|
SOMMERSEMESTER 1999 KOMMENTIERTES VORLESUNGSVERZEICHNIS Griechische Philologie Vorlesungen [35200] Griechische Vorlesung: Rechenauer
2st., Di 10-12, W 115 Beginn: 4.5.1999 In dieser Vorlesung soll ein breitgefaßter Überblick geboten werden über die Entfaltung der tragischen Dichtung bei den Griechen von den Anfängen bis auf Euripides. Ausgangspunkt wird die Frage nach der Entstehung der Tragödie sein, die hier einerseits im Kontext der antiken Zeugnisse, andererseits der anthropologischen und rituellen Komponenten wie der Vorgeschichte des griechischen Theaters beleuchtet werden soll. Wesentlich für das adäquate Verständnis der griechischen Tragödie ist weiters die Einsicht, daß diese nicht primär als ein literarisches Erzeugnis anzusehen ist, sondern nur innerhalb der spezifischen Aufführungsbedingungen ihre angemessene Interpretation finden kann. Dementsprechend ist hier besonders von den Aspekten der dramatischen Inszenierung, dem tragischen Agon, der Rezeptionssituation u. ä. zu reden. Schließlich soll die Produktion der bedeutendsten Tragiker anhand eines Überblicks über die wichtigsten der erhaltenen Stücke beleuchtet werden, um somit den Entwicklungsgang dieser Gattung nachvollziehbar zu machen. Dabei wird besonderes Gewicht auf die jeweilige Entfaltung des Tragischen zu legen sein. Literaturhinweise: J. Latacz, Die griechische Tragödie, Göttingen 1993. A. Lesky, Die tragische Dichtung der Helenen, Göttingen 1956, 31972. H. Patzer, Die Anfänge der griechischen Tragödie, Wiesbaden 1962. A. Pickard-Cambridge, The Dramatic Festivals of Athens, Oxford 1946, 31988. Ders., Dithyramb, Tragedy, Comedy, Oxford 21962. B. Zimmermann, Die griechische Tragödie, München-Zürich 1986. [35000] Sprachwissenschaftliche Vorlesung: Klingenschmitt Sprachwissenschaftliche Interpretation attischer Prosatexte 1st., Fr 11-12, PT 1.0.7 Beginn: 7.5.1999 Die Vorlesung bietet zunächst einen Überblick über die charakteristischen Merkmale des Attischen im Vergleich zu dem innerhalb des Griechischen nächstverwandten Ionischen und zum Urgriechischen (der gemeinsamen Vorstufe der griechischen Dialekte). In der Folge wird eine sprachwissenschaftliche Interpretation ausgewählter Textzeugnisse (Inschriften und Literaturdenkmäler) vorgenommen. Seminare und Übungen [35240] Griechisches Hauptseminar: Rechenauer Die Frauenkomödien des Aristophanes (Lysistrate, Thesmophoriazusen, Ekklesiazusen) 2st., Do 14-16, PT 3.3.66 Beginn: 4.5.1999 Unter den elf vollständig erhaltenen Komödien des Aristophanes befinden sich drei, in denen Frauen eine zentrale Rolle spielen: die 411 aufgeführte „Lysistrate", die im selben Jahr inszenierten „Frauen am Thesmophorienfest" sowie die "Frauen in der Volksversammlung" von 392. In dem Seminar soll das Bild, das Aristophanes in diesen drei Komödien von den griechischen Frauen sowie von dem Verhältnis zwischen den Geschlechtern zeichnet, in seinen verschiedenen Perspektiven analysiert werden. Daneben wird die Beschäftigung mit Grundfragen der griechischen Komödie stehen, die für ein tieferes Verständnis des Aristophanes unerläßlich sind (produktions- und rezeptionsästhetische Bedingungen; Aufführungspraxis; die Wirkungsqualitäten der Komödie). Mein Wunsch an die interessierten Teilnehmer wäre, daß sie sich bis zur ersten Sitzung mit Inhalt und Aufbau der genannten Stücke schon etwas vertraut gemacht haben, z. B. durch Lektüre in einer deutschen Übersetzung oder einschlägiger Artikel zur Einführung (etwa in Kindlers Literaturlexikon). Die Teiulnehmer sollten im Besitz einer krtitschen Textausgabe sein, etwa: Arisotphanis comoediae, recognoverunt brevique adnotatione critica instruxerunt F. W. Hall & W. M. Geldart, Tom. I-II, Oxonii 21906-1907 (seither immer wieder nachgedruckt). Die drei zu behandelnden Stücke im 2. Bd. dieser Ausgabe. Zur Einführung empfohlen: H.