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Dr. Michael Neecke

Sprechstunden:

Nach Vereinbarung (michael.neecke@ur.de)


Vita

Michael Neecke, geboren 1976; Studium der Germanistik und Philosophie an der Universität Regensburg; Magister 2002; Mitarbeit in der Regensburger DFG-Forschergruppe „Krieg im Mittelalter“ 2002-2004; Promotion 2007; 2007-2013 Assistent am Lehrstuhl für Deutsche Philologie/germanistische Mediävistik der Universität Regensburg; seit 2014 Lehrbeauftragter ebendort; Habilitationsprojekt „Erfahrung und Sichtbarkeit: Facetten einer schwierigen Beziehung in der deutschen Literatur um 1350“.

Publikationen

Monographien

Literarische Strategien narrativer Identitätsbildung. Eine Untersuchung der frühen Chroniken des Deutschen Ordens (= Regensburger Beiträge zur deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft, Reihe B: Untersuchungen 94). Frankfurt am Main / Berlin / Bern / Brüssel / New York / Oxford / Wien 2008 (zugl. Diss. Regensburg 2007).

(Zus. mit Edith Feistner und Gisela Vollmann-Profe) Krieg im Visier. Bibelepik und Chronistik im Deutschen Orden als Modell korporativer Identitätsbildung (= Hermaea; NF 114). Tübingen 2007.

Hierarchie und Liebe. zuht-Rituale in der mittelhochdeutschen Heldenepik, im höfischen Roman und in der Märendichtung (= Regensburger Skripten zur Literaturwissenschaft; 24). Regensburg 2002 (zugl. Magisterarb. Regensburg).
Auch verfügbar über: http://epub.uni-regensburg.de/11398/ (18.02.2010).


Herausgeberschaften

(Zus. mit Lu Jiang) Historisches Verstehen als Reminiszenz und Vision (= Schriftstücke. Jahrbuch für Philosophie und Literaturwissenschaft; 1), erscheint demnächst.

(Zus. mit Lu Jiang) „Unübersetzbar?“ Zur Kritik der literarischen Übersetzung (= Translatologie – Studien zur Übersetzungswissenschaft; 6). Hamburg 2013.


Aufsätze

„Tů uf der celle venster, und lůg und lern!“ Über die (Un-)Sichtbarkeit des Profanen im Spätmittelalter. Ein literarischer Versuch. In: Historisches Verstehen als Reminiszenz und Vision (= Schriftstücke. Jahrbuch für Philosophie und Literaturwissenschaft; 1). Hg. von Lu Jiang und Michael Neecke, erscheint demnächst.

Altertümlich und ursprünglich? – Die Livländische Reimchronik als Anfang der Literatur im Deutschen Orden. In: Studia teutonica. Studies on the History of the Teutonic Order. Hg. von Ilya Dementyev (Königsberg/Kaliningrad), erscheint demnächst.

Über die Sichtbarkeit von Geschichte: Elsbeth Stagels Schwesternbuch von Töss und Fritsche Closeners Straßburger Chronik. In: The Medieval Chronicle 9. Hg. von Erik Kooper und Sjoerd Levelt, erscheint demnächst.

Sichtbarkeit als Substitut von Erfahrung. Imagination und Virtualität in den dominikanischen Schwesternbüchern des 14. Jahrhunderts. In: Repräsentation, Virtualität, Praxis (Sonderheft KODIKAS/CODE). Hg. von Daniel Jacob, erscheint demnächst.

Der Mönch Marcus: Die Vision des Tnugdalus – Ein mittelalterlicher Bestseller. In: Kleine Regensburger Literaturgeschichte. Hg. von Rainer Barbey und Erwin Petzi. Regensburg 2014, 26-33.

Identitätsstiftung durch Bibelepik? Die ‚Judith von 1254‘, ihre gewalttätige Neu-Deutung und ein radikaler Redaktor, in: Cura animarum. Seelsorge im Deutschordensland Preußen. Hg. von Stefan Samerski (= Forschungen und Quellen zur Kirchen- und Kulturgeschichte Ostdeutschlands; 45). Köln / Weimar / Wien 2013, 121-131.

