Griechische PhilologieLateinische Philologie
 

Griechische Philologie
 

Vorlesungen







[35000] Sprachwissenschaftliche Vorlesung (Griechisch): Klingenschmitt
Die Sprache Herodots
1st., Di 11-12, PT 1.0.1 Beginn: 15.10.2002

Die Vorlesung bietet zunächst eine kurze systematische Darstellung der Besonderheiten der Sprache Herodots: ionischer Dialekt, Homerismen, Veränderung der ursprünglichen Sprachform durch die pseudogelehrte Tätigkeit antiker Philologen. In der Folge wird eine sprachgeschichtliche Interpretation ausgewählter Textpartien vorgenommen. Die Veranstaltung dient auch einer allgemeinen Einführung in die Probleme der griechischen Sprachwissenschaft.
 
 


Seminare und Übungen







[35202] Griechisches Hauptseminar: Roth
Isokrates
2st., Fr 13-15, PT 3.3.68 Beginn: 25.10.2002

Der Rhetor Isokrates war im Athen des 4. Jahrhunderts neben Platon prägend für das geistige Leben. Wie Platon erhob Isokrates den Anspruch, Philosophie zu lehren. In den Frühwerken ‚Gegen die Sophisten‘ (or. XIII) wirbt Isokrates für die von ihm vermittelte Bildung; die Reden ‚Helena‘ (or. X) und ‚Busiris‘ (or. XI) sind rhetorische Schaustücke. Im Seminar sollen diese Texte interpretiert und in ihren literarischen Kontext (Alkidamas, ‚Über die Sophisten‘; Gorgias ‚Helena‘; Platon, v.a. ‚Phaidros‘ und ‚Politeia‘) gestellt werden. Da Isokrates’ Lebenswerk einen sehr einheitlichen Charakter besitzt, sollen in Referaten auch die späteren Reden vorgestellt werden.

Zur Vorbereitung wird möglichst ausgedehnte Lektüre der o.g. Werke empfohlen; für Anfragen stehe ich unter meiner e-mail-Adresse zur Verfügung.

Textausgaben:

Isocrates, Orationes, hrsg. v. E. Benseler / F. Blass , Bd. I/II, Leipzig 1878-79 (vergriffen; evtl. kopieren)

Isocrate, Discours, hrsg. von G. Mathieu / É. Brémond, Bd. I, Paris 1929 (öfters nachgedruckt)

Kommentare:

Sandra Zajonz, Isokrates’ Enkomion auf Helena. Ein Kommentar, Göttingen 2002 (Hypomnemata 139)

Niall Livingstone, A commentary on Isocrates’ Busiris, Leiden 2001 (Mnemosyne Suppl. 223)

Einführende Literatur:

Christoph Eucken, Isokrates, seine Positionen in der Auseinandersetzung mit den zeitgenössischen Philosophen, Berlin 1983

Klaus Thraede, Art. Isokrates, in: RAC XVIII, 1027-1047
 
 

[35203] Griechisches Proseminar (auch für Lateinstudierende): Janka
Herodot
2st., Do 12.30-14, PT 1.0.1 Beginn: 17.10.2002

Ob man ihn als "Vater der Geschichtsschreibung" verehrt oder als "Vater der Lüge" kritisiert: In jedem Fall ist Herodot (ca. 490-424 v. Chr.) aus Halikarnassos in Kleinasien einer der Gründerväter der erzählenden Prosa in Europa. Er hat sich zum Ziel gesetzt, mit seinen neun Bücher umfassenden Historiai (,Erkundungen‘) "große und staunenswerte" Taten von Griechen und Nichtgriechen dem Vergessen zu entreißen. Seinen zeitlichen und geographischen Rahmen hat er dabei sehr großzügig abgesteckt. Die "Darstellung" (apodexis) reicht von den mythischen Ursprüngen eines "Ost-West-Gegensatzes", die sich in Geschichten von gegenseitigem Frauenraub widerspiegeln, bis zur siegreichen Abwehr der Persergefahr durch die dabei ausnahmsweise an einem Strang ziehenden Griechen in den Jahren 480/479 v. Chr.

Vom Schicksal des Lyderkönigs Kroisos ausgehend, schildert Herodot die Expansion des Meder- und Perserreiches, bei der mit Ägypten, Skythien und Libyen/Kyrene immer neue Kulturräume in seinen Gesichtskreis geraten. Herodots auf eigene Reisen zurückgreifender ethnographischer Ansatz, der die Völker der gesamten damals bekannten Welt ins Visier nimmt, ist mit charmanter Erzählkunst und wachem Sinn für große Entwicklungslinien wie für kuriose Marginalien verquickt.

Im Seminar werden Konzeption und Struktur der einzelnen Bücher in Überblicksreferaten vorgestellt. Die Feinanalyse ausgewählter Textpartien macht uns mit faktischen wie literarischen Voraussetzungen, narrativer Technik und geistigem Gehalt der Herodoteischen Form von Geschichtsschreibung vertraut. Das Fortwirken Herodots verfolgen wir von der antiken Literatur (v.a. Livius) bis in unsere Tage, in denen seine Erzählkunst durch den auf einen Roman von Michael Ondaatje zurückgehenden Kinoerfolg The English patient wieder breiteren Kreisen ein Begriff ist.

Das Seminar ist als Einführung in die antike Geschichtsschreibung geeignet und über die Fachgrenzen hinaus geöffnet, etwa für Interessierte des Moduls Literatur im Mediendialog.

Voraussetzungen für den Erwerb eines Seminarscheins sind die Übernahme eines Referates und die Anfertigung einer kurzen schriftlichen Seminararbeit.

Textgrundlage:

Herodoti Historiae, ed. Carolus Hude, Bd. 1/2, Oxford 31927 (zahlreiche Nachdrucke).

Zur Einführung:

Reinhold Bichler / Robert Rollinger: Herodot, Hildesheim/Zürich/New York 2000 (Olms Studienbücher Antike).
 