-J. Newiger, Die griechische Komödie, in: E. Vogt (Hrsg.), Griechische Literatur, Wiesbaden 1981 (Neues Handbuch der Literaturwissenschaft Bd. 2), S. 187-230. Th. Gelzer, Aristophanes der Komiker, RE Suppl. XII Stuttgart 1970, Sp. 1392-1569. S. B. Pomeroy, Frauenleben im klassischen Altertum, Stuttgart 1985 (aus dem Englischen ), S. 139-180: "Das Bild der Frau in der Literatur des klassischen Athen". Griechisches Hauptseminar: Blößner Platon, Symposion Blocksitzungen: Anfang - Mitte August, PT 1.0.3 Im Mittelpunkt dieses berühmten Dialogs, der eins der eindrucksvollsten Bilder von Sokrates zeichnet und zu den Meisterstücken nicht nur der griechischen Literatur zählt, steht die Frage nach Wesen und Wirkung des Eros, in dem Aspekte wie ‘Liebe’, ‘Begehren’ und ‘Bedürftigkeit’ zusammenfließen. Platon gestaltet die Nacherzählung einer Erzählung von sechs Reden auf Eros (und einer siebten auf Sokrates), die im Jahre 416 anläßlich eines von Agathon gegebenen Gastmahls vom Gastgeber und seinen Gästen gehalten worden seien. In diesen (recht unterschiedlichen) Reden weitet sich die Frage, was Eros ‘leistet’ und wie der Mensch mit dieser ihn bestimmenden Macht umgehen soll, bis hin zur Frage nach dem ‘Glück’. Vermittelt werden sollen, außer gründlicher Kenntnis des Dialogs, auch Methoden zum Verständnis platonischer (und philosophischer) Texte und ein Eindruck von Platons schriftstellerischer Technik. Zentrale Partien werden gemeinsam gelesen; vorausgesetzt ist, daß alle Teilnehmer den (nicht überaus langen) Text sprachlich bewältigen können (nutzen Sie die ‘Ferien’ vor Semesterbeginn zu einer gründlichen Lektüre - am besten im Team -, wie sie mit Blick auf die zu Studienabschluß von Ihnen erwartete Sprachkompetenz ohnehin die Regel sein sollte!). Auch Gäste, die primär am philosophischen Gehalt und literarischen Aufbau des Textes interessiert sind, sind willkommen; für diesen Text lohnt es sich auch, lange verschüttete Griechischkenntnisse zu reaktivieren! Potentielle Teilnehmer und Gäste mögen sich bitte zu Beginn des Sommersemesters brieflich oder per Mail (siehe Homepage der Klassischen Philologie) anmelden, damit ich planen kann. Dabei können auch Terminwünsche geäußert werden. Text: Platonis Opera, rec I. Burnet, 2Oxford 1910 (OCT) und ND. Kommentar zur zentralen Partie: K. Sier, Die Rede der Diotima. Untersuchungen zum platonischen Symposion, Stuttgart/Leipzig 1997. Einführung: Sier (s.o.) IX-XVI. Inhaltsangabe: z. B. W. Bröcker, Platos Gespräche, 2Frankfurt a. M. 1967, 145-167. [35220] Griechisches Proseminar: Janka Rhetorik und Literatur bei den Griechen (Zur
Einführung in die antike Rhetorik) (bes. für Lateinstudenten,
offen auch für Teilnehmer ohne Griechischkenntnisse) 2st., Di 16-18,
Die Rhetorik ist eines der ewigen Kinder, welche die griechische Antike der europäischen Kultur geschenkt hat. Gerade in ihren Anfängen ist die Kunst der stilistisch und argumentativ durchgeformten Rede aufs engste mit der „schönen" Literatur verbunden. Daher ist es Ziel des Seminars, das Aufblühen der Rhetorik und ihr Herauswachsen aus den (beachtlichen) homerischen Kinderschuhen (Reden in Ilias und Odyssee) nachzuvollziehen und ihren Aufstieg zur schulmäßig betriebenen, „staatstragenden" Disziplin im Zuge der Sophistik (v. a. Gorgias) begreifen zu lernen. Seitenblicke auf Reden in der griechischen Tragödie und Überblicke über Leistung und Fortwirken der klassischen attischen Redner (v. a. Lysias, Isokrates und Demosthenes) runden das Programm des Kurses ab. Im Mittelpunkt der einzelnen Sitzungen steht die Interpretation und Diskussion typischer Texte, die das produktive Spannungsverhältnis von Rede (in Theorie und Praxis) und Literatur erhellen können. Texte werden in Kopie zur Verfügung gestellt. [35212] Rechenauer Griechische und