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Lehrstuhl für Neuere Geschichte (Frühe Neuzeit)

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... am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Universität Regensburg!


Profil des Lehrstuhls

Der Lehrstuhl beschäftigt sich mit der Epoche der Frühen Neuzeit, die unterschiedlich periodisiert wird, meist aber einen Zeitraum zwischen ca. 1500 und 1800 abdeckt. Dabei spielt die Betrachtung der sogenannten Sattelzeiten eine wichtige Rolle – gemeint sind die Phasen von 1450 bis 1550 (Neuzeit allgemein) und 1750 bis 1850 (Neuere Geschichte), in denen sich jene Faktoren, welche die Einheit einer Epoche ausmachen oder es überhaupt erst rechtfertigen, von einer neuen Epoche zu sprechen, herausbildeten. Hier kann man zum Beispiel Entwicklungsprozesse wie jene der Staatsbildung, der Individualisierung oder der Entstehung von Öffentlichkeit nennen, welche auch für das Funktionieren moderner Gesellschaften von zentraler Bedeutung sind. In der Frühen Neuzeit setzten sich technische Erfindungen wie der Buchdruck gesellschaftlich durch, infolge von geographischen Entdeckungen wuchs die Welt, politische Ideen wie Nation, Demokratie oder Menschenrechte wurden ausformuliert. Gleichzeitig beobachten wir die Anfänge der Globalisierung im Sinne einer Europäisierung der Welt, durch die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen aber auch eine zunehmende Europäisierung Europas.


Räumlich konzentrieren sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Lehrstuhls in der Forschung auf Europa, besonders auf das weite Teile dieses Kontinentes umfassende Heilige Römische Reich mit seinen zahlreichen großen und kleinen Territorien und seiner komplexen Verfassungsstruktur sowie mit dem darüber hinausweisenden Herrschaftsbereich der Habsburger und anderer führender europäischer Herrscherdynastien. Dabei interessieren uns besonders die Herausbildung und Funktionen von politischen Kulturen, die sich durch einen bestimmten Gebrauch politischer Zeichen (Zeremoniell, Rituale, Ikonographie), politische Begriffe und Argumentationsmuster, kollektive Wahrnehmungsmuster und Sinnkonstruktionen sowie Prozesse der Institutionalisierung auszeichneten. Da die frühneuzeitliche Gesellschaft in hohem Maße darauf basierte, politische Ordnungen sichtbar zu machen, beziehen wir Bild und Text gleichberechtigt in die Analyse ein und fragen auch nach ihren Funktion in politischen Aufführungen, welche Herrschaftsverhältnisse nicht nur abbilden, sondern auch legitimieren und herstellen sollten (Performanz). Wir analysieren sowohl Formen der Kommunikation innerhalb einer politischen Kultur als im Rahmen der Diplomatie auch zwischen historischen Akteuren, die unterschiedliche politische Kulturen verkörpern.


Im Rahmen der Lehre geht es uns hingegen auch darum, die methodische Vielfalt der historischen Forschung, die unterschiedlichen Blickwinkel auf historische Ereignisse und Prozesse, sowie die komplexen Beziehungen zwischen Struktur und Ereignis, Individuum und Masse, sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen und individuellen/kollektiven Handlungen und Deutungsprozessen deutlich zu machen. Schließlich waren es besonders Historikerinnen und Historiker der Frühen Neuzeit, welche maßgeblich für die Etablierung neuer Forschungsansätze wie zum Beispiel der Kulturgeschichte oder der Geschlechtergeschichte innerhalb der Geschichtswissenschaft verantwortlich waren. Dies wird deutlich, wenn man sich mit der Geschichte der Geschichtswissenschaft auseinandersetzt, welche zum Grundrüstzeug aller Studierenden der Geschichtswissenschaft zählt und deshalb im Rahmen von spezifischen sowie von thematisch anders ausgerichteten Lehrveranstaltungen vermittelt wird. Über den Prozess der Kolonialisierung von Herrschaftsgebieten anderer Kontinente durch europäische Machthaber richtet sich der Blick in der Lehre nicht nur auf Europa, sondern durchaus auch auf Regionen außerhalb dieses Kontinentes.

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Lehrstuhl für Neuere Geschichte

Prof. Dr.
Harriet Rudolph
Neuere Geschichte

Sekretariat Raum PT 3.1.67

Telefon 0941 943-3542

Fax 0941 943-1987

Universitätsstraße 31

D - 93053 Regensburg