 
 
 

[35230] Einführung in das Studium der Klassischen Philologie: Janka
2st., Do 18-20, H 5 Beginn: 17.10.2002

Für nähere Angaben hier klicken!
 
 






Lektüre







[35206] Griechische Lektüre (Poesie) Wolbergs
Homerische Hymnen
2st., Di 14-16, PT 3.3.68 Beginn: 15.10.2002

Die sogenannten Homerischen Hymnen sind eine vermutlich in hellenistischer Zeit zustande gekommene Sammlung von Anrufungen der olympischen Götter, hexametrische Dichtungen von sehr unterschiedlichem Umfang und Charakter, die zudem zu sehr unterschiedlichen Zeiten entstanden und in der Antike vielfach, aber keineswegs einhellig Homer zugeschrieben worden sind. Zumal die offensichtlich älteren umfangreicheren Gedichte, in denen im Anschluß an eine Anrufung der Gottheit ausführlich ihre Taten erzählt werden - bald ernst und in enger Bezugnahme auf den Kult, bald aber auch geradezu in burleskem Ton -, sind mit den typischen Mitteln des epischen Stils formuliert. Einige dieser größeren Hymnen sollen im Kurs gelesen werden, nach einer Einführung in die epische Sprache (die zugleich zur weiteren Lektüre der Epen Homers und Hesiods ermutigen und sie erleichtern mag).

Textausgabe:

Homeri opera recognovit brevique adnotatione critica instruxit Thomas W. Allen, tom. V, Hymnos ... continens, Oxford (OCT) 1912 (seither immer wieder nachgedruckt).
 
 


Sprach- und Stilübungen







[35209] Übersetzungskurs Deutsch-Griechisch Wolbergs
2st., Mo 16-18, PT 3.3.68 Beginn: 14.10.2002

Der Kurs ist für Kandidaten des Grund- und Hauptstudiums (ab 1. Sem.) gedacht.

Schwerpunkte:

(1) Repetitorium der griechischen Morphologie (insoweit nötig) und Syntax;

(2) Häusliche Übersetzungen, die korrigiert und besprochen werden;

(3) Klausuren.

Zur Vorbereitung empfohlen:

Sorgfältige Lektüre einiger Reden des Lysias und/oder des Demosthenes.
 
 

[35210] Übersetzungskurs Griechisch-Deutsch (I): Blusch
2st., Di 16-18, PT 3.3.68 Beginn: 15.10.2002

Die Übung dient der Vertiefung der griechischen Syntax und soll zugleich die Lektürefähigkeit fördern. Gelesen werden Texte verschiedener Autoren und Genera, die auch Latinisten ansprechen. Der Schwierigkeitsgrad wird dem Kenntnisstand von Studierenden im Grundstudium (ab 1. Sem.) angemessen sein.

Texte werden in Kopie zur Verfügung gestellt.
 
 

[35211] Übersetzungskurs Griechisch-Deutsch (II): Wolbergs
2st., Mi 16-18, PT 3.3.68 Beginn: 16.10.2002

Gelesen werden Texte verschiedener Autoren und Genera von mittlerem Schwierigkeitsgrad. Angesprochen sind vornehmlich Studierende, die die Zwischenprüfung absolviert haben.
 
 






Sprachkurse zur Vorbereitung auf das Graecum









[35213] Griechisch II für Philologen Wacht
6st., während des Semesters: Beginn: 14.10.2002
Mo, Mi, Fr 11 s.t. – 12, Mo H 14, Mi PT 2.0.5, Fr H 9
Beginn bereits vor der Vorlesungszeit (s. Aushang)
30.9. – 11.10., 9 s.t.-11; nach Semesterende nach Vereinbarung
 
 

[35214] Griechisch I für Theologen Wacht
6st., Mo-Fr 12 s.t. – 13, Mo PT 2.0.8, Mi W115, Mi R 005, Do+Fr W 113 Beginn: 14.10.2002
 
 


Sprachkurse für Neugriechisch







[35215] Neugriechisch für Anfänger Müller
2st., Di 17.30-19, Phys. 5.1.09 Beginn: 15.10.2002

Lektionen 1-8 des Lehrbuchs "Griechisch Heute 1+1" von D. Dimitra und M. Papacheimona.

Vorkenntnisse oder Altgriechisch-Kenntnisse sind keine Voraussetzung.
 
 
 
 

[35216] Neugriechisch für Fortgeschrittene Müller
2st., Di 19-20.30, Phys. 5.1.09 Beginn: 15.10.2002

Lektionen 9-12 des Lehrbuchs "Griechisch Heute 1+1" von D. Dimitra und M. Papacheimona. Neben der Grammatik ist ein Teil der Unterrichtsstunden für Konversation reserviert.

Nach Vereinbarung wird für Fortgeschrittene mit guten Vorkenntnissen ein Kurs in Konversation und Bearbeitung von Texten angeboten.
 
 



Lateinische Philologie
 
 

Vorlesungen







[35220] Lateinische Vorlesung: Beck
Ovid
2st., Mi 10-12, H 5 Beginn: 23.10.2002

43 v. Chr. in Sulmo geboren, ist P. Ovidius Naso, einer der bedeutendsten römischen Dichter, deutlich jünger als seine großen Kollegen Horaz und Vergil. So konnte der nach seinem eigenen Bekunden ganz einem – anständigen! – Privatleben und seinen Versen verpflichtete Dichter ohne die negativen Erfahrungen seiner Zeitgenossen aufwachsen: Bürgerkriege und Proskriptionen sind ihm erspart geblieben, aber auch ein Gefühl der Dankbarkeit für den Augusteischen Neuanfang und eine eigene enge Verbindung zum Princeps wie auch den ihn umgebenden literarischen Kreisen.

