Sommerzeit-Fetenzeit. Kaum machen sich die ersten warmen Mainächte bemerkbar, sind auch schon die ersten Fetenbummler unterwegs, um einen Platz zu suchen, wo sie ihre Freude über den kommenden Sommer auslassen können. Wer den Lockruf der Walküren noch nicht vernommen hat, hat vielleicht über Gerüchte Wind davon bekommen: Tanz auf der Walhalla.
König Ludwig I. hatte eigentlich im Sinn, eine Ruhmeshalle für berühmte Deutsche zu schaffen, als er 1830 Leo von Klenze beauftragte, die Walhalla zu erbauen. Zwölf Jahre dauerte der Aufbau, die Zerstörung und Verwüstung scheint schneller voranzugehen. Denn viele wissen wohl den erhabenen Sinn dieses Denkmals nicht zu würdigen, sondern erfreuen sich lieber an der erhabenen Lage weit über dem Donautal. An warmen Sommerabenden feiert man mit Wein, Bier und Gegrilltem ausgelassene Feste auf den Stufen der Walhalla und genießt den Ausblick. Da gibt es nichts dagegen einzuwenden, zumal da außer den toten Büsten niemand durch Lärm belästigt wird.
Allerdings kann Frau Paulik vom Landbauamt Regensburg am Ende eines Sommers jede Menge Sachbeschädigungen aufzählen. So werde sehr häufig offenes Feuer auf den Stufen gemacht, so daß Steinplatten sprängen und verschmutzten. Leere Flaschen würden unbekümmert in die Tiefe geschleudert, wo sie auf den unteren Stufen zersplitterten. Den Gipfel fand der Übermut wohl letzten Sommer, als eine der großen Säulen stark beschädigt wurde. Diese in den letzten Jahren stark zunehmende "Verschandelung" habe das Landbauamt dazu bewogen, die Walhalla für nächtliche Exzesse unzugänglich zu machen. Dies seien jedoch nur Überlegungen, so Paulik, die immer wieder fallengelassen werden; konkrete Pläne oder Beschlüsse gebe es noch keine.
Oh Odin! Warum sollten wir uns selbst diesen herrlichen Festplatz vergällen? Die Würstchen kann man doch am Grill bruzzeln und den Müll wieder einpacken und mitnehmen. Aber vor allem: laßt die Säulen stehen, sonst fällt uns noch die Walhalla auf den Kopf!