Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis

Wintersemester 2000/01



 
 

 Griechische Philologie - Lateinische Philologie
 
 
 

GRIECHISCHE PHILOLOGIE
 

Vorlesungen






[35200] Griechische Vorlesung: Rechenauer
Platon
2st., Di 16-18, PT 1.0.3 Beginn: 17.10.2000

Wenn A. Whitehead in einem vielzitierten Satz die gesamte philosophische Tradition Europas dahingehend bestimmte, sie bestehe "aus einer Reihe von Anmerkungen zu Platon", so wollte er damit neben der immensen Wirkungsgeschichte auch die umfassende Komplexität des platonischen Philosophierens unterstreichen. Selbst in philosophischen Gegenbewegungen gegen idealistische Konzepte ist Platon direkt oder indirekt die wesentliche Bezugsgestalt. Diese Vielschichtigkeit von Platons Philosophie anhand von exemplarischen Interpretationen aus seinem überlieferten Oeuvre einsichtig zu machen, hat sich diese Veranstaltung zum Ziel gesetzt. Dabei sollen auch die verschiedenen Wege, auf denen die heutige Forschung einen Zugang zum Verständnis Platons sucht, vorgeführt werden.

Im Zentrum sollen v.a. folgende Aspekte stehen: Die Form des Dialoges und das dialogische Denken; der Sinn der Aporien; die Kontroverse um Platons Verhältnis zur Schriftlichkeit; die Funktion des Mythos; Grundzüge der Ideenlehre; die esoterische Prinzipienlehre; Platon und die Politik.

Zu den neueren Bestrebungen in der Platonforschung vgl. G. Reale: Per una nuova interpretazione di Platone, 20. Ausg., Milano 1997.

Weitere Literatur:

L. Brisson, Platon 1958-1975, Lustrum 20, 1977; Platon 1975-1980, Lustrum 25, 1983; Platon 1980-1985, Lustrum 30, 1988, Platon 1985-1990, Lustrum 34, 1992

Zur Einführung empfohlen:

K. Bormann, Platon, Freiburg/München 1973

G. Gaiser (Hrsg.), Das Platonbild. Zehn Beiträge zum Platonverständnis, Hildesheim 1969

H. Görgemanns, Platon, Heidelberg 1994
 
 
 

[35001] Sprachwissenschaftliche Vorlesung: Klingenschmitt
Die Sprache der dorischen Dichtung
1st., Di 11-12, PT 1.0.7 Beginn: 17.10.2000

In der Vorlesung wird eine Interpretation ausgewählter Partien der Werke von Autoren vorgenommen, deren Sprache mehr oder weniger deutlich dorischen Charakter aufweist (z.B. Alkman, Pindar, Theokrit).
 
 
 

[35216] Vorlesung für Hörer aller Fakultäten: Blößner
Einführung in die Hellenistische Philosophie
2st., Blockveranstaltung ab Mo 12.2.2001, H 5 Uhrzeit: siehe Aushang

Im Zentrum der hellenistischen Philosophie steht die Frage, wie der Mensch als Individuum glücklich wird. Auf diese Frage liefern die unterschiedlichen Schulen Antworten, die bei aller (in den gegenseitigen Polemiken stark betonten) Disparatheit doch fundamentale Gemeinsamkeiten aufweisen, etwa in der gegenüber der modernen Konsumwelt ganz gegensätzlichen Überzeugung, daß der Mensch den damals wie heute erstrebten Gleichgewichtszustand zwischen seinen Bedürfnissen und deren Befriedigung nicht dadurch am besten erreicht, daß er die Maximierung seiner Konsummöglichkeiten, sondern dadurch, daß er die Minimierung seiner Bedürfnisse anstrebt. Hauptziel ist dann konsequenterweise nicht die Beherrschung der äußeren, sondern die Beherrschung der inneren Welt, d.h. des eigenen Seelenhaushalts, und dies wiederum hat Auswirkungen auf die Konzeption seelischer Gegebenheiten (wie etwa der Affekte).

In der Vorlesung soll zunächst ein Überblick über Quellen, Material und grundlegende Sachverhalte versucht werden. Dann werden die wichtigsten Theorien der einzelnen Schulen - v.a. Stoa, Epikureismus und Skeptizismus -, soweit sie erkennbar sind, sowohl in ihren systematischen Grundzügen als auch in ihrer historischen Entwicklung behandelt, ehe der Blick drittens auf besonders interessante oder problematische Einzelfragen gerichtet wird. Behandelt werden folgende Themen:

1. Die hellenistische Philosophie im allgemeinen

2. Die einzelnen Schulen in hellenistischer Zeit

3. Zentrale Philosopheme, ihre Voraussetzungen und ihre abendländischen Folgen
3.1. Glück (eudaimonia) und Glücksgefühl
3.2. Weshalb braucht man zum Glück (virtus, "Tugend") - und was ist das eigentlich?
3.3. Was ist "Denken"?
3.4. Die Rolle der Emotionen
3.5. Gibt es einen "freien Willen"? [Weiteres nach Zeit!]

Da die hellenistische Philosophie eine gesamteuropäische Wirkung entfaltet hat, könnte die Vorlesung, außer für Gräzisten, Latinisten, Historiker, Philosophen und Theologen auch für andere Hörer von Interesse sein. Eine Übersicht über Systeme und Vertreter wird zur Verfügung gestellt.

Zur Einführung und Begleitung der Vorlesung eignen sich v.a.:

M. Hossenfelder: Geschichte der Philosophie, hg. v. W. Röd. Die Philosophie der Antike, Bd.3:
Stoa, Epikureismus und Skepsis, München 1985 (und ND).

Grundriß der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike, Bd.4: Die hellenistische
Philosophie, hg. v. H. Flashar, Basel/Stuttgart 1994.
 
