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Kulturpreis Bayern für Dr. Michael Porer

Auszeichnung für Physiker der Universität Regensburg


Pressemitteilung vom 19. November 2015

Preisverleihung Dr Porer Mittel

Prof. Dr. Tobias Haupt (links), der Laudator in der Kategorie Universitäten, und Dr. Michael Porer (rechts) bei der Preisverleihung
Bildnachweis: Bayernwerk AG

Dr. Michael Porer, der seine Doktorarbeit am Lehrstuhl für Experimentalphysik der Universität Regensburg (Prof. Dr. Rupert Huber) abgeschlossen hat, wurde am gestrigen Abend im Beisein von Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle mit dem Kulturpreis Bayern ausgezeichnet. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in der ESKARA- Kulturarena in Essenbach bei Landshut wurden die besten Nachwuchsforscherinnen und -forscher aller bayerischen Hochschulen und Universitäten – neben Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur – mit dem Preis gewürdigt. Die erfolgreichen Akademikerinnen und Akademiker wurden von ihrer jeweiligen Hochschule ausgewählt und erhalten ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro.

Bruno Jonas, Eugen Gomringer, Brigitte Hobmeier, Christiane Karg, Ingo Maurer und Thomas von Steinaecker hießen die Kunstpreisträger des Abends. Neben ihnen erhielt Dr. Porer den Kulturpreis Bayern für seine Doktorarbeit zum Thema „Ultraschnelle Niederenergie-Dynamik stark korrelierter Systeme“. In seiner Arbeit lüftete der Kulturpreisträger ein etwa vierzig Jahre altes Geheimnis der Festkörperphysik: Er konnte erstmals zeigen, welcher Mechanismus der Ladungsdichtewelle in Titandiselenid zu Grunde liegt.

Während Elektronenpaare in Supraleitern einen See von widerstandslos verschiebbaren Teilchen bilden, kann man sich eine Ladungsdichtewelle wie eine riesige Welle im Elektronensee vorstellen. Nach bisherigem Wissensstand konkurrieren diese beiden eng verwandten Ordnungsphänomene der Festkörperphysik miteinander.

Mithilfe ultrakurzer Laserimpulse, die nur den millionsten Teil einer Milliardstel Sekunde andauerten, konnte Dr. Porer einen superschnellen Zeitlupenfilm davon anfertigen, wie sowohl die Ladungsdichtewelle als auch eine damit verbundene leichte Verzerrung des Kristallgitters in einer nur wenige Atomlagen dünnen Schicht Titandiselenid auf eine kontrollierte optische Anregung reagieren. Der Femtosekunden-Zeitlupenfilm zeigt erstmals, dass die Wellen im Elektronensee von Titandiselenid durch ein kooperatives Zusammenspiel des Kristallgitters mit den Elektronen verursacht werden. Außerdem dürfte die neue Methode, in superschnellen Zeitlupenfilmen mehrere Ordnungen und deren Dynamik zu beobachten, entscheidend zu einem besseren Verständnis der Supraleitung und anderer Ordnungsphänomene beitragen.

Der Kulturpreis Bayern wurde bereits zum elften Mal verliehen. Die jährlich vergebene Auszeichnung für Künstlerinnen und Künstler sowie junge Akademikerinnen und Akademiker verleiht die Bayernwerk AG in enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. „Der Kulturpreis Bayern verbindet Kulturgenerationen und schlägt eine Brücke zwischen Gesellschaft, Kunst und Wissenschaft. Der Kulturpreis Bayern wird immer mehr zur Plattform für Begegnung und Gedankenaustausch. Und da müssen unsere jungen Nachwuchsakademiker und junge Künstlergenerationen ihren festen Platz haben“, betont der Vorstandsvorsitzende des Bayernwerks, Reimund Gotzel.

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