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Sehen und Verstehen ist ein bildwissenschaftlicher Verbund aus geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächern der drei philosophischen Fakultäten, ergänzt um die Forschergruppe Regulation und Pathologie von homöostatischen Prozessen der visuellen Funktion der Fakultät für Biologie und vorklinische Medizin sowie der Fakultät für Medizin und den bildtheologisch ausgerichteten Wissenschaftlern der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Regensburg. Er plant, in interdisziplinärer Vernetzung neue Formen der bildwissenschaftlichen Analyse von Visualisierungsformen und Wahrnehmungsprozessen unter den Vorzeichen eines erweiterten Bildbegriffs zu entwickeln. Der Themenverbund wurde im Sommer 2012 durch ein internationales Wissenschaftlerteam begutachtet und im Sommer 2013 als ein offizieller Themenschwerpunkt der Universität Regensburg anerkannt. Derzeit umfasst der Themenverbund 38 Professuren.
Wissenschaftliches Symposium in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Mannheim.
Wissenschaftliches Symposium.
Wissenschaftliches Symposium, in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Paul Klee und dem Kunstmuseum Bern.
Gastvortrag von Prof. Dr. Kärin Nickelsen, Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte, LMU München.
Perspektiven aus Kunst und Wissenschaft Ausstellungen - Wettbewerb – Internationale Tagung Mai bis Juni 2012 im Stadtzentrum Regensburg.
Forschungen zum Werk von Adolf Hölzel (1853-1934) und Johannes Itten (1888-1967) gehören zu den Schwerpunkten am Institut für Kunstgeschichte der Universität Regensburg. Adolf Hölzel zählt zu den Wegbereitern der Moderne in Deutschland. Neben seiner Bedeutung als Künstler und Kunstpädagoge hat er sich auch als Kunsttheoretiker hohes Ansehen erworben. Kernstück seiner kunsttheoretischen Überlegungen ist die Farbenlehre. Er entwickelte ein System von sieben Farbkontrasten und von Farbkreisen, das insbesondere über die Farbenlehre Johannes Ittens weithin in der Kunsttheorie des 20. Jahrhunderts verbreitet wurde.
Architekturdarstellung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, unter Leitung von Monika Melters und Christoph Wagner. Eine Veranstaltung des DFG-Netzwerks "Schnittstelle Bild. Architekturgeschichte und Bildkritik im Dialog 1400-1800" und des Themenverbundes "Sehen und Verstehen" der Universität Regensburg).
Als Friedrich Schlegel Altdorfers Alexanderschlacht in Paris sah, erblickte er darin ein „Wunderwerk“ der Malerei: Die Vorträge des vom Lehrstuhl für Kunstgeschichte in Regensburg veranstalteten Symposiums folgen dem erstaunlichen Maler auf dessen Gratwanderung zwischen religiöser Bestimmung und modernem Bildverständnis. Ein neues Licht soll die visuelle Kultur beleuchten, der Altdorfer prägend angehörte. Darüber hinaus wird seine Bildpolitik in den Fokus gerückt und die Frage des Werkprozesses gestellt: Dass seine Gemälde Verführungskünste entfalteten, wusste Altdorfer, dass es mitunter um die Täuschung der Augen ging, genoss er. Auf visuelle Anreize zu verzichten, allein der veritas zu dienen, hätte ihm nicht genügt. Ein neuer Illusionismus, eine Originalität der Erfindung, die seine Bilder mitunter weit aus den Darstellungskonventionen führten, zeichnen nicht erst den späten Altdorfer aus. Ihm, dem die Kunst zur zweiten Natur wurde, widmen sich die Vorträge des wissenschaftlichen Symposiums – sah doch schon Schlegel in Altdorfers Bildern eine „Fülle“ und einen „Reichtum“ der Malerei, den es zu erschließen gilt.
Traditionen - Perspektiven - Kontexte
Keine Epoche wie die der ersten Moderne zu Beginn des Jahrhunderts hat die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts so nachhaltig mit neuen Ideen, künstlerischen Konzepten, kunsttheoretischen Modellen und Programmschriften, Utopien und geistesgeschichtlichen Denkfi guren versorgt. Auf die apologetische Rühmung bis in die Sechziger Jahre folgte die ideologiekritische Attacke der Postmoderne. Die Konzepte und Forderungen der Moderne wurden in Frage gestellt, ihre künstlerischen Gestaltungslehren und Programme auf ihre Brauchbarkeit und ideologischen Gehalte hin überprüft. Mythenbildungen und Ideologiekritik begannen sich in der Auseinandersetzung mit der Moderne unentwirrbar zu überlagern.
Die gewachsene Distanz des 21. Jahrhunderts eröffnet veränderte Perspektiven, um den Aufbruch in die Moderne, seine Errungenschaften und zahlreichen rezeptionsgeschichtlichen Brechungen neu zu befragen: Ausgehend vom Stichjahr 1910 verfolgen sieben renommierte Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker unterschiedliche Aspekte der Moderne und ihrer Rezeption bis hinein in die Gegenwartskunst. Ob sich dabei »die Moderne als unsere Antike« erweist, wie man noch im Jahre 2007 auf der documenta XII rhetorisch behauptete, bleibt bei diesem Lackmustest auf die Aktualität der Moderne abzuwarten.