LEBENSLAUF
Studium und Beruf
11/1999 – 6/2000
Studium für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Deutsch und Geschichte (Universität Bayreuth)
10/2000 – 2/2006
Studium für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Deutsch und Geschichte (Erste Staatsprüfung gemäß LPO I) (Universität Regensburg)
Magisterstudium in den Fächern Geschichte, Deutsche Philologie sowie Vor- und Frühgeschichte (Thema der Magisterarbeit: „Der römische Triumph und sein Weg durch die Hauptstadt“) (Universität Regensburg)
4/2006 – 10/2009
Promotion im Fach Alte Geschichte (Universität Regensburg) mit dem Thema „Interkulturelle Beziehungen zwischen Römern und Kelten. Eine historisch-archäologische Gräberanalyse in der civitas Treverorum zwischen 150 v. und 100/120 n. Chr.“
10/2012 - 7/2013
Lehrbeauftragte am Lehrstuhl für Alte Geschichte (Universität Regensburg)
seit 10/2013
Lehrkraft für besondere Aufgaben am Lehrstuhl für Alte Geschichte (Universität Regensburg)
Tagungen
7/2007
XIII. Internationaler Keltologenkongress (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität/Rheinisches LandesMuseum Bonn)
5/2010
80. Verbandstagung des West- und Süddeutschen Verbandes für Altertumsforschung e.V. in Nürnberg
Vortrag: „Interkulturelle Beziehungen zwischen Römern und Kelten in der civitas Treverorum: zwischen Romanisierung und Resistenzen?“
11/2011
Römische Landnutzung in der Eifel – Neue Ausgrabungen und Forschungen in Mayen des Forschungsbereichs Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte (VAT) des Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM)
Vortrag: „Stadt, Land, Fluss: Rechtliche Aspekte der Landnutzung nach dem gallischen Krieg“
5/2012
81. Verbandstagung des West- und Süddeutschen Verbandes für Altertumsforschung e.V. in Friedrichshafen
Vortrag: „Die Versorgung der gallischen und germanischen Provinzen mit Hülsenfrüchten und ihre Darreichung in den cauponae“
11/2012
Befestigungen in der Eifel von der Antike bis ins 20. Jahrhundert. 8. wissenschaftliche Tagung des „Freundeskreises Bleidenberg e. V.“ in Oberfell an der Mosel
Vortrag: „Fortifikationen als konservierendes Instrument administrativer Strukturen – am Beispiel Mayens und der Befestigung auf dem Katzenberg“
9/2013
80. Tagung des Nordwestdeutschen Verbandes für Altertumsforschung e. V. in Lübeck
Vortrag: „Rekonstruktion administrativer Organisationsformen über wirtschaftliche Strukturen im ager publicus zwischen Viuxtbach und Nahe.“
Publikationen
Publikationen
Tod im Trevererland. Interkulturelle Beziehungen zwischen Römern und Kelten. Eine historisch-archäologische Gräberanalyse in der civitas Treverorum zwischen 150 v. und 100/120 n. Chr., 2011, Gutenberg.
Tod im Trevererland, Interkulturelle Beziehungen zwischen Römern und Kelten. Eine historisch-archäologische Gräberanalyse in der civitas Treverorum zwischen 150 v. und 100/120 n. Chr., in: Archäologisches Nachrichtenblatt 16, 2011, 1, 75–77.
Münzen, Lampen, Balsamarien – ihre Rolle im römischen und im provinzialrömischen (treverischen) Bestattungsritus, in: FeRA 15, 2011, 1–14.
Stadt, Land, Fluss: Rechtliche Aspekte der Landnutzung nach dem gallischen Krieg, in: M. Grünewald, S. Wenzel (Hrsg.), Römische Landnutzung in der Eifel – Neue Ausgrabungen und Forschungen,RGZM - Tagungen Bd.16 Mainz, 2012, 73–85.
Verwaltung ohne civitas? Zur administrativen Organisation zwischen Vinxtbach und Nahe am Mittelrhein, in: FeRA 19, 2012, 1–14.
Fortifikationen als konservierendes Instrument administrativer Strukturen – am Beispiel Mayens und der Befestigung auf dem Katzenberg, in: O. Wagener (Hrsg.), Burgen und Befestigungen in der Eifel, von der antike bis ins 20. Jahrhundert, Petersberg 2013 11–21.
Anbau und Konsum von Linsen, in: O. Heinrich-Tamaska u. a. (Hrsg.), Küche und Keller – Produktion, Vorratshaltung und Konsum in Antike und Frühmittelalter, Tagungsbeiträge der Arbeitsgemeinschaften Römerzeit, Spätantike und Frühmittelalter (erscheint 2013).
Von Räubern und Gendarmen: Der praetechus arcendis latrocinis aus Hochstetten-Dhaun (Kr. Bad Kreuznach), in: B. Edelmann-Singer/ H. Konen (Hrsg.), Salutationes. Kleine Gaben zur Alten Geschichte und ihre Rezeption. Festschrift für Peter Herz zum 65. Geburtstag, Berlin 2013, 89-105.
Triumphans Roman redit: Eine Prozession bahnt sich ihren Weg durch die Hauptstadt und folgt den einsenzeitlichen Dimensionen der Besiedlung Roms (eingereicht bei KLIO).
Rekonstruktion administrativer Organisationsformen über wirtschaftliche Strukturen im ager publicus zwischen Viuxtbach und Nahe am Mittelrhein (Germania superior bzw. Germania prima), in: R.Prien et al. (Hrsg.), Stadt, Land, Fluss (Tagungsbeiträge der Arbeitsgemeinschaft Spätantike Frühmittelalter) (erscheint 2014).