Übersetzungspessimismus und -optimismus. Ein Postskriptum mit Bildern. In: „Unübersetzbar?“ Zur Kritik der literarischen Übersetzung. Hg. von Michael Neecke und Lu Jiang (= Translatologie – Studien zur Übersetzungswissenschaft; 6). Hamburg 2013, 75-83.

Wie übersetzt man das Mittelalter ins Heute? Aktuelle Positionen im deutsch-deutschen Bedeutungstransfer. In: „Unübersetzbar?“ Zur Kritik der literarischen Übersetzung. Hg. von Michael Neecke und Lu Jiang (= Translatologie – Studien zur Übersetzungswissenschaft; 6). Hamburg 2013, 61-74.

(Zus. mit Lu Jiang) Einleitung. In: „Unübersetzbar?“ Zur Kritik der literarischen Übersetzung. Hg. von Michael Neecke und Lu Jiang (= Translatologie – Studien zur Übersetzungswissenschaft; 6). Hamburg 2013, 9-33.

(Zus. mit Verena Brunschweiger) Felicitas Hoppes Iwein Löwenritter in der Schule: Theoretische Überlegungen, Erfahrungsbericht, Projektskizze. In: Mittelalter im Kinder- und Jugendbuch. Hg. von Ingrid Bennewitz und Andrea Schindler (= Bamberger interdisziplinäre Mittelalterstudien; 5). Bamberg 2012, 197-210.
Auch verfügbar über: http://opus4.kobv.de/opus4-bamberg/frontdoor/index/index/docId/1254 (05.02.2013).

Roland, die Nibelungen und das Buch Exodus: „Sagenhafte“ Integration bei Arnold von Lübeck, Helmold von Bosau und in den frühen Chroniken des Deutschen Ordens? In: Europäisches Erbe des Mittelalters. Kulturelle Integration und Sinnvermittlung einst und jetzt. Hg. von Ina Karg. Göttingen 2011, 129-146.

(Zus. mit Verena Maier-Eroms) Ordnungswidrigkeiten und ihre Ordnung im Buch der Natur Konrads von Megenberg. In: Konrad von Megenberg. Ein spätmittelalterlicher ‚Enzyklopädist‘ im europäischen Kontext. Hg. von Edith Feistner (= Jahrbuch der Oswald von Wolkenstein Gesellschaft 18, 2010/2011). Wiesbaden 2011, 127-141.

Strategien der Identitätsstiftung. Zur Rolle der Bibelepik im Deutschen Orden (13./14. Jahrhundert). In: Mittelalterliche Kultur und Literatur im Deutschordensstaat in Preußen: Leben und Nachleben. Hg. von Sieglinde Hartmann, Jaroslaw Wenta und Gisela Vollmann-Profe (= Sacra Bella Septentrionalia; 1). Toruń 2008, 461-472.

The end of history? Johannes Renner Bremensis and the Livonian Rhymed Chronicle (= International Medieval Congress 2006; Paper 1206-c), verfügbar über: http://textfeld.ac.at/text/1395/ (02.02.2009).

(Zus. mit Edith Feistner und Gisela Vollmann-Profe) Ausbildung korporativer Identität im Deutschen Orden. Zum Verhältnis zwischen Bibelepik und Ordenschronistik. Werkstattbericht. In: Deutschsprachige Literatur des Mittelalters im östlichen Europa. Forschungsstand und Forschungsperspektiven. Hg. von Ralf G. Päsler und Dietrich Schmidtke. Heidelberg 2006, 57-74.

(Zus. mit Edith Feistner) Vom ‚Überlesen‘ der Niederlage. Das Rolandslied und seine Rezeption im Deutschen Orden. In: Kriegsniederlagen. Erfahrungen und Erinnerungen. Hg. von Horst Carl, Hans-Henning Kortüm, Dieter Langewiesche und Friedrich Lenger. Berlin 2004, 15-26.

Fremde Frauen – Konstruktionen von Alterität bei Nikolaus von Jeroschin. In: Triangulum. Germanistisches Jahrbuch für Estland, Lettland und Litauen 9 (2002), 75-86.