lateinische Verslehre mit praktischen Leseübungen, 2st., Do 9-11, ZH 8 Beginn: 6.5.1999 Die Veranstaltung soll die notwendige Kenntnis der Grundbegriffe griechischer und lateinischer Metrik vermitteln sowie zum richtigen Lesen der wichtigsten antiken Versmaße anleiten. Dazu sollen nach einer allgemeinen Einführung in die Grundlagen der antiken Metrik die einzelnen metrischen Systeme analysiert und durch praktische Leseübungen die Sicherheit in der Prosodie entsprechender Texte gesteigert werden. Wir werden uns v. a. befassen mit Hexameter, elegischem Distichon, den Sprechversen des Dramas sowie den lyrischen Versmaßen. Die Veranstaltung setzt keine speziellen Vorkenntnisse voraus und eignet sich daher gerade auch für Studienanfänger. Empfohlene Literatur: B. Snell, Griechische Metrik, Göttingen 41982 (Studienhefte zur Altertumswissenschaft 1). D. Korzeniewski, Griechische Metrik, Darmstadt 1968. J. W. Halporn, M. Ostwald, Lateinische Metrik, Göttingen 31983 (Studienhefte zur Altertumswissenschaft 8). [35210] Einführung in Homer Wolbergs 2st., Di 18-20, ZH 7 Beginn: 4.5.1999 Einführung in die epische Sprache; Lektüre ausgewählter Partien der Odyssee. Text: Homeri opera ed Allen T. III (OCT). Lektüre [35211] Griechische Lektüre: Rechenauer Epikur, Die Briefe (auch für Lateinstudierende) 2st., Mi 11-13, PT 3.3.66 Beginn: 5..5.1999 Epikur bietet in den drei großen erhaltenen Briefen ein Konzentrat der Hauptgebiete seines philosophischen Systems (Physik, Gnoseologie, Ethik), das sowohl als Einführung in seine Lehre wie zur beständigen Rekapitulation gedacht war. In der Lektüre und Interpretation dieser Briefe soll mit den Grundlagen, Besonderheiten und Problemen der epikureischen Philosophie vertraut gemacht und zugleich die Anwendung der methodischen Verfahrensweisen unseres Faches vermittelt werden. Empfohlene Textausgabe: Epicuri epistulae tres et ratae sententiae a Laertio Diogene servatae, ed. P. von der Muehll, Stuttgart 1975 u. ö. Sprach- und Stilübungen [35230] Janka Übersetzungskurs Deutsch-Griechisch 2st., Mi 18-20, R 006 Beginn: 5.5.1999 Der Kurs ist für Kandidaten des Grund- und Hauptstudiums (ab 2. Studiensemester aufwärts ohne obere Schranke) gedacht, die sich die Grundlagen eines „Dialoges" zwischen deutscher und altgriechischer Sprache erarbeiten wollen. Das Unterrichtskonzept kreist im wesentlichen um drei Schwerpunkte: 1) Das Repetitorium der Morphologie und Syntax dient der konzentrierten Vertiefung besonders problemträchtiger Grammatikkapitel. Diese sollen in Formenübungen, im Phrasentraining und anhand von Textbeispielen verinnerlicht werden. 2) Regelmäßige Kurzklausuren mit stofflichen Schwerpunkten und zwei Langklausuren unter Prüfungsbedingungen gewährleisten ausgedehnte Übungsmöglichkeiten sowie kontinuierliche Rückmeldung über den Leistungsstand. 3) Häusliche Übersetzungen schwierigerer Texte, die korrigiert und im Plenum besprochen werden, befördern das (kontrollierte) Einschleifen der Technik der Rückübersetzung. -Ein „Kreativblock" ist für griechische Kurzreferate (5 Min.), Altgriechischsprechen und die „Hellenisierung" deutscher Originaltexte reserviert. -Dringende Empfehlung für die Semesterferien: Arbeiten Sie die Formenlehre (und möglichst auch die Grundlagen der Syntax) in der neuen HELLAS-Grammatik gründlich durch. Fajen
