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Gemeinsam mit Prof. R. Kleta und Dr. D. Böckenhauer, University College London, haben wir im Rahmen einer englisch-deutschen Kooperation Mutationen im Kaliumkanal KCNJ10 (Kir4.1) als Ursache für das EAST-Syndrom identifiziert, ein bislang unbekanntes Krankheitsbild mit Epilepsie, Ataxie, sensorineuraler Schwerhörigkeit und Tubulopathie. Ziel des Projektes von Markus Reichold, Evelyn Humberg, Maria Ripper, Katharina Schmidt, Christina Sterner und Richard Warth ist es zu untersuchen, auf welche Weise die verschiedenen bisher beschriebenen Mutationen die KCNJ10 Kanalfunktion verändern. Des Weiteren soll anhand von Tiermodellen erforscht werden, welchen Beitrag die Kaliumkanäle KCNJ10, KCNJ16 sowie KCNQ1 zur basolateralen Kaliumleitfähigkeit und zum Transport in distalen Tubulus der Niere leisten. [SFB699]
Dieses Teilprojekt wird gemeinsam von der Arbeitsgruppe Jörg Reinders (Funktionelle Genomik), Markus Reichold, Carsten Broeker, Ines Tegtmeier und Richard Warth durchgeführt.
Beim Fanconi-Syndrom kommt es zu einer Funktionsstörung des proximalen Tubulus der Niere und in der Folge zum Verlust von Glucose und Aminosäuren mit dem Urin sowie zu Rachitis-ähnlichen Symptomen. Unsere Kooperationspartner Prof. R. Kleta und Dr. D. Böckenhauer, University College London, beforschen verschiedene Formen des Fanconi-Syndroms. Prof. Kleta hat eine Familie mit einer bisher unbekannten erblichen Form des renalen Fanconi Syndroms untersucht und das Gen sowie die verantwortliche Mutation identifiziert. Im Rahmen einer Kooperation mit Prof. Kleta und Dr. Böckenhauer ist es unser Ziel herauszufinden, auf welche Weise die Mutation von FAP zu einem Funktionsdefekt des proximalen Tubulus führt und die Erkrankung auslöst. [SFB699]
Dieses Projekt wird von Sascha Bandulik, David Penton Ribas, Philipp Tauber, Julia Stindl, Christina Sterner und Richard Warth durchgeführt.
Das Mineralokortikoid Aldosteron reguliert entscheidend den Salz-Wasser-Haushalt, das Extrazellulärvolumen und den arteriellen Blutdruck. In den Glomerulosazellen der Nebennierenrinde spielt das Membranpotential, welches von der Kaliumleitfähigkeit abhängt, die zentrale Rolle für die Regulation der Aldosteronsekretion. So führt unter anderem die Hemmung TASK-artiger Kaliumkanäle durch Angiotensin II zu einer Erhöhung der Aldosteronsekretion. Interessanterweise sind diese Kanäle auch an der physiologischen Zelldifferenzierung und Zonierung der Nebennierenrinde beteiligt. Im Rahmen dieses Teilprojektes soll untersucht werden, welchen Beitrag TASK1-, TASK2- und TASK3-Kanäle im Einzelnen für die Zonierung und Funktion der Nebennierenrinde leisten. Mit Hilfe elektrophysiologischer und biochemischer Methoden sowie durch in situ Hybridisierungen und die Analyse von Knockoutmäusen sollen die zugrundeliegenden Mechanismen analysiert werden. Ein wichtiges Ziel ist es ferner zu überprüfen, ob die Erkenntnisse aus Zellsystemen und Tiermodellen auf die humane Pathophysiologie übertragbar sind und ob Störungen adrenaler TASK-Kanäle Krankheitswert beim Menschen besitzen. [FOR1086]