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Forschung

Forschungsrichtungen

Gegenwärtig treiben wir Forschungsprojekte mit folgenden Schwerpunkten voran:

  • Strukturierung von Lehr-Lern-Sequenzen: Wenn eine Unterrichtsstunde geplant und durchgeführt werden soll, müssen eine zeitliche und damit eng zusammenhängend eine inhaltliche Strukturierung vorgenommen werden. Das Ziel ist dabei, dass die im Unterricht vollzogenen Schritte geeignete Lernprozesse auf der Seite der Schülerinnen und Schüler voranbringen.
    Eine verbreitete Tradition für eine zeitliche Struktur sieht vor, dass die Stunde mit einem Einstieg beginnt, der auf ein Problem verweist, an dem nachfolgend gearbeitet wird. Diese Struktur bewährt sich für viele Intentionen durchaus. Es gibt aber Situationen, die eigentlich nach anderen Strukturen rufen. In der Arbeitsgruppe Didaktik der Physik arbeiten wir vorrangig nach der Basismodelltheorie von Oser und anderen. Hier werden verschiedene Lehrziele unterschieden und dazu je eigene Vorschläge für die zeitliche Strukturierung gemacht. Es ist eine offene Frage, in welchem Ausmaß dieser Vorschlag geeignet ist und wie er sich im Vergleich zu anderen Vorschlägen bewährt. Die Promotion von Dr. Christian Maurer hat sich mit dieser Frage befasst und interessante Ergebnisse hervorgebracht.
    Gegenwärtig wird eine weiterführende Fragestellung zu diesem Thema von Joachim Bauer bearbeitet.
  • Erklären im Physikunterricht: Obwohl das gute Erklären augenscheinlich zum Kern des Lehrerhandwerks gehört, ist es im Fach Physik noch nicht ausführlich beforscht. Vorliegend wird zunächst der Frage nachgegangen, wie allgemeine Kriterien guten Erklärens, wie man sie in der Literatur findet, im konkreten Beispiel von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften oder auch Fachdidaktikerinnen und -didaktikern wahrgenommen werden: Sehen alle ihre Wohlstrukturiertheit als zentral an? Oder sind es vielleicht sprecherische Aspekte, die doch wichtiger sind? Um solchen Fragen nachzugehen, werden unterschiedlichen Adressaten kurze Erklärvideos präsentiert. Anschließend werden Fragen zur Qualität, wie sie je wahrgenommen wurde, beantwortet. Neben den allgemeinen Kriterien wird die Bedeutung bildungssprachlicher Aspekte in der mündlich realisierten Erklärung untersucht.
    Jana Heinze bearbeitet dieses Projekt in enger Kooperation mit 10 weiteren Fächern, der Deutschen Sprachwissenschaft und der Sprechwissenschaft. Dieses übergreifende Projekt FALKE ist Teil eines nochmals umfassenderen Projekts KOLEG, dessen Gesamtkonzeption wesentlich in der Hand der Physikdidaktik lag.
  • Perspektivenübernahme trainieren: Wer Unterricht plant, steht auch immer vor der Aufgabe, die Wirkungen der geplanten Handlungen im Unterricht gedanklich vorwegzunehmen. Es liegt auf der Hand, dass eine Planung erfolgreicher ist, wenn die planende Lehrkraft treffsicher in ihren Einschätzungen ist und geeignte Schlüsse zieht. In diesem Projekt werden Studierende gezielt mit dem Anspruch konfrontiert, sich ihrer eigenen Perspektiven auf den Unterricht bewusst zu werden und sich in die Perspektive ihrer Schülerinnen und Schüler hineinzuversetzen. Dabei planen sie einen Unterricht, der fachlich nicht auf tradierte Beispiele zurückgreifen kann. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass es nicht wieder Lehrtraditionen oder -gewohnheiten sind, die die Gestalt des Unterrichts wesentlich bestimmen. Stephanie Neppl arbeitet dazu auch mit einem Kollegen aus der Fachwissenschaft Physik zusammen, der die Studierenden mit einem für sie noch neuen Thema konfrontiert und instruiert. Lehrkräfte kommen zu ausgewählten Terminen zum Seminar hinzu und begutachten die von den Studierenden erstellten Unterrichtsmaterialien, die anschließend verbessert werden. Schließlich werden die Planungen und Materialien von eben diesen Lehrkräften in deren Unterricht getestet. Ein Feedback von den unterrichteten Schülerinnen und Schülern gibt dann Anlass, die Planung zu überdenken, vor allem, sich die Frage vorzulegen, inwieweit die Übernahme der Perspektiven der Schülerinnen und Schüler gelungen ist. Das Projekt ist ein Teilprojekt von KOLEG.
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung: Der natuwissenschaftliche Unterricht bietet eine gute thematische Grundlage für Fragen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Gleichzeitig ist dieses Thema für die Lehrkräfte herausfordernd, da Fragen der Nachhaltigkeit typisch solche sind, die sich nicht allein einer naturwissenschaftlichen Disziplin zuordnen lassen. Es erscheint sinnvoll, dass Lehrkräfte der Naturwissenschaften an einer Schule gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern am Thema arbeiten. Dominique A. Berger lehrt im Bereich Naturwissenschaft und Technik, einem Bereich, der Studierende in einer interdisziplinären Perspektive an naturwissenschaftliche Inhalte und Fragestellungen heranführt. Ihr Forschungsinteresse gilt der Entwicklung und Untersuchung einer Lehrerfortbildung, deren Format dem interdisziplinären Anspruch des Themas Bildung für nachhaltige Entwicklung gerecht wird.
  • Sprache und Lernen im Fach Physik: Die vorgenannten Einzelprojekte sind inhaltlich bewusst divers. Da es wie an den meisten Universitäten nur eine Professur für Didaktik der Physik an der Universität Regensburg gibt, erscheint zumindest eine deutliche Spezialisierung nicht geboten, da unsere Studierenden ein breites Angebot und eine breite Expertise in der Lehre erwarten, die nach Möglichkeit auch mit eigener Forschung hinterlegt sein sollte. Dennoch gibt es ein wichtiges, alles durchziehendes Element: Die Rolle der Sprache im Unterricht. Unsere Projekte legen sich sämtlich die verbindende Frage vor, welche sprachlichen Repräsentationen für welche Adressaten und welchen Vermittlungszweck begründet werden können.

