Was Jutta denkt


ad. Auf Einladung der Grünen Hochschulgruppe stellte Jutta Ditfurth, Mitbegründerin der Grünen, ihr neues Buch vor: "Was ich denke. Anders oder gleich? Über die Entwertung des Menschen", 1994.

In ihrem vierten Werk beschäftigt sich Jutta Ditfurth mit der Frage, was aus der sozialen Utopie der Gleichheit des Menschen geworden sei, und tritt für deren Notwendigkeit ein. Der mit der Französischen Revolution begonnene Kampf um Gleichheit habe bisher nur zu einer formalen geführt, die bestimmte Gruppen bevorzuge. Wirkliche Gleichheit gebe es erst, wenn jedem Menschen die gleichen gesellschaftlichen Möglichkeiten zur Verfügung ständen, um sich frei zu entfalten.

Die als Journalisten in Frankfurt/Main lebende, sich seit ihrem Parteiaustritt 1991 für den Aufbau der "Ökologischen Linken" einsetzende Verfasserin wandte sich gegen eine durch Selbstmitleid getragene Retrospektive, würdigt aber die 60er und 70er Jahre als Zeit, in der zahlenmäßige Minderheiten gesellschaftliche Reformen durchzusetzen vermochten. Heute sei in der Bevölkerung eine Verschiebung nach rechts festzustellen, im Rahmen derer die Grünen nur noch wegen des eigenen guten Gewissens gewählt würden, um sich auf diese Weise eifriger um die persönliche Karriere kümmern zu können.

Ditfurth schloß mit der Aufforderung, wieder darüber zu diskutieren, was der Mensch eigentlich sein und wie er weniger fremdbestimmt leben könnte, d.h. emanzipiert im umfassenden Sinne.



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