Beginnend mit elegischer Liebesdichtung, ‚Amores‘ als iuuenalia carmina in zwei Auflagen, hat Ovid vielfältige, zunächst unbeschwerte, ausgelassene, ja z.T. frivole und in zunehmendem Maße mythologisch ausgerichtete Werke geschaffen, in denen er mit allem und jedem, mit Themen, Gattungen, aber auch den Konventionen seiner Zeit zu spielen wagte – ganz der tenerorum lusor amorum, als der er sich in seiner Autobiographie trist. 4,10,1 später selbst bezeichnet. Seine Heroidenbriefe – ignotum hoc aliis ... genus (ars 3,345 f.) – sind eine köstliche Sammlung von Briefen mythischer Damen an ihre abwesenden Ehemänner oder Geliebten. Mit der zunächst zwei- , dann dreibändigen ‚Ars‘ schlüpft Ovid nach Art der Lehrdichtung in die Rolle des praeceptor amoris; mit den ‚Remedia‘ suchte er umgekehrt von unglücklicher Liebe zu heilen. Auch in den ‚Metamorphosen‘, einem mit 15 Büchern schon äußerlich gewichtigen, scheinbar epischen Werk, ist die Liebe im Mythos neben den in den ca. 250 Einzelerzählungen geschilderten Verwandlungen das zentrale Thema.

Ovid bezeugt selbst, daß seine ‚Metamorphosen‘ abgeschlossen, aber noch nicht endgültig überarbeitet waren, als er 8 n. Chr. durch kaiserlichen Befehl nach Tomi ans Schwarze Meer relegiert wurde – ein entscheidender Einschnitt in sein Leben, der das zuvor so reichhaltige, spielerische dichterische Schaffen nahezu zum Erliegen brachte. Die damals erst zur Hälfte erstellten ‚Fasti‘, ein römisch-aitiologischer Kalender, blieben unvollendet. Ganz auf seine eigene Situation und sein eigenes Leid konzentriert, suchte Ovid von nun an lediglich mit einer Fülle ähnlicher Briefelegien im Bewußtsein der römischen Öffentlichkeit zu bleiben, 9 Bücher ‚Tristien‘ und ‚Epistulae ex Ponto‘, die er bis zu seinem Tod 17/18 n. Chr. in der Verbannung in zumeist jahresweiser Folge nach Rom sandte.

Angesichts seines literarischen Ranges ist eine Empfehlung für den Besuch der Vorlesung nicht nötig. Die Beschäftigung mit Ovid und seinen überaus vergnüglich lesbaren Werken lassen ein angenehmes Semester erwarten!

Zur Einführung:

S. Döpp: Werke Ovids, München 1992

U. Schmitzer: Ovid, Hildesheim 2001
 
 
 
 

[35001] Sprachwissenschaftliche Vorlesung: Klingenschmitt
Die lateinischen Personennamen
1st., Di 10-11, PT 1.0.1 Beginn: 15.10.2002

Die Vorlesung behandelt die lateinischen Personennamen, soweit diese ihrer Herkunft nach oder seit alter Zeit dem Latinischen (dem Latein und verwandten Dialekten Latiums) oder anderen Sprachen Mittelitaliens (dem Oskisch-Umbrischen oder dem Etruskischen) angehören. Die Namenkunde ist von hohem Interesse. Im Bereich der Sprachgeschichte liefert die Onomastik wertvolle Ergänzungen zur Kenntnis der Lautgeschichte und Wortbildungslehre des Lateinischen und gibt Aufschluß über die im appellativischen Wortschatz des Lateinischen verlorengegangenen lexikalischen Elemente, die in Namen wie Romulus und Remus fortgesetzt sind.

Besonders ausführlich wird in der Lehrveranstaltung das bei den Römern verwendete System der Personenbenennung besprochen: z.B. P. (Praenomen) Sextius (Gentilnamen) Baculus (Individualcognomen), P. (Praenomen) Cornelius (Gentile) Scipio (Familiencognomen) Nasica (zweites Familiencognomen) Corculum (Individualcognomen). Es wird dargelegt, wie die historische Benennungsweise aus einem Stadium der Einnamigkeit (z.B. Romulus, Remus) hervorgegangen ist. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Herkunft der römischen Praenomina, Gentilicia und Cognomina. So werden etwa die verschiedenen semantischen Gruppen aufgeführt, die bei den Cognomina zu unterscheiden sind: Herkunftsbezeichnungen, Bezeichnungen von körperlichen oder geistigen Eigenschaften (z.B. Caesar 'langes Haupthaar tragend', Naso 'der eine auffällige Nase hat'), Tiernamen (z.B. Cornelius Bestia), Bezeichnungen von Geräten (z.B. Cornelius Dolabella), Körperteilbezeichnungen, Vornamencognomina, Siegesbeinamen, Adoptionscognomina.
 
 
 
 
 
 

[35006] Sprachwissenschaftliche Vorlesung: Steinbauer
Etruskische Namen
1st., Mi 16-17, PT 1.0.3 Beginn: 16.10.2002

Obwohl das Etruskische ein Gentilnamensystem besitzt, sind die Benennungsweisen etr. Männer und Frauen variabler und vielfältiger als etwa im Lateinischen. Eine große Zahl aus den Nachbarsprachen entlehnter Namen (z.B. Ma(ma)rce, Latine, Tite) fällt auf. Wegen der reichen und frühen (ab 7. Jhdt. v. Chr.) inschriftlichen Belege bilden etr. Namen auch eine wichtige Nebenüberlieferung für die Erforschung lateinischer Namen.
 
 






Seminare und Übungen







[35225] Lateinisches Hauptseminar (Poesie): Beck
Horaz, Sermones
2st., Fr 10-12, PT 1.0.1 Beginn: 25.10.2002

Ohnehin aus einfachen Verhältnissen stammend, hatte Horaz, der Sohn eines Freigelassenen, nach Philippi erst recht alles verloren – eine persönlich schwierige, unbefriedigende Situation, doch zugleich eigentlich die beste Voraussetzung für einen bissigen Satiriker. Paupertas impulit audax, ut uersus facerem ... bekennt er selbst rückblickend in einem seiner Briefe. Doch als ein solcher Satiriker, scharf, schonungslos spottend wie z.B. später Juvenal und wie es dem heutigen Verständnis von Satire entspricht, tritt uns Horaz in seinen ‚Sermones‘ gerade nicht gegenüber: Die Begegnung mit Maecenas und die Aufnahme in dessen Kreis hatte Horaz nach einer ersten aggressiveren Phase seiner Epoden-Dichtung offenbar zu innerer Ruhe und Sicherheit verholfen. Ein wesentlicher Beitrag dazu war die Schenkung des Sabinum (hoc erat in uotis..., sat. 2,6,1).

