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Endoprothetik Knie - Das künstliche Kniegelenk

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Indikation

Die häufigste Notwendigkeit für die Versorgung mit einem künstlichen Kniegelenk (Knie-Endoprothese) stellt sich bei einer fortgeschrittenen Abnutzung des Gelenkknorpels mit Zerstörung der Gelenkflächen des Kniegelenkes (Arthrose des Kniegelenkes = Gonarthrose).
Weiterhin stellen chronisch entzündliche Gelenkerkrankungen (chronische Polyarthritis), schwere Instabilitäten der Kniebänder, Spätfolgen nach Unfallverletzungen und die Durchblutungsstörung an der inneren Oberschenkelrolle (M. Ahlbäck) den Grund zum Einbau einer Knieprothese dar.
Im Frühstadium der Arthrose können konservative Maßnahmen zu einer Minderung der Beschwerden führen. Hierzu gehören eine Übungsbehandlung zum Aufbau der Muskulatur und zur Gangschulung, gegebenenfalls Gewichtsreduktion, medizinische Anwendungen und die medikamentöse Therapie mit schmerzlindernden Präparaten. Wenn es trotz konservativer Maßnahmen oder aber anderer Operationen zu keiner Minderung der Beschwerden kommt, sollte die Operation mit einer Knieprothese erwogen werden.

Sollten Ihre Beschwerden im Kniegelenk sich derart gestalten, dass sie morgens längere Zeit brauchen bis Sie Ihr Kniegelenk belasten können, sollte sich Ihre Gehstrecke in den letzten Jahren schmerzbedingt deutlich reduziert haben, müssen Sie regelmäßig Schmerzmittel wegen Ihrem Kniegelenk einnehmen, haben sie nachts Schmerzen im Kniegelenk, wird es abends dick oder sogar heiß, dann vereinbaren Sie bitte telefonisch einen Termin in unserer Endoprothesensprechstunde (immer mittwochs) in unserer orthopädischen Poliklinik unter der Telefonnummer 09405 18-2407.

Wir werden Sie dann in einem persönlichen Gespräch über die Behandlungsoptionen aufklären und mit Ihnen zusammen die richtige Entscheidung für Ihre spezielle Situation treffen. Nach einer angemessenen Bedenkzeit können Sie dann einen Termin zur stationären Aufnahme vereinbaren. Dieser Termin kann telefonisch unter der Nummer 09405 18-2405 oder 18-2406 jederzeit verschoben oder abgesagt werden. Wir bitten Sie von dieser Möglichkeit eine Woche vor dem Operationstermin Gebrauch zu machen. Einen Tag vor der Operation, bzw. donnerstags, wenn Ihr OP-Termin auf einen Montag fällt, bitten wir um einen kurzen Rückruf unter der Nummer 09405 18-2405 oder 18-2406 zur letzten Bestätigung des Termins.

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Stationärer Aufenthalt in unserer Klinik

Nach der Vorstellung in unserer ambulanten Sprechstunde und der Terminvereinbarung zur stationären Aufnahme bitten wir Sie eine Woche vor der stationären Aufnahme Ihren Hausarzt oder Orthopäden/Unfallchirurgen zur präoperativen Vorbereitung aufzusuchen. Zu diesen Vorbereitungen zählen je nach Alter

  • eine Röntgenaufnahme des Thorax,
  • EKG und
  • eine Blutentnahme zur Bestimmung des Blutbildes, der Nierenwerte, der Blutgerinnung und des Entzündungswertes CRP.


Am Aufnahmetag begeben Sie sich zuerst in die Patientenverwaltung um die Formalitäten der stationären Aufnahme zu erledigen und ggf. eine Rehabilitationsmaßnahme zu beantragen. Die Patientenverwaltung befindet sich gleich nach Betreten des Klinikums durch den Haupteingang rechts. Danach begeben Sie sich in den ersten Stock zu unserer Aufnahmestation der ZPA (Zentrale Patientenaufnahme). Dort erfolgen weitere notwendige Vorbereitungen zur Operation wie z.B. ergänzende Röntgenaufnahme des betroffenen Gelenks zur Planung der individuell notwendigen Knieprothese, ergänzende Blutentnahmen und das Aufklärungsgespräch mit dem Orthopäden/ Unfallchirurgen und dem Narkosearzt). In einem gemeinsamen Aufklärungsgespräch werden noch einmal das operative Vorgehen und der geplante Verlauf individuell und ausführlich besprochen. Diese Vorbereitungen können mehrere Stunden in Anspruch nehmen.
Von der ZPA aus werden Sie nach Abschluss der Vorbereitungen auf die Ihnen zugedachte Station geleitet, wo Sie von einer Stationsschwester begrüßt werden. Am nächsten Tag findet die Operation statt. Das bedeutet, dass Sie in der Regel ab dem Vorabend (22.00 Uhr) nüchtern bleiben, also nichts mehr essen und trinken dürfen. Ihre morgendlichen Medikamente nehmen Sie mit einem Schluck Wasser ein. Am Morgen des Operationstages wird das OP-Gebiet rasiert, sie bekommen spezielle Kleidung angezogen und werden dann, nachdem Sie vom OP abgerufen wurden, von den Krankenschwestern/pflegern in Ihrem Bett in den OP gebracht, wo Sie vom Anästhesieteam in Empfang genommen werden.

