31865
u.ö.; T. Livi Ab urbe condita XXII, ed. G. Vallet, Paris 1966; T.
Livi Ab urbe condita liber XXI, ed. P.G. Walsh, London 1973.
[35229] Lateinisches Proseminar (Poesie): Janka
Martial
2st., Do 17-19, H 5 Beginn: 26.4.2001
Martialem repeto, salsas qui tot dedit horas: Mit diesem Vers verbeugt sich der Neulateiner Josephus Eberle vor dem gebürtigen Spanier Martial (um 40-104 n. Chr.), der im Rom der Kaiser Domitian (81-96), Nerva (96-98) und Trajan (ab 98) zum "Klassiker des Epigramms" avancierte. Auch wir hoffen im Seminar auf eine Reihe von Stunden, die vom zeitlos frischen Witz und oft beißenden Spott des Marcus Valerius Martialis ihre satirische Würze erhalten: Die von ihm perfektionierte "kleine Form" des Epigramms offenbart bei genauerem Hinsehen eine gewaltige literarische Potenz: Schon der Typenspott gegen Schurken, Scharlatane und "Perverse" aller Berufe, Stände und Geschlechter bietet grelle Skizzen der Lebenswirklichkeit in Martials Rom. Seitenblicke, Situationen und Pointen fügen sich allmählich zu einem regelrechten "Sittenspiegel" des öffentlichen und privaten Lebens namentlich zur Zeit des flavischen Despoten Domitian: Politik, Justiz, (Ehe)Kriege, Architektur, bei Spielen, Gelagen und in Thermen ausgelebte Vergnügungssucht sind nur einige der vielen Facetten, die Martial aufs Korn nimmt. Und was seine Welt im Innersten zusammenhält, ist, so merkt man bald, die Poesie.
Es bieten sich mithin viele interpretative Zugänge zu Martials Œuvre an: Im Seminar wollen wir uns sein Corpus (12 Bücher Epigrammata; liber spectaculorum; die Aufschriftensammlungen Xenia und Apophoreta) in intensiver gemeinsamer Lektüre und Interpretation erschließen.
Konzeption und Struktur der einzelnen Bücher werden durch Überblicksreferate vorgestellt. Die Feinanalyse ausgewählter Epigramme macht uns mit der poetischen Technik Martials vertraut. Dabei stehen Sprache, Metrik, Gedichtbau, Witz, Ästhetik, Zeit-, Literaturkritik und -parodie im Mittelpunkt. Auch der Martial-Rezeption (etwa bei Lessing, Schiller und Goethe) werden wir unsere Aufmerksamkeit widmen.
Das Seminar ist als Einführung in die lateinische Dichtersprache geeignet und über die Fachgrenzen hinaus geöffnet, etwa für Interessierte des Moduls Gender Studies.
Voraussetzungen für den Erwerb eines Seminarscheins sind die Übernahme eines Referates, die Anfertigung einer kurzen schriftlichen Seminararbeit sowie die erfolgreiche Teilnahme an der Abschlußklausur.
Textgrundlage:
M. Val. Martialis, Epigrammata, ed. D. R. Shackleton Bailey, Stuttgart (Teubner) 1990.
(Bitte kaufen oder kopieren!)
Zur Einführung:
N. Holzberg: Martial, Heidelberg 1988.
[35015] Sprachwissenschaftliches Proseminar: Schaffner
Varro, De lingua Latina
2st., Mi 12-14, R 009 Beginn: 25.4.2001
Wissen zu wollen, was die Wörter "eigentlich" bedeuten, und warum die Dinge so heißen, wie sie heißen, ist eine weit verbreitete Erscheinungsform des elementaren menschlichen Wissenstriebes, der in der griechischen Welt die Sophistik und die Stoa zur Beschäftigung mit dieser Fragestellung angeregt hat. In Rom hat sich dieser Frage vor allem der Universalgelehrte und Polyhistor Marcus Terentius Varro (116-27 v.Chr.) in seinem Mitte der 40er Jahre entstandenen, ursprünglich 25 Bücher umfassenden großen grammatischen Werk "De lingua Latina", von dem die Bücher V-VII (Etymologie) und VIII-X (Morphologie) erhalten sind, gewidmet. Varro erhoffte sich unter anderem Einsichten in das Wirken des rex latinus, des Schöpfers der lateinischen Sprache.
