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Zugangssysteme: Online-Verfahren
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Inhaltsverzeichnis |
Zusammenfassung
- Ziel des Ganzen: Zulassung von Bewerbern zu Veranstaltungen
- Die Verfahren werden häufig falsch eingesetzt
- Die Technik wird überschätzt: Jedes technische System hat seine Grenzen. Jedes technische System kann ausfallen.
- Online-Systeme sind keine Selbstläufer
Gängige Verfahren
Unbegrenzte Zulassung
- Wer sich anmeldet, ist automatisch zugelassen
- Eignung: Vorlesungen ohne Teilnehmerbeschränkung
Wer zuerst kommt, mahlt zuerst
- In der Reihenfolge der Anmeldung werden die Bewerber bis zu einer gewissen Grenze direkt zugelassen. Alle weiteren Bewerber werden zu Nachrückern oder abgewiesen.
- Eignung: wenig bis mäßig nachgefragte Veranstaltungen
Losverfahren
- Beliebig viele Bewerber werden auf einer Liste gesammelt. Aus ihnen wird nach Anmeldeschluss gelost.
- Viele Bewerber melden sich für viele Veranstaltungen an .. und landen, je nach Losglück, in einer, keiner, der richtigen oder der falschen Veranstaltung.
- Eignung: Viele Bewerber um eine begrenzte Zahl von Plätzen, wenn keine weiteren Kriterien einzuhalten sind.
Auswahlverfahren mit Priorisierung
- Beliebig viele Bewerber werden zunächst auf einer Liste gesammelt. Nach Anmeldeschluss wird nach vorher bekannt gegebenen Regeln eine Anordnung der Teilnehmer durchgeführt.
- Man könnte sich z.B. die Zugehörigkeit zu Studiengängen vorstellen oder die Semesterzahl, ..
- Der RKS verfügt über studienrelevante Daten. Dieses Verfahren ist aber noch nicht implementiert.
Technik
- Online-Systeme brauchen Zugang zu einem Server:
- Jeder Server hat eine begrenzte Zahl von gleichzeitig möglichen Verbindungen. Größenordnung 200 gleichzeitige Verbindungen pro Server
- Der Server hat eine begrenzte Verarbeitungskapazität (Rechenleistung, Speicher)
- Der Bearbeitungsaufwand am Server hängt vom Anmeldeverfahren ab. Beim Losverfahren muss der Bewerber nur in eine Liste aufgenommen werden, bei der direkten Zulassung sofort eigebucht oder abgewiesen werden.
- Online-Zugriffe durchlaufen auf dem Weg zum eigentlichen Server zahlreiche andere Server und mehr oder weniger schnelle Leitungen.
- Wie bei Wasserleitungen auch, bestimmt das langsamste Element der Strecke deren Leitungsgeschwindigkeit.
- Die Laufzeit von ein und demselben Ausgangspunkt zum Server variiert abhängig von der Auslastung der Komponenten extrem.
- Stark ausgelastete Systeme verlieren extrem an Performanz.
- Fazit: Die Laufzeit einer Online-Aktion ist in weiten Grenzen zufällig.
- Mit zunehmender Verfügbarkeit und der Kürze der Reaktionszeit steigen die Kosten exponentiell.
- ebay setzt Milliarden um und investiert Milliarden.
- Ähnlich wie bei Google bilden hunderte von Servern eine Einheit. Das kostet!
- Technische Systeme fallen gelegentlich aus.
- Das EDV-System der Universität ist so konzipiert, dass es auch mal ausfallen darf. Anders wäre es nicht finanzierbar.
Online-Systeme sind keine Selbstläufer
Man muss sie mit Bedacht implementieren, einsetzen und überwachen:
- Eindeutigkeit:
- Die angemeldete Person muss eindeutig identifizierbar sein.
- Die Registrierung von Bewerbern anhand einer Mailadresse ist untauglich. Der selbe Bewerber kann mit mehreren Mailadressen auftreten. Das ist kaum nachzuprüfen.
- In Regensburg ist der sog. RZ Account eindeutig: Der Besitzer hat sich in der Studentenkanzlei ausgewiesen.
- Verfügbarkeit:
- Alle Bewerber müssen die Gelegenheit haben, durchzukommen.
- Das Regensburger EDV-System ist nicht das von ebay! .. und selbst das fällt schon mal aus!
- Online-Anmeldesysteme müssen so eingesetzt werden, dass sie auch mal ausfallen dürfen: Massenpanik und last-minute-Zockerei sind zu vermeiden.
- Gerechtigkeit:
- Alle Bewerber müssen die gleiche Chance haben
- Die Bewerbung darf nicht von einer zufälligen Laufzeit abhängen.
- Gebotsautomaten a la ebay sind im Einsatz. Online-Systeme sollten unempfindlich dagegen sein.
- Transparenz:
- Für die Bewerber sollten die Abläufe erkennbar und nachvollziehbar sein.
- Die Anmeldelisten sollten während der Anmeldung und nach der Zulassung jederzeit einsehbar sein.
- Priorisierung:
- Es wird gewünscht, dass stärkeres Bemühen bei der Vergabe erkennbar und , im Idealfall, auch wirksam wird.
- Um es nochmals zubetonen: 'Wer zuerst kommt, mahlt zuerst' ist in der Online-Implementierung ein reines Losverfahren!!
