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Projekte

Wendler
Aktuelles Projekt

Erzählen und Rechnen in der frühen Neuzeit

Die Rechenkunst in West- und Mitteleuropa begann um die Mitte des 15. Jahrhunderts, Klöster und Universitäten ebenso wie die lateinische Sprache hinter sich zu lassen. Sie wandelte sich zur Domäne der Kaufleute, für die seit etwa 1475 zahlreiche volkssprachliche Rechenbücher gedruckt wurden. So entstand eine neue Textsorte, die seitens der Germanistik  und seitens der Mathematikgeschichte für das jeweilige Fachpublikum erstmals eingehend, aber nicht umfassend untersucht wurde.

Das Projekt soll den Bereich der Vermittlung und des Erwerbs mathematischer Kenntnisse und Fähigkeiten in der frühen Neuzeit – Lehrer, Schüler, Lernmittel und Lehrinhalte – aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten, „Blicke“ darauf richten. Es gilt, das Interesse eines breiteren Kreises von Spezialisten aus den verschiedenen unmittelbar betroffenen Fachgebieten für dieses spannende Untersuchungsfeld zu wecken, in dem gänzlich neue Forschungsfragen und Betrachtungsweisen generiert werden können, und zu einer weiteren Beschäftigung damit anzuregen.

Die Thematik wird von Regensburg ausgehend und auf Regensburg fokussiert behandelt. So gesehen, entsteht die erste gemeinsame Abhandlung über die drei Regensburger Rechenmeister Johann Kandler (+1600), Georg Wendler (1619-1688) und Georg Heinrich Paritius (1675-1725), die mit ihren Werken hervorgetreten sind. In Bezug auf Rechenbücher ist Regensburg jedoch ein Nachzügler, das erste erscheint erst 1578, hundert Jahre nach den frühesten im Nürnberger Raum. Daher wird die Thematik nicht auf Regensburg beschränkt.

Beispielsweise wird eine Reihe von Textaufgaben mathematikgeschichtlich (mathe-matische Konzepte, Lösungswege etc.) und philologisch (Überlieferungs¬geschichte, narrative Ausgestaltung etc.) diskutiert. In Rechenbüchern behandelte Randgebiete, wie etwa Buchhaltung und die arithmetische Lösung geometrischer, astronomischer und musikalischer Problemstellungen, werden ebenso einbezogen wie Schülerhandschriften.

Als Produkt diesen interdiziplinären Forschungsprojekts wird Ende 2015 ein Sammelband erscheinen.


Projekt

Mittelalterliche Literatur in der Schule

Mittelalterliche Literatur hat auch einen Platz in der Schule. Immer wieder zeigt sich, dass es gerade den alten Mythen und Geschichten dieser Epoche gelingen kann, Kinder und Jugendliche unserer Zeit zu faszinieren und sie zu einer Auseinandersetzung mit Literatur- und Kulturgeschichte zu motivieren. Aus Kinder- und Jugendbüchern, aber auch aus Filmen und PC-Spielen sind Schülerinnen und Schüler unserer Zeit oft besser mit mittelalterlichen Stoffen vertraut, als man landläufig vermuten würde. Neue kompetenzorientierte Lehrpläne könnten – zumindest im Idealfall – den nötigen Raum bieten, um daran anzuknüpfen.

Der Lehrstuhl für Ältere deutsche Literatur in Regensburg ist interessiert an der Zusammenarbeit mit Schulen in der Umgebung und stellt sich gerne als wissenschaftlicher Kooperationspartner insbesondere im Rahmen der P- und W-Seminare zur Verfügung. Außerdem wären wir über die Zusendung durchgeführter Unterrichtsprojekte (u.a. auch einschlägiger Zulassungsarbeiten nach der LPO II) dankbar, die wir über unsere Homepage einem breiteren Publikum zur Verfügung stellen könnten.

Kontakt: Dr. Michael Veeh (Michael.Veeh@ur.de), Jakob Nied (Jakob.Nied@ur.de), Verena Ebermeier M.A. (Verena.Ebermeier@ur.de)


Laufendes Schulprojekt

P-Seminar-Projekt mit dem Gymnasium Beilngries und dem Johannes-Scharrer-Gymnasium Nürnberg: "König Artus und die Ritter der Tafelrunde in der Schule" (2014/16)

Ältere Schüler bereiten einen mittelalterlichen Erzählstoff für jüngere Schüler neu auf: Ein P-Seminar des Gymnasiums Beilngries unter der Leitung von Herrn OStR Jürgen Lerzer erarbeitete in den Studios des Bayerischen Rundfunk ein professionelles  Hörspiel zum ‚Iwein‘-Roman des mittelalterlichen Dichters Hartmanns von Aue. Dazu entwickelte ein Nürnberger P-Seminar unter Leitung von Frau StRin Veronica Kaiser eine Reihe von begleitenden Arbeitsblättern für Kinder und Jugendliche. Die im Herbst 2015 fertiggestellten Ergebnisse sollen in den nächsten Wochen online zur Verfügung gestellt werