Zu Hauptinhalt springen
Startseite UR

Afrika kennt seinen Fischreichtum nicht

Regensburger Zoologen entdecken eine neue Bulldog-Fischart.


Pressemitteilung vom 8. November 2013

Diese Probleme hätten wir gerne: Während wir hier um das Überleben früherer Allerweltsfische wie der Bachforelle mit sündteuren Renaturierungsmaßnahmen in Naturschutzgebieten kämpfen, weil es bei uns keine freifließenden Flüsse und daher für viele Fische keine passenden Habitate mehr gibt, kommt aus Afrika ständig Neues. Im tropischen und subtropischen südlichen Afrika fließen immer noch die meisten Flüsse ganz oder annähernd frei, so auch über weite Strecken der Kunene-Fluß an der Grenze Namibia/Angola; entsprechend hoch ist der Reichtum an Fischarten.
Viele afrikanische Fische werden jedoch nur grob typologisch nach ihrem Aussehen benannt, z. B. der wegen seiner vorstehenden Unterlippe so genannte, elektrische Bulldog-Fisch von 30 cm Länge. Er ist eine von mindesten 200 Nilhechtarten, einer rein afrikanischen (endemischen) Fischfamilie, deren Mitglieder zwischen 6 und 150 cm erreichen und regelmäßig auf dem Speisezettel der Bevölkerung stehen. (In Bayern haben wir nur noch ca. 64 einheimische Fischarten, plus 14 fremde).
Unter Mitwirkung von südafrikanischen und namibischen Wissenschaftlern und Behörden verglichen Regensburger und Heidelberger Zoologen geographische Populationen der Fische des Bulldog-Typs über den südlichen Subkontinent Afrikas hinweg unter Einsatz von morphologischen, elektrophysiologischen und genetischen Methoden. Danach ist der Bulldog-Fisch des Kunene-Flusses eine eigene Art, die den Namen Marcusenius multisquamatus erhielt. Er ist nun eine von insgesamt 6 Arten, die bisher alle unter einem einzigen Fischnamen bekannt waren. Diese Arbeit wurde unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (KR 446/12-2).


Weitere Informationen:
„East–west differentiation in the Marcusenius macrolepidotus species complex in Southern Africa: the description of a new species for the lower Cunene River, Namibia (Teleostei: Mormyridae)“ by Bernd Kramer and Michael Wink. Journal of Natural History 47: 2327-2362 (2013).

Link:
http://epub.uni-regensburg.de/28958/
http://www.zoobank.org/References/8FE68494-9ED9-428E-B181-E814D25493F2

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Bernd Kramer
Universität Regensburg
Institut für Zoologie
Telefon 0941 943-2263
E-Mail Bernd.Kramer@biologie.uni-regensburg.de

  1. Startseite

Pressemitteilungen der Universität Regensburg

 

Zeitungen
Kontakt

Christina Glaser M.A.
Telefon 0941 943-5566
Telefax 0941 943-4929
E-Mail presse@ur.de

Link zur
Expertendatenbank