Hinweis zur Methodik: Statistik mit R

In der Arbeitsgruppe kommen unterschiedliche qualitative und quantitative Methoden zum Einsatz, die hier nicht näher beschrieben werden. Für Interessierte sei an dieser Stelle aber auf die

  • Ergänzungen zum zweibändigen Werk Quantitative Methoden (Rasch, Friese, Hofmann, Naumann; Springer 2010) verwiesen.

Diese Ergänzungen erklären die Vorgehensweise zur Bearbeitung der Beispiele in Band 1 (Ergänzungen für Band 2 sind in Vorbereitung) mit Hilfe der kostenlosen und quelloffenen Statistik Programmierumgebung R.

Der Text ist eng angelehnt an die Ergänzungen, wie sie die Autoren des Lehrwerks bereits auf ihren Seiten http://www.quantitative-methoden.de/ anbieten - dort allerdings zur Bearbeitung mit dem kommerziellen Programm SPSS.

Wissenschaftliche Abschlussarbeiten (Auswahl)

Im Folgenden ist eine Auswahl von Auszügen aus wissenschaftlichen Abschlussarbeiten zusammengestellt. Die Auszüge enthalten jeweils Einleitung und Schluss einer jeder Arbeit, außerdem die Literaturlisten. Die hier gegebenen Auszüge geben nicht nur die Ergebnisse der Zulassungsarbeiten in übersichtlicher Form wieder. Vor allem lassen sie erkennen, in welcher Weise aufbauend auf diesen Arbeiten mit einer neuen Zulassungsarbeit angeschlossen werden könnte. Die Auszüge sind daher vor allem an Studierende gerichtet, die auf der Suche nach einem Thema für ihre Abschlussarbeit sind: Die Auszüge geben dafür Anregung, indem sie deutlich machen, an welchen weitergehenden Fragestellungen gearbeitet werden kann.

  • Natalia Achtenberg, Welche Auswirkungen haben bestimmte Rollenzuweisungen in kooperativen Arbeitsformen auf den Umfang
    des erhobenen Wissens?
  • Katharina Bacher, Attributionsschema bei Erfolg/ Misserfolg von Mädchen
    und Jungen in geschlechtshomogenen Gruppen
  • Joachim Bauer, Lehrkräfte erklären Wärme. Eine empirische Untersuchung zur Kultur der Erklärungen
  • Sebastian Braun, Schülerinteresse am Physikunterricht - Ein Vergleich explorativer und explanativer experimenteller Inszenierung
  • Martin Draude, Bedingungsfaktoren der Lernwirksamkeit
    von Multimedia-Aufgaben
  • Christoph Hefter, Lehrkräfte erklären Elektrizität. Eine empirische Untersuchung zur Kultur der Erklärungen
  • Michael Huber, Qualitätsmerkmale von entdeckendem Lernen und deren
    Umsetzung im Basismodell Lernen durch Eigenerfahrung
  • Jan-Henrik Kechel, Merkmale von Multimedia-Aufgaben und
    ihre Bedeutung für das Lernen
  • Christiane Krabler, Schülerinteresse am Elektrikunterricht:
    Wecken explorative und explanative experimentelle Inszenierungen das Interesse von Mädchen in der Mittelstufe mehr als von Jungen?
  • Verena Laumer, Verschiedene Darstellungen des Wechselwirkungsgesetzes im Schülermund
  • Monika Manhart, Schülerinteresse am Mechanikunterricht: Wecken explorative und explanative experimentelle Inszenierungen das Interesse von Mädchen in der Mittelstufe mehr als von Jungen?
  • Magdalena Miethaner, Einführung der grundlegenden Eigenschaften des Magnetismus im Anfangsunterricht unter Berücksichtigung der fachlichen Anschlussfähigkeit - Analyse von Schülervorstellungen
  • Christian Nickl, Interesse und Motivation der Schüler im Physikunterricht: Auswirkungen explorativer und explanativer Schülerexperimente im Themengebiet "elektrische Schaltkreise"
  • Thomas Synkule, Konstruktion eines Fragebogens zur Messung der von Schülerinnen und Schülern wahrgenommenen Zielsetzungen bei Unterrichtsexperimenten
  • Tobias Ubl, Lehrkräfte erklären Mechanik. Eine empirische Untersuchung zur Kultur der Erklärungen






  1. Fakultät für Physik
  2. Lehrstuhl Didaktik der Physik

Forschung: Download

Statistik mit R:

Ergänzungen zu Band 1
Quantitative Methoden:
3. Auflage
4. Auflage

 

 

Ergänzungen mit R zu Bd. 1

Leitfaden für Personen, die an einer Promotion in der Didaktik der Physik interessiert sind