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Ambulante Sicherungsnachsorge

Ambulante Sicherungsnachsorge für Maßregelvollzugspatienten: Begleitevaluation des 2. Bayerischen Modellprojekts (2005-2010)


Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit spezifischer Nachsorge für Patienten, die aus dem Maßregelvollzug entlassen wurden, mit Bezug auf deliktische Rückfälligkeit und psychopathologische Stabilität zu überprüfen. Außerdem sollten strukturelle und inhaltliche Aspekte forensisch-psychiatrischer Nachsorge in Bayern erfasst werden.
Eine Stichprobe von N = 105 ambulant weiter betreuten Maßregelvollzugspatienten, die nach § 63 StGB untergebracht worden waren, wurde über durchschnittlich 3,5 Jahre untersucht. Es wurden halbjährlich Daten über demografische, rechtliche und krankheitsanamnestische Aspekte, sowie über psychopathologische Entwicklung und Inhalte der Behandlung erhoben. Zusätzlich wurden als Kriterium für deliktische Rückfälligkeit Auszüge aus dem Bundeszentralregister analysiert.
Es zeigte sich bei einer mittleren „time at risk“ (Zeitraum seit der bedingten Entlassung aus dem stationären Maßregelvollzug) von 3 Jahren und 8 Monaten eine signifikant geringere deliktische Rückfallquote von 2 % (gesicherte Delikte) im Vergleich zu früheren Studien mit Patienten ohne  spezifische ambulante Nachsorge (z. B. Jehle et al., 2003: deliktische Rückfallquote von 18,5 % bei einer mittleren „time at risk“ von 4 Jahren). Es wurden keine Fälle von schwerer Gewalt nach Entlassung beobachtet. Außerdem konnten Belege für eine geringe, signifikante psychopathologische Verbesserung der Patienten erbracht werden. Als häufig angewandte bzw. wichtige Aspekte der forensisch-psychiatrischen Nachsorgebehandlung sind die stationäre Krisenintervention (§ 67 h StGB), regelmäßige Medikamentenspiegel- und Suchtmittelkontrollen und Vernetzungen der Ambulanzen mit Behörden und anderen weiterführenden Stellen zu nennen. Schließlich ist von einer deutlichen Kostensenkung im Bereich des Maßregelvollzugs durch forensisch-psychiatrische Nachsorge auszugehen.
Das Projekt wurde gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen (StMAS).

Kontakt für Nachfragen: Dipl.Psych. Matthias Butz

  1. Abteilung für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Bezirksklinikum Regensburg

Kontakt

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Sekretariat:
Simone Schwabenbauer
Tel.: + 49 941 941 1081
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