35 000 Sprachwissenschaftliche Interpretation ausgewählter Abschnitte
der Ilias
1st., Fr 11-12
Klingenschmitt
Die Beschäftigung mit der Sprache des homerischen Epos ist
von Bedeutung für
1. die Beurteilung der Entstehung des Epos und die Bestimmung des
unterschiedlichen alters der einzelnen Textabschnittte. Wichtig ist in
diesem Zusammenhang:
a) die für die homerische Kunstsprache charakteristische Mischung
von äolischen und ionischen Elementen;
b) die in jüngeren Partien gelegentlich zu beobachtende falsche
Verwendung archaischer Wörter und Fügungen, welche für den
oder die jüngeren Dichter nicht mehr verständlich waren.
2. die philologische Interpretation des Textes (z.B. für die
Bedeutungsbestimmung der im späteren Griechisch nicht fortgesetzten
homerischen Wörter und Wortformen);
3. die griechische Sprachgeschichte.
Die Vorlesung beginnt mit einer Darstellung der wichtigsten Gegebenheiten
der homerischen Metrik, soweit diese für die sprachwissenschaftliche
Interpretation der Texte von Bedeutung sind (z.B. Verseinschnitte, an denen
Hiat gestattet ist; Positionsbildung; Nachwirden von altem Digamma). In
der Folge wird eine Wort-für-Wort-Interpretation einzelner Abschnitte
der Ilias vorgenommen. Bei der Auswahl der zu behandelnden Textpartien
können die Wünsche und besonderen Interessen der Teilnehmer berücksichtigt
werden. Die Lehrveranstaltung dient auch zur Einführung in die historische
Grammatik und Sprachgeschichte des Griechischen.
35 100 Aristophanes und die alte Komödie
2st., MI 10-12
Rechenauer
35 200 Hellenistische und römische Philosophie
2st., Mo, Mi 9-10
Wacht
Neben der Beschäftigung - mehr im Überblick - mit den
wichtigsten Schulen, Persönlichkeiten, der Quellenlage u. a. steht
die problemorientierte Erörterung zentraler Themen der nacharistotelischen
Philosophie an ausgewählten Textbeispielen (griech. Texte m. Übers.).
Entsprechend ihrem Gewicht wird die Ethik der stoischen und epikurei- schen
Schule dabei einen Großteil des Kollegs in Anspruch nehmen. Fragen
der Erkenntnistheorie und Physik blei- ben aber nicht ausgespart. In einem
zweiten Teil wird die ‘Einbürgerung der Philosophie in Rom’ behandelt,
mit Schwerpunkten auf Lukrez, Cicero und Seneca.
Zur vorbereitenden Lektüre empfohlen:
M. Hossenfelder, Die Philosophie der Antike 3. Stoa, Epikureismus
und Skepsis: W. Röd (Hrsg.), Geschichte der Philosophie 3, München
(2. Aufl.) 1995.
H. Flashar (Hrsg.), Die Philosophie der Antike 4. Die hellenistische
Philosophie = Grundriss der Gesch. d. Philos. begr. v. Fr. Überweg,
Basel 1994
35 001 Die lateinischen Orts- und Personennamen
1st., Fr 10-11
Klingenschmitt
Die Vorlesung behandelt die lateinischen Orts- und Personennamen,
soweit diese ihrer Herkunft nach oder seit alter Zeit dem Latinischen (dem
Latein und verwandten Dialekten Latiums) oder anderen Sprachen Mittelitaliens
(dem Oskisch-Umbrischen oder dem Etruskischen) angehören. Die Namenkunde
ist von hohem sprachwissenschaftlichen, kulturhistorsichen und allgemein
historischem Interesse. Im Bereich der Sprachgeschichte liefert die Onomastik
wertvolle Ergänzungen zur Kenntnis der Lautgeschichte und Wortbildungslehre
des Lateinischen und gibt Aufschluß über die im appellativischen
Wortschatz des Lateinischen verlorengegangen lexikalischen Elemente, die
in Namen wie Romulus und Remus fortgesetzt sind.
Besonders ausführlich wird in der Lehrveranstaltung das bei
den Römern verwendete System der Personenbenennung besprochen: z.B.
P. (Praenomen) Sextius (Gentilnamen) Baculus (Individualcognomen), P.(Praenomen)
Cornelius (Gentile) Scipio (Familiencognomen) Nasica (zweites Familiencognomen)
Corculum (Individualcognomen). Es wird dargelegt, wie die historische Benennungsweise
aus einem Stadium der Einnamigkeit (z.B. Romulus, Remus) hervorgegangen
ist. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Herkunft der römischen
Praenomina, Gentilicia und Cognomina. So werden etwa die verschiedenen
semantischen Gruppen aufgeführt, die bei den Cognomina zu unterscheiden
sind: Herkunftsbezeichnungen, Bezeichnungen von körperlichen oder
geistigen Eigenschaften (z.B. Caesar *'langes Haupthaar tragend', Naso
*'der eine auffällige Nase hat'), Tiernamen (z.B. Cornelius Bestia),
Bezeichnungen von Geräten (z.B. Cornelius Dolabella), Körperteilbezeichnungen,
Vornamencognomina, Siegesbeinamen, Adoptionscognomina.