In Ergänzung zu einem vierstündigen Grammatik- und Übersetzungskurs des Wintersemesters 99/00 werden in diesem Kurs mehrere Poesie- und Prosaautoren gelesen. Im Hinblick auf die Examensklausur Griechisch-Deutsch sind auch höhere Semester willkommen. Sprachübungen zur Vorbereitung auf das Graecum [35250] Blusch, J. Griechisch II für Philologen 6st., Mo-Fr 12.s.t.-13, ZH 7 Beginn: 3.5.1999 Texte (bitte rechtzeitig beschaffen): Xenophon, Auswahl aus dem Gesamtwerk; Platon, Apologie und Kriton mit Auszügen aus Phaidon; beide Aschendorffs Klassikerausgaben (jeweils Text- + Kommentarbändchen). [35251] Wacht Griechisch II für Philologen und Theologen PT 2.0.8 Beginn:1.3.1999 Als 4wöchiger Intensivkurs 10x6 + 10x3 = 90 Stunden vor Vorlesungsbeginn; Näheres wird noch bekanntgeben. Sprachübungen für Neugriechisch [35256] Jahnke Neugriechisch für Anfänger 2st., Mi 16-18, Phys. 5.1.01 Beginn: 5.5.1999 [35256] Neugriechisch für Fortgeschrittene Jahnke 2st., Mi 18-20, Phys. 5.1.01 Beginn: 5.5.1999 Lateinische Philologie Lateinische Philologie Vorlesungen [35201] Beck Lateinische Vorlesung (Dichtung): Catull 2st., Mi 8.30-10, H 21 Beginn: 5.5.1999 Die nur durch eine einzige Handschrift aus Verona überlieferten Gedichte des um 84-54 (?) lebenden, zum Kreis der sog. Neoteriker gehörenden Dichters Catull brauchen wohl keine Empfehlung - man denke nur an die wunderbaren Lesbia-Gedichte mit ihrem Spatzen und den unzähligen Küssen oder die berühmte Sappho-Bearbeitung carm.51 und den scharfen Spott über Caesar und dessen Günstling Mamurra. Neben derartigen, metrisch wie inhaltlich vielfältigen, kleineren Formen lyrischer, elegischer und teilweise ziemlich deftig formulierter Gelegenheitsdichtung (die sog. carmina minora 1-60, 69-116), für die Catull in Rom unser erstes Zeugnis darstellt, enthält die Sammlung aber auch größere, in der Tradition der hellenistischen Dichter stehende, z.T. (metrisch) sehr schwere Gedichte wie die Attis-Klage in den einzigartigen Galliamben (carm.63) oder das Epyllion über die Hochzeit von Peleus und Thetis (carm.64). In der Vorlesung wird anhand der Besprechung ausgewählter Gedichte ein Überblick über das Werk und die Ziele Catulls und seiner 'neoterischen Kollegen' zu erarbeiten sein. In der Forschung diskutierte Probleme wie z.B. die Frage nach Gedichtzyklen, der Authentizität der dreiteiligen Anordnung der Sammlung oder Lesbias Identität werden ebenfalls berücksichtigt ebenso wie die neuesten Interpretationsansätze der Amerikaner. Der Besitz einer vollständigen lateinischen Catull-Ausgabe wird vorausgesetzt, so z.B. von R.A.B. Mynors, Oxford (OCT) 1958, H. Bardon, Stuttgart (Teubner) 1978, W. Eisenhut, Leipzig (Teubner) 1983. [35001] Klingenschmitt Sprachwissenschaftliche Vorlesung: Geschichte der lateinischen Sprache: Die früh- und altlateinische Zeit 1st., Fr 10-11, PT 1.0.7 Beginn: 7.5.1999 Die Lehrveranstaltung behandelt die Geschichte des Lateinischen in der archaischen oder frühlateinischen (etwa 7. bis Mitte des 3. Jhs. v. Chr.) und altlateinischen Zeit (etwa Mitte des 3. bis Ende des 2. Jhs. v. Chr.): 1. innere Sprachgeschichte: der Zustand und die Entwicklung der Sprache im lautlichen, morphologischen und syntaktischen Bereich. 2. äußere Sprachgeschichte: die Denkmäler der archaischen Periode (Inschriften, Gebete); die Zeugnisse des Altlateinischen (Tragödie und Komödie, Epos, Prosa). Seminare und Übungen [35241] Beck Lateinisches Hauptseminar (Prosa): Sallust 2st., Fr 9-11, R 005 Beginn: 7.5.1999 Als Parteigänger Caesars nach dessen Ermordung politisch kaltgestellt, suchte sich Sallust nach seinen eigenen Worten eine andere Aufgabe, um einen sinnvollen Lebensbeitrag für die Allgemeinheit zu leisten und natürlich für sich selbst dauerhaften Ruhm zu erwerben: Die Bewahrung der Erinnerung an vollbrachte Taten. So entstanden Ende der 40er Jahre zunächst zwei kleinere historische Monographien über herausragende Einzelereignisse der jüngeren Zeitgeschichte, die Verschwörung des Catilina (63 v. Chr.) und der Krieg gegen Jugurtha (111-105 v. Chr.). Der Zeit von 78-67 war anschließend ein größeres Werk, Historiae, gewidmet, von dem neben zahlreichen, aber vielfach leider unergiebigen Fragmenten jedoch nur noch die eingelegten Reden und Briefe erhalten sind. Im Seminar besprochen werden sollen ausgewählte Passagen