 


Seminare und Übungen









[35201] Griechisches Hauptseminar: Rechenauer
Sophokles, Oidipus Tyrannos
2st., Do 14-16, PT 3.3.66 Beginn: 19.10.2000

Der Oidipus Tyrannos des Sophokles gilt seit der Antike als das klassische Muster einer Tragödie schlechthin – um so erstaunlicher, daß Sophokles mit diesem Meisterstück im tragischen Agon lediglich den zweiten Platz errang. Doch schon Aristoteles hat in der Poetik klarer gesehen und seither ist das Interesse an diesem Stück permanent gewachsen bis hin zu S. Freud und natürlich darüber hinaus. Das braucht nicht zu verwundern, schließlich geht es in dem Stück um eine kultur- und menschheitsgeschichtlich relevante Problematik. Der Gang der Handlung erfolgt als fortschreitende Wahrheitsenthüllung, die vordergründig das antike Vorbild einer Kriminalgeschichte gibt. Diskussionsstoff für die philologische Forschung ergibt sich vor allem bei der Klärung der Feinstrukturen des Stückes in ihren vielschichtigen Beziehungen sowie den psychologischen Verflechtungen.

Im Zentrum des Seminars soll die intensive Textinterpretation in Auseinandersetzung mit den Problemstellungen der Forschung stehen. Dabei soll es um folgende Fragenkreise gehen: Mensch und Gottheit; die Schuld- und Schicksalsproblematik; Verblendung und Erkenntnis; der psychoanalytische Zugang; moderne Oidipus-Deutungen (Hegel, Nietzsche); die Anmerkungen Hölderlins zum Oedipus.

Kommentare:

J.C. Kamerbeek, The plays of Sophocles, Commentary vol. 4: The Oedipus Tyrannus, Leiden, 1967

R.D. Dawe, Sophocles, Oedipus Rex, Cambridge 1982

J. Bollack, L’Oedipe roi de Sophocle. Le texte et ses interprétations, 4 Bde, Lille 1990 (dt. Ausg. in 2 Bden, Frankfurt/München 1994)
 
 
 

[35202] Griechisches Proseminar: Rechenauer
Sophistik und Rhetorik
2st., Do 10-12, PT 2.0.5 Beginn: 19.10.2000

Das Bild der griechischen Sophistik ist bis heute in hohem Maße von der negativen Optik Platons bestimmt. Ihre Vertreter gelten gemeinhin als "Wortverdreher und rednerische Spiegelfechter", denen es nicht auf Wahrheit und Recht, sondern allein auf die Überlistung und Überrumpelung des Gegners ankommt. Dabei wird immer wieder der Eindruck vermittelt, als stünde hinter diesem Phänomen eine geschlossene Gruppe mit einheitlichen Wesensmerkmalen – eben die Sophisten. Doch ein genauer Blick auf die Entwicklung dieser Strömung lehrt, daß unter dem Signum "Sophistik" sehr disparate und heterogene Ansätze zusammengefasst werden. Gleichwohl kann man ein einigendes Band bei allen Unterschieden in der eminenten Bedeutung der Rhetorik sehen. In diesem Seminar soll uns neben der Frage, aus welchen Voraussetzungen heraus es zur Entfaltung der Sophistik kam, vor allem das Problem, wie dabei die Rhetorik in den Vordergrund des Interesses dringt und wie sie von den einzelnen Sophisten bewertet wird, beschäftigen.

Literaturhinweise:

C.J. Classen (Hrsg.), Sophistik, Darmstadt 1976 (= Wege der Forschung Bd. 187; mit reicher Bibliographie)

G. Kennedy, The Art of Persuasion in Greece, Princeton N.J. 1963

G. Kerferd, H. Flashar, Die Sophistik, in: H. Flashar (Hrsg.), Grundriss der Geschichte der Phi- losophie Bd. 2,1, Basel 1998, 1-137.
 
 
 

[35203] Griechisches Proseminar: Janka
(speziell für Latinisten, offen auch für Teilnehmer ohne Griechischkenntnisse)
Aristophanes, Frösche
2st., Do 12-14, W 116 Beginn: 19.10.2000

Nach Cicero ist die Komödie imitatio vitae, speculum consuetudinis, imago veritatis.

Bei Aristophanes (um 450-384 v. Chr.), dem "ungezogenen Liebling der Grazien" (Goethe), wird der Spiegel, den er seiner von Krieg und Niedergang bewegten Zeit vorhält, nur allzu oft zum kabarettistischen Zerrspiegel. Der zotendralle Spott des unangefochtenen Meisters der sog. "alten" attischen Komödie macht vor nichts halt, was seinen Athenern hoch und heilig war: Politik, Philosophie, Gesellschaft und Literatur boten ausreichend Zielscheiben für Aristophanes’ Personalsatiren und Obszönitäten. Wie es in den Wolken Sokrates an den Kragen geht, so bekommen in den Fröschen (405 v. Chr.) die Größen der zeitgenössischen Tragödie ihr Fett weg: Nach dem Tod des Dreigestirns Aischylos, Euripides und Sophokles ist die tragische Bühne Athens verwaist. Als letzte Rettung wird unter der Schirmherrschaft des Schutzgottes Dionysos eine spektakuläre Rückholung inszeniert: Der Beste der großen Drei darf dem Totenreich "adieu" sagen. Ein grotesker Tragiker-Contest im Tartaros entbrennt... – Und der Chor der Frösche liefert zu all dem mit seinem "brekekekex quax quax" die passende Begleitmusik...

Im Seminar wollen wir uns das Stück in intensiver gemeinsamer Lektüre und Interpretation erschließen. Dabei werden Sprache, Metrik, Szenenaufbau, Handlungsstruktur, Figurenzeichnung, Witz, Ästhetik, Literaturkritik und –parodie, aber auch Datierung und Textgestaltung thematisiert. Exkurse zum antiken Theaterwesen (Entstehung und Bühnenpraxis des Dramas) sowie zum Fortwirken der Gattung in der lateinischen Komödie (Plautus, Terenz) und Satire sowie in der späteren europäischen Literatur runden das Kursprogramm ab. Die Spur der Aristophanes-Rezeption auf der Bühne und in anderen Medien verfolgen wir dabei bis in unsere Tage.

