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Neben der Sammlung und der Erhaltung in der Genbank erfolgen wissenschaftliche Begleituntersuchungen um das grundlegende Verständnis für die Keimung und die Möglichkeiten einer Erhaltung in Samenbanken zu verbessern. Von herausragender Bedeutung hierfür sind artspezifische Informationen über die Qualität der Aufsammlungen, der Keimungsökologie sowie der Lagerfähigkeit von Samen.
Mit Hilfe des ander Universität Regensburg vorhandenen Röntgengeräts (Faxitron MX-20) wird eine standardmäßige Überprüfung der gesammelten Akzessionen durchgeführt. Sie ermöglicht eine rasche Qualitätskontrolle des Saatguts, denn über die äußere Beschaffenheit von Samen (Farbe, Oberflächenstruktur) ist es nicht möglich auf den Zustand des Sameninhalts (Embryo, Peri-, Endosperm) zu schließen.
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Gezeigt ist hier ein Vergleich zwischen oberflächlicher Betrachtung von Samen (am Beispiel Thalictrum simplex ssp. galioides) und der Kontrolle mittels Röntgenstrahlung. Durch rein äußerliche Betrachtung ist eine Identifikation von leeren Samen kaum möglich.
Keimtests bilden einen wichtigen Grundbaustein zum besseren Verständnis des Lebenszyklus, und der -strategie einer Pflanze. Gerade bei seltenen und gefährdeten Arten ist bisher noch wenig Forschung diesbezüglich geleistet worden, obwohl das Wissen hinsichtlich der Keimung für eine erfolgreiche Etablierung nach Wiederausbringung der Samen essentiell ist.
Neben der Erforschung der Keimungsökologie werden im Rahmen des Projekts Keimtests zum Vergleich der Keimungs- und Lebensfähigkeit unterschiedlicher Populationen und zur Vermehrung des Saatguts durchgeführt. Eine zusätzliche Beurteilung der Lebensfähigkeit erfolgt mittels Tetrazolium-Tests.
Seit Projektbeginn wurden an 187 Arten insgesamt 749 verschiedene Keimtests mit anschließenden Lebensfähigkeitstests durchgeführt. Dafür wurden allein im Jahr 2011 30.000 Samen verwendet. Grundsätzlich werden dabei nur Akzessionen mit ausreichend hoher Samenanzahl verwendet und die hervorgehenden Keimlinge werden nach Möglichkeit an den Botanischen Garten der Universität Regenburg zur Erhaltungszucht gegeben.
Samen können in Genbanken Jahrzehnte oder Jahrhunderte überdauern. Da sich Arten in ihrer Lagerungsfähigkeit jedoch stark unterscheiden und manche Arten bereits nach wenigen Jahren (< 5 Jahren) ihre Lebensfähigkeit verlieren, finden parallel Versuche zur Alterungsfähigkeit von Samen statt.
Heike Pfaffenzeller
Tel 0941 943-3107
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heike.pfaffenzeller@ur.de
Institut für Botanik
Universität Regensburg
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