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Das in Regensburg 'Allgemeine Wissenschaftsgeschichte' genannte Fach gehört hier zu den 'kleinen Fächern' der in sich heterogenen Philosophischen Fakultät I. Das Fach ist dem Institut für Philosophie zugeordnet; da sich die Wissenschaftsgeschichte aber von Arbeits- und Ausbildungsprofil her von der Philosophie unterscheidet, ist das Fach faktisch selbständig. Die Professur wurde 1972 eingerichtet; der erste Lehrstuhlinhaber, Prof. Dr. Imre Toth, hatte vor allem die Geschichte der Mathematik, mit Schwerpunkt Antike, vertreten. Seit dieser Zeit wird von der Universitätsbibliothek die einschlägige Literatur systematisch gesammelt; der Bestand an Primärquellen ist gut, der an Sekundärliteratur und Fachzeitschriften sehr gut.
Gegenwärtige Forschungsschwerpunkte sind: Wissenschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit (Naturphilosophie, Materielehre, Methodologie); Chemiegeschichte des 18. bis 19. Jahrhunderts (Disziplingeschichte, Kommunikation); Geschichte instrumenteller Innovationen zwischen Physik und Chemie; Materielle Kultur der Wissenschaften (Instrumenten- und Sammlungsgeschichte); Geschichte der Physik und technischen Akustik; Theorie und Beobachtung in der babylonischen Astronomie. Weitere Informationen…
In der Lehre ist eine disziplin- oder epochenspezifische Differenzierung weder wünschenswert noch aus Kapazitätsgründen möglich; vielmehr wird eine integrative Betrachtungsweise angestrebt, die - eher struktur- als ereignisgeschichtlich - auf die allgemeinhistorischen Voraussetzungen, die grundlegenden Konzepte/Methoden und die gesellschaftlichen Folgen der Naturwissenschaft zielt. In dieser Hinsicht ist die Wissenschaftsgeschichte in Regensburg als Angebotsfach für die gesamte Universität konzipiert. Indem das Fach historisches Wissen über Naturwissenschaft für Studierende ganz unterschiedlicher Fachrichtungen bereitstellt, bietet es innerhalb der Universität eine Plattform für eine historisch fundierte Reflexion über Wissenschaft, auf der die unterschiedlichen Wissenskulturen einander begegnen können. Die geringe Studentenzahl erleichtert den persönlichen Kontakt mit den Dozenten. Da die Wissenschaftsgeschichte Studierende ganz unterschiedlicher Disziplinen zusammenführt, ist eine individuelle und mit den Dozenten abgesprochene Studienplanung unabdingbar. Weitere Informationen…
Vom Lehrstuhl betreut wird eine der Universität gehörende Sammlung von etwa 900 historischen naturwissenschaftlichen Instrumenten und Apparaten des 18.-20. Jahrhunderts, deren älteste Stücke auf das Kloster St. Emmeram zurückgehen. Solche Sammlungen sind inzwischen selten geworden; die Regensburger zeichnet sich durch Provenienz und thematische Kohärenz aus. Die wissenschaftliche Betreuung reicht von der Inventarisierung, historischen Erforschung und Aufbereitung in Katalogform bis hin zur Konzeption und Durchführung von Ausstellungen. Diese Arbeit wird in Form von Projektseminaren regelmäßig in das Lehrangebot einbezogen.