Die sprachlichen Anforderungen des Seminars orientieren sich am Niveau von Graecumsabsolventen, doch ist die Veranstaltung ausdrücklich auch für interessierte Hörer geöffnet, die mit Hilfe einer deutschen Übersetzung den Zugang zur Aristophanischen Komik suchen.

Textgrundlage ist die vorzügliche kommentierte Ausgabe von Kenneth Dover (Oxford 1993) (Bitte den griechischen Text daraus kopieren!)
 
 
 

[35232] Einführung in das Studium der Klassischen Philologie Janka
2st., Do 16-18, H 6 Beginn: 19.10.2000

Für nähere Angaben siehe unten in der Rubrik "Lateinische Philologie"!
 
 

Lektüre











[35206] Griechische Lektüre (Poesie): Wolbergs
Homer
2st., Mo 14-16, W 116 Beginn: 16.10.2000

Einführung in die epische Sprache; Lektüre ausgewählter Partien der Odyssee.

Text:

Homeri opera ed. Allen, Tom. III (OCT)
 
 
 

[35207] Griechische Lektüre (Prosa): Rechenauer
Aristoteles, Nikomachische Ethik
2st., Di 18-20, PT 3.3.66 Beginn: 17.10.2000

Die Nikomachische Ethik eignet sich besonders, um in die Sprach-, Denk- und Argumentationsform des Aristoteles für den Bereich der praktischen Philosophie einzuführen. Anders als Platon, für den das sittliche Wesen des Menschen von seinem Aufblick zur Welt der ewigen Wesenheiten abhängt, wendet sich Aristoteles hierin einer Analyse der ethisch-moralischen Sphäre unter den verschiedenen Bedingungen der Wirklichkeit zu. Anhand der Lektüre ausgewählter Abschnitte aus der Nikomachischen Ethik soll in diesem Kurs auch die Eigenart dieses Entwurfs als einer ersten Ethik im Sinne einer selbständigen philosophischen Disziplin deutlich werden.

Kommentare:

H.H. Joachim, (ed. by D.A. Rees), Aristotle. The Nicomachean Ethics, Oxford 1951

F. Dirlmeier, Nikomachische Ethik, in: Aristoteles. Werke in deutscher Übersetzung Bd. 6,

Berlin 1956, 7. Aufl. 1979

R.A. Gauthier, J.Y. Jolif, L’éthique à Nicomaque, 2 Bde, Louvain 1958-59, 2. Aufl. 1970.
 
 


Sprach- und Stilübungen










[35209] Übersetzungskurs Deutsch-Griechisch Wolbergs
2st., Mi 16-18, PT 2.0.4 Beginn: 18.10.2000

Der Kurs ist für Kandidaten des Grund- und Hauptstudiums (ab 1. Sem.) gedacht. Schwerpunkte:

(1) Repetitorium der griechischen Morphologie (insoweit nötig) und Syntax;

(2) Häusliche Übersetzungen, die korrigiert und besprochen werden;

(3) Klausuren.
 
 
 

[35210] Übersetzungskurs Griechisch-Deutsch (I): Blusch, J.
2st., Di 14-16, Ch 33.1.91 Beginn: 17.10.2000

Ziel dieser Übung: Vertiefung der griechischen Syntax sowie Förderung der Lektürefähigkeit. Behandelt werden Texte verschiedener Autoren und Genera, die auch Latinisten ansprechen dürften. Das Ganze (angefangen mit Xenophon) auf einer Basis, die dem Kenntnisstand von Studienanfängern mit/nach Graecum angemessen sein sollte.

Texte werden - im Laufe des Semesters - in Kopie zur Verfügung gestellt, dies in der Zuversicht, daß das allmählich anwachsende Textkorpus auch später noch zu Übungszwecken herangezogen wird.
 
 
 

[35211] Übersetzungskurs Griechisch-Deutsch (II): Wolbergs
2st., Mo 16-18, W 116 Beginn: 16.10.2000

Gelesen werden Texte verschiedener Autoren und Genera von mittlerem Schwierigkeitsgrad. Angesprochen sind vornehmlich Studierende, die die Zwischenprüfung absolviert haben.
 
 


Sprachkurs zur Vorbereitung auf das Graecum










[35213] Griechisch I für Theologen Blusch, J.
6st., Mo-Fr 12s.t.-13, Mo H 5, Di H 8, Mi-Fr H 6 Beginn: 16.10.2000
 
 

Sprachkurse für Neugriechisch











[35214] Neugriechisch für Anfänger Müller
2st., Mi 18-20, Phys. 5.1.08 Beginn: 18.10.2000
 

[35215] Neugriechisch für Fortgeschrittene Müller
2st., Di 18-20, Phys. 5.1.08 Beginn: 17.10.2000
 
 





LATEINISCHE PHILOLOGIE
 

Vorlesungen











[35220] Lateinische Vorlesung: Beck
Tacitus
2st., Mi 10-12, H 23 Beginn: 18.10.2000

Cornelius Tacitus gilt heute vielen als der größte römische Geschichtsschreiber und ist mit seinen beiden Hauptwerken in ursprünglich wohl 30 Büchern die bedeutendste Quelle für die römische Kaiserzeit des ersten Jahrhunderts n. Chr.

Nach 15 Jahren Schreckensherrschaft Domitians bricht er 98 n. Chr. unmittelbar nach dem Regierungsantritt Trajans das bis dahin erzwungene Schweigen, um mit Werken zur jüngsten Zeitgeschichte seinen Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung zu leisten.

Erhalten sind drei sog. ‘Kleine Schriften’, die Biographie seines von Domitian unterdrückten Schwiegervaters Agricola, ein ethnographischer Traktat über Germanien und mit dem ‘Dialogus de oratoribus’ eine Erörterung über den Verfall der Beredsamkeit. Die großen Geschichtswerke ‘Historien’ und ‘Annalen’ sind der flavischen Epoche von 69-96 n. Chr. gewidmet sowie der vorausgegangenen julisch-claudischen Zeit vom Tode des Augustus bis zur Ermordung Neros 14-68 n. Chr.