aller Werke Sallusts ausgehend von seinen programmatischen Äußerungen, anhand derer ein Überblick über seine Geschichtsauffassung, seine Motivation und auch seine Darstellungsweise zu erarbeiten ist. Textausgaben: C. Sallusti Crispi Catilina, Jugurtha, Fragmenta ..., ed. A. Kurfess, Leipzig (Teubner) 31957. C. Sallusti Crispi Catilina, Jugurtha, Historiarum fragmenta ..., rec. L. D. Reynolds, Oxford 1991. Zur Einführung: R. Syme, Sallust, Darmstadt 1975 (ursprünglich Berkeley 1964). [35243] Roth Lateinisches Hauptseminar: Claudian, de raptu Proserpinae 2st., Do 16-19, PT 3. 3. 68, Beginn: 6.5.1999 Übersetzung und Interpretation ausgewählter Passagen aus einem mythologischen Epos der Spätantike. Das Seminar findet in acht dreistündigen Sitzungen statt, voraussichtlich am 6.5., 20.5., 10.6., 17.6., 24.6., 1.7., 15.7., 22.7. Damit Texte zur Verfügung gestellt werden können, bitte ich um Anmeldung bis 1.4. bei Frau Hartenstein. Dort gibt es dann auch eine Literaturliste. Als Vorbereitung sollten gelesen sein: der homerische Demeterhymnus, Ovid Fasten IV 393-620, Met. V 341-661. Text: Claudianus, Carmina, ed. J. B. Hall (Bibl. Teubneriana) Leipzig 1985. Kommentar: C. Gruzelier: Claudian, De raptu Proserpinae. Oxford 1993. Zur allgemeinen Einführung: M. Fuhrmann, Rom in der Spätantike. München/Zürich 1994. Speziell: W. Fauth: Concussio Terrae. Das Thema der seismischen Erschütterung und der vulkanischen Eruption in Claudians „De raptu Proserpinae". Antike & Abendland 34, 1988, 63ff. [35015] Schaffner Lateinisches Proseminar: Die Rezeption des Zwölftafelgesetzes bei klassischen Autoren 2st., Do12-14, R 005 Beginn: 6.5.1999 Die in der Mitte des 5. Jhs. v. Chr. entstandenen XII Tafeln stellen die älteste (und zugleich für fast tausend Jahre einzige) Gesamtkodifikation des römischen Rechts dar. Vom Inhalt des Gesetzes sind nur umfangreiche Bruchstücke auf uns gelangt (ca. ein Drittel des Ganzen). Die literarische Überlieferung beschränkt sich auf die Erwähnung oder Kommentierung einzelner Institute oder Regeln durch Juristen, Historiker und Grammatiker. Die meisten vorliegenden Zitate dürften aus einer ersten, seit etwa 200 v. Chr. in den Tripertita des Sextus Aelius Catus vorliegenden literarischen Fassung stammen, die den republikanischen Juristen und Antiquaren noch bekannt war und die wohl auch noch in Ciceros Jugend zum Pensum des Schulunterrichts zählte (discebamus enim pueri XII ut carmen necessarium quas iam nemo discit, Cic. leg. 2,23,59). Die Bedeutung der XII Tafeln für das römische Recht besteht vor allem darin, daß das Recht über Jahrhunderte durch interpretatio der XII Tafeln weiter entwickelt wurde. Ihre andauernde Wertschätzung zeigt sich an mehreren späteren Kommentaren, nicht einmal die iustinianische Kodifikation hat das Recht der XII Tafeln völlig verdrängt. Behandelt werden in dem Seminar zunächst diejenigen Textpartien aus der klassischen Literatur, die Aufschlüsse über die Entstehungsgeschichte der XII Tafeln erlauben. Der Schwerpunkt liegt dann auf der Lektüre und Interpretation ausgewählter Bestimmungen der XII Tafeln, auf die bei klassischen Autoren direkt Bezug genommen oder angespielt wird (z. B. Cic. leg. 2,23f. zu sakralrichtlichen Bestimmungen der XII Tafeln, Gell. 20,1,13 zu den Paragraphen der XII Tafeln über Körperverletzung). Die Auswahl der im Seminar behandelten Texte erfolgt auch mit dem Ziel, ein Textkompendium zu den XII Tafeln zu erstellen, das im Unterricht in der gymnasialen Oberstufe verwendet werden kann. Interessenten mögen sich bitte in die Anfang April 1999 am Schwarzen Brett des Instituts für Klassische Philologie aushängende Teilnehmerliste eintragen. Die im Seminar behandelten Texte werden in Form von Arbeitsblättern zur Verfügung gestellt, die ab Anfang April 1999 im Raum PT 3.3.83 abgeholt werden