35 005 Etymologie und Wortbildung des Lateinischen
1st., Mo 14-15
Steinbauer
Regeln der Wortbildung und sprachgeschichtliche Kenntnisse können
z. B. erklären, daß von maius das Substantiv maiestas abgeleitet
ist (und was maiestas populi Romani meint).
Andererseits stellen sich manchem dann auch die Fragen nach der
etymologischen Zugehörigkeit der deutschen Wörter mehr und Majestät.
Welche Grundkenntnisse man sich zu ihrer Beantwortung erwerben kann, und
wo man nachschlägt, wenn Schüler solche Fragen stellen, will
die Vorlesung aufzeigen.
35 201 Theater in Rom
2st., MI 15-17
Beck
35 202 Ciceros rhetorische Schriften
2st., Di 10-12
Gärtner
Gründliche rhetorische Schulung, identisch mit der Vermittlung
höherer Bildung, war für erfolgreiche Karrieren in der Antike
unentbehrlich und bildete den Abschluß der schulischen Ausbildung
junger Römer. Aber erst im 1. Viertel des 1. Jhs. v. Chr. lösten
lateinische Lehrbücher und theoretische Schriften die bis dahin üblichen
griechischen Werke ab. Cicero, der hinsichtlich seines Bildungsprogramms
anspruchsvollste ‘Theoretiker’, soll anhand der wichtigsten seiner nach
Absicht und Anlage sehr verschiedenartigen rhetorischen Werke (Rhetorici
libri [= De inventione]; De oratore; Brutus; Orator) in chronologischer
Ordnung vorgestellt werden. Die Vorlesung wendet sich auch an nichtlatinistische
Hörer.
Zur Einführung:
O. Seel, Cicero. Wort, Staat, Welt, Stuttgart 1953
K. Büchner (Hrsg.), Das neue Cicerobild, Darmstadt 1071 (WdF
27)
B. Kytzler (Hrsg.), Ciceros literarische Leistung, Darmstadt 1973
(WdF 240)
M. Fuhrmann, Cicero und die römische Republik, München-Zürich
1991.
35 203 Ammianus Marcellinus
2st., Mi 10-12
Gärtner
Dieser bedeutendste ‘Tacitus-Nachfahre’ griechischer Herkunft, von
dessen ursprünglich 31 Bücher umfassenden Geschichte des römischen
Reichs seit 96 (Kaiser Nerva) sich nur die Bücher 14-31 mit der Darstellung
der Ereignisse von 353-378 erhalten haben, soll möglichst umfassend
unter den Gesichtspunkten Bildung, Geschichtsauffassung, Darstellungsweise
und Sprache sowie in seinem Verhältnis zur Historiographie des 4.
Jhs. vorgestellt werden.
Hilfsmittel:
Text:
W. Seyfarth, Leipzig 1978 (BT, 2 Bde.)
W. Seyfarth, Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte, lat.
u. dt. m. einem Kommentar, Berlin (= Darmstadt) 1968/71, 4 Bde.
Kommentar:
P. de Jonge, J. den Boeft u. a., Sprachlicher und historischer Komm.
zu Amm. Marcellinus (bzw. Philological and historical Comm. on A. Marcellinus,
Groningen 1935/95 (bisher B. 14-22).
Zur Einführung:
M. v. Albrecht, Gesch. d. Röm. Literatur 1127-1138
K. Rosen, Ammianus Marcellinus, Darmstadt 1982 (EdF 183).
Ü b u n g e n
35 210 Übung und Colloquium: Lektüre und Interpretation
griechischer Dichtung
2st., DO 9-11
Rechenauer
35 211 Lektüre (griechisch): Justin, Apologie
2st., Mo 10-12
Fürst, Alfons
entfällt
35 212 Interpretationsübungen zur lateinischen Poesie von Plautus
bis Ovid
1st., MO 11-13 (14tgl.)
Janka
Durch gemeinsame Interpretation von Texten (in Examenslänge)
verschiedener Epochen (Altlatein bis ‘Klassik’) und Gattungen (Drama, Lyrik,
Elegie, Epos) der römischen Poesie sollen Techniken und Regeln des
Interpretierens erar beitet und eingeübt werden.