Nach einem Überblick über das Leben des Tacitus und seine Zeit und einer kurzen Einführung in die Tradition der antiken Historiographie werden in der Vorlesung Tacitus’ Schriften der Reihe nach vorzustellen und zu besprechen sein.

Zur Einführung:

D. Flach, Einführung in die römische Geschichtsschreibung, Darmstadt 1985.
 
 
 

[35221] Lateinische Vorlesung: Wacht
Römische Religion
2st., Do 10-12, H 2 Beginn: 19.10.2000

Nach Sallusts Urteil empfinden sich die Römer als ‚religiosissimi mortales’ (Cat. 12,3), zugleich fest davon überzeugt, dass sie diesem Umstand ihre politische Größe und Macht verdanken. Religiöse Vorschriften und Regeln bestimmen alle wichtigen Lebensbereiche, seien sie staatlicher oder privater Natur. – Die Vorlesung will dem nachgehen durch Betrachtung des ‚Wesens’ der römischen Religion und ihrer Entwicklung aus archaischen religiösen Ansichten einer Bauern- und Viehzüchtergesellschaft bis zu den Einflüssen vor allem griechischer und ägyptischer Göttervorstellungen der republikanischen Zeit. Dabei kommen selbstverständlich Feste, Riten, Opferhandlungen, Auguraldisziplin und manches andere zur Sprache.

Zur vorbereitenden Lektüre wird empfohlen:

R. M. Ogilvie, ... und bauten die Tempel wieder auf. Die Römer und ihre Götter im Zeitalter des

Augustus, München 1982 (dtv).

Weiterführend:

R. Muth, Einführung in die griechische und römische Religion, Darmstadt 21998 (WBG).

K. Latte, Römische Religionsgeschichte = Hdb. d. Altertumswiss. 5,4, München 1967.
 
 
 

[35000] Sprachwissenschaftliche Vorlesung: Klingenschmitt
Sprachwissenschaftliche Interpretation einer Komödie des Plautus
1st., Di 10-11, PT 1.0.7 Beginn: 17.10.2000

Die Lehrveranstaltung führt anhand einer Interpretation ausgewählter Abschnitte des Trinummus in die philologische und sprachwissenschaftliche Problematik der plautinischen Komödien ein. Besondere Berücksichtigung finden dabei u.a.

1. das Metrum: Dabei gilt das Hauptaugenmerk dem Beitrag, welchen das Metrum zur Feststellung der Aussprache des Altlateinischen leitet

2. die Abweichungen des Altlateinischen vom klassischen Latein

3. das Nebeneinander von jungen und altertümlichen Elementen in der Sprache des Plautus (z.B. siet in Ausgang des Senars statt sit).
 
 


Seminare und Übungen












[35225] Lateinisches Hauptseminar (Prosa): Beck
Caesar, De bello civili
2st., Fr 10-12, ZH 7 Beginn: 20.10.2000

Mit Caesars ‘Commentarii’ hat sich wohl jeder Lateinschüler/-student schon frühzeitig beschäftigen müssen und wird wie Generationen vor ihm die Helvetier besiegt, den Rhein überschritten und Britannien erobert haben. Auch heute in erster Linie als Anfangslektüre und Stilmuster genutzt, stehen die uns von Caesar einzig erhaltenen Werke nicht unbedingt in hohem Ansehen.

Bei der Konzentration auf das bloße Übersetzen wird jedoch in der Regel zu wenig beachtet, daß die insgesamt 10 Bücher über den Gallischen Krieg (58-52 v. Chr.) und den anschließenden Bürgerkrieg mit Pompeius (49-48 v. Chr.) nicht von einem beliebigen, unbeteiligten Historiker stammen, sondern - einzigartig in der lateinischen Literatur - Rechenschaftsberichte desjenigen sind, der selbst aktiv das Geschehen bestimmte. So sind die scheinbar trockenen ‘Commentarii’ in Wirklichkeit höchst interessant, zumal mit dem bellum ciuile Caesars eigene Sicht gerade über das entscheidende, zum Untergang der Republik führende Ereignis des 1. Jh.s v. Chr. vorliegt.

Nach einer Einführung in Caesars Leben und Werk und die politische Situation der 50er Jahre soll im Seminar vor allem der Beginn des Bürgerkrieges und Caesars erstes Buch behandelt und unter Heranziehung auch anderer Quellen (z.B. Ciceros Briefe) beurteilt werden. Darüber hinaus werden die Darstellungsform des Commentarius, die Frage der Edition und Bucheinteilung und das Verhältnis zu den weiteren Berichten über den Alexandrin., Afrikan. und Span. Krieg sowie Hirtius’ Ergänzungsband zum bellum Gallicum zu diskutieren sein.

Textausgabe:

C. Iuli Caesaris commentarii, vol. II: Commentarii belli civilis, ed. A. Klotz, Leipzig 1969 u.ö.

Kommentare:

z.B. J.M. Carter 1991, 1993, F. Kraner/F. Hofmann/H. Meusel u.a. 121959.

Zur Vorbereitung empfohlen sei die Lektüre einer Caesar-Biographie (z.B. von M. Gelzer,
Chr. Meier).
 
 
 

[35226] Lateinisches Hauptseminar (Poesie): Beck
Seneca, Medea
2st., Mi 8-10, PT 2.0.9 Beginn: 18.10.2000

Die Geschichte der zauberkundigen Medea, der Tochter des Königs Aietes von Kolchis, die sich in den Argonauten Jason verliebte, ihn beim Raub des Goldenen Vlieses unterstützte und mit ihm als Barbarin in eine für sie fremde Welt nach Griechenland floh, ist zu einem der ganz großen antiken, noch heute auch außerhalb der Klassischen Philologie bekannten Mythen geworden. Denn was Medea schließlich getan hat, gehört zum Abscheulichsten, Widernatürlichsten, was man sich denken kann: Von Jason wegen einer anderen verstoßen, nahm sie durch Tötung ihrer eigenen Kinder grausam Rache.

