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Chalkogenidometallate der Gruppen 14 und 15

Chalkogenidometallate sind attraktive Bausteine für den rationalen Aufbau anorganischer Gerüste durch Lösungsreaktionen. Vorbild dafür ist die variantenreiche Silicatchemie, die sich von unterschiedlich verknüpften SiO₄-Tetraedern ableiten lässt. Wir konzentrieren uns auf solche Systeme, die in anderen Lösungsmitteln bisher nicht erfolgreich bearbeitet wurden.

Thiosilicate in Lösung

Schon für eine der einfachsten Variationen des Silicat-Themas, in der Sauerstoff durch Schwefel ersetzt ist, war eine Lösungschemie bisher unbekannt. Durch Solvatation von SiS₂ in Ammoniak gelang es kürzlich, mit (NH₄)₂[SiS₃(NH₃)]·2NH₃ das erste lösliche Derivat des Orthothiosilicats SiS₄⁴⁻ herzustellen.

Chalkogenidoplumbate

Thio-, Selenido- (Abb.1) und Telluridoplumbate können in den für Germanate oder Stannate geeigneten Lösungsmitteln nicht gehandhabt werden. In flüssigem Ammoniak gelingt es, erstmals das hochgeladene Stamm-Ion PbSe₃⁴⁻ sowie verknüpfte Spezies wie Pb₂Se₄⁴⁻ zu gewinnen.

Chalcogenidometallate2

Abb.1: Das monomere Selenidoplumbat PbSe₃⁴⁻, wie es z.B. im Ammoniakat Rb₄PbSe₃·2NH₃ auftritt (links). Dimere Anionen Pb₂Se₄⁴⁻ in cis- (Mitte) oder trans-Konformation (rechts) finden sich in den Verbindungen [Li(NH₃)₄]₂Li₂Pb₂Se₄·5NH₃ bzw. [Li(NH₃)₄]₂Li₂Pb₂Se₄·4NH₃.

  1. Fakultät für Chemie und Pharmazie
  2. Institut für Anorganische Chemie

Anorganische Chemie in flüssigem Ammoniak

Forschung
Mol