Jüngere Forschungen haben gezeigt, daß das etymologische Verfahren in Varros "De lingua Latina", das man bisher als willkürlich ansah, ganz bestimmten sinnvollen Prinzipien unterworfen ist, und daß Varro sprachwissenschaftliche Erkenntnisse (z.B. auf dem Gebiet der Morphologie), die erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wiedergewonnen wurden, vorweggenommen hat.
Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung steht die gemeinsame Lektüre und Interpretation ausgewählter Abschnitte aus "De lingua Latina". Durch instruktive Beispiele sollen dabei die Prinzipien der varronischen Etymologie illustriert werden. Andere Themenbereiche (z.B. Leben und Gesamtwerk Varros; Antike Sprachtheorien und Grammatikbeschreibung) sollen möglichst durch Referate abgedeckt werden.
Interessenten mögen sich in die Anfang März 2001 aushängende Teilnehmerliste (Raum PT 3.3.83) eintragen. Texte und andere Unterrichtsmaterialien werden in Form von Kopien zur Verfügung gestellt. Als Leistungsnachweis für den Proseminarschein wird die Übernahme eines Referats mit Seminararbeit und eine erfolgreich bestandene Klausur am Ende des Semesters erwartet.
Zur Einführung:
Wilhelm Pfaffel, Quartus gradus etymologiae. Untersuchungen zur Etymologie Varros in "De lingua Latina", Beiträge zur klassischen Philologie 131, Königsstein/Taunus 1981
Wilhelm Pfaffel, Prinzipien der varronischen Etymologie, in: Lautgeschichte und Etymologie. Akten der VI. Fachtagung der Indogermanischen Gesellschaft, Wien, 24.-29. September 1978, hrsg. von Manfred Mayrhofer, Martin Peters, Oskar E. Pfeiffer, Wiesbaden 1980, S. 353-366
Daniel Jennings Taylor, A study of the linguistic theory of Marcus Terentius Varro, Ann Arbor (Mich.) 1974
Varro, Marcus Terentius, De Lingua Latina X. A new critical text and
English translation with prolegomena and commentary, ed. by Daniel Jennings
Taylor, Amsterdam/Philadelphia 1996
Lektüre
[35230] Lateinische Lektüre (Poesie): Wacht
Vergil, Aeneis
2st., Do 8-10, H 12 Beginn: 26.4.2001
Der Kurs soll Anfängern und Fortgeschrittenen die Möglichkeit bieten, ihre Fähigkeit zum Übersetzen poetischer Texte zu trainieren. Anfallende Fragen der Interpretation werden dabei natürlich, soweit in diesem Rahmen möglich, besprochen.
Text:
P. Vergili Maronis opera rec. R.A.B. Mynors, Oxford 1972.
[35231] Lateinische Lektüre (Prosa): Wolbergs
Sueton
2st., Mi 16-18, PT 1.0.3 Beginn: 25.4.2001
Lektüre ausgewählter Biographien Suetons.
Text: Suetoni Tranquilli De vita Caesarum ed. M. Ihm (BT)
[35232] Lateinische Lektüre (Spätantike): Roth
Augustinus, De civitate Dei
1st., Fr 13-15 (14-tägig), PT 3.3.68 Beginn: 27.04.2001
Der Kurs findet in 8 dreistündigen Einheiten statt. Die genauen Termine werden in der ersten Sitzung am Freitag, den 27.4., von 15.00 bis 17.15 festgelegt. Um besser organisieren zu können, bitte ich möglichst bis 23.4.01 um Anmeldung per e-mail (peter.roth@kthf.uni-augsburg.de).
Ziel des Kurses ist eine Einführung in Sprache, Stil und Argumentationsweise Augustins. Der inhaltliche Schwerpunkt wird auf seiner Kritik der altrömischen Religion und der heidnischen Philosophie liegen, wie sie in der ersten Werkhälfte (Bücher I -X) erfolgt. Außerdem sollten sich die Teilnehmer anhand der deutschen Übersetzung und der Lektüre einer Biographie einen Überblick über das umfangreiche Werk und das Leben und die Gedankenwelt des Kirchenvaters verschaffen. Für die erste Sitzung benötigen wir den Text von Buch I, das zuvor wenigstens auf deutsch gelesen sein sollte.
Textgrundlage:
Sancti Aurelii Augustini Episcopi De civitate Dei libri XXII. Recognoverunt B. Dombarth et A. Kalb, Vol.I (Bibliotheca Teubneriana), DM 95.00
Es ist auch möglich, für die Sitzungen den lateinischen Text zu benützen, der im Internet kostenlos unter <http://patriot.net/~lillard/cp/august.html> (auch über KIRKE zu finden) zur Verfügung steht.