Die Satiren des Horaz, von ihm selbst als ‚Sermones‘ bezeichnet, sind folglich gerade nicht mehr von persönlichem Mißmut geprägte und deswegen aggressive Gedichte. In kritischer Auseinandersetzung mit seinem Vorgänger Lucilius – für Horaz ein zu wenig sorgfältiger Vielschreiber (vgl. sat. 1,4, 1,10, 2,1 sowie das Reisegedicht 1,5 als praktisches Beispiel, ein Konkurrenzgedicht zu einer entsprechenden Lucilius-Satire) – hat Horaz eine besondere Form der in lockerem Plauderton vorgetragenen, z.T. anekdotischen, z.T. philosophisch ausgerichteten Satire geschaffen, die ihn allgemein über menschliche Fehler und Schwächen nachdenken läßt und zugleich Raum für eine Vielzahl autobiographischer Details gegeben hat. So werden z.B. die sinnlose Habgier, Selbsterkenntnis und die Wahl der rechten Mitte, ein nächtliches Hexen-Treffen, ein verunglücktes Gastmahl oder ein Rat des Tiresias an Odysseus (z.B. sat. 1,1, 1,2, 1,3, 1,8, 2,7, 2,5) ebenso diskutiert wie Horaz´ eigene Herkunft und seine Beziehung zu Maecenas (sat. 1,6, 1,9, 2,6).

Glücklicherweise ist das Wintersemester besonders lang. So werden im Seminar möglichst viele Satiren bzw. Sermones gemeinsam zu besprechen sein.

Textausgaben:

Q. Horati Flacci Opera, ed. St. Borzsák, Leipzig 1984

Q. Horati Flacci Opera, ed. D.R. Shackleton Bailey, Stuttgart 1985

Zur Einführung und begleitende Lektüre:

J. Adamietz (Hrsg.): Die römische Satire, Darmstadt 1986

M. Coffey: Roman Satire, London/New York 1976

U. Knoche: Die römische Satire, Göttingen 41982 u.ö. (Studienhefte zur Altertumswiss. 5)

D. Korzeniewski (Hrsg.): Die römische Satire, Darmstadt 1970 (WdF 238)
 
 
 
 

[35226] Lateinisches Hauptseminar (Prosa): Beck
Tacitus, Dialogus de oratoribus
2st., Mi 8-10, PT 1.0.1 Beginn: 23.10.2002

Nicht nur daß die Römer der Kaiserzeit unter z.T. tyrannischen principes zu leiden hatten wie Tacitus bis 96 n. Chr. unter dem despotischen Domitian. Der Verlust der persönlichen Freiheit hatte zugleich einen Verfall der Redekunst zur Folge, begünstigt überdies durch eine Neuerung im römischen Bildungswesen – ein Verlust, der den Römern der Kaiserzeit selbst schmerzlich bewußt war. Wiederholt fanden sich Stimmen, die nach den causae corruptae eloquentiae fragten, so der Titel einer leider verlorenen Schrift Quintilians. Glücklicherweise erhalten ist jedoch der ‚Dialogus‘ des Tacitus wohl aus dem ersten Jahrzehnt des 2. Jahrhunderts n. Chr., der den Leser durch seine einzigartige Form vor eine sehr reizvolle Aufgabe stellt: Neben einer Diskussion über den Vorrang von Redekunst oder Dichtung und die Vorzüge alter oder neuer Beredsamkeit ist das eigentliche Thema zwar deren allgemeiner Verfall, doch eine Antwort in eigenem Namen hat Tacitus nicht formuliert. Wiedergegeben ist ein – natürlich fiktives – Gespräch der drei damals berühmtesten Redner mit einem Dichter, das der junge Tacitus in vespasianischer Zeit mitangehört haben will. Wie dies auf die eigene Zeit des Tacitus zu beziehen ist, wird im Seminar zu diskutieren sein.

Textausgaben und Kommentare:

Cornelii Taciti Opera Minora, rec. M. Winterbottom, R. M. Ogilvie, Oxford (OCT) 1975

P. Cornelii Taciti libri qui supersunt. Tom.II, fasc.4: Dialogus de oratoribus, ed. H. Heubner, Stuttgart (Teubner) 1983

Cornelii Taciti Dialogus de Oratoribus. Ed., praefatus est, adparatu critico et exegetico ... instruxit D. Bo, Turin 1974

R. Güngerich: Kommentar zum Dialogus des Tacitus. Aus dem Nachlaß hrsg. v. H. Heubner, Göttingen 1980

Tacitus, Dialogus de Oratoribus, ed. R. Mayer (mit Kommentar), Cambridge 2001
 
 
 
 

[35227] Lateinisches Proseminar (Poesie): Wolbergs
Ovid, Heroides
2st., Do 10-12, W 116 Beginn: 17.10.2002

