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Lernforschungslabor

Der Besuch zweier Schulklassen erfolgt im Sommersemester 2016 im Rahmen des „Experimentellen Seminars“.  

In diesem Seminar geht es um die schülergerechte Aufbereitung von Experimenten, welche in der Schule durchführbar sind. Dabei ist ein wichtiger Lerninhalt des Seminars, die unterschiedlichen Funktionen von Experimenten und deren Einsatz im Unterricht kennenzulernen. Zudem widmet sich das Seminar den typischen Arbeitsmethoden aus den Naturwissenschaften und der Technik, sowie den verschiedenen Vorgehensweisen beim Planen, Durchführen und Auswerten von Experimenten. Dazu gehört auch das Erlernen des richtigen Umgangs mit Materialien, Werkzeugen und Messgeräten.
Zusätzlich wird in diesem Semester ein Teil des Experimentellen Seminars von den Studierenden dazu verwendet, bestimmte Schwerpunktthemen für den Besuch von Schulklassen aufzubereiten. Dazu gehört auch die Erstellung von Arbeitsblättern mit Versuchsanleitungen und Arbeitsaufträgen. Indem die Studierenden solche Vorbereitungen treffen, versuchen sie, das Handeln und Verstehen der Schülerinnen und Schüler gedanklich vorwegzunehmen. Damit üben sie eine wichtige Fähigkeit für erfolgreiches Planen von Unterricht.
Für die Schülerinnen und Schüler besteht der Besuch des Lernforschungslabors aus zwei Teilen. Zunächst experimentieren sie selbständig nach den erstellten Anleitungen. Dabei werden sie nach Bedarf sowohl bei technischen, als auch bei Verständnisproblemen von den Studierenden unterstützt. Im zweiten Teil übernehmen die Schülerinnen und Schüler eine Art Lehrerrolle, indem sie die zuvor bearbeiteten Versuchsanleitungen kritisch beurteilen. Dabei stehen vor allem die äußere Struktur des Arbeitsblattes, die Verständlichkeit der einzelnen Aufgaben und die Umsetzbarkeit der Versuchsanleitung im Fokus. Diese Rückmeldung dient den Studierenden anschließend als Grundlage für ihre Reflexion: Inwiefern ist die gedankliche Vorwegnahme von Verstehen und möglichen Verständnisschwierigkeiten gelungen?
Frühere Seminarangebote

Bei der Gestaltung des Lehrangebots für unsere angehende Lehrerinnen und Lehrer mit Fach Physik bemühen wir uns unter anderem um einen systematischen Bezug zur Praxis. Dazu hat die Fakultät für Physik ein neues Lernforschungslabor eingerichtet, das seit Oktober 2013 einsatzbereit ist.

Konzept

Ein zentrales Anliegen, das wir mit dem Lernforschungslabor in der Lehre verbinden, ist die Realisierung eines systematischen Bezugs zur Praxis. Dabei stehen folgende Aspekte im Vordergrund:

  1. Die Planung von Unterricht durch Studierende geschieht unter Anleitung durch eine Dozentin/einen Dozenten. Dabei wird das Fachstudium mit dem Didaktik- und Pädagogikstudium verbunden.
  2. Nicht einer plant eine Stunde, sondern es werden unterschiedliche Aufgaben der Planung und der Durchführung auf verschiedene Personen verteilt. Dadurch werden die Anforderungen für Novizen eher bewältigbar, und auch die nachfolgende Analyse fällt dem Einzelnen leichter.
  3. Der Unterricht wird technisch aufwändig dokumentiert, sodass eine hochwertige Grundlage für eine systematische Reflexion vorliegt. Damit wird das Lernen aus Fehlern möglich.
  4. In Zusammenhang mit Forschungsprojekten ermöglicht es die Laborsituation, die Bedingungen des Unterrichts für viele Schulklassen sehr ähnlich zu gestalten. Der Unterricht ist dadurch den Zufälligkeiten des Schulalltags weitgehend entzogen, sodass auch schwächere Effekte die Chance haben, bei einer Messung erfasst zu werden.

Eine ausführlichere Darstellung des Konzepts kann hier eingesehen werden.

Angebote für Schulen

Für Schülerinnen und Schüler kann der Besuch des Lernforschungslabors attraktiv sein, da wir besonderen Wert auf vielfältige Schüler- und Demonstrationsexperimente legen und das Lernforschungslabor dafür besonders ausstatten. Hier ist manches möglich, was übliche Schulausstattungen nicht in jedem Fall bieten.

Für die Universität Regensburg ist es attraktiv, von Schülerinnen und Schülern mit ihren Lehrkräften aufgesucht zu werden, weil wir dadurch die Möglichkeit erhalten, Überlegungen zur optimalen Gestaltung von Physikunterricht unmittelbar in der Praxis zu erproben.
Schließlich sind wir auch unabhängig von diesem speziellen Angebot an einem regen Austausch mit Schüler/innen und Lehrkräften interessiert.

Thematische Ausrichtung

Grundsätzlich wird für die Dauer eines Semesters oder Studienjahres ein fachliches Thema festgelegt, mit dem eine bestimmte Schulstufe/Schulart angesprochen wird.

Ab Wintersemester 2015 ist dies die elektrische Energie, insbesondere deren Definition, Übertragung und Speicherung. (Vorangeganen war unter anderem das Thema schiefe Ebene. Die dazu im Seminar konzipierten drei Experimentieranleitungen E1, E2 und E3 bieten wir zum Download an.)

Bei dem Angebot sind Experimente mit Schülerübungsmaterialien vorgesehen, vor allem legen wir aber Wert auf einen lebenspraktischen Bezug. Der Unterricht ist jeweils lehrplankonform mit einer gezielten Strukturierung der Lehr-Lernprozesse konzipiert.

  1. Fakultät für Physik
  2. Lehrstuhl Didaktik der Physik

 

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