In der griechisch-römischen Antike wurde der Stoff vielfach auf der Bühne dargestellt und so auch z.B. von Ovid in seiner berühmten einzigen, leider verlorenen Tragödie behandelt. Neben der griechischen ‘Medea’ des Euripides von 431 v. Chr. ist immerhin auch die lateinische ‘Medea’ des Stoikers Seneca aus dem 1. Jh. n. Chr. erhalten, die - zu Unrecht - heute im Schatten der Euripideischen Fassung steht. Die sorgfältige Besprechung von Senecas Tragödie und der Vergleich mit der des Euripides werden im Seminar den Wert und die besondere Wirkung der lateinischen Konzeption zu erweisen suchen. Zusätzlich heranzuziehen sind dramentheoretische Äußerungen in antiken Literaturtraktaten (Aristoteles, Horaz) und natürlich weitere Bearbeitungen sowohl vor Seneca (Apollonios v. Rhodos, Ennius, Ovid) als auch aus der römischen Spätantike (Hosidius Geta, Dracontius) bis hin zur Medea-Rezeption in neuzeitlichen Tragödien z.B. von Corneille (1635), Grillparzer (1821), Jahnn (1920) und Anouilh (1946).

Empfohlene Textausgaben:

L. Annaei Senecae Tragoediae, rec. O. Zwierlein, Oxford 1986 u. ö. (OCT).

Euripides. Medea. Griechisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben v. K. H. Eller, Stuttgart
1983 (Reclam).

Theater der Jahrhunderte - Medea, hrsg. v. J. Schondorff, München/Wien 1963.
 
 
 
 

[35230] Lateinisches Proseminar (Poesie): Csajkas
Vergil, Georgica
2st., Mo 8.30-10, W 116 Beginn: 16.10.2000

"Hierauf schrieb er die Georgica zu Ehren des Maecenas, der ihm (...) Beistand gegen die Gewalttätigkeit eines Veteranen geleistet hatte, von dem er, Vergil, bei einem Streit im Grundbesitzprozess beinahe erschlagen worden wäre." Mit dieser handfesten Anekdote berichtet uns die durch Donat vermittelte Vergilvita Suetons von der Entstehung eines der bedeutendsten römischen Lehrgedichte; sie erinnert zugleich daran, dass Vergil auch einen biographischen Bezug zum Landleben hatte und die Ereignisse um seine Landenteignung im Jahre 41 v.Chr. mit weitreichenden Folgen seinem künftigen Leben die Richtung wiesen. Ebenso handfest ist auf den ersten Blick auch der Inhalt der vier didaktischen Bücher über die Landwirtschaft: Sie behandeln Ackerbau (i), Kultivierung von Bäumen und Sträuchern (ii), Viehzucht (iii) und Bienenzucht (iv). Doch hätte sich Vergil allein auf die Versifikation eines ‘Handbuchs für Landwirte’ beschränkt, hätten sich spätere Zeiten kaum zu Urteilen wie "the best Poem of the best Poet" (J. Dryden, 1631-1700) über die Georgica hinreißen lassen. Denn sie wollen weit mehr sein als ‘nur’ Lehrgedicht, daher rührt ihre Vielschichtigkeit, die sich in den Exkursen offenbart, im Lob des Landlebens, in den laudes Italiae, in den Digressionen, die von Tod und Vergänglichkeit handeln, ebenso wie im Herrscherpreis. Gemeinsam wollen wir untersuchen, welche anderen Tendenzen Vergil darüber hinaus zeigt und wie er diese zahlreichen Facetten zu einem Gesamtwerk verbindet.

Voraussetzungen für den Erwerb eines Seminarscheins sind die erfolgreiche Teilnahme an der Abschlussklausur (es empfiehlt sich also möglichst umfangreiche Georgica-Lektüre) und die Übernahme eines Referats, das dann auch als schriftliche Seminararbeit einzureichen ist. Damit in den folgenden ‘Semesterferien’ genug Zeit für andere wichtige Dinge bleibt, sind die Arbeiten bis spätestens zum Ende der Vorlesungszeit abzugeben. Gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich, alles Weitere (Referatthemen, Hilfsmittel etc.) klären wir in der ersten Sitzung.

Text:

Non scholae sed vitae ist die Anschaffung einer wissenschaftlichen Vergilausgabe dringend empfohlen, am besten P. Vergili Maronis Opera, rec. R.A.B. Mynors. Oxford 1969.
 
 
 

[35016] Lateinisches Proseminar (Prosa): Schaffner
Tacitus, Annalen
2st., Mi 12-14, R 005 Beginn: 18.10.2000

P. Cornelius Tacitus (* ca. 55/56 n.Chr.) hat mit seinen beiden großen Geschichtswerken, den Historien und Annalen, die die Zeit des julisch-claudischen und flavischen Kaiserhauses beschreiben, eine über 300-jährige Tradition senatorischer Geschichtsschreibung zum Abschluß gebracht. In seinem Gesamtwerk, das mit den kleineren Schriften "Germania" und "Agricola" beginnt, läßt sich deutlich eine schrittweise Entwicklung des Tacitus vom politisch motivierten Schriftsteller zum echten Historiker verfolgen. In sprachlicher Hinsicht bieten die beiden großen taciteischen Geschichtswerke erhabene Kunstprosa par excellence.

Geplant sind gemeinsame Lektüre und Interpretation ausgewählter Abschnitte der Tiberius-Bücher der Annalen (1-6). Ein Interpretationsschwerpunkt stellt dabei die Herausarbeitung wesentlicher Züge der taciteischen Geschichtsbetrachtung dar. Behandelt werden sollen auch wichtige Aspekte der Sprache und des Stils des Tacitus, der als Hauptvertreter der Silbernen Latinität gilt.

Interessenten mögen sich bitte in die Anfang September 2000 aushängende Teilnehmerliste eintragen. Textvorlagen werden in Form von Kopien zur Verfügung gestellt. Als Leistungsnachweis für den Proseminarschein wird eine erfolgreich bestandene Klausur am Ende des Semesters und die Übernahme eines Referats mit Seminararbeit erwartet. Allen potentiellen Teilnehmern sei außerdem der Besuch der Tacitus-Vorlesung von Prof. Beck dringend empfohlen.

