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Das ueTheater ist eine dezidiert gesellschaftskritische, politische Schauspieltruppe.
Wir gründeten uns 2001 als Reaktion auf die Banalisierung studentischer Theaterkultur. Während früher studentisches Theater als der Hort aufmüpfiger Ideen und Aktionen galt, ist heute Mainstream und Opportunismus die traurige Regel.
„ue“ bzw „ü“ steht für „Überbau“, also „ÜberbauTheater“. Vorsicht: „Überbau“ ist ein marxistischer Begriff! Das „Basis-Überbau“-Modell im Marxismus beschreibt die kaum zu widerlegende Tatsache, daß die Wirtschaft (=Basis) in allen Belangen das Sagen hat, während der „Überbau“ (=Staat, Kunst, Religion, Institutionen, Bildung, Medien etc.) maximal reflektieren oder rummäkeln darf bzw. kann.
Trotzdem, der Überbau ist nicht ganz chancenlos, denn, wie Brecht so schön sagte: „Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?“ Mit unseren Inszenierungen wollen wir dem Erkennen der Lage nach Kräften nachhelfen. Dazu bedienen wir uns klassischer, moderner und selbstverfaßter Stücke. Wir kennen keine Genregrenzen.
Wo wir aber sehr wohl Grenzen kennen, ist der Bereich „Beliebigkeit“. Wir spielen nicht Theater des Theaterspielens, sondern der Aussage wegen. Aber: Nur eine konkrete Aussage macht ein Theaterstück spannend, nur eine konkrete Aussage ruft Emotionen abseits oberflächlicher Betroffenheit hervor. Doch hinter jeder unserer Aussagen steht die humanistische Idee eines positiven Menschenbildes: Der Mensch ist gut.
Das ueTheater unterstützt als Organisation diverse gesellschaftliche Initiativen, so z.B. die Kampagne der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) für ein NPD-Verbot oder die Regensburger Erklärung der BI Asyl für die Abschaffung des Flüchtlinge diskriminierenden Asylbewerberleistungsgesetzes.
2008 lancierte das ueTheater die Initiative, das Theater im Studentenhaus, das unglücklicherweise immer noch keinen eindeutigen Namen hat, nach der berühmten Lehrerin aus Regensburg, Elly Maldaque zu benennen. Sie gilt als das erste Nazi-Opfer der Stadt. Ihr Schicksal wurde unter anderem von Ödön von Horváth und Walter Mehring aufgegriffen.