Die Heroides, 21 fiktive Briefe in elegischer Form - mehrheitlich Briefe großer Frauen des griechisch-römischen Mythos an ihre Ehemänner und Geliebten, von denen sie verlassen sind (Nr. 1-14), dann ein Brief der griechischen Dichterin Sappho an ihren Geliebten (Nr. 15), schließlich Briefe großer Männer des Mythos an ihre Frauen und deren Antwort (Nr. 16-21) - sind kein "einfaches" Werk. Der authentische Titel (Heroides oder Epistulae heroidum oder nur Epistulae?) läßt sich nicht mehr sicher ermitteln; die Textkonstitution aufgrund der handschriftlichen Überlieferung ist vielfach problematisch; Ovid selbst hat seine Gedichte, die in zwei Schaffensperioden im letzten Jahrzehnt vor (Nr. 1-15) und in den ersten Jahren nach Christi Geburt (Nr. 16-21) entstanden zu sein scheinen, in seiner Ars amatoria (3,346) als etwas in seiner Art ganz Neues empfohlen; in der Neuzeit hat man dies lange Zeit nicht anerkennen mögen, vielmehr haben, aufgrund moralischer Anstöße aber auch wegen ästhetischer Einwände, kritische Urteile überwogen, so, wenn man von "versifizierten Suasorien" gesprochen hat. Erst seit einigen Jahrzehnten haben sich mehr und mehr positive Würdigungen durchgesetzt: Man hat die Vielschichtigkeit der Heroides gerühmt, Ovids geistreich-spielerischen Umgang mit der Gattung Elegie, mit den "Quellen" der von ihm verarbeiteten Mythen (Epen und Tragödien), mit der Lesererwartung sowie seinen psychologischen Scharfsinn.

Das Proseminar soll den Teilnehmern Gelegenheit bieten, aufgrund eingehender Beschäftigung mit einigen Gedichten ein eigenes Bild zu gewinnen. Voraussetzung für den Erwerb eines Seminarscheins ist die Übernahme eines Referats, das bis zum Ende der Vorlesungszeit als Seminararbeit einzureichen ist.

Interessenten werden um eine Anmeldung spätestens bis zum 01.10. in PT 3.3.69 gebeten.

Textausgabe, aus der die einzelnen zu behandelnden Texte kopiert werden können:

P. Ovidii Nasonis Epistulae heroidum, ed. Henricus Dörrie, Berlin 1971 (Texte und Kommentare hrsg. v. O. Gigon/F. Heinimann/O. Luschnat, Bd. 6).

Statt einer vorbereitenden Lektüre sei der Besuch der Vorlesung über Ovid empfohlen.
 
 
 
 

[35228] Lateinisches Proseminar (Prosa): Wacht
Seneca, de vita beata
2st., Do 8.30-10, R 009 Beginn: 17.10.2002

Senecas Schrift ‚de vita beata’ führt ins Zentrum der stoischen Ethik, eignet sich daher besonders als Einstieg. Die Beschäftigung mit deren Kernproblemen, ihrer Weiterentwicklung innerhalb der Schultradition und möglichen Adaption durch Seneca, darüber hinaus die Abgrenzung stoischen Denkens von dem konkurrierender Philosophenschulen führen in spezifische Fragestellungen der hellenistischen Ethik überhaupt ein.

Text:

L. Annaei Senecae Dialogorum libri duodecim rec. L. D. Reynolds (1977) [OCT]

Kommentar:

L. Annaei Senecae De vita beata, éd., introd. et comm. de P. Grimal, Paris 1969

Einführende Lektüre:

G. Kuen, Die Philosophie als dux vitae: die Verknüpfung von Gehalt, Intention u. Darstellungsweise ... am Beispiel des Dialogs De vita beata, Heidelberg 1994

H. Flashar (Hg.), Die Philosophie der Antike 4,2: Die hellenistische Philosophie = Grundr. d. Gesch. d. Philos. begr. v. Überweg 4, Basel 1994

M. Pohlenz, Die Stoa. Geschichte einer geistigen Bewegung, 2 Bde, Göttingen 41970

M. Forschner, Die stoische Ethik, Darmstadt 21995
 
 
 
 

[35015] Sprachwissenschaftliches Proseminar: Schaffner
Cato, De agricultura
2st., Mi 12-14, W 116 Beginn: 16.10.2002

Der Politiker und Schriftsteller Marcus Porcius Cato (234-149 v. Chr.), die wohl am besten bekannte Persönlichkeit Roms aus dem 2. Jh. v. Chr., gilt als Begründer eines lateinischen Prosastils. Während alle seine anderen Werke, darunter auch sein literarisches Hauptwerk, die sieben Bücher umfassenden Origines, das offenbar erste Geschichtswerk in lateinischer Sprache, nur in Fragmenten faßbar sind, blieb (wohl aus sachlichem Interesse) sein landwirtschaftliches Lehrbuch mit dem (vermutlichen) Titel De agricultura als einziges vollständig überliefertes Prosa-Werk der altlateinischen Zeit erhalten. Das Buch Catos ist eine Lehrschrift. Seine knappen, nur selten in sentenzenhaften Sätzen formulierten Anweisungen und Ratschläge richten sich an einen dominus, den angehenden oder praktizierenden Besitzer eines landwirtschaftlichen Gutes mit einer Normgröße von 100 iugera (etwa 25 ha). Außer Anweisungen für den Kauf eines landwirtschaftlichen Gutes und dessen Bewirtschaftung, die in einer Art Arbeitskalender dem Jahresablauf folgen, bietet Cato auch Heilmittel für Mensch und Tier, Koch- und Heilrezepte, juristische Empfehlungen, Rituale und weitere Ratschläge.

Der Schwerpunkt des Seminars wird auf der gemeinsamen Lektüre und Interpretation ausgewählter Abschnitte von De agricultura liegen. Ein Hauptaugenmerk soll dabei auch auf Sprache und Stil des Werkes gerichtet sein. Größere Themenkomplexe (z.B. die gattungsspezifische Einordnung und Komposition des Werkes; fachwissenschaftliche Terminologie etc.) sollen durch Referate abgedeckt werden.

Interessenten mögen sich in die Anfang Oktober 2002 aushängende Teilnehmerliste (PT 3.3.83) einschreiben. Voraussetzungen für den Erwerb des Seminarscheins sind die Übernahme eines Referates, das dann als schriftliche Seminararbeit einzureichen ist, und eine erfolgreich bestandene Abschlußklausur am Ende des Semesters.