Textausgabe:

Cornelius Tacitus, Annales I-VI ed. Stephan Borszák, Stuttgart/Leipzig (BT) 1992

Zur vorbereitenden Lektüre:

Stephan Borszák, P. Cornelius Tacitus, RE Suppl. XI, 1968, Sp. 373-512

Michael M. Sage, Tacitus' Historical Works: A Survey and Appraisal, in: ANRW II 33.2,

Berlin/New York 1990, S. 851-1030

R.H. Martin, Structure and Interpretation in the "Annals" of Tacitus, in: ANRW II 33.2,

Berlin/New York 1990, S. 1500-1581

Dieter Flach, Römische Geschichtsschreibung, Darmstadt (WBG) 1998, S. 190-256

Viktor Pöschl, Tacitus (Wege der Forschung 97), Darmstadt 1969

Ronald Syme, Tacitus, 2 Bde., Oxford 21963
 
 
 

[35231] Übung zur Lateinischen Metrik Beck
1st., Fr 9-10, ZH 7 Beginn: 20.10.2000

Die Eigenart griechisch-römischer Verse, ihre metrisch gebundene Sprache, sollte eigentlich einen besonderen Reiz solcher Dichtung ausmachen. Tatsächlich aber liegt hierin für den ungeübten heutigen Leser oft ein Problem, das umso größer wird, je weiter sich die metrischen Formen von den am meisten gebräuchlichen Standardversen des daktyl. Hexameters und evtl. Pentameters entfernen. Doch auch z.B. Hendekasyllaben, Glykoneen, Pherekrateen, kleinere und größere Asklepiadeen, sapphische wie alkäische Strophen eines Catull und Horaz sind angenehm zu lesen, und mit ein wenig Übung läßt sich selbst für die vielfältigen iambischen und trochäischen Verstypen der römischen Bühne ein sicheres Gespür gewinnen.

Nach einem einführenden Überblick über die Grundbegriffe und die verschiedenen Formen der römischen Verskunst wird der Schwerpunkt der Übung auf dem praktischen Umgang mit metrischen Texten, dem Erkennen und Lesen der in der lat. Dichtung bis ins 2. Jh. nach Chr. vorkommenden Versmaße liegen.

Literatur:

F. Crusius, H. Rubenbauer: Römische Metrik. Eine Einführung, München 81967 u. Nachdr.

S. Boldrini: Römische Prosodie und Metrik, Stuttgart 1998.
 
 
 

[35232] Einführung in das Studium der Klassischen Philologie Janka
2st., Do 16-18, H 6 Beginn: 19.10.2000

Diese – personalbedingt nur im Wintersemester angebotene – Übung ist für Studienanfänger der Fächer Latein und/oder Griechisch obligatorisch und soll möglichst im ersten Semester besucht werden. Ihr Ziel besteht darin, die Teilnehmer mit den für ein Studium der Klassischen Philologie wesentlichen Hilfsmitteln und Disziplinen vertraut zu machen und als Vorbereitung für den Besuch von Seminaren eine erste Einführung in grundlegende Arbeitsmethoden zu geben. Das Semesterprogramm umfaßt folgende Gebiete:

1.) Aufbau, Ziele und Möglichkeiten eines Studiums der lat. und/oder griech. Philologie

2.) Epochen und Gattungen der griech. und lat. Literatur

3.) Aufbau und Benutzung der Bibliothek

4.) Hilfsmittel (z.B. RE, Bibliographien, Lexika, Grammatiken, Handbuch der Altertumswissenschaft, Textausgaben, Zeitschriften, Internet); Technik des Bibliographierens; Hinweise zum Aufbau einer eigenen Studienbibliothek

5.) Überlieferungs- und Textgeschichte, Textkritik

6.) Metrik

7.) Rhetorik

8.) Methoden der Interpretation; Hinweise zur Anfertigung einer Seminararbeit.
 
 

Der Erwerb eines benoteten Scheines setzt regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit, Bearbeitung von schriftlichen Hausaufgaben und eine mindestens ausreichende Leistung in der Abschlußklausur voraus.

Zur Einführung und begleitenden Lektüre empfohlen:

G. Jäger: Einführung in die Klassische Philologie, München 31990.
 
 


Lektüre












[35233] Lateinische Lektüre (Prosa): Beck
Cicero, Cato maior de senectute
1st., Fr 8-9, ZH 7 Beginn: 20.10.2000

Auch derzeit unbeschwert lebende Studierende im Alter von Anfang bis Mitte/Ende 20 werden zwangsläufig älter und älter. Und leider, dies wird schneller gehen als erwartet! So kann es niemandem schaden, sich vorbereitend bereits jetzt mit den Gedanken auseinander zu setzen, die der damals selbst 62-jährige Cicero 44 v. Chr. über das Greisenalter niederschrieb - mit dem erklärten Ziel, die ihm und seinem Adressaten bereits nahende, fühlbare Last des Alters zu erleichtern (vgl. Kap. 1f., 15 eine den meisten verhaßte Last, schwerer als der Ätna und mit unangenehmen Folgen: Der Verlust eines aktiven Lebens, körperliche Schwächen, der notwendige Verzicht auf Vergnügungen, das Nahen des Todes).

Wie auch in Ciceros anderen philosophischen Schriften üblich, hat der Verfasser freilich nicht im eigenen Namen gesprochen: Die kleine Schrift über das Alter ist in Form eines fiktiven, ins Jahr 150 v. Chr. datierten Dialoges gegeben, der die damals bedeutendsten geistigen Größen noch einmal lebendig werden läßt, P. Cornelius Scipio Africanus, C. Laelius und vor allem natürlich, ein Jahr vor seinem Tod, den 84-jährigen Cato, der mit einer langen Rede den Großteil des Gespräches bestreitet.