Arbeitsteilig erfolgen ‘Präparation’ (Sammeln und Ordnen von
‘Vorwissen’ zu Autoren und Werken) sowie ‘Nachbereitung’ (zur Ergebnissicherung
in Form von Interpretationsprotokollen).
Auf Wunsch kann der ‘Ernstfall’ (Interpretationsklausur unter Examensbedingungen)
simuliert werden.
Willkommen sind alle, die Freude am Entdecken lateinischer Dichtung
aufbringen können.
35 213 Italienisch III
2st., nach Vereinbarung
Fajen
Lektüre: Euripides (zugleich Einführung in die antike Tragödie)
DI 18-20
Janka
Seneca: Epistulae morales
2st., Mi 11-13
Beck
Grundstudium
Ü b u n g e n
Einführung in die klassische Philologie
2 st., DI 8-10
Wolbergs
35 216 Grammatik- und Übersetzungskurs Griechisch-Deutsch
6st., Mo, Mi, 10-12, Fr 8-10
Wolbergs
Text: Platonis Opera Tom. III (OCT)
35 217 Grammatik- und Übersetzungskurs Latein-Deutsch
6st., Di, Mi, Do 14-16
Fajen
P r o s e m i n a r e
35 220 Menander: Dyskolos
2 st., MI 14-16
Rechenauer
31128 Platons "Euthydemos"
2 st., MO 16-18
Kutschera / Heitsch
35 222 Cicero, Reden gegen Catilina
2st., FR 9-11
Beck
35 223 Catull
2st., Do 10-12
Gärtner
Behandelt werden soll eine Auswahl der kleineren Gedichte (c. 9;
10; 14; 35; 36; 95; 96), danach als Beispiel für ‘Übersetzungsliteratur’
c. 66, schließlich das Peleus-Epyllion 64. Abschlußklausur
im Februar
Text: H. Bardon, Stuttgart 1973 (BT) [Preis: 39,00 DM]
Kommentar:
W. Kroll, Stuttgart 1989 (7. Aufl.)
C. J. Fordyce, Oxford 1961 u. ö. (enthält nicht alle Gedichte)
Zur Einführung: R. Heine (Hrsg.), Catull, Darmstadt 1975 (WdF
308).
35 224 Minucius Felix
2st., Do 8-10
Wacht
Minucius Felix, christlicher Autor aus dem beginnenden 3. Jh., richtet
sich in dem in Sprache und Form Ciceros philosophischen Dialogen nachgebildeten
‘Octavius’ apologetisch und werbend an ein gebildetes heidnisches Publi-
kum. Die akademisch-skeptische Position des Gesprächspartners, die,
an Cotta aus Ciceros de nat. deor. erinnernd, sich mit traditionellem Religionsverständnis
verbindet, bestreitet der Christ - unter Verzicht auf spezifisch christliche
und biblische Beweisführung - mit rationalen, der heidnischen philosophischen
Tradition entnommenen Argumenten.
Text: Minucius Felix, Octavius ed. B. Kytzler, Stuttgart (Teubner)
1992
Einführende Literatur:
H. v. Geisau, Art. Minucius Felix: RE Suppl. 11,1, 1968, 952-1002.1365-1378.
C. Becker, Der Octavius des Minucius Felix. Heidnische Philosophie
und frühchristliche Apologetik = Sb. Bayer. Akad. d. Wiss., München
1967, 2
K l a u s u r e n zum Erwerb der Sprachscheine
Griechisch: Do , 29.10.1998, 9-12
Latein: Di , 10.11.1998, 14-17; Di , 09.02.1999, 14-17
Hauptstudium
Ü b u n g e n
35 230 Übersetzungskurs Deutsch-Griechisch
2st., Mi 14-16
Janka
Der Kurs versucht wieder einmal recht grundständig, den Boden
für einen ‘Dialog’ zwischen deutscher und altgriechischer Sprache
zu bereiten.
Obschon auf Unter- bis Mittekursniveau angesiedelt, steht die Veranstaltung
ebensogut Anfängern wie Examenskandidaten offen.
Das Unterrichtskonzept kreist im wesentlichen um drei Schwerpunkte:
1) Die Syntaxrepetitoriumsphase dient der konzentrierten Vertiefung
besonders problemträchtiger Grammatikkapitel. Diese sollen im Phrasentraining
und in Textbeispielen erarbeitet werden.
2) Regelmäßige Kurzklausuren mit stofflichen Schwerpunkten
und zwei Langklausuren (je eine auf Zwischenprü- fungs- und Examensniveau)
unter Prüfungsbedingungen gewährleisten ausgedehnte Übungsmöglichkeiten
in ‘Ernstfallsimulation’ sowie kontinuierliche Rückmeldung über
den Leistungsstand.