Lexikonartikel

„Ältere Livländische Reimchronik“. In: Encyclopedia of the Medieval Chronicle. Hg. von R. Graeme Dunphy. Leiden / Boston 2010, I 33f.

„Chronik der vier Orden von Jerusalem“. In: Encyclopedia of the Medieval Chronicle. Hg. von R. Graeme Dunphy. Leiden / Boston 2010, I 445.

„Hermann of Wartberge“. In: Encyclopedia of the Medieval Chronicle. Hg. von R. Graeme Dunphy. Leiden / Boston 2010, I 780f.

„Hoeneke, Bartholomäus“. In: Encyclopedia of the Medieval Chronicle. Hg. von R. Graeme Dunphy. Leiden / Boston 2010, I 811.

„Nikolaus von Jeroschin“. In: Encyclopedia of the Medieval Chronicle. Hg. von R. Graeme Dunphy. Leiden / Boston 2010, II 1150.

„Peter of Dusburg“. In: Encyclopedia of the Medieval Chronicle. Hg. von R. Graeme Dunphy. Leiden / Boston 2010, II 1202.

„Injunktion“. In: Metzler Lexikon Literatur. Begriffe und Definitionen. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Hg. von Dieter Burdorf, Christoph Fasbender und Burkhard Moennighoff. Stuttgart / Weimar 2007, 348.

„Paradigma“. In: Metzler Lexikon Literatur. Begriffe und Definitionen. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Hg. von Dieter Burdorf, Christoph Fasbender und Burkhard Moennighoff. Stuttgart / Weimar 2007, 568.

„Paradigmenwechsel“. In: Metzler Lexikon Literatur. Begriffe und Definitionen. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Hg. von Dieter Burdorf, Christoph Fasbender und Burkhard Moennighoff. Stuttgart / Weimar 2007, 568.

„Rezeptionsgeschichte“. In: Metzler Lexikon Literatur. Begriffe und Definitionen. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Hg. von Dieter Burdorf, Christoph Fasbender und Burkhard Moennighoff. Stuttgart / Weimar 2007, 650f.


Rezensionen

Martin Baisch, Textkritik als Problem der Kulturwissenschaft. In: Mediaevistik 25 (2012), 358-361.

Vorträge

„Fremde Frauen – Konstruktionen von Alterität bei Nikolaus von Jeroschin“. Vortrag auf der Tagung „Deutsche Sprache und Literatur im Ostseeraum“. Universität Riga (25. bis 26. April 2002).

(Zus. mit Edith Feistner) „Vom ‚Überlesen‘ der Niederlage. Das Rolandslied und seine Rezeption im Deutschen Orden“. Beitrag auf der Tagung „Kriegsniederlagen: Erfahrung und Erinnerung“. Universität Regensburg (7. bis 8. Oktober 2002).

(Zus. mit Edith Feistner u. Gisela Vollmann-Profe) „Ausbildung korporativer Identität im Deutschen Orden. Zum Verhältnis zwischen Bibelepik und Ordenschronistik. Werkstattbericht“. Vortrag beim Internationalen Symposion „Deutschsprachige Literatur des Mittelalters im östlichen Europa. Forschungsstand und Forschungsperspektiven“. Universität Heidelberg (7. bis 11 Oktober 2003).

„Strategien der Identitätsstiftung. Zur Rolle der Bibelepik im Deutschen Orden (13./14. Jahrhundert)“. Vortrag auf dem Symposion „Mittelalterliche Kultur und Literatur im Deutschordensstaat in Preußen: Leben und Nachleben“. Malbork/Marienburg (22. bis 26. September 2004).

„The end of history? Johannes Renner Bremensis and the Livonian Rhymed Chronicle“. Vortrag (Paper 1206-c) auf dem „International Medieval Congress 2006“. Leeds (10. bis 13. Juli 2006).

(Zus. mit Verena Maier-Eroms) „Ordnungswidrigkeiten und ihre Ordnung im Buch der Natur Konrads von Megenberg“. Vortrag auf der Tagung „Konrad von Megenberg. Ein spätmittelalterlicher ‚Enzyklopädist‘ im europäischen Kontext“. Universität Regensburg (27. bis 29. August 2009).