Übersetzung:
Aurelius Augustinus, Vom Gottesstaat (dtv 30123), 4. Aufl., 1997, DM 58.00
Einführende Literatur:
M. v. Albrecht, Geschichte der römischen Literatur, Bd.2
H. v. Campenhausen, Lateinische Kirchenväter (Urban-Tb.), 7.Aufl. 1995, DM 28.00 (Kurze Darstellung)
Peter Brown, Augustinus von Hippo (dtv 30759), 2000, DM 45.00
Kurt Flasch, Augustinus (dtv 30692), 2000, DM 32.00 (problemorientiert)
Sprach- und Stilübungen
[35240] Klausurenkurs für Examenskandidaten Blusch
2st., Di 14-16, W 116 Beginn: 24.4.2001
Diese Übung ist ausschließlich für Examenskandidaten gedacht und soll die eigene häusliche Vorbereitung auf die beiden Übersetzungsklausuren begleitend unterstützen. Jeweils im Wechsel werden dt.-lat. und lat.-dt. Klausuren auf Examensniveau geschrieben und besprochen.
Als reguläre Teilnehmer mit Korrekturanspruch zugelassen sind Studierende,
die mindestens einen Sprachübungsschein der Oberstufe erworben und
sich bereits für das Examen angemeldet haben oder sich im SS 2001
anmelden werden.
[35241] Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Oberstufe) Wacht
2st., Mo 8.30-10, H 21 Beginn: 23.4.2001
Diese Übung dient gezielt der Vorbereitung auf das dt.-lat. Staatsexamen. Als Hausaufgaben, Klausuren und in gemeinsamer Arbeit in den Sitzungen selbst werden Paraphrasen von Originaltexten aus dem Bereich Rhetorik, Staatswesen, Recht, Wissenschaft ins Lateinische zu übersetzen sein. Grammatische Phänomene (vor allem Syntax) und schwierigere Konstruktionen werden wiederholt bzw. besprochen und eingeübt. Die Konzentration auf eine bestimmte Thematik soll zur Erarbeitung einer themenbezogenen Phraseologie anleiten. (Ein weiterer Oberkurs wird im nächsten Semester die Themenbereiche Kriegswesen, Geschichtsschreibung, Philosophie abdecken.)
Teilnahmevoraussetzung:
Erfolgreicher Besuch der dt.-lat. Sprachübungen Unterstufe (alter
Typ), künftig Mittelstufe.
[35242] Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Mittelstufe) Csajkas
2st., Mo 8.30-10, PT 2.0.5 Beginn:
23.4.2001
Diese Übung baut auf den deutsch-lateinischen Unterkursen auf.
Im Plenum werden mittelschwere zusammenhängende Texte ins Lateinische
übersetzt. Neben den Problemen der Syntax, die zu besprechen sein
werden, sollen – auch anhand exemplarischer Einzelsätze – zum einen
die Kenntnisse der lateinischen Phraseologie und Synonymik gefestigt, zum
andern Grundfragen der lateinischen Stilistik behandelt werden; den Schwerpunkt
hierbei wird der im Deutschen und Lateinischen unterschiedliche Gebrauch
der Wortarten und der syntaktischen Strukturen bilden.
[35243] Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Unterstufe) Blusch
2st., Di 12-14, W 116 Beginn: 24.4.2001
Der Übung zugrunde gelegt wird ein Textheft mit (dt. Einzel-)Sätzen, die im wesentlichen die lateinische Syntax abdecken. Aufbauend auf dem Unterkurs des letzten Semesters, würde ich gerne bestimmte Voraussetzungen erwarten können, nämlich eine möglichst solide Kenntnis der Laut-, Wortbildungs- und Formenlehre sowie gute Vokabelkenntnisse. Diese Dinge werden im Semester selber zwar noch einmal nach einem bestimmten Zeittakt in Auftrag gegeben, doch empfiehlt es sich dringend, mit der Auffrischung der angesprochenen Kenntnisse - allemal in Anbetracht der Kürze des Sommersemesters - gleich in den Semesterferien zu beginnen. Das Textheft kann ab sofort bei mir bezogen werden.
Die Grammtik betreffend: Zur Anschaffung empfohlen H. Rubenbauer – J.B.
Hofmann, Lateinische Grammatik, neubearbeitet von R. Heine, Bamberg/München
121995.