Empfohlene Textausgabe:

M. Porci Catonis De agri cultura (ad fidem Florentini codicis deperditi) iteratis curis edidit Antonius Mazzarino, Leipzig (Teubner) 1982 [63/FX 113100.982]

Zur einführenden und begleitenden Lektüre:

Alan E. Astin, Cato the Censor, Oxford 1978 [50/NH 3883 A 854]

Dieter Kienast, Cato der Zensor. Seine Persönlichkeit und seine Zeit, Darmstadt 1979

[63/FX 113955 K47]

Werner Suerbaum, M. Porcius Cato (Censorius), in: Handbuch der lateinischen Literatur der Antike, Erster Band: Die archaische Literatur. Von den Anfängen bis Sullas Tod. Die vorliterarische Periode und die Zeit von 240 bis 78 v. Chr., hrsg. von Werner Suerbaum,

München 2002, S. 380-418 [63/FT 12000 H582-1]

Rudolf Till, Die Sprache Catos, Philologus Suppl.-Bd. 28,2, Leipzig 1935 [63/FA 7001-28,2]
 
 
 
 

[35229] Übung zur lateinischen Metrik Beck
1st., Fr 9-10, H 23 Beginn: 25.10.2002

Die Eigenart griechisch-römischer Verse, ihre metrisch gebundene Sprache, sollte eigentlich einen besonderen Reiz solcher Dichtung ausmachen. Tatsächlich aber liegt hierin für den ungeübten heutigen Leser oft ein Problem, das umso größer wird, je weiter sich die metrischen Formen von den am meisten gebräuchlichen Standardversen des daktyl. Hexameters und evtl. Pentameters entfernen. Doch auch z.B. Hendekasyllaben, Glykoneen, Pherekrateen, kleinere und größere Asklepiadeen, sapphische wie alkäische Strophen eines Catull und Horaz sind angenehm zu lesen, und mit ein wenig Übung läßt sich selbst für die vielfältigen iambischen und trochäischen Verstypen der römischen Bühne ein sicheres Gespür gewinnen.

Nach einem einführenden Überblick über die Grundbegriffe und die verschiedenen Formen der römischen Verskunst wird der Schwerpunkt der Übung auf dem praktischen Umgang mit metrischen Texten, dem Erkennen und Lesen der in der lat. Dichtung bis ins 2. Jh. nach Chr. vorkommenden Versmaße liegen.

Literatur:

F. Crusius, H. Rubenbauer: Römische Metrik. Eine Einführung, München 81967 u. Nachdr.

S. Boldrini: Römische Prosodie und Metrik, Stuttgart 1998.
 
 

[35230] Einführung in das Studium der Klassichen Philologie Janka
2st., Do 18-20, H 5 Beginn: 17.10.2002

Diese – personalbedingt nur im Wintersemester angebotene – Übung ist für Studienanfänger der Fächer Latein und/oder Griechisch obligatorisch und soll möglichst im ersten Semester besucht werden.

In diesem Kurs lernen die Teilnehmer die für ein Studium der Klassischen Philologie wesentlichen Hilfsmittel und Disziplinen kennen und erhalten als Vorbereitung für den Besuch von Seminaren eine erste Einführung in grundlegende Arbeitsmethoden des Faches.

Berührt werden folgende Gebiete:

1.) Aufbau, Ziele und Möglichkeiten eines Studiums der lat. und/oder griech. Philologie

2.) Epochen und Gattungen der griech. und lat. Literatur

3.) Aufbau und Benutzung der Bibliothek

4.) Hilfsmittel (z.B. RE, Bibliographien, Lexika, Grammatiken, Handbuch der
Altertumswissenschaft, Textausgaben, Zeitschriften, Internet)

5.) Technik des Bibliographierens; Hinweise zum Aufbau einer eigenen Studienbibliothek

6.) Überlieferungs- und Textgeschichte, Textkritik

7.) Metrik

8.) Rhetorik

9.) Methoden der Interpretation

10.) Hinweise zur Anfertigung einer Seminararbeit.

Der Erwerb eines benoteten Scheines setzt regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit, Bearbeitung von schriftlichen Hausaufgaben und eine mindestens ausreichende Leistung in der Abschlußklausur voraus.

Zur Einführung und begleitenden Lektüre empfohlen:

G. Jäger: Einführung in die Klassische Philologie, München 31990.

P. Riemer / M. Weißenberger / B. Zimmermann: Einführung in das Studium der Latinistik, München 1998.

oder:

P. Riemer / M. Weißenberger / B. Zimmermann: Einführung in das Studium der Gräzistik, München 2000.
 
 
 
 

Tutorium Mitterer
2st., Fr 10-12, Phys. 5.1.03 Beginn: 25.10.2002

Das Tutorium richtet sich vor allem an Studienanfänger. Hier sollen die für das Studium der Klassischen Philologie grundlegenden Arbeitsvorgänge eingeübt werden. Zusätzlich bietet sich in diesem Semester als Ergänzung zur Ovidvorlesung und der Übung zur lateinischen Metrik besonders an, auch das metrische Lesen einzuüben und sich ein bißchen näher mit den mythologischen Themen Ovids zu beschäftigen. Selbstverständlich richtet sich dies aber nach den Interessen und Wünschen der Teilnehmer.
 
 


Lektüre







[35233] Lateinische Lektüre (Prosa): Beck
Cicero, Laelius de amicitia
1st., Fr 8-9, H 23 Beginn: 25.10.2002

Schon seit den 50er Jahren, erst recht aber seit dem Bürgerkrieg und der daraus hervorgegangenen Alleinherrschaft Caesars ohne die Möglichkeit politischer Betätigung, hat sich Cicero bekanntlich in den letzten Jahren seines Lebens mit besonderer Intensität der Philosophie zugewandt. Entstanden ist seit 46 v. Chr. eine Reihe gewichtiger Bücher, eine Art Gesamtdarstellung der griechischen Philosophie. Neben den großen Werken wie den ‘Academici libri’, ‘De natura deorum’, ‘De finibus bonorum et malorum’ oder den ‘Tusculanen’ hat Cicero wohl seit Mitte März 44 v. Chr. mit seinem ‘Laelius’ auch eine recht kleine Schrift mit einem freilich nicht minder gewichtigen Inhalt verfaßt:

