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Was hat man sich eigentlich unter einer Performanz vorzustellen? Eine Performanz ist eine „szenische Kunstpraxis“, die an der Grenze zwischen Popkultur und Kunst angesiedelt ist und „aufgrund ihrer multimedialen Inszenierungsstile die Festschreibung der Künste nach Gattungen in Frage“ (Klein/Sting) stellt. Flapsig formuliert heißt das: „Anything goes!“ Tiefgründiger betrachtet ist die performative Kunst eine Strömung, die sich vom traditionellen Theater und der strikten Trennung der Künste insofern abhebt, da sie die Grundvoraussetzungen eines Theaterabends neu beleuchtet. Darsteller sind nicht nur Darsteller und Zuschauer nicht nur Zuschauer. Im Laufe eines Abends können sich die Rollen umdrehen oder auch nicht. Performances wollen vor allem durch ihren Montage- und Collage-Charakter neue Perspektiven öffnen. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Von der szenischen Lesung, über szenische Collagen, Video-Projekten und Hörspiel-Aufnahmen ist alles möglich.
Die Gruppe ‚Literarische Performanz’ wurde im Wintersemester 2008 ins Leben gerufen. Sie wird von Simone Merk geleitet und ist dem Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft von Frau Professor Regener am Institut für Germanistik zugeordnet und erweitert dort das Lehrveranstaltungsangebot der Angewandten Literaturwissenschaft. Denn der performative turn zählt wohl zu den innovativsten und vielseitigsten Theorie-Ansätzen der Geistes- und Kulturwissenschaften, da er sowohl Aspekte des Handelns, der Intermedialität als auch der Prozesshaftigkeit von Erkenntnis umfasst. Obwohl sich das Ensemble überwiegend aus Germanistik-Studenten zusammensetzt, sind Studierende aller Fachrichtungen herzlich willkommen!
„Götterdämmerung oder Die letzten Tage der Menschheit“. Aufführungen am 25. + 26. Juni 2013 jeweils um 20 Uhr im Foyer des Theaters an der Uni