können. Der Proseminarschein kann wahlweise durch eine Klausur am Ende des Semesters oder durch eine Seminararbeit erworben werden. Zur einführenden Lektüre: 1. A. Berger, Artikel "Tabulae duodecim", RE IV A, Sp. 1900-1949 2. Franz Wieacker, Römische Rechtsgeschichte. Quellenkunde, Rechtsbildung, Jurisprudenz und Rechtsliteratur. Erster Abschnitt: Einleitung, Quellenkunde, Frühzeit und Republik. Handbuch der Altertumswissenschaft X.3.1.1, München 1988, S. 185f. und S. 287-309 [63 FB 4072 W642-1] [35221] Wolbergs Lateinisches Proseminar: Horaz, Epoden 2st., Mo18-20, ZH 8 Beginn: 3.5.1999 Geplant: Lektüre und Interpretation der Mehrzahl jener 17 Gedichte, die Horaz, angeregt durch griechische und ältere römische Vorbilder, etwa gleichzeitig mit den Satiren verfaßt und bald nach 31 n. Chr. unter dem Titel Epodon liber publiziert hat. Text: Horati opera ed. Shackleton Bailey (BT) oder eine andere kritische Ausgabe. Komm: Horatius, Oden und Epoden, erkl. v. A. Kießling / R. Heinze, 141984; Horace, Epodes, ed. by D. Mankin, 1995. Zur vorbereitenden und begleitenden Lektüre empfohlen: Ed. Fraenkel, Horace, 1957 (dt. 1963). Interessenten werden gebeten, sich bis zum 20.04.’99 in die ausgehängte Teilnehmerliste einzutragen. [35222] Gärtner Lateinisches Proseminar: Livius B. 1 2st., Mi 8-10, W112 Beginn: 5.5.1999 Intensive Behandlung ausgewählter zentraler Abschnitte des 1. Buches, das der Königszeit Roms gewidmet ist. Hilfsmittel (Kommentare): Titus Livius, Ab urbe condita erkl. v. W. Weissenborn, neu bearb. v. H. J. Müller, Bd. I 1, Berlin 91908 (Neudruck Berlin 1962); Tite-Live, Ab urbe condita Liber primus (Histoires Livre I), édition, introduction et comm. de J. Heurgon, Paris 1970; R. M. Ogilvie, A Commentary on Livy Books 1-5, Oxford 1965. [35223] Bec k Lateinisches Proseminar (Prosa):Tacitus, Dialogus de oratoribus 2st., Fr 11-13, AV 3 Beginn: 7.5.1999 Nicht nur daß die Römer der Kaiserzeit unter z.T. tyrannischen principes zu leiden hatten wie Tacitus bis 96 n. Chr. unter dem despotischen Domitian. Der Verlust der persönlichen Freiheit hatte zugleich einen Verfall der Redekunst zur Folge, begünstigt überdies durch eine Neuerung im römischen Bildungswesen - ein Verlust, der den Römern der Kaiserzeit selbst schmerzlich bewußt war. Wiederholt fanden sich Stimmen, die nach den causae corruptae eloquentiae fragten, so der Titel einer leider verlorenen Schrift Quintilians. Glücklicherweise erhalten ist jedoch der 'Dialogus' des Tacitus wohl aus dem ersten Jahrzehnt des 2. Jahrhunderts n. Chr., der den Leser durch seine einzigartige Form vor eine sehr reizvolle Aufgabe stellt: Neben einer Diskussion über den Vorrang von Redekunst oder Dichtung und die Vorzüge alter oder neuer Beredsamkeit ist das eigentliche Thema zwar deren allgemeiner Verfall, doch eine Antwort in eigenem Namen hat Tacitus nicht formuliert. Wiedergegeben ist ein - natürlich fiktives - Gespräch der drei damals berühmtesten Redner mit einem Dichter, das der junge Tacitus in vespasianischer Zeit mitangehört haben will. Wie dies auf die eigene Zeit des Tacitus zu beziehen ist, wird im Seminar zu diskutieren sein. Von den Teilnehmern erwartet wird aktive und regelmäßige Mitarbeit bei der gemeinsamen Erschließung des Textes sowie für einen Schein die Übernahme eines Referates und eine mindestens ausreichende Leistung in der Abschlußklausur. Textausgaben und Kommentare: Cornelii Taciti Opera Minora, rec. M. Winterbottom, R. M. Ogilvie, Oxford (OCT) 1975. P. Cornelii Taciti libri qui supersunt. Tom.II, fasc.4: Dialogus de oratoribus, ed. H. Heubner, Stuttgart (Teubner) 1983. Cornelii Taciti Dialogus de Oratoribus. Ed., praefatus est, adparatu critico et exegetico ... in- struxit D. Bo , Turin 1974. R. Güngerich: Kommentar zum Dialogus des Tacitus. Aus dem Nachlaß hrsg. v. H. Heubner, Göttingen 