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Lehrstuhl für Experimentelle Medizin und Therapieverfahren

Oncogenomics Web

Analyse der minimalen Resterkrankung                                                                                      

Nach einer sogenannten „kurativen“, d. h. in heilender Absicht durchgeführten Operation des Primärtumors versterben immer noch, je nach Tumortyp, 20-95% der Krebspatienten. Dies zeigt deutlich, dass sich Tumorzellen oft bereits vor Diagnosestellung und Operation in andere Organe abgesiedelt haben - unerreichbar für den Chirurgen. Nach Monaten oder Jahren können aus den disseminierten Tumorzellen die tödlichen Metastasen hervorgehen. Der Zeitraum nach der Operation und vor dem Nachweis klinisch manifester Metastasen wird häufig minimale Resterkrankung oder minimal residual disease genannt. Diese Latenzperiode ist unter tumorbiologischen und therapeutischen Aspekten besonders interessant. Zum einen ist noch nicht hinreichend verstanden, durch welche Mechanismen Tumorzellen den Primärtumor verlassen, wie sie in den für sie fremden Geweben überleben können, und was sie dazu befähigt zu einer Metastase auszuwachsen. Das Verständnis dieser Schritte dürfte letztlich zu neuen Ansätzen in der Behandlung von Krebs führen. Bislang wird das Stadium der minimalen Resterkrankung geradezu blind therapiert. Fast jede Patientin mit Brustkrebs erhält beispielsweise eine sogenannte adjuvante Therapie, d.h. systemisch verabreichte Medikamente, meist in Form einer Chemotherapie, ohne dass bekannt ist, ob die Zielzellen überhaupt auf das Medikament ansprechen. Die Erfolge solcher adjuvanter Therapien sind bislang entsprechend bescheiden. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, das kritische Stadium der minimalen Resterkrankung eingehend zu untersuchen und so beizutragen, dass durch die Entwicklung rationaler Therapien die Entstehung späterer Metastasen in Zukunft einmal verhindert werden kann.

Entwicklung von Einzelzelltechnologien 

Die Untersuchung der minimalen Resterkrankung ist erschwert durch die Tatsache, dass die vermeintlichen Vorläuferzellen der Metastasen extrem selten sind. Sie lassen sich aufgrund ihres Gewebeursprungs (abstammend vom Epithelgewebe des Tumors) in Knochenmark und Lymphknoten (mesenchymale Gewebe) spezifisch nachweisen, jedoch nur in der Häufigkeit von einer Tumorzelle in einer Millionen normaler Knochenmarkzellen. In der Regel wird nicht mehr als eine Tumorzelle gefunden, selten mehr als zehn. Dies stellt hohe technische Anforderungen an die Analyse. So enthält beispielsweise eine menschliche Zelle 6 pg DNA, d.h. ein Millionstel eines Millionstel Gramms. Aus diesem Grund gilt die methodische Ausrichtung der Gruppe der Entwicklung neuer Technologien zur molekular-genetischen Analyse einzelner Zellen.

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