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Aufgrund der kulturellen und historischen Bedingtheit der Begriffe "Osten" und "Westen" geht es auch darum, die relevanten Transfer- und Verflechtungsprozesse sinnvoll zu kategorisieren. Diese Klammer ist als "Vorfrage" in allen konkreten Teilprojekten zu beantworten - auch wenn oder geweil es keine allgemeingültige Antwort darauf geben kann.
Diese Frage stellt sich in vielen Dimensionen, insbesondere in politischer, sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht. Dazu gehören auch die Analyse von Aneignungsprozessen von Transfers und Gegenreaktionen auf Verflechtungen (z.B. im Form bewusster Abgrenzungen). Diese zentrale Fragestellung fasst das forschungsleitende Paradigma zusammen und ist im jeweiligen Kontext sowohl einer einzel- als auch multi- und interdisziplinären Bearbeitung zugänglich.
Dabei geht es um Wahrnehmungen und Motive ebenso wie um die daraus folgenden Strategien und Handlungsweisen. Akteur/innen können sowohl Individuen als auch (organisierte) Gruppen und Institutionen bis hin zu nationalen und supranationalen Organisationen sein. Es interessiert uns zugleich die Frage der Beziehungen der verschiedenen Akteur/innen in einem bestimmten Austausch- und Transferprozess.
Transferprozesse und Verflechtungen geschehen nicht in machtlosen Räumen, und die Akteur/innen dieser Beziehungsgeflechte sind mit unterschiedlichen Ressourcen ausgestattet. Der Themenverbund wird daher auch die Frage nach der Beziehung zwischen Verflechtung und Ungleichheit stellen sowie damit einhergehende kulturelle Konstruktionen, Stereotypen, Klischees und Vorurteile dekonstruieren.