3) Kontinuierliche häusliche Übersetzung schwierigerer
Texte, die korrigiert und im Plenum besprochen werden, befördert das
(kontrollierte) Einschleifen der Retroversions-Techne.
- Ein parallellaufender ‘Kreativblock’ ist für griechische
Kurzreferate (5 Min.), Diskussionen und die ‘Hellenisierung’ deutscher
Originaltexte reserviert.
- Übungsmaterialien für die Ferien sind bei der persönlichen
Anmeldung erhältlich.
- Leseanregung: Schwerpunkt der Übungstexte und Klausuren:
Philosophie (Platon), Rhetorik (Lysias, Isokrates) und Historiographie
(Xenophon).
35 231 Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Unterstufe) E N T F
Ä L L T
2st., Di 8-10
Wolbergs
35 232 Übersetzungskurs Deutsch-Latein (Oberstufe )
2st., Di 14-16
Blusch
35 233 Übersetzungskurs Deutsch-Latein (f. Examenskandidaten)
2st., Do 14-16
Wacht
H a u p t s e m i n a r e
35 240 Aristoteles, Poetik
2st., Do 14-16
Rechenauer
35 241 Ovid, Epistulae Heroides
2st., Fr 11-13
Beck
35 242 Lucan, Bellum civile B. 7 und 8
2st., Do 8-10
Gärtner
In gemeinsamer Lektüre und vor allem durch Referate (Liste
wird ab 15.08. ausgehängt) soll dieser Teil des Epos, der die Schlacht
bei Pharsalos und die Folgen bis zur Ermordung (und zur Apotheose, B. 9,
1-18) des Pompeius umfaßt, behandelt werden, zugleich mit Blick auf
die Problematik der poetischen Gestaltung von Stoffen aus der jüngeren
Geschichte.
Text: D. R. Shackleton Bailey, Stuttgart/Leipzig 21997 (BT); da
zu teuer (148,00 DM), werden Kopien zur Verfü- gung gestellt; bitte
in Teilnehmerliste eintragen!
Kommentare:
B. Civ. Liber Septimus, Introduzione, testo crit. e comm. a cura
di D. Gagliardi, Firenze 1975
Civil War VIII, ed. with a comm. by R. Mayer, Warminster 1981
Zur Einführung:
W. Rutz (Hrsg.), Lucan, Darmstadt 1970 (WdF 235)
O. Reverdin (Hrsg.), Lucain, Entretiens sur l’Ant. class. 15, Vandoeuvres-Genève
1970.
F a c h d i d a k t i k
35 245 Der griechische Sprach- und Lektüreunterricht
2st., Mi 16-18
Pfaffel
In der Übung werden im Wesentlichen behandelt: Zielsetzung
und Legitimation des Griechischunterrichts am Gym- nasium, Aufbau des in
Jgst. 9 beginnenden Sprachunterrichts, Anlage einer Grammatikstunde, Motivation
im Grie- chischunterricht, Übergang vom Sprach- zum Lektüreunterricht.
Da in den nächsten Jahren auch mit einem verkürz- ten Sprachunterricht
(beginnend erst in Jgst. 10) gerechnet werden muss, wollen wir auch einen
Kurzlehrgang für die 10. und 11. Klasse entwerfen.
Für den Kurs unerlässlich: das neue Lehrbuch „Hellas“
(CC. Buchners Verlag Bamberg, 1996) incl. der dazu gehöri- gen Grammatik.
35 246 Theorie und Praxis des Lateinischen Unterrichts in der Lehrbuchphase
2st., Mo 14-16
Utz
Behandelt werden außer dem Lehrplan und fachpolitischen Fragestellungen
v.a. Umfang und Aufbereitung von Wortschatz und Grammatik sowie die Arbeit
mit Lehrbüchern. (Detaillierte Planung in der 1. Sitzung)
Sprachkurse
S p r a c h k u r s e zum Erwerb von Graecum und Latinum
35 250 Griechisch I für Philologen
6st., Mo-Fr 12s.t.-13
Blusch
35 251 Griechisch I für Philologen und Theologen
6st., Mo-Fr 12s.t.-13
Wacht
35 252 Latein I (Parallelkurs A)
6st.,Mo-Fr 13s.t.-14
Blusch
35 253 Latein I (Parallelkurs B)
6st., Mo-Fr 12s.t.-13
Fajen
35 254 Latein I (Parallelkurs C)
6st., Mo-Fr 12s.t.-13
Wolbergs
S p r a c h k u r s e für Neugriechisch
35 256 Neugriechisch für Anfänger
2st., Mi 16-18
Jahnke
35 257 Neugriechisch für Fortgeschrittene
2st., Mi 18-20
Jahnke