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Der Bayerische Wald ist das erdgeschichtlich älteste Gebirge Mitteleuropas. Die folgenden Eindrücke und Aufnahmen entstammen mehreren Wanderungen auf den Gipfel des Großen Falkenstein (1315 m ü. NN) und diversen Schachtenwanderungen. Als Schachten werden die im 16. Jh. von den Bauern gerodeten Freiflächen auf den Südseiten des Grenzkamms zwischen Bayern und Tschechien bezeichnet. Sie wurden teilweise bis in die sechziger Jahre durch die Waldbauern genutzt, um in den Sommermonaten das männliche Jungvieh zu weiden. Als Kulturdenkmal sind die Schachten auch heute noch von der Nationalparkverordnung ausgeklammert und dürfen dementsprechend gepflegt werden, unter anderem um zu verhindern, dass sich der Wald die malerischen, durch Blitzschlag und Ansiedlung von seltenen Pflanzen teilweise bizarren Freiflächen "zurückerobert". Die Fotos zeigen in wechselnder Reihenfolge den Jährlingsschachten, das Schachtenhaus und den Rindlschachten (jeweils ca. 1000-1100 m ü. NN). Die Fotos neueren Datums zeigen den zum Teil erheblichen Windwurf aus dem Jahr 2007 im Bereich Schönebene zwischen Jährlingsschachten und Schachtenhaus. Dort zeigt sich, dass die bestehende Schädigung des Waldes durch Schädlinge (Buchdrucker ("Borkenkäfer")) mittlerweile auch auf die erweiterte Nationalparkregion (Gemeinden Lindberg, Frauenau) übergegriffen hat. Fotos der am meisten geschädigten Regionen im ursprünglichen Nationalpark zwischen Gr. Rachel und Lusen folgen im Sommer.
Die folgenden Eindrücke zeigen die Flanke des Großen Rachel (1453 m ü. NN) sowie mehrerer Schachten im Bereich des ehemaligen Glashüttengutes Oberfrauenau. Während der Gipfel des Rachel als Teil des ursprünglichen Nationalparkgebietes bereits vollständig seinen Fichtenbestand durch Borkenkäferbefall eingebüßt hat, finden sich nun auch auf der Route nach Nordwesten mehr und mehr Kennzeichen einer großflächigen"Borkenkäferkalamität". So sind auf den Fotos zwischen Verlorenem Schachten, Almschachten ("Frauenauer Schachten"), Kohlschachten, Latschensee und Hochschachten weiträumig abgestorbene Areale erkennbar. Während die Nationalparkverwaltung (http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/) deklariert, dass durch das Absterben der Bergfichten in dem Bereich eine substantielle Verjüngung und langfristige Gesundung der Waldbestände und damit eine Renaturierung der durch Jahrhunderte langen Kulturbetrieb auf Monokulturen basierende Hochwald herbeigeführt wird, argumentiert die dem gegenüber oppositionelle Bürgerbewegung (www.bayerwald-schutzverein.de), dass kaum Jungbestände nachwachsen und auf dem Rücken der einheimischen Bevölkerung ideologische determinierte Grundpositionen ausgetragen werden. Mit Blick vom Gipfel des Hennenkobel (956 ü. NN) und dem ersten Schnee erschließt sich mit dem Blick über das Tal des Zwiesler Winkels das Ausmaß der Zerstörung am Großen und Kleinen Rachel erst vollständig.
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