1980. [35216] Blusch, J. Rezeptionsgeschichtliche Übung: Erasmus, laus stultitiae 2st., Mi 13-15, PT 3.3.88 Beginn: 5.5.1999 Achtung Satire! Von der Antike (griech./lat. Laudes-Literatur) bis in die Neuzeit (Jean Paul, Leszek Kolakowski). Historische und literaturgeschichtliche Einordnung dieses (Selbst!) Lobs der Torheit, Sprache und Stil des Erasmus, Interpretationen. - Texte werden in kopierter Form (gegen Entgelt) zur Verfügung gestellt. Um Listeneintrag wird (bis Mitte April) gebeten. Erste Sitzung (Vorbesprechung): 5. Mai im Dienstzimmer (PT 3.3.88) [35213] Janka Übersetzungs- und Interpretationsübungen zur römischen Rhetorik Geschichtsschreibung 2st., Mo 16-18, W 116 Beginn: 3.5.1999 Nicht nur das Ergebnis des schriftlichen Examens vom Herbst 1998 (Stichwort: LD-Klausur Quintilian) zeigt, daß man das Studium lateinischer Prosaliteratur keineswegs zu den curae posteriores zählen darf. Der Übungskurs will als eine Art Arbeitsgemeinschaft anhand von Beispielen das Rüstzeug für dieses Studium erschließen bzw. aktivieren. Die Bandbreite der zu übersetzenden und interpretierenden Autoren reicht von Caesar, Cicero und Sallust bis hin zu Tacitus und Quintilian. Arbeitsteilig erfolgen „Präparation" (Sammeln und Ordnen von „Vorwissen" zu Autoren und Werken) sowie „Nachbereitung" (zur Ergebnissicherung in Form von schriftlichen Übersetzungen und Interpretationsprotokollen). Der „Ernstfall" (je eine Übersetzungs- und eine Interpretationsklausur unter Examensbedingungen) kann simuliert werden. Willkommen sind alle, die Engagement und Freude am Entdecken lateinischer Literatur mitbringen. [35212] Rechenauer Griechische und lateinische Verslehre mit praktischen Leseübungen 2st., Do 9-11, ZH 8 Beginn: 6.5.1999 Die Veranstaltung soll die notwendige Kenntnis der Grundbegriffe griechischer und lateinischer Metrik vermitteln sowie zum richtigen Lesen der wichtigsten antiken Versmaße anleiten. Dazu sollen nach einer allgemeinen Einführung in die Grundlagen der antiken Metrik die einzelnen metrischen Systeme analysiert und durch praktische Leseübungen die Sicherheit in der Prosodie entsprechender Texte gesteigert werden. Wir werden uns v. a. befassen mit Hexameter, elegischem Distichon, den Sprechversen des Dramas sowie den lyrischen Versmaßen. Die Veranstaltung setzt keine speziellen Vorkenntnisse voraus und eignet sich daher gerade auch für Studienanfänger. Empfohlene Literatur: B. Snell, Griechische Metrik, Göttingen 41982 (Studienhefte zur Altertumswissenschaft 1) D. Korzeniewski, Griechische Metrik, Darmstadt 1968 J. W. Halporn, M. Ostwald, Lateinische Metrik, Göttingen 31983 (Studienhefte zur Altertumswissenschaft 8) [35247] Fajen Exkursion (vorbereitende Übung) 2st., Mi 18-20 Lektüre [35214] Beck Lateinische Lektüre (Dichtung): Martial 2st., Mi 11-13, W 116 Beginn: 5.5.1999 Mit 12 Büchern Epigrammata, 2 Aufschriftensammlungen für Saturnaliengeschenke (Xenia und Apophoreta) und einem zur Einweihung des Colosseums 80 n. Chr. verfaßten Liber spectaculorum ist der in der Nachfolge Catulls stehende Spanier Martial (ca. 40-104) für uns der ausführlichste Zeuge für die Gattung `Epigramm', in der er z.T. mit beißendem Spott, provozierend und obszön die Schwächen seiner Zeitgenossen anprangert. Neben der vergnüglichen Lektüre bieten seine thematisch vielfältigen Gedichte aber auch wertvolle Informationen über die Verhältnisse der Zeit Domitians und lassen evtl. sogar Rückschlüsse auf den Charakter des Dichters zu (unterwürfiger Schmeichler oder unterschwelliger Prinzipats-Kritiker?). Die Lektüre ausgewählter Epigramme soll einen Überblick über Martials erhaltenes Werk vermitteln und zugleich dazu anregen, die überlieferte Abfolge seiner Gedichte (Variations-, Zyklen-Prinzipien) genauer zu untersuchen. Textausgaben: M. Val. Martialis, Epigrammata, rec. W. M. Lindsay, Oxford (OCT) 21929. M. Val. Martialis, Epigrammaton libri, rec. W. Heraeus/I. Borovskij, Leipzig (Teubner) 31982. M. Val. Martialis, Epigrammata, ed. D. R. Shackleton Bailey, Stuttgart (Teubner) 1990. Zur Einführung: N. Holzberg: Martial, Heidelberg 1988. Csajkas
