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Entwicklung und Vertretung des Faches


Die Wissenschaftsgeschichte ist ein 'junges' Fach. Entstanden als Disziplingeschichte innerhalb der naturwissenschaftlichen Fächer, sind inzwischen die Beziehungen zur allgemeinen Geschichtswissenschaft, zu den Kulturwissenschaften und zur Wissenschaftsforschung stärker ausgeprägt. Anders als die Medizingeschichte, die curricular fest in nahezu alle Medizinischen Fakultäten eingebunden und entsprechend breit institutionalisiert ist, und anders auch als die Technikgeschichte, die gelegentlich an die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte angebunden ist, ist die Geschichte der Naturwissenschaften an deutschen Hochschulen - im Gegensatz zur Situation in den USA, Großbritannien oder Italien - selten vertreten und jeweils unterschiedlich institutionalisiert.

Das erste Ordinariat Deutschlands wurde 1946 in Frankfurt eingerichtet; in den 1960er Jahren kamen Institute bzw. Lehrstühle in Hamburg, München, Tübingen, Stuttgart, Mainz und Berlin hinzu. Zur Zeit [2013] ist die Geschichte der Naturwissenschaften in der Bundesrepublik planmäßig mit 7 C4-/W3- und 6C3-/W2-Professuren vertreten, in der Regel jedoch nur mit jeweils einer einzigen Professur pro Hochschule. Ein Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte wurde 1994 in Berlin eingerichtet.

In Deutschland wird Wissenschaftsgeschichte an sieben Standorten in Bachelor-Studiengängen, an sechs Standorten als Master-Fach angeboten: Als Bachelor-Hauptfach in Stuttgart, als Bachelor-Neben-bzw. Ergänzungsfach an der TU Berlin, in Frankfurt/Main, Hamburg, Jena, Stuttgart, Wuppertal und Regensburg; einschlägige Masterstudiengänge bieten an: TU Berlin ("Geschichte und Kultur der Wissenschaft und Technik"), Bielefeld ("History, Philosophy and Sociology of Science"), Braunschweig ("Kultur der technisch-wissenschaftlichen Welt"), Jena (M.Sc. "Geschichte der Naturwissenschaften"), Stuttgart ("Wissenskulturen") und Regensburg ("Wissenschaftsgeschichte").


Wissenschaftsgeschichte in Bayern

Professuren für Wissenschaftsgeschichte gibt es in Bayern außer an der LMU München nur in Regensburg, das damit auch bundesweit zu den wenigen Universitäten gehört, wo das Fach Wissenschaftsgeschichte mit Studiengang, Lehrstuhl und Assistentenstelle vertreten ist. Die schmale personelle und sachliche Ausstattung verhindert zwar eine weitergehende Differenzierung, wie sie vom Gegenstand her erforderlich wäre, entspricht aber dem Ausbaugrad an den meisten anderen Universitäten. Wie sich das Fach in Folge der Neuordnung der Studiengänge durch den Bologna-Prozess langfristig darstellen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen.

  1. Fakultät für Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften
  2. Institut für Philosophie

Professur für Wissenschaftsgeschichte

Logo Wissenschaftsgeschichte

Telefon 0941 943-3661
Fax 0941 943-1985

Mail an das Sekretariat:
Kerstin.Steffen-Fuechsl@ur.de