In der Übung wird die kleine Schrift möglichst genau zu lesen und zu besprechen sein. Für regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit und eine mindestens ausreichende Leistung in der Abschlussklausur wird ein Lektürenachweis gemäß Studienordnung §27,6 ausgestellt.

Textausgaben:

M. Tullius Cicero, Cato maior, Laelius, rec. K. Simbeck u.a., Stuttgart 1917 u. Nachdr.
(Teubner).

Cicero, Cato der Ältere. Über das Alter/Laelius. Über die Freundschaft. Lat. und dt. hrsg v. M.
Faltner, Düsseldorf/Zürich 21993 (Tusculum).
 
 
 

[35234] Lateinische Lektüre (Poesie): Blusch, J.
Tibull
2st., Mo 13-15, PT 3.3.68 Beginn: 16.10.2000

Elegia quoque Graecos provocamus, cuius mihi tersus atque elegans maxime videtur auctor Tibullus. Sunt qui Propertium malint. Ovidius utroque lascivior, sicut durior Gallus. Dies die (bzw. eine erste) Orientierungshilfe, die uns Quintilian (inst. or. X 1, 93) im Hinblick auf das Phänomen "Römische Liebeselegie" bzw. deren Vertreter zuteil werden läßt. Man sieht: Quintilian gibt Tibull den Vorzug, wohl unter dem eher speziellen Blickpunkt eines Lehrers der Beredsamkeit, was uns allerdings nicht daran hindern soll, weitere Vorzüglichkeiten dieses Dichters zu entdecken; Stichworte: Tibull ein "Meister der raffinierten Schlichtheit" (M. v. Albrecht), sensibel, friedliebend, auch ‘gemütlich’, heiter bis (zuweilen) melancholisch usw. - Im übrigen: die Lektüre des einen oder anderen kürzeren Gedichts aus dem Corpus Tibullianum soll durch diese Ankündigung nicht von vornherein ausgeschlossen sein.

Text:

Eine wissenschaftliche Ausgabe (z.B. G.P. Goold 1988, G. Luck 1988, A.G. Lee 1990)
 
 
 

[35235] Lateinische Lektüre (Prosa): Fiedler
Apuleius
2st., Mo 18 s.t.-20, PT 1.0.3 Beginn: 16.10.2000

"Der Goldene Esel", wie Apuleius’ Roman schon von Augustinus betitelt wurde, ist eines der interessantesten und amüsantesten Prosawerke lateinischer Literatur. In dem um 180 n. Chr. entstandenen Werk spiegelt sich das damalige Leben in sprachlicher Hinsicht ("silberne Latinität") ebenso wie in seiner real-imitatorischen Darstellung (Hexenglauben, Räuberbanden, Wanderpriester, Seitensprünge etc.).

Rezeptionsgeschichtlich bedeutsam wurde Apuleius’ Werk für viele pikareske Romane wie etwa Cervantes’ Don Quixote oder Le Sages Histoire de Gil Blas; es ist durchzogen von zahlreichen novellenartigen Exkursen (vgl. Chaucers Canterbury Tales, Boccaccios Decamerone).

Ziel des Kurses ist es, möglichst umfangreiche zusammenhängende Partien zu lesen. Unterschiede zur klassischen Prosa sollen besprochen werden (Apuleius ist bekanntlich kein Vorbild für die Übersetzung ins Lateinische); der farbige Wortschatz bietet ein gutes Training für die Lektüre zahlreicher anderer Werke.

Die Textpartien, die wir lesen werden, werden rechtzeitig durch Aushang am Schwarzen Brett bekannt gegeben. Um Eintrag in die Liste wird gebeten.

Text:

Apuleius, Metamorphoseon libri XI ed. R. Helm, Stuttgart/Leipzig 1992 (Teubner).

Zur Orientierung bitte vor der ersten Sitzung lesen:

M. v. Albrecht, Geschichte der römischen Literatur, Bd. II, Bern / München 1992, S. 955-960; 1150-1164.
 
 


Sprach- und Stilübungen












[35240] Klausurenkurs für Examenskandidaten Wacht
2st., Do 8-10, PT 1.0.7 Beginn: 19.10.2000

Diese Übung ist ausschließlich für Examenskandidaten gedacht und soll die eigene häusliche Vorbereitung auf die beiden Übersetzungsklausuren begleitend unterstützen. Jeweils im Wechsel werden dt.-lat. und lat.-dt. Klausuren auf Examensniveau geschrieben und besprochen.

Als reguläre Teilnehmer mit Korrekturanspruch zugelassen sind Studierende, die mindestens einen Sprachübungsschein der Oberstufe erworben und sich bereits für das Examen angemeldet haben oder sich im WS 2000/2001 anmelden werden.
 
 
 

[35241] Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Oberstufe) Wacht
2st., Mo 8.30-10, ZH 8 Beginn: 16.10.2000

Diese Übung dient gezielt der Vorbereitung auf das dt.-lat. Staatsexamen. Als Hausaufgaben, Klausuren und in gemeinsamer Arbeit in den Sitzungen selbst werden Paraphrasen von Originaltexten aus dem Bereich Kriegswesen, Geschichtsschreibung, Philosophie ins Lateinische zu übersetzen sein. Grammatische Phänomene (vor allem Syntax) und schwierigere Konstruktionen werden wiederholt bzw. besprochen und eingeübt. Die Konzentration auf eine bestimmte Thematik soll zur Erarbeitung einer themenbezogenen Phraseologie anleiten. (Ein weiterer Oberkurs wird im nächsten Semester die Themenbereiche Rhetorik, Staatswesen, Recht, Wissenschaft abdecken.)

Teilnahmevoraussetzung: Erfolgreicher Besuch der dt.-lat. Sprachübungen Unterstufe.
 
 
 

[35242] Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Unterstufe) Csajkas
2st., Di 8.30-10, PT 2.0.7  Beginn: 17.10.2000

In dieser Übung, die besonders für Studienanfänger gedacht ist und möglichst im ersten Semester besucht werden sollte, wird der Schwerpunkt auf der Formen- und Kasuslehre liegen, ferner auf der Lehre vom einfachen Satz.