„Identitätsstiftung durch Bibelepik: Die ‚Judith von 1254‘, ihre gewalttätige Neu-Deutung und ein radikaler Redaktor“. Vortrag auf der Arbeitstagung des Instituts für ostdeutsche Kirchen- und Kulturgeschichte „Die ‚cura animarum‘ (Seelsorge) im mittelalterlichen Deutschordensland“. Danzig-Oliva/Gdańsk Oliwa (6. bis 9. September 2010).

„Roland, die Nibelungen und das Buch Exodus: ‚Sagenhafte‘ Integration bei Arnold von Lübeck, Helmold von Bosau und in den frühen Chroniken des Deutschen Ordens“. Vortrag auf dem Deutschen Germanistentag 2010 „Deutsche Sprache und Literatur im europäischen Kontext“. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (19. bis 22. September 2010).

(Zus. mit Verena Maier-Eroms) „Felicitas Hoppes Iwein Löwenritter in der Schule: Theoretische Überlegungen, Erfahrungsbericht, Projektskizze“. Vortrag auf der Tagung „Mittelalter im Kinder- und Jugendbuch“. Otto-Friedrich-Universität Bamberg (9. bis 11. Dezember 2010).

„Erfahrung und Sichtbarkeit: Facetten einer schwierigen Beziehung in der deutschen Literatur um 1350. Werkstattbericht“. Posterpräsentation auf dem IV. Regensburger Symposium „Erfahrung und Gewissheit. Orientierungen in den Wissenschaften und im Alltag“. Universität Regensburg (24. bis 26. März 2011).

Diskutant 1 zu Klaus Berger: „Mystische Erfahrung“, auf dem IV. Regensburger Symposium „Erfahrung und Gewissheit. Orientierungen in den Wissenschaften und im Alltag“. Universität Regensburg (24. bis 26. März 2011).

Diskutant 2 zu Wolfgang Eckstein: „Erfahrung und Wissen. Möglichkeiten und Grenzen aus Sicht von Informatik und Logik“, auf dem IV. Regensburger Symposium „Erfahrung und Gewissheit. Orientierungen in den Wissenschaften und im Alltag“. Universität Regensburg (24. bis 26. März 2011).

„Wie übersetzt man das Mittelalter ins Heute? Aktuelle Positionen zum deutsch-deutschen Bedeutungstransfer“. Vortrag auf der Fachschaftstagung Neuphilologie „Lost and found in translation. Theorie und Praxis des Übersetzens“. Cusanuswerk/Bischöfliche Studienförderung. Haus Werdenfels, Nittendorf (2. bis 5. Juni 2011).

„Mittelalterliche Jenseits-Visionen: Zur Relevanz von Kontextwissen bei der Interpretation literarischer Texte“. Abendvortrag beim Blockseminar „Wirnt von Gravenberg, ‚Wigalois‘“. Universität Regensburg/Egloffstein (10. bis 12. Juni 2011).

„Geschichte und Sichtbarkeit in der Mitte des 14. Jahrhunderts: Elsbeth Stagel, Fritsche Closener“. Vortrag auf dem VIth International Congress der Medieval Chronicle Society. Pécsi Tudományegyetem/Universität Pécs (25. bis 29. Juli 2011).

„Tů uf der celle venster, und lůg und lern! – Über die (Un-)Sichtbarkeit des Profanen im ‚Herbst des Mittelalters‘“. Vortrag auf der Konferenz „Die Welt und Gott – Gott und die Welt. Zum Verhältnis von Profanität und Religiosität im ‚christlichen Mittelalter‘“. Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Krems an der Donau (10. bis 12. Oktober 2011).

„Sichtbarkeit als Substitut von Erfahrung. Imagination und Virtualität in den dominikanischen Schwesternbüchern des 14. Jahrhunderts“. Vortrag auf dem 13. Internationalen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Semiotik „Repräsentation, Virtualität, Praxis“. Universität Potsdam (13. bis 16. Oktober 2011).

