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Rousseau lässt nicht in Frieden ruhen. Auch zu seinem 300. Geburtstag gibt er uns mit seinem Werk Rätsel auf. Über sein Erbe lässt sich bis heute ohne Hoffnung auf Einigung streiten. Ist er der große Vordenker der Demokratie oder der Prophet ihres Scheiterns? Verhilft er der Freiheit zu ihrem Recht oder liefert er sie dem Terror aus? Freiheit oder Terror, liberale Demokratie oder totalitäre Herrschaft – in diesem Spannungsfeld bewegt sich die Wahrnehmung seiner politischen Philosophie. Bis heute schlägt Rousseaus Zauber Leserinnen und Leser in seinen Bann. Die Beiträge dieses Bandes zeigen auf ihre Weise, was sich im Laufe einer wechselhaften Rezeptions- und Wirkungsgeschichte alles aus Rousseaus Hut hervorzaubern ließ – mit fadenscheinigen, aber auch mit guten Gründen.

Gastvorträge von:
Mit freundlicher Unterstützung der Vielberth-Stiftung
Weitere Informationen hier pdf.
Jean-Jacques Rousseau und Hannah Arendt gelten als zwei prominente VertreterInnen des Republikanismus. Daher beschäftigte sich der Workshop nicht nur mit dem jeweiligen politischen Denken der beiden AutorInnen, sondern positionierte sich im breiteren Kontext der Republikanismusforschung. Dabei wurden u.a. die Frage nach dem politischen Zusammenhalt in der Republik, nach der Abgrenzung des öffentlichen vom privaten Bereich und nach den Grenzen des Politischen gestellt. Weitere Informationen hier (pdf).

Im Sommersemester 2010 lag der Schwerpunkt in Lehre und Forschung auf der politischen Philosophie von Jean-Jacques Rousseau. In Vorbereitung auf das Rousseau-Jahr 2012 wurde der Lehrstuhl für Politische Philosophie und Ideengeschichte als Forschungszentrum gestärkt.
Herr Prof. Herb bot hierzu die Vorlesung „Rousseaus Zauber. Die geschlossene Gesellschaft und ihre Freunde“ sowie das Hauptseminar „An allem schuld? Rousseau zwischen Demokratie und Totalitarismus“ an.
Am 24. und 25. Juni 2010 veranstaltete der Lehrstuhl zudem eine Tagung zum Thema „Rousseaus Zauber. Lesarten und Wirkungsweisen der politischen Philosophie“. Ausgehend von den widersprüchlichen Rezeptionsmustern und konkurrierenden Aktualisierungen der politischen Philosophie Rousseaus wurde versucht, die eigenwillige und produktive Ambivalenz seines Werkes zu entschlüsseln. In ergebnisoffener Diskussion sollte geklärt werden, ob sich der Generalverdacht, der Rousseau für alles und jeden verantwortlich macht, aufrechterhalten lässt oder der Differenzierung bedarf. Das Ziel war die Grundfrage nach den Folgen der politischen Philosophie für die politische Praxis aus einer gesicherten Perspektive erneut zu stellen.
Die Tagung verband Vorträge von anerkannten Rousseau-Experten mit Beiträgen von Studierenden und Promovierenden der Universität Regensburg und des Bayerischen Promotionskollegs. Den Flyer finden Sie als pdf hier.
Vortragsreihe zu Alexis de Tocquevilles 200. Geburtstag in Zusammenarbeit der Lehrstühle für Amerikanistik (Prof. Hebel) und für Politische Philosophie und Ideengeschichte (Prof. Herb) mit freundlicher Unterstützung der Regensburger Universitätsstiftung Hans Vielberth.
Wenn ein Aristokrat die Demokratie favorisiert, ein Franzose die Amerikaner lobt und ein Freigeist nach Religion verlangt, scheint dies paradox. Tocqueville (1805-1859) beweist, dass der erste Blick oft täuschen kann. Seine Werke werfen Probleme auf, die bis heute ungelöst sind: Wie viel Demokratie darf man wagen? Gibt es einen Konsens zwischen Eigennutz und Gemeinsinn? Und wie viel Bürokratismus und Politikverdrossenheit kann sich die moderne Gesellschaft leisten? Diese Fragen sind auch nach 200 Jahren hoch aktuell. Die Autoren schildern Tocquevilles Leben und seine politische Wissenschaft, in deren Mittelpunkt die Frage nach dem Verhältnis von Freiheit und Gleichheit steht. Im Namen der Freiheit mahnte er zu mehr Selbstbestimmung und Verantwortung. Auf diese Stimme sollten wir heute hören.
»Die Demokratie ist die schlechteste Staatsform, abgesehen von allen anderen!« Alexis de Tocquevilles zwiespältige Haltung zur modernen Volksherrschaft läßt sich mit den Worten Churchills treffend beschreiben.
Zu Unrecht ist der französische Aristokrat (1805-1859) in Deutschland in Vergessenheit geraten. Tocquevilles These, die Demokratie sei das alternativlose Schicksal Europas, hat sich ebenso bewahrheitet wie sein feinsinniges Gespür für die Gefahren der demokratischen Gleichheit. Die Entmündigung des Einzelnen durch den Verwaltungsstaat, die totalitäre Deformation der Massengesellschaft - Tocquevilles Hauptwerke »Über die Demokratie in Amerika« und »Der alte Staat und die Revolution« nehmen die Kardinalprobleme der Moderne vorweg.
Mit diesem Band, der in der Reihe »Staatsverständnisse« erscheint, soll der »Montesquieu des 19. Jahrhunderts« dem politisch interessierten Leser vorgestellt werden. Philosophen, Politologen und Kulturwissenschaftler liefern dazu Beiträge zu den Themen Zentralismus, Freiheit und Gleichheit, Politische Kultur, Staat und Kirche, Liberalismus, Hierarchie, USA und Europa.
Kooperative Expertentagung der Hanns-Seidel-Stiftung und des Lehrstuhls für Politische Philosophie und Ideengeschichte der Universität Regensburg am 11.-13. Februar 2004 in Wildbad Kreuth.