Zu Hauptinhalt springen
Startseite UR

Historische Instrumentensammlung

Im Besitz der Universität befindet sich eine historische Sammlung von etwa 900 physikalischen, astronomischen und geowissenschaftlichen Instrumenten und Apparaten des 18. bis 20. Jhdts. Im wesentlichen repräsentiert der Bestand eine experimentalphysikalische Lehrsammlung des 19. Jhdts. Solche Sammlungen sind inzwischen selten geworden, weil sie an den meisten Standorten 'aufbenutzt' wurden. Die wissenschaftliche Betreuung reicht von der Inventarisierung, historischen Erforschung und Aufbereitung in Katalogform bis hin zur Konzeption und Durchführung von Ausstellungen. Diese Arbeiten wurden in Form von Projektseminaren regelmäßig in das Lehrangebot einbezogen. Das elektronische Bestandsverzeichnis ist Teil des digitalen Repertoriums des Universitätsarchivs; eine Internetpräsentation ist geplant.

Die Historische Instrumentensammlung geht auf eine Lehrmittelsammlung zurück, die im 19. Jhdt als Teil des Physikalischen Kabinetts des damaligen Regensburger Lyzeums angelegt wurde. Den Grundstock der Sammlung bildete das Physikalische Kabinett des Regensburger Klosters St. Emmeram mit Stücken, die bis ins 18. Jhdt zurückreichen. Bei dem Lyzeum handelte es sich um eine Schule, die zwischen Gymnasium und Universität angesiedelt war. Neben der 1790 gegründeten Botanischen Gesellschaft und dem 1846 gegründeten Naturwissenschaftlichen Verein stellte das Königliche Lyzeum die wichtigste Institution in Regensburg für die Pflege der Naturwissenschaften dar. Im Jahre 1810 eröffnet, widmete es sich in Lehre und Forschung besonders auch Experimentalphysik, Meteorologie und Astronomie, wobei die Bedeutung der Einrichtung für die Forschung in der zweiten Hälfte des 19. Jhdts immer mehr abnahm. Umso stärker waren die Professoren jedoch bemüht, die Fortschritte der Physik innerhalb der Lehrmittelsammlung zu dokumentieren und im Unterricht zu thematisieren. Anhand erhaltener Inventarlisten lässt sich die Entwicklung der Sammlung genau verfolgen; ihren bedeutendsten Zuwachs erfuhr sie zwischen 1875 und 1914. Um die Zeit des Ersten Weltkrieges kam der Ausbau der Sammlung allmählich zum Stillstand. Die Aktivitäten der Schule verlagerten sich in zunehmendem Maße auf die Ausbildung von künftigen Priestern, die Naturwissenschaften verloren an Gewicht, und 1923 erfolgte die Umbenennung  in "Philosophisch-Theologische Hochschule". Seitdem sind kaum noch Neuzugänge für die Lehrmittelsammlung zu verzeichnen, ausgenommen für einige Jahre der Nachkriegszeit, als die Phil.-Theol. Hochschule den vorklinischen Unterricht für in München und Würzburg ausgebombte Studierende der Medizin und Pharmazie organisierte. Bis in die 1960er Jahre im ehemaligen Dominikanerkloster (jetzt: Regierung der Oberpfalz) untergebracht, wurde die Sammlung nach Auflösung der Phil.-Theol. Hochschule von der Universität übernommen; in der Ausstellung „Gelehrtes Regensburg – Stadt der Wissenschaft“ wurden 1995 einzelne Stücke erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Mit einer Dauerausstellung innerhalb der Universität und Dauerleihgaben an verschiedene Museen in der Stadt ist die Sammlung in Regensburg präsent.

Kustos der Sammlung ist Prof. Dr. Christoph Meinel,  E-Mail ; Magazinführungen sind auf Anfrage möglich.

  1. Fakultät für Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften
  2. Institut für Philosophie

Professur für Wissenschaftsgeschichte

Logo Wissenschaftsgeschichte

Briefadresse:
Universität Regensburg
D-93040 Regensburg

Hausadresse:
Universitätsstraße 31
D-93053 Regensburg