Benannt nach dem Hauptredner, dem engen Freund des soeben verstorbenen Scipio Africanus, hat Cicero für das Jahr 129 v. Chr. einen in ein Gespräch eingebundenen Lehrvortrag des Laelius über die Freundschaft fingiert, ein Büchlein über ein zeitlos aktuelles, wichtiges Thema, dem auch die anderen antiken Philosophen stets ihre ausdrückliche Beachtung schenkten. Platons ‘Lysis’ etwa, einer der sokratischen Frühdialoge, gilt der Definition der Freundschaft. Für Epikur ist ein Leben ohne Freunde undenkbar (Freundschaft als das Größte für die Glückseligkeit, vgl. z.B. sent. 27f., epist. frg. 175). Auch Seneca betont die Bedeutung von amici (vgl. z.B. epist. 9 sowie 6,3 Freundschaft als honesta cupiendi par uoluntas, 48,2 consortium rerum omnium), verlangt zugleich aber sorgsam zu unterscheiden, wen man wirklich als Freund bezeichnen will (epist. 3). Im Falle des einstmals so aktiven Politikers Cicero ist eine theoretische Schrift über die Freundschaft mit einer genauen Definition ihres Wesens (17ff. quid sentias ..., 26ff. qualem existumes ...) und detaillierten Anweisungen (33ff. quae praecepta des ...) sogar in besonderem Maße interessant. Zusätzlich zu vergleichen ist nämlich zum einen mit seinem eigenen Verhalten seinen ‘Freunden’ gegenüber, wie es seine Briefe noch heute dokumentieren. Zu beachten ist zum anderen die Zeit der Entstehung der kleinen Schrift unmittelbar nach der Ermordung Caesars (Freundschaftsdienste, -pflichten, Freundschaft zu einem Tyrannen oder einem Tyrannenmörder und verglichen damit die Loyalität gegenüber dem Staat, die Definition des honestum und Grenzen der Freundschaft).

In der Übung werden die lediglich 40 Teubner-Seiten von ‘De amicitia’ möglichst genau zu lesen und zu besprechen sein. Für regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit und eine mindestens ausreichende Leistung in der Abschlussklausur wird ein Lektürenachweis gemäß Studienordnung §27,6 ausgestellt.

Textausgaben:

M. Tullius Cicero, Cato maior, Laelius, rec. K. Simbeck u.a., Stuttgart 1917 und Nachdr. (Teubner).

Cicero, Cato der Ältere. Über das Alter/Laelius. Über die Freundschaft. Lat. und dt. hrsg. v. M. Faltner, Düsseldorf/Zürich 21993 (Tusculum).
 
 
 
 

[35234] Lateinische Lektüre (Poesie): Astner
Ovid, Fasti
2st., Di 8.30-10, ZH 2 Beginn: 22.10.2002

Wir "Lateiner" wissen Feste zu feiern, aber wissen wir auch, warum wir sie feiern? Ovid, dem nach eigenen Angaben alles von selbst zur Dichtung wurde, wäre sicher nicht um eine Antwort darauf verlegen gewesen, war er es doch, der den römischen Festkalender bearbeitete und in poetische Form goss.

Mit den Fasti, durch die Verbannung nach Tomi leider nur ein halber römischer Jahreskalender, präsentiert Ovid ein aitiologisches Lehrgedicht über den durch die Sternbilder bestimmten Jahreslauf, seine Feste und deren Verankerung im Kalender. Was Ovid in den Eingangsversen seiner Dichtung ankündigt: tempora cum causis Latium digesta per annum| lapsaque sub terras ortaque signa canam. (fast. 1,1f.) ist Programm und zeigt seinen Standort in der poetischen Tradition auf, die über den etwas älteren Properz auf Kallimachos zurückreicht.

Im Mittelpunkt der Übung soll eine kursorische Lektüre der wichtigsten aitiologischen Mythen stehen. Über einen exemplarischen Vergleich mit den aitiologischen Gedichten des Properz soll Ovids Eigenart der Darstellung und Themenbearbeitung erfasst werden.

Für die Ausstellung eines Lektürenachweises wird neben der Abschlussklausur regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit erwartet.

Textausgaben:

P. Ovidius Naso, Fastorum libri sex, edd. E.H. Alton, E. Courtney, D.E.W. Wormell, Stuttgart 41997 (Teubner).

Ovid, Fasti. Der Festkalender Roms. Lat. und dt. hrsg. v. Niklas Holzberg, Düsseldorf/Zürich 1995 (Sammlung Tusculum).
 
 




Sprach- und Stilübungen







[35240] Klausurenkurs für Examenskandidaten Wolbergs
2st., Mi 14-16, PT 1.0.1 Beginn: 16.10.2002

Diese Übung ist ausschließlich für Examenskandidaten gedacht und soll die eigene häusliche Vorbereitung auf die beiden Übersetzungsklausuren begleitend unterstützen. Jeweils im Wechsel werden dt.-lat. und lat.-dt. Klausuren auf Examensniveau geschrieben und besprochen.

Als reguläre Teilnehmer mit Korrekturanspruch zugelassen sind Studierende, die mindestens einen Sprachübungsschein der Oberstufe erworben und sich bereits für das Examen angemeldet haben oder sich im WS 2002/03 anmelden werden.
 
 
 
 

[35241] Übersetzungskurs Latein-Deutsch (Oberstufe) Blusch
2st., Do 16-18, PT 1.0.1 Beginn: 17.10.2002

Die Übung ist zur Vorbereitung auf die Examensklausur und die mündliche Examensprüfung gedacht. Texte verschiedener Gattungen und Epochen werden teils nach häuslicher Vorbereitung, teils als mündliche ad-hoc-Übersetzungen oder auch in Form von Übungsklausuren bearbeitet. Anfallende Fragen grammatischer und, soweit in diesem Rahmen möglich, auch inhaltlicher Art werden behandelt.
 