Aktuelles
aktuelles Projekt
Verwaltung ohne civitas? Zur administrativen Organisation zwischen Vinxtbach und Nahe
Während in augusteisch-tiberischer Zeit entlang des Rheins civitates als Verwaltungseinheiten gegründet wurden, fehlen diese im Raum zwischen Vinxtbach und Nahe (im ehemaligen Treverergebiet) – ein Sonderfall in den späteren germanischen Provinzen. In der Literatur wird meist die Meinung kolportiert, die Verwaltung würde über Domänen erfolgen. Doch greift diese Erklärung zu kurz, da die römische Administration auf Zentralorte angewiesen war, die ihre Mittelpunktsfunktion für ein sie umgebendes Territorium ausüben (u.a. Erhebung von Steuern und Abgaben, Rekrutierung von Soldaten). Einen ersten Anhaltspunkt für die Rekonstruktion der administrativen Organisation in diesem Gebiet liefert das territorium metalli von Mayen, einem sich auf wirtschaftliche Ressourcen und deren Abbau gründenden Distrikt. Während in CIL II 5181 ein Berwerksdistrikt als territorium metalli bezeichnet wird, möchte ich für die Untersuchnung von Verwaltungsstrukturen über Wirtschaftsstrukturen den Begriff territorium metallum nutzen, und so beide Komponenten - territorium und metallum - sowie ihre differierende Semantik zu betonen, also zum einen den Zuständigkeitsbereich des Prokuartors sowie zum anderen den Verwaltunsgbezirk. Es ist zu vermuten, dass im ager publicus zwischen Vinxtbach und Nahe weitere, derartige Distrikte existierten, die im Rahmen dieser Studie identifiziert werden sollen. Diese Distrikte wiederum waren eingebunden in pagus-Strukturen. Diese können über die mittelalterlichen Gaustrukturen – Mayen- und Trechirgau – erschlossen werden. Da die Kenntnisse aus den Schriftquellen der römischen Zeit für diesen Raum eher spärlich ausfallen, sollen sowohl archäologische Befunde und mittelalterliche Urkunden als auch Erkenntnisse aus der Zentralitätsforschung und der Toponomastik herangezogen werden. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, die kaiserzeitlichen Verwaltungsstrukturen im Gebiet zwischen Vinxtbach und Nahe zu rekonstruieren.

Rekonstruktion der Dimensionen der Wirtschafts- und Verwaltungsdistrikte von Mayen und Andernach
Aufgrund von Informationen aus frühmittelalterlichen Urkunden kann geschlossen werden, dass der Distrikt von Mayen von der Elz im Westen begrenzt wurde. Im Norden bildete der Grenzverlauf zwischen der civitas Treverorum und der civitas Ubiorum bzw. zwischen den Provinzen Germania inferior, Germania superior und Gallia Belgica, der wiederum identisch ist mit dem der Diözesen von Trier und Köln, die Begrenzung des Mayener Distrikts. Das klerikale Zentrum von Obermendig und seine Filialorte sowie das von Langenfeld gehörten eindeutig zum Distrikt von Mayen. Östlich der Nette und südlich von Mayen bilden Ettringen, Kottenheim, Hausen, Trimbs und Allenz Anhaltspunkte für den Grenzverlauf. Diese beschreiben z.T. auch den Grenzverlauf zwischen dem territorium metallum von Mayen und dem fiscus von Andernach. Der Distrikt von Andernach wird in erster Linie durch naturräumliche Gegebenheiten festgemacht, d.h. den Rhein, den Vinxtbach und die Nette. Diese Terminationen besaßen auch schon in römischer Zeit Gültigkeit. Das gilt auch für die Verlängerung der Vinxtbachgrenze (vicus Ausana, Marmagen und Gerolstein), was durch Meilensteine belegt wird. Aber auch mittelalterliche Gerichts- und Pfarrorganisationen helfen, die Dimensionen des fiscus von Andernach zu fixieren: Im Gebiet zwischen Laacher See und Vinxtbach war Niederzissen ein klerikales Zentrum. Plaidt, Kruft und Nickenich gehörten sicher zum Distrikt von Andernach, was auch für Kell, Eich und Miesenheim gilt, denn diese Orte liegen in dem Gebiet, das von Vinxtbach, Rhein und Nette umflossen wird. Ochtendung hingegen bildete ein eigenes Dekanat und war somit nicht Teil des Andernacher fiscus.

Beide Distrikte gehörten zu einem römischen pagus, der sich zwischen Vinxtbach und Mosel erstreckte und der mit dem mittelalterlichen Mayengau bzw. Maifeldgau identisch ist. Mit pagus ist hier nicht der keltische (Teil-)Stamm gemeint, sondern der Begriff wird als Untergliederung des ager publicus aufgefasst, wie er auch aus dem römischen Nordafrika bekannt ist, und ein Gebiet mit festen Grenzen bezeichnet. Hauptort dieses pagus war Mayen, das sich gerade durch seine herausragende wirtschaftliche Stellung als Zentralort für ein so großes Gebiet eignete. Außerdem kann hier der Sitz eines Prokurators vermutet werden, der für die fiskalischen Belange im pagus mit seinen einzelnen Distrikten zuständig war. Südlich der Mosel schloss sich der Trechirgau mit dem Hauptort Trigoricum/Kastellaun an. Dieser pagus reicht bis zur Nahe. Von diesen beiden Hauptverwaltungsstrukturen bleiben die römischen Kastellorte und späteren kaiserlichen und merowingischen fisci von Andernach, Koblenz, Boppard und Bingen ausgeschlossen.