„…der snê was dâ von blûte rôt – Die Livländische Reimchronik und die mhd. ‚Klassiker‘“. Abendvortrag beim Blockseminar „Kreuzzugsdichtung“. Universität Regensburg/Prackenfels (6. bis 8. Januar 2012).

Diskutant 2 zu Hans-Christoph Dittscheid: „Rationalität von Entscheidungen und Lösungen in der Kunst am Beispiel der Architektur – aus der Sicht der Kunstwissenschaft. Was heißt ‚rational‘ in der Kunstwissenschaft?“, auf dem V. Regensburger Symposium „Verschiedene Rationalitäten im Diskurs von Wissenschaft und Gesellschaft?“ Universität Regensburg (21. bis 23. März 2012).

Forschung

Habilitationsprojekt

Erfahrung und Sichtbarkeit. Facetten einer schwierigen Beziehung in der deutschen Literatur um 1350

„Erfahrung“ hat man im Rahmen unterschiedlicher wissenschaftlicher Ansätze durchaus verschieden bestimmt. Die geplante Arbeit versteht „Erfahrung“ – zunächst – als eminent modernes Konzept: Dem Begriff wird derjenige der Tradition gegenübergestellt. Diese Bestimmung betont a) die Individualität von Erfahrung (meine E.) und b) die Aktivität von Erfahrung (eine E. machen). Ob ein solches Herangehen für die Zeit um 1350 adäquat ist, muss freilich überprüft werden. Das zweite Konzept im Projekttitel, „Sichtbarkeit“, kann gleichermaßen als Teil von „Erfahrung“ (S. als E.) begriffen werden wie als Gegenbegriff dazu (etwa S. als Substitut von E.). Die Annahme einer schwierigen Beziehung von S. und E. ist eine der Gegenwart: U. Sonnemanns Überlegungen zur modernen „Raum-Auge-Präokkupation“ oder die Vorstellung eines massenmedial bedingten Verlusts von Erfahrung künden davon. Die Zeit um 1350 soll in der geplanten Arbeit dann vom Standpunkt der Gegenwart aus betrachtet werden: Nicht nur der von W. Benjamin entworfene Historiker blickt auf „die Konstellation, in die seine eigene Epoche mit einer ganz bestimmten früheren getreten ist“. Relevanz der geschichtlichen Forschung für die Gegenwart und Bedeutung der Gegenwartsanalyse für das historische Vorgehen gehören auch hier zusammen. In thematischer Hinsicht werden die untersuchten Texte durch die Achse „religiöse E.“-„wissenschaftliche E.“ gegliedert; das ‚Tösser Schwesternbuch‘ der Elsbeth Stagel etwa gehört auf die eine Seite, Konrads von Megenberg ‚Buch der Natur‘ auf die andere. Weitere Texte, etwa Reiseberichte (Ludolf von Sudheim, aber auch die Visiones Georgii) oder historische Werke (Fritsche Closener, Tilemann Elhen), sind im Kontinuum zwischen den beiden Polen anzusiedeln. Die Ausrichtung auf die „Zeit um 1350“ bildet den Ansatzpunkt für eine diachrone Betrachtung, die Einrichtung eines übergreifenden Rasters (t1, t2…) wird aber nicht angestrebt. Was das Dispositiv Erfahrung/Sichtbarkeit betrifft, ist schließlich der Zusammenhang mit Literatur zu berücksichtigen: Gewiss sind für die Arbeit zunächst Fragen der historischen Anthropologie bedeutsam (Einschätzung der Sinne etc.), aber vom wie auch immer zu bestimmenden „Menschlichen“ lassen sich Genese und Etablierung der Schrift/Literatur eben nicht trennen. Das Problem, in welcher Weise die Beziehung Erfahrung/Sichtbarkeit durch den Gegensatz (?) von Mündlichkeit und Schriftlichkeit beeinflusst wird – oder von diesem sich abhebt –, verweist vielmehr auf einen literaturwissenschaftlichen Kern des Projekts (literarische Anthropologie).

  1. Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften
  2. Institut für Germanistik

Lehrstuhl für Ältere deutsche Literatur

Dr.

Michael Neecke

Dr. Michael Neecke

Gebäude PT, Zimmer 3.2.13
Telefon +49 941 943-3486
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