[35244] Übersetzungskurs Latein-Deutsch (Oberstufe) Wolbergs
2st., Mo 10-12, PT 1.0.7 Beginn: 23.4.2001
Die Übung ist zur Vorbereitung auf die Examensklausur und die mündliche
Examensprüfung gedacht. Texte verschiedener Gattungen und Epochen
werden teils nach häuslicher Vorbereitung, teils als mündliche
ad-hoc-Übersetzungen oder auch in Form von Übungsklausuren bearbeitet.
Anfallende Fragen grammatischer oder, soweit in diesem Rahmen möglich,
auch inhaltlicher Art werden besprochen.
[35245] Übersetzungskurs Latein-Deutsch (Mittelstufe) Wacht
2st., Mo 10-12, H 21 Beginn: 23.4.2001
Diese Übung stellt in erster Linie eine zusätzliche Möglichkeit der Vorbereitung auf die lateinisch-deutsche Übersetzungsscheinklausur (Zwischenprüfung) dar; die eigenverantwortliche Vorbereitung auf diese Prüfung (nämlich möglichst intensive Lektüre im angegebenen Textcorpus) kann der Kurs aber keinesfalls ersetzen.
Doch werden wir anhand von Texten, die aus dem relevanten Corpus stammen, Übersetzungstechniken üben und unsere Kenntnisse auf jenen Gebieten festigen, die im Fragenteil der o.g. Klausur im Mittelpunkt stehen: Metrik, sprachliche und stilistische Merkmale, Editionstechnik und Textkritik.
Neben der mündlichen Diskussion, in der wir regelmäßig
Übersetzungsmöglichkeiten erarbeiten und dabei auftretende Fragen
klären wollen, soll es auch Gelegenheit zu Übungsklausuren geben,
in denen die Teilnehmer sich testen können.
[35246] Übersetzungskurs Latein-Deutsch (Unterstufe) Wacht
2st., Mi 8-10, H 12 Beginn: 25.4.2001
Die Übung richtet sich speziell an Studienanfänger und sollte möglichst im ersten Semester besucht werden. Besprochen werden die wichtigsten Erscheinungen der lateinischen Syntax anhand lateinischer Einzelsätze. Ein entsprechendes Textheft ist ab sofort bei mir erhältlich. Formen- und Kasuslehre sollen dazu parallel nach vorgegebenem Plan in häuslicher Arbeit wiederholt werden. Letzteres wird in Kurzklausuren regelmäßig überprüft.
Aufgrund nicht vom Institut zu verantwortender Stellenstreichungen kann diese Veranstaltung nicht mehr in der bisher üblichen Weise als 6st. Grammatik- und Übersetzungskurs durchgeführt werden. Der gemäß Studienordnung für die Zulassung zur Zwischenprüfung notwendige Schein wird stattdessen für den Besuch der Unterkurse Lat.-Dt., Dt.-Lat. (je 2st.) und den Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einem Lektürekurs (2st.) ausgestellt.
Zur Anschaffung unbedingt empfohlen: H. Rubenbauer – J.B. Hofmann, Lateinische
Grammatik, neubearbeitet von R. Heine, Bamberg/München 121995.
Fachdidaktische Veranstaltung
[35247] Lehrbücher und Textausgaben als zentrale Medien im Lateinunterricht
Utz
2st., Mo 16 s.t.-19 (14-tägig, bitte Aushang beachten!),
R 005 Beginn: 30.4.2001
Obwohl der Lateinunterricht wieder einmal verstärkt in der Diskussion steht, ist in den letzten fünf Jahren eine Fülle neuer Lehrwerke und Textausgaben (auch neue Reihen) entstanden. Inwiefern können diese helfen, die Anliegen des Faches besser zu vermitteln?
In der Veranstaltung sollen nach der üblichen Einführung v.a. neuere Beispiele für Lehrbücher und Lektüretexte untersucht werden. Bei den in Bayern genehmigten Werken handelt es sich insbesondere um "Cursus Continuus", "Felix" und "Interesse" sowie um Ausgaben der Lektürereihen "Transit" und "Antike und Gegenwart".
Ein detaillierter Arbeitsplan wird in der ersten Sitzung vorgelegt.
Sprachkurse zur Vorbereitung auf das Latinum
[35250] Latein II (Parallelkurs A) Blusch
6st., Blocksitzungen vor Vorlesungsbeginn Beginn: siehe Aushang
[35251] Latein II (Parallelkurs B) Wolbergs
6st., Blocksitzungen vor Vorlesungsbeginn Beginn: siehe Aushang
Sprachkurs für Italienisch
[35255] Italienisch IV Fajen
2st., nach Vereinbarung Beginn: siehe Aushang