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Zehn katholische Kindergärten nahmen am Sprachberater-Projekt des Bayerischen Sozialministeriums teil und erhielten jetzt Qualitätssiegel / Erfolgreiche Kooperation von Universität Regensburg und Caritas
Pressemitteilung vom 20. Juli 2011
Die Erzählfreude der Kinder stärken, für verschiedene Sprachstile sensibilisieren und Kompetenzen sowie Interesse für Laut- und Sprachstile, Reime und Gedichte wecken. So lautet die Kernaufgabe der beiden Sprachberaterinnen der Caritas. Nicole Ehrmann, die auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Regensburg tätig ist, und Manuela Vogel betreuten ein Jahr lang zehn Kindergärten, acht davon aus Stadt und Landkreis Regensburg. Das Projekt „Sprachberatung in Kindertagesstätten“ ist eine bayernweit einmalige Kooperation von Caritasverband und Universität Regensburg. Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Piendl und Prof. Dr. Rupert Hochholzer vom Institut für germanistik der Universität Regensburg haben jetzt die Zertifikate an die Einrichtungen überreicht.
„Sprache ist für uns Menschen ein wesentliches Ausdrucksmittel. Eine gute Sprachentwicklung muss früh ansetzen, um den Kindern gute Chancen für die Zukunft zu ermöglichen“, sagte Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Piendl. Der Diözesan-Caritasverband arbeitete als Träger und Fachaufsicht für kirchliche Kindertagesstätten mit dem Fachbereich Deutsch als Zweitsprache der Universität Regensburg zusammen. Professor Dr. Rupert Hochholzer, wissenschaftlicher Leiter des Projekts, betonte: „Wir brauchen dringend Grundlagenforschung. Die Forschungserkenntnisse über Spracherwerb sind noch sehr lückenhaft. Das pädagogische Angebot zur sprachlichen Bildung in Kindertageseinrichtungen bedarf einer grundsätzlichen Fundierung durch theoretisches Wissen“.
Sprache beeinflusst Entwicklung
Neben der Sprache selbst entwickelt der Mensch in der frühen Kindheit sprachbezogene Fähigkeiten und Interessen. Dazu gehören Lesebereitschaft, Symbolverständnis und Sinnverstehen, Ausdrucksfähigkeit und literarisches Interesse. Diese Kompetenzen können die Entwicklung verschiedenster Bereiche beeinflussen – von der Verarbeitung von Informationen über die Medienkompetenz bis hin zur Schulbildung. Deshalb ist eine umfassende Sprach- und Literacykompetenz eines der wichtigsten Bildungsziele der
Kindertageseinrichtungen.
Unterstützung fürs Kindergartenteam
Die Sprachberaterinnen und Sprachberater übernehmen nicht die Förderung einzelner Kinder, sondern unterstützen das Team der Einrichtung. Team und Einrichtungsleitung setzen sich gemeinsam mit dem Sprachcoach Ziele. Es geht um die Sprachförderung aller Kinder, nicht nur für Migrantenkinder und solche mit Sprachauffälligkeiten. Die zwei Sprachberaterinnen qualifizierten das pädagogische Fachpersonal ein ganzes Jahr lang. Dazu schulten und begleiteten sie die Teams über einen Zeitraum von 115 Stunden in jeder Einrichtung. Sie zeigten, wie das Thema Sprache bewusst in die tägliche Arbeit einfließen kann und die Fachkräfte die Sprachentwicklung und Sprachauffälligkeiten von Kindern professionell beurteilen können. Mit einbezogen waren besonders auch die Eltern. Gleichzeitig ging es darum, ein Netzwerk von pädagogischem Personal, Eltern und anderen Fachstellen aufzubauen.
Folgende zehn katholische Kindertagesstätten erhielten das Zertifikat: St. Bonifaz, St. Franziskus, St. Michael (Regensburg), St. Laurentius (Alteglofsheim), St. Maria (Duggendorf), das Kinderhaus St. Michael (Etterzhausen), das Kinder-Familien-Haus St. Elisabeth (Kareth), St. Konrad (Obertraubling), St. Josef (Parsberg) und St. Josef (Undorf).
Pressereferent
Alexander Schlaak M.A.
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