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Anna-Maria Ruck

Anna-Maria Ruck

Sprechstunde im WS 2015/2016

nach Vereinbarung per Email


Lebenslauf

  • Jahrgang 1985
  • 2006 Abitur am Gymnasium Roth
  • 2007 - 2015 Studium der Fächer Geschichte, Deutsch und Ethik/Philosophie mit Staatsexamensabschluss für das Lehramt an Gymnasien
  • 2010 - 2013 Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft der Universität Regensburg
  • Seit Oktober 2015 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Geschichtsdidaktik am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit der Universität Regensburg 

Lehrprofil

Veranstaltungen im WiSe 2016/2017

Übung:

Inhalte und Methoden historischen Lernens: Propaganda – Ästhetisierungen des Politischen als Gegenstand des Unterrichts (LA Gym und LA RS) (Di 14.00-16.00)

Forschung

Forschung

Dissertationsprojekt im Rahmen des Forschungskollegs FALKE (Fachspezifische Lehrerkompetenz im Erklären)


Projektvorstellung
Das gegenwärtige geschichtsdidaktische Paradigma firmiert unter dem Stichwort der Narrativität – im Geschichtsunterricht soll erzählt werden und zwar in erster Linie deshalb, weil Geschichte als kaum etwas anderes greifbar ist, denn als ‚erzähltes Geschehen‘, als eine sprachlich organisierte, perspektivische und partikulare (Re)Konstruktion vergangenen Geschehens.
Wer Geschichte hingegen erklären will, ist mit einigen Problemen konfrontiert: Erklären im Sinne von ‚vollständig Klären‘ scheint grundsätzlich (und nicht nur im schulischen Kontext) unmöglich – Vergangenes als Wirkliches kann niemals vollständig rekonstruiert werden. Ähnlich problematisch ist die Frage danach, wie eigentlich erklärt werden soll – verbietet die kontroverse Mannigfaltigkeit des Historischen nicht starre Muster der Argumentation mitsamt ihren ideologisch-politischen Fundamenten? Unklar ist auch, was eigentlich erklärt werden soll. Welche der zahllosen Ereignisse, Prozesse, Mentalitäten und Persönlichkeiten sollen Gegenstand eines schulischen Erklärungsprozesses sein – und warum? Und nicht zuletzt: Was heißt überhaupt Erklären im Geschichtsunterricht? Handelt es sich nicht gerade um jene Unterrichtskonstellation, in der ein/e Wissende/r mit erhobenem Zeigefinger vor einer stummen Masse monologisiert und die mit guten lernpsychologischen wie fachtheoretischen Argumenten endlich in die Knie gezwungen schien?
Diesen Fragen muss sich stellen, wer das Erklären im Geschichtsunterricht reflektieren will. Sie weisen auf die Ursachen der feststellbaren Meidung des Begriffs der Erklärung im geschichtsdidaktischen Diskurs. Dass der Vorgang des Erklärens in der Praxis jedoch nach wie vor eine große Rolle spielt – und seine wissenschaftliche Reflexion und empirische Erforschung daher mehr als angezeigt sind – ist nicht in Abrede zu stellen: Lehrende erklären nicht nur Begriffe und historische Methoden, sie strukturieren auch ihren Unterricht argumentativ anhand der großen und kleinen Fragen des Warum? und ihre Erklärungen sind dabei genau wie ihre Erzählungen von epistemischen Grundannahmen geprägt, deren Reflexion und Transparenz der einzige Ausweg aus manipulativer Darstellung zu sein scheint (vgl. z.B. Montanero / Lucero 2011).
Auch auf Seiten der Lernenden wird das Erklären beständig eingefordert, wie sein Stellenwert in den gängigen Operatorenlisten, in Handreichungen und Aufgabenstellungen in Schulbüchern belegt. Darüber hinaus geht es im Geschichtsunterricht im Zeichen von Geschichtsbewusstsein und Geschichtskultur letztlich darum, Lernende anzuregen, im Sinne intraindividueller Sinnbildung historisch triftige Erklärungen von Phänomenen der Gegenwart zu produzieren bzw. die in politischer Öffentlichkeit vorzufindenden historischen Erklärungen gegenwärtiger Phänomene kritisch zu reflektieren.
Vergangenes Geschehen ist in Unterricht und Geschichtskultur also häufig Zielpunkt von Erklärungen (Explanadum) und auch Ausgangspunkt oder Vehikel von Erklärungen (Explanans), wobei sich hier Lehrende wie Lernende als kompetent erweisen sollen, ohne das genauer ausgeführt und reflektiert worden wäre, wie eine solche Kompetenz des Erklärens theoretisch und praktisch zu modellieren ist. Es stellt sich demnach die Frage nach dem empirischen Stellenwert, den fachspezifischen An- und Herausforderungen des historischen Erklärens im Unterricht und nicht zuletzt nach dem Grund der weitgehenden Absenz des Begriffs der Erklärung im geschichtsdidaktischen Diskurs.

 

  1. Philosophische Fakultät I Philosophie, Kunst-, Geschichts- u. Gesellschaftswissenschaften
  2. INSTITUT FÜR GESCHICHTE

Abteilung Geschichtsdidaktik

 Anna-Maria Ruck

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