In unserer Klinik werden werden ca. 90 Prozent aller Eingriffe als Teilnarkose durchgeführt. Im Gegensatz zur Vollnarkose werden bei dieser besonders schonenden Vorgehensweise nur die Nerven betäubt, die das Operationsgebiet versorgen.

Besondere Vorteile der Teilnarkose: Die Herz-Kreislauffunktionen werden nur geringfügig bis gar nicht beeinträchtigt. Auf künstliche Beatmung während der Operation kann verzichtet werden. Die Gefahr, im Rahmen des Operationsgeschehens eine Venenthrombose zu erleiden, ist signifikant geringer als bei einer Vollnarkose. Übelkeit und Erbrechen sind selten. Essen und Trinken sind nach der Operation schnell wieder möglich. In der Regel verabreichen wir bei Teilnarkosen zusätzlich ein Schlafmittel. Die PatientInnen nehmen dann - ähnlich einer Vollnarkose - keine störenden Geräusche wahr. In jedem Fall sorgen wir durch entsprechende medikamentöse Therapie für Schmerzfreiheit und eine stressfreie, entspannte Atmosphäre während der Operation.
Während der Operation werden die abgenutzten Knorpelflächen an Oberschenkel- und Unterschenkelknochen des Kniegelenkes durch entsprechende Instrumentarien (siehe auch unter Navigation) in die erforderliche Passform für die Kniegelenksprothese zugerichtet und diese dann mit Knochenzement verankert. Begleitende Achsfehlstellungen des Beines werden dabei korrigiert. Diese Operation dauert ca. eine Stunde. Danach werden Sie in den Aufwachraum, bzw in unsere Intensivüberachungseinheit gebracht. Dort bleiben Sie, je nach Ihren individuellen Bedürfnissen nur wenige Stunden oder die ganze Nacht. Anschließend werden Sie zur Weiterbehandlung wieder auf Ihre Station zurückgebracht.

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Röntgenbilder verschiedener Gelenkersatzversorgungen am Kniegelenk. Von links nach rechts: Unicondylärer Gelenkersatz (Schlitten), bicondylärer Oberflächenersatz (Doppelschlitten), achsgeführte Prothese, Tumorendoprothesen


Nachsorge

In den Tagen nach der Operation wird das operierte Bein auf einer elektrischen Bewegungsschiene oder vom Krankengymnasten passiv bewegt, zugleich werden unter krankengymnastischer Anleitung ab dem ersten postoperativen Tag die ersten Gehversuche unternommen. Die Redondrainagen, die die Hämatombildung im Kniegelenk reduzieren, werden in der Regel am ersten bis zweiten postoperativen Tag entfernt. Der stationäre Aufenthalt beläuft sich auf ca. 8 Tage. Im Anschluss empfehlen wir die Durchführung einer Rehabilitationsmaßnahme. Diese kann sowohl ambulant, als auch stationär durchgeführt werden. Der Unterschied besteht darin, dass bei der ambulanten Rehabilitationsmaßnahme die Nacht und das Wochenende zu Hause verbracht werden. Sollten Sie sich zur Durchführung einer ambulanten Rehabilitationsmaßnahme entscheiden müssen Sie für sich klären, wie Sie die tägliche Anreise und Abreise organisieren können. Eine Wiedervorstellung nach der Rehabilitationsmaßnahme ist nur in Ausnahmefällen vorgesehen. Die weitere Behandlung übernimmt dann wieder Ihr Hausarzt oder Orthopäde/Unfallchirurg, der Sie nur bei Auftreten von Problemen wieder bei uns vorstellen kann.

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Literaturhinweise

Prof. Dr. Dr. J. Grifka: Die Knieschule - Selbsthilfe bei Kniebeschwerden (Rowohlt-Taschenbuch)

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  1. Fakultät für Medizin

Klinikprofil

Unser Behandlungsspektrum
Da Vinci
Weitere Informationen:

Kliniksekretariat Prof. Grifka

Telefon 09405 18-2401
Telefax 09405 18-2920
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