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Das Projekt widmet sich grenzüberschreitenden/transnationalen Netzwerken, die ArbeitsmigrantInnen und ihre Nachkommen zwischen Bayern und ihrem Herkunftsland Kroatien geknüpft haben. Der Dynamik der transnationalen Verbindungen und Praktiken in lebensgeschichtlicher Perspektive wird dabei besondere Bedeutung zuteil, wie auch der Frage inwieweit sich die deutsche und jugoslawische/kroatische Migrationspolitik auf die Praktiken der MigrantInnen ausgewirkt hat. Das Projekt ist Teil des Bayrischen Forschungsverbundes „Migration und Wissen“ (formig).
Die Untersuchung und Dokumentation des besonderen Status des frühneuzeitlichen deutschen Reiches als politisches Referenzsystem des amerikanischen Föderalismus im Entstehungsprozess der USA bildet den Schwerpunkt des Forschungsprojekts. Die traditionelle Einflussforschung wird dabei durch neuere Überlegungen zur „Westernisierung“ (Doering-Manteuffel) und zum atlantisch-europäischen Kulturtransfer erweitert.
Das Projekt setzt sich zum Ziel, den nach dem Zerfall der Sowjetunion einsetzenden Transformationsprozess im Strafprozessrecht der zentralasiatischen Staaten zu erforschen und die Entwicklung des Strafprozesses systematisch im Hinblick auf die Grundlagen und den Gang des Strafverfahrens, die Stellung der Verfahrensbeteiligten, die Beweissammlung und die Verfügung über den Verfahrensgegenstand zu analysieren. Über seine Forschungen hinaus will das Projekt einen Beitrag zur Verankerung eines modernen Curriculums für Strafprozessrecht in den Hochschulen der Region leisten und ein wissenschaftliches Netzwerk aus Experten im Bereich des Strafverfahrensrechts aufbauen.
Das Teilprojekt „Die Justizgeschichte des Dritten Deutschland“ befasst sich mit Übernahme- und Transferprozessen, die durch die napoleonische Gesetzgebung ausgelöst wurden und sich bis zum Erlass der Reichsjustizgesetze 1879 auswirkten, etwa mit klarer Trennung von Exekutive und Judikative, Gleichheit aller Bürger vor Gesetz und Richter, Öffentlichkeit und Mündlichkeit des Verfahrens, und einer eigenen Anklagebehörde. Dabei werden die Entwicklungen des Prozessrechts und der gerichtlichen Institutionen in den ehemaligen Rheinbundstaaten genauso in den Blick genommen wie den rechts- und justiztheoretischen Diskurs des 19. Jahrhunderts. Hinzukommen schließlich Rechtsprechungsanalysen, die unerlässlich für die Bewertung der Wechselwirkungen von Justiz-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte im 19. Jahrhundert sind.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der heutige bayerisch-tschechische Grenzraum zu einer strategisch sensiblen Zone, an der "Westen" und "Ostblock" zusammen trafen. Das Projekt untersucht insbesondere die Ebene des Alltags an der Grenze, aber auch Fragen, wie trotz eines rigiden Grenzregimes Kontakte aufrecht erhalten werden konnten. Ein weiterer Teilaspekt des Projekts ist die Dokumentation der materiellen Artefakte der Grenzsituation, sowohl in baulicher als auch naturräumlicher Hinsicht.
Das sprachwissenschaftliche Teilprojekt untersucht die Verständigung in deutsch-tschechischen Organisationen. Hierbei werden zwei Übersetzungsdimensionen fokussiert: Die Differenz zwischen Sprachen und die Differenz zwischen unterschiedlichen Kommunikationsformen. Ziel ist es, Kommunikationsprobleme in ihrer Wechselwirkung zwischen sprachlicher und soziokultureller Dimension zu erfassen und zu analysieren.
Durch qualitative und quantitative Auswertung größerer Textbestände des Altrussischen in Vergleich im dem altpolnischen und Alttschechischen wird das Phänomen der atypischen Fälle von syntaktischen Subjekten untersucht. Die Leitfrage lautet welche sprachgeschichtlichen Entwicklungswege sich als Ursachen für die heutige Variation zwischen slavischen Sprachen im Bereich der Subjektrealisierung finden und mit einem aktuellen korpuslinguistischen Methodenarsenal objektivieren lassen?
Im Fokus steht die Untersuchung von Determinanten für Migration in den zentralasiatischen Staaten Kasachstan und Tadschikistan und der Umfang und Einfluss von Auslandsüberweisungen durch die Migrantinnen und Migranten. Hierzu werden in Kooperation mit Forschungspartnern in der Region quantitative Haushaltsbefragungen und qualitative Interviews durchgeführt.