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Genbank Bayern Arche

Arbeitsablauf

Bis die Samen einer Pflanzenart in der Genbank dauerhaft bewahrt werden, bedarf es einer Reihe von Arbeitsschritten. Diese untergliedern sich in die Samenaufsammlung im Feld, und die anschließende Laborarbeit.


Samenaufsammlungen

Die Geländearbeit umfasst neben der Sammlung reifer Samen auch die genaue Einmessung der Vorkommen mittels GPS. Für die Durchführung einer Samensammlung gilt:

  • Prinzipiell müssen alle Aufsammlungen mit der Universität Regensburg abgesprochen werden.
  • Aufsammlungen von geschützten Sippen und in Naturschutzgebieten dürfen nur mit behördlicher Genehmigung erfolgen. Akzessionen ohne Genehmigung können nicht in die Genbank eingelagert werden.
  • Die Aufsammlungen dürfen den Fortbestand der Populationen nicht gefährden.

Detaillierte Informationen sind im Flyer Sammelanleitung zusammengefasst. Für das Sammeln von Samen und eine korrekte Aufnahme in die Genbank, ist zusätzlich die Verwendung des Formblattes Sammelformular Voraussetzung.

In den ersten beiden Projektjahren (2010, 2011) konnten insgesamt 483 Akzessionen von 322 verschiedenen Arten besammelt werden, darunter bereits 38% aller in Bayern vom Aussterben bedrohten (Rote Liste Kategorie 1) Arten.


Laborarbeit

  1. Samenreinigung
    Nach Sammlung der Samen müssen diese gereinigt werden. Dies geschieht z.T. von Hand, es werden aber auch Maschinen eingesetzt.
  2. Samenzählung
    Die Feststellung der Samenmenge erfolgt am Institut mechanisch oder mittels Samenzählmaschinen.
  3. Keimungsversuche
    Mit einer Reihe von Versuchen wird das optimale Keimungsverhalten der gesammelten Arten bestimmt. Dabei sollen sowohl die natürlichen Keimungsbedingungen erforscht, als auch zusätzlich keimungsstimulierenden Reagenzien (z.B. Gibberrelinsäure) überprüft werden, um im Bedarfsfall eine effektive Wiederansiedlung gewähren zu können. Die zum Teil vorbehandelten Samen werden in Keimschränken unterschiedlichen Temperatur- (konstant/fluktuierend) und Lichtregimen (hell/dunkel) ausgesetzt.
  4. Samentrocknung und Einlagerung
    Nach Abschluss der Keimungsversuche und Trocknung der Samen auf einen relativen Wassergehalt von ca. 5% werden die Samen mit einem Vakuumkammerschweißgerät luft- und wasserdicht verpackt und etikettiert. Die Samenbeutel werden in Gefrierschränke überführt, wo sie bei -18°C lagern.
  5. Erhaltungskulturen und Saatgutvermehrung
    Im Botanischen Garten Regensburg werden Akzessionen mit geringen Samenmengen angezogen, um größere Mengen an Saatgut zu gewinnen. Desweiteren werden nach Möglichkeit Keimlinge aus den keimungsökologischen Untersuchungen für Erhaltungskulturen verwendet.
  6. Samenregeneration
    Um eine maximale Lebensfähigkeit und damit genetische Variation der einzelnen Aufsammlungen innerhalb der Genbank aufrecht zu erhalten, muss die Lebensfähigkeit mittels Keimtests alle 5 bzw. 10 Jahre überprüft werden. Bei Detektion einer Abnahme der Lebens- bzw. Keimfähigkeit werden die eingelagerten Samen verwendet, um im Botanischen Garten frisches Saatgut zu erzeugen oder eine erneute Besammlung der Wildpopulation durchgeführt, sofern diese noch existiert.
  1. Universität Regensburg
  2. Fakultät für Biologie und Vorklinische Medizin

Botanik

Sekretariat

Heike Pfaffenzeller
Tel 0941 943-3107
Fax 0941 943-3106
heike.pfaffenzeller@ur.de

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Institut für Botanik
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