Wichtig: Dieser Kurstyp wird nur im Wintersemester angeboten, im Sommersemester wird ergänzend dazu ein zweiter Unterkurstyp mit dem Schwerpunkt Syntax stattfinden.

Zugrundegelegt und daher zur Anschaffung empfohlen wird die Lateinische Grammatik von H. Rubenbauer und J.B. Hofmann, neubearbeitet von R. Heine, Bamberg/München 121995.
 
 
 

[35243] Übersetzungskurs Latein-Deutsch (Oberstufe) Blusch, J.
2st., Mi 14 s.t.-16, Phys. 5.1.08 Beginn: 18.10.2000

Die Übung ist zur Vorbereitung auf die Examensklausur und die mündliche Examensprüfung gedacht. Texte verschiedener Gattungen und Epochen werden teils nach häuslicher Vorbereitung, teils als mündliche ad-hoc-Übersetzungen oder auch in Form von Übungsklausuren bearbeitet. Anfallende Fragen grammatischer und, soweit in diesem Rahmen möglich, auch inhaltlicher Art werden besprochen.
 
 
 

[35244] Übersetzungskurs Latein-Deutsch (Mittelstufe) Wolbergs
2st., Mi 14-16, ZH 8 Beginn: 18.10.2000

Diese Übung stellt in erster Linie eine zusätzliche Möglichkeit der Vorbereitung auf die lateinisch-deutsche Übersetzungsscheinklausur (Zwischenprüfung) dar; die eigenverantwortliche Vorbereitung auf diese Prüfung (nämlich möglichst intensive Lektüre im angegebenen Textcorpus) kann der Kurs aber keinesfalls ersetzen.

Doch werden wir anhand von Texten, die aus dem relevanten Corpus stammen, Übersetzungstechniken üben und unsere Kenntnisse auf jenen Gebieten festigen, die im Fragenteil der o.g. Klausur im Mittelpunkt stehen: Metrik, sprachliche und stilistische Merkmale, Editionstechnik und Textkritik.

Neben der mündlichen Diskussion, in der wir regelmäßig Übersetzungsmöglichkeiten erarbeiten und dabei auftretende Fragen klären wollen, soll es auch Gelegenheit zu Übungsklausuren geben, in denen die Teilnehmer sich testen können.
 
 
 

[35245] Übersetzungskurs Latein-Deutsch (Unterstufe) Blusch, J.
2st., Do 14-16, PT 3.3.68 Beginn: 19.10.2000

Diese Übung richtet sich speziell an Studienanfänger und sollte möglichst im ersten Semester besucht werden.

Angestrebt: vertieftes Verständnis der lt. Grammatik sowie Förderung der Übersetzungs-Kompetenz. Dazu wird ein Textheft mit (lt. Einzel-)Sätzen zur Verfügung gestellt (erhältlich etwa Ende Sept./Anf. Okt.), in dem schwerpunktmäßig die lateinische Syntax traktiert wird - letzteres nicht ohne Exkursionen in Sprachwissenschaftliches, Allgemeinsprachliches (auch: dt. Grammatik und Sprachwissenschaft).

Das Ganze hat nur Sinn, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind; unabdingbar also: Beherrschung des Vokabulars sowie möglichst solide Kenntnisse der lateinischen Laut-, Wortbildungs- und Formenlehre. Dazu die dringende Empfehlung, mit der Auffrischung dieser Kenntnisse unmittelbar zu beginnen.

Zur Anschaffung empfohlen: Rubenbauer-Hofmann, Lateinische Grammatik, neubearbeitet von R. Heine. - Das Vokabular betreffend: Wortkunde(n), Grund- und Aufbauwortschatz u. dergl. (im Semester dann: Verzeichnisse von Wörtern und "Junkturen" anlegen).

Aufgrund nicht vom Institut zu verantwortender Stellenstreichungen kann diese Veranstaltung nicht mehr in der bisher üblichen Weise als 6st. Grammatik- und Übersetzungskurs durchgeführt werden. Der gemäß Studienordnung für die Zulassung zur Zwischenprüfung notwendige Schein wird stattdessen für den Besuch der Unterkurse Lat.-Dt., Dt.-Lat. (je 2st.) und den Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einem Lektürekurs (2st.) ausgestellt.

Empfohlen wird der begleitende Besuch einer Lateinischen Lektüre: Cicero oder Tibull.

Übersetzungskurs und Lektürekurs sollten, müssen jedoch nicht im selben Semester besucht werden.
 
 


Fachdidaktische Veranstaltung












[35246] Theorie und Praxis des Lateinunterrichts in der Lektürephase Utz
2st., Mo 16 s.t.-19 (14-tägig), Phys. 5.1.08 (Beginn: 16.10.2000)

Nach der üblichen grundsätzlichen Einführung geht es auf didaktischer Ebene v.a. um die Auswahl von Texten und Autoren, um Möglichkeiten, Ansätze und Beispiele für Texterschließung und Interpretation sowie um die lektürebegleitende Spracharbeit. In methodischer Hinsicht sollen verschiedene Möglichkeiten der Stunden- und Sequenzgestaltung vorgestellt und exemplifiziert werden. Ein detaillierter Arbeitsplan wird in der 1. Sitzung vorgelegt.
 
 


Sprachkurse zur Vorbereitung auf das Latinum












[35250] Latein I (Parallelkurs A) Fajen
6st., Mo-Fr 12 s.t.-13, Mo H 9, Di H 4, Mi u. Do H 5, Fr H 22 Beginn: 16.10.2000
 

[35251] Latein I (Parallelkurs B) Wacht
6st., Mo-Fr 12 s.t.-13, Mo u. Mi-Fr H 7, Di H 12 Beginn: 16.10.2000
 

[35252] Latein I (Parallelkurs C) Wolbergs
6st., Mo-Fr 12 s.t.-13, Mo u. Mi-Fr H 12, Di H 14 Beginn: 16.10.2000
 
 



Sprachkurs für Italienisch












[35255] Italienisch III Fajen
2st., nach Vereinbarung Beginn: siehe Aushang