 
 
 

[35242] Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Oberstufe) Wacht
2st., Mo 8.30-10, H 7 Beginn: 14.10.2002

Diese Übung dient gezielt der Vorbereitung auf das deutsch.-lateinische Staatsexamen. Als Hausaufgaben, Klausuren und in gemeinsamer Arbeit in den Sitzungen selbst werden Paraphrasen von Originaltexten aus dem Bereich Kriegswesen, Geschichtsschreibung, Philosophie ins Lateinische zu übersetzen sein. Grammatische Phänomene (vor allem Syntax) und schwierigere Konstruktionen werden wiederholt bzw. besprochen und eingeübt. Die Konzentration auf eine bestimmte Thematik soll zur Erarbeitung einer themenbezogenen Phraseologie anleiten. (Ein weiterer Oberkurs wird im nächsten Semester die Themenbereiche Rhetorik, Staatswesen, Recht,Wissenschaft abdecken.)

Teilnahmevoraussetzung:

Erfolgreicher Besuch der dt.-lat. Sprachübungen Mittelstufe.
 
 
 
 

[35243] Übersetzungskurs Latein-Deutsch (Mittelstufe) Blusch
2st., Mo 14-16, PT 1.0.1 Beginn: 14.10.2002

Diese Übung stellt in erster Linie eine zusätzliche Möglichkeit der Vorbereitung auf die lateinisch-deutsche Übersetzungsscheinklausur (Zwischenprüfung) dar; die eigenverantwortliche Vorbereitung auf diese Prüfung (nämlich möglichst intensive Lektüre im angegebenen Textcorpus) kann der Kurs aber keinesfalls ersetzen.

Doch werden wir anhand von Texten, die aus dem relevanten Corpus stammen, Übersetzungstechniken üben und unsere Kenntnisse auf jenen Gebieten festigen, die im Fragenteil der o.g. Klausur im Mittelpunkt stehen: Metrik, sprachliche und stilistische Merkmale, Editionstechnik und Textkritik.

Neben der mündlichen Diskussion, in der wir regelmäßig Übersetzungsmöglichkeiten erarbeiten und dabei auftretende Fragen klären wollen, soll es auch Gelegenheit zu Übungsklausuren geben, in denen die Teilnehmer sich testen können.
 
 
 
 
 
 

[35244] Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Mittelstufe) Blusch
2st., Fr 13-15, PT 1.0.6 Beginn: 18.10.2002

Diese Übung baut auf den deutsch-lateinischen Unterkursen auf. Im Plenum werden mittelschwere zusammenhängende Texte ins Lateinische übersetzt. Neben den Problemen der Syntax, die zu besprechen sein werden, sollen auch anhand exemplarischer Einzelsätze zum einen die Kenntnis der lateinischen Phraseologie und Synonymik gefestigt, zum anderen Grundfragen der lateinischen Stilistik behandelt werden; den Schwerpunkt hierbei wird der im Deutschen und Lateinischen unterschiedliche Gebrauch der Wortarten und der syntaktischen Strukturen bilden.
 
 
 
 

[35245] Übersetzungskurs Latein-Deutsch (Unterstufe) Blusch
2st., Do 14-16, ZH 8 Beginn: 17.10.2002

Die Übung richtet sich speziell an Studienanfänger und sollte möglichst im ersten Semester besucht werden. Besprochen werden die wichtigsten Erscheinungen der lateinischen Syntax anhand lateinischer Einzelsätze. Ein entsprechendes Textheft ist etwa ab Mitte September bei mir (ggf. auch im Sekretariat) erhältlich. Formen- und Kasuslehre sollen nach vorgegebenem Plan in häuslicher Arbeit wiederholt werden. Letzteres wird in Kurzklausuren regelmäßig überprüft.

Aufgrund nicht vom Institut zu verantwortender Stellenstreichungen kann diese Veranstaltung nicht mehr in der bisher üblichen Weise als 6st. Grammatik- und Übersetzungskurs durchgeführt werden. Der gemäß Studienordnung für die Zulassung zur Zwischenprüfung notwendige Schein wird stattdessen für den Besuch der Unterkurse Latein.-Deutsch., Deutsch.-Latein. (je 2st.) und den Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an einem Lektürekurs (2st.) ausgestellt.

Zur Anschaffung unbedingt empfohlen:

H. Rubenbauer und J.B. Hofmann, Lateinische Grammatik, neubearbeitet von R. Heine, Bamberg/München 121995.
 
 

[35246] Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Unterstufe) Astner
2st., Mi 8.30-10, W 115 Beginn: 23.10.2002

In dieser Übung, die besonders für Studienanfänger gedacht ist und möglichst im ersten Semester besucht werden sollte, wird der Schwerpunkt auf der Formen- und Kasuslehre liegen, ferner auf der Lehre vom einfachen Satz.

Wichtig: Dieser Kurstyp wird nur im Wintersemester angeboten, im Sommersemester wird ergänzend dazu ein zweiter Unterkurstyp mit dem Schwerpunkt Syntax stattfinden.

Zugrundegelegt und daher zur Anschaffung empfohlen:

H. Rubenbauer und J.B. Hofmann, Lateinische Grammatik, neubearbeitet von R. Heine, Bamberg/München 121995.
 
 


Sprachkurse zur Vorbereitung auf das Latinum






[35250] Latein I (Parallelkurs A) Blusch
6st., Mo-Mi und Fr 12 s.t. - 13, Do 13-14; Beginn: 14.10.2002
Mo+Di H 5, Mi H 18; Do H 11; Fr H 11

[35251] Latein I (Parallelkurs B) Wolbergs
6st., Mo-Fr 12 s.t. - 13, H 7 Beginn: 14.10.2002

[35252] Latein I (Parallelkurs C) Fajen
6st., Mo-Fr 12 s.t. - 13, Beginn: 14.10.2002
Mo+Di H 11, Mi H 12, Do+Fr H 22
 
 


Sprachkurs für Italienisch







[35253] Italienisch III Fajen
2st., Mo 18 s.t.-19.30, Raum: M 101; Beginn: 21.10.2002

Dieser Kurs steht allen Studenten offen und jeder ist willkommen!