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Vergangenes & Unvergängliches

Donnerstag 6. November 2014 – Freitag 27. Februar 2015
2014 Stepun

Aus Anlass seines bevorstehenden 50. Todestages präsentiert die Universitätsbibliothek Regensburg die 1966 erworbene Privatbibliothek von Fedor Stepun. Die ca. 3000 Bücher ergänzen den umfangreichen schriftlichen Nachlass des Gelehrten an der Yale University, New Haven (USA).

Ausstellung Fedor Stepun

Fedor Stepun* 19.2.1884 in Moskau † 23.2.1965 in München


Ausstellungseröffnung

Donnerstag 6. November 2014 | 18:00 Uhr

Universitätsbibliothek Regensburg | Zentralbibliothek | OberesFoyer

Programm:

Begrüßung: Dr. Rafael Ball | Direktor der Universitätsbibliothek Regensburg

Eröffnung: Prof. Dr.  Bernhard Löffler | Universität Regensburg | Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte, Mitglied des Ausschusses für Bibliotheksangelegenheiten

Einführung in die Ausstellung: Kurator | Dr. Christian Hufen | Freier Publizist, Berlin, Kuratorin | Dr. Angelika Steinmaus-Pollak | Universitätsbibliothek Regensburg

Feierliche Eröffnung mit Stehempfang


Fedor Stepun, Sohn eines Fabrikdirektors mit litauischer Familientradition und einer Moskauerin skandinavisch-russischer Abstammung, wuchs im ländlichen Russland auf. Er besuchte die deutsche Schule in Moskau, studierte und promovierte in Heidelberg über den russischen Religionsphilosophen Solowjew. Mit deutschen und russischen Kommilitonen begründete Stepun anschließend die internationale Philosophiezeitschrift „Logos", deren russische Ausgabe er 1910 bis 1914 herausgab.

Während des 1. Weltkriegs war Stepun russischer Frontoffizier, publizierte aber ungeschminkte „Kriegsbriefe"; im Februar 1917 begrüßte er die Abdankung des Zaren und engagierte sich politisch für die russische Demokratie. Nach der Oktoberrevolution zog er sich zurück, war Dramaturg und schreibender Landwirt. Auf persönliche Anweisung von Lenin musste er 1922 seine Heimat verlassen – wegen ideologischer Gegnerschaft zur Sowjetmacht.

Seither lebte Stepun als politischer Emigrant in Deutschland. Er wirkte als demokratisch gesinnter Publizist innerhalb der russischen Auslandskultur, deren wortmächtigster Vertreter in deutscher Sprache er war. Darüber hinaus machte er sich als Hochschullehrer für Soziologie (Technische Hochschule Dresden, 1926 bis 1937) und als Schriftsteller einen Namen: mit seinem philosophischen Liebesroman „Pereslegin" eröffnet der Carl Hanser Verlag 1928 sein literarisches Programm ...

Von den Nationalsozialisten als weltanschaulicher Gegner verleumdet und entlassen, schrieb Stepun seine literarisch-soziologischen Erinnerungen. Unter dem Titel „Vergangenes und Unvergängliches" kamen diese nach Kriegsende zuerst auf Deutsch heraus (München, 1947 bis 1950), später auch im russischen Original (New York, 1956). In der Sowjetunion und auch in der DDR durften die Werke von Stepun nicht erscheinen.

In München fand Stepun ab 1946 eine neue Wirkungsstätte. Als Professor für russische Geistesgeschichte an der Ludwig Maximilians Universität und durch seine Vorträge, auch im Radio, erlangte er in der Bundesrepublik große Popularität. Nach dem Untergang der Sowjetunion wurde dieser Autor auch in seiner russischen Heimat wiederentdeckt. In der Ausstellung werden auch historische Tonaufnahmen von diesem „Paradiesvogel unter den deutschen Professoren" (Peter Coulmas) zu hören sein.


Flyer (PDF)



Veranstaltungsort

Zentralbibliothek, Oberes Foyer
Zeit: Montag bis Freitag von 08:00 bis 22:00 Uhr
sowie Samstag von 09:00 bis 18:00 Uhr
Vernissage am Donnerstag, den 6. November 2014, um 18:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

  1. Universität

Universitätsbibliothek Regensburg

Online-Auskunft fragen

Telefon: 0941 943-3990

Feierabendmusik