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Bandkatalog als Teilbereichskatalog im Lesesaal
Nach Gründung der Universitätsbibliothek 1964 mussten zunächst als Vorbereitung auf die geplante EDV-basierte Katalogisierung die Programme erstellt und die nötigen Geräte beschafft werden. Mit der Katalogisierung konnte deshalb erst 1966 begonnen werden. So war die Zeit bis zum Vorlesungsbeginn im WS 1967/68 zu knapp, um die aufgebauten Bestände bis dahin vollständig katalogisieren zu können (1). Daher wurde mit Hochdruck gearbeitet, um zumindest die Literatur für die ersten im Studienbetrieb angebotenen Fächer zu katalogisieren und rechtzeitig zum ersten Semester einen ersten Bandkatalog zu erstellen.
Da der im Mai 1966 bestellte Großrechner der Universität erst 1968 installiert wurde, liefen die Programme zur Erstellung des ersten Kataloges zunächst auf einem Testrechner der Firma Siemens in Nürnberg (2). Pünktlich zu Beginn des Lehrbetriebs erfolgte 1967 der Ausdruck des ersten EDV-erstellten Gesamtkatalogs auf einem Drucker bei der Firma Siemens in München.

Der Computer Forms Printer: Vom Endlospapier zum kopierten und verkleinerten Bandkatalog
Bereits der Katalog für das Sommersemester 1968 konnte im Rechenzentrum der Universität gedruckt werden. Die Teilbereichskataloge wurden mit zwei Durchschlägen gedruckt, für den Gesamtkatalog sollte eigentlich Endlos-Papier mit vier Durchschlägen verwendet werden. Da die vierte und fünfte Kopie nur schlecht lesbar waren, wurden ab Herbst 1968 alle Kataloge nur noch in drei Exemplaren, also einem Original und zwei Durchschlägen, gedruckt (3). Es wurden ein Alphabetischer Katalog und ein Systematischer Standortkatalog hergestellt. Stich- bzw. Schlagwörter wurden erst ab 1970/71 vergeben.
Der Drucker zur Siemens 4004/45-Anlage
Die katalogisierten Bestände stiegen in der Anfangszeit rasch an. Außerdem waren u.a. zum Zweck der Fernleihe weitere Katalogexemplare erforderlich. Da die Rechen- und Druckkapazitäten im Rechenzentrum trotz Verbesserung der Programmläufe jedoch für einen zweiten Druckvorgang nicht ausreichten, musste schnell eine Alternativlösung gefunden werden. Durch neue technische Entwicklungen war es ab 1970 möglich, die Bandkataloge in guter Qualität xerographisch zu verkleinern und zu vervielfältigen. Dafür wurde ein Servicevertrag für einen Computer Forms Printer (CFP) mit der Firma Rank-Xerox geschlossen. Der CFP wurde erstmalig für den Katalog zum Wintersemester 1971/72 in Betrieb genommen und kopierte und verkleinerte die Computerdruckausgaben vom Endlosformat auf DIN-A-4-quer und legte die neuen Exemplare in getrennte Fächer ab (3). Anschließend wurden die Kataloge geschnitten und in Klemm-Mappen gesteckt. Die Kataloge wurden halbjährlich erneuert und zwischenzeitlich durch fünf kumulierte Supplemente, jeweils im Abstand von drei Wochen auf den neuesten Stand gebracht. Um die Wartezeit nach dem fünften Supplement bis zum neuen Semesterkatalog zu verkürzen, gab es einen Nachtrag mit den neuen Titelaufnahmen (2).
(1) Eike Unger. Die Universitätsbibliothek Regensburg 1964-1969 oder von der Schwierigkeit eines neuen Systems. In: Paul Niewalda (Hrsg.). Bibliothekslandschaft Bayern. Wiesbaden 1989. S. 70.
(2) Max Pauer. Datenerfassung und Datenverarbeitung an der Universitätsbibliothek Regensburg. Planung. In: Libri 21. 1971. S. 64-76.
(3) Paul Niewalda. Die EDV im Dienste der Universitätsbibliothek Regensburg. Rückblick und Ausblick. In: Paul Niewalda (Hrsg.). Bibliothekslandschaft Bayern. Wiesbaden 1989. S. 3-26.
Zusätzliche Quellen: Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern
„Im Aprilkatalog 1969 waren 224.233 Titel auf insgesamt 43.399 Seiten, die in 218 Stunden verarbeitet wurden. Davon waren 68 Stunden Fehlerzeit. Von den 150 Stunden effektiver Maschinenzeit wurden 92,5 für das Drucken verwandt.“ (1)
(1) Max Pauer. Datenerfassung und Datenverarbeitung an der Universitätsbibliothek Regensburg. Durchführung. In: Libri 21. 1971. S. 77-85.