Die Tusculanen sind wichtiger Bestandteil von Ciceros universalem Unterfangen, die philosophischen Errungenschaften der Griechen in verständlicher Form und dauerhaft in Rom zu etablieren. Hierüber geben u.a. die Proömien zu den fünf Büchern des Werks Auskunft, die sich aus Ciceros Perspektive mit dem Thema ‘Philosophie’ und Roms Verhältnis zur griechischen Kultur beschäftigen. Die Bücher selbst behandeln Tod, Schmerz, Krankheit, Affekte, korrekte Haltung und Bewährung und ihre Bedeutung für ein glückliches Leben. Auf literarischer Ebene interessiert, wie Cicero auch in dieser Schrift sein Konzept der engen Verflechtung von Philosophie und Rhetorik realisiert. Im Vordergrund wird ein Kompromiß aus sorgfältiger und dennoch möglichst zügiger Lektüre des Textes stehen, daneben aber auch im Bedarfsfall die gemeinsame Diskussion. Darüber hinaus werden Ciceros Darstellungen Gelegenheit bieten, manches aus Herrn Wachts Vorlesung des Wintersemesters (Hellenistische Philosophie) wieder aufzufrischen. Als (auch neben der extensiven Ferienlektüre in den Tusculanen) gut lesbare Einführung in unseren Autor empfehle ich Marion GIEBEL: Cicero. Reinbek b. Hamburg 1977 u.ö. [rororo Bildmonographien]. Text: Tusculanae disputationes. Rec. M. POHLENZ. Stuttgart 1918 [ND 1965 u.ö.] (= Teubner, Ciceronis scripta fasc. 44). Sprach und Stilübungen [35233] Blusch, J. Klausurenkurs für Examenskandidaten 2st., Di 16-18, PT 1.0.7 Beginn: 4.5.1999 [35232]Fajen Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Oberstufe) 2st., Di 14-16, H 3 Beginn: 4.5.1999 [35231] Csajkas Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Unterstufe) 2st., Mo 8-10, PT 1.0.4 Beginn: 3.5.1999 In diesem Kurs sollen zunächst die elementaren Grammatikkapitel wiederholt und eingeübt werden, besonders Morphologie und Grundlagen der Syntax. Daneben sollen jedoch Wortschatztraining und Basisregeln für die Übersetzung ins Lateinische nicht zu kurz kommen, alles anhand von formalen Übungen und ersten kurzen Texten. [35218] Wacht Grammatik- und Übersetzungskurs Latein-Deutsch 6st., Mo 10-12, Di, Fr, 8-10, ZH 8 Beginn: 3.5.1999 Text: M. Tullius Cicero, Orationes II (pro Milone, pro Marcello, pro Ligario etc.) ed. A. C. Clark, Oxford 1918 [ND 1976]. Fachdidaktische Veranstaltungen [35245] Pfaffel Latine loqui im Lateinunterricht 2st., Mi 16-18, PT 2.0.7 Beginn: 5.5.1999 Quisquís Latinum nostros discipulós docet, eí transferre verba haudquaquam sit satis, sed linguae vivae infundat vitam et spiritum! Quod cur et qua ratione fiat, quaeritis? Cupidi venite, audite - et experimini! [35246] Utz Wortschatzerwerb und Wortkundearbeit im Lateinunterricht 2st., Mo 16-18, H 10 Beginn: 3.5.1999 Schwerpunkte sind neben der üblichen allgemeinen Einführung didaktische und lernpsychologische Fragen des „Wörterlernens", Überlegungen zum Aufbau und zur Gestaltung der „Wortschätze" in Lehrbüchern, die Problematik des Gesamtumfangs eines Wortschatzes für Schüler sowie Möglichkeiten sinnvoller „Wortkundearbeit" in der Lektürephase. Sprachübungen zur Vorbereitung auf das Latinum [35252] Fajen Latein II (Parallelkurs A) PT 2.0.7, Beginn:1.3.1999 Als 4wöchiger Intensivkurs 10x6 + 10x3 = 90 Stunden vor Vorlesungsbeginn; Näheres wird noch bekanntgeben. [35253] Wolbergs Latein II (Parallelkurs B) PT 2.0.3A, Beginn:1.3.1999 Als 4wöchiger Intensivkurs 10x6 + 10x3 = 90 Stunden vor Vorlesungsbeginn; Näheres wird noch bekanntgeben. [35217] Fajen Italienisch IV 2st., nach Vereinbarung Beginn:1.3.1999 L. C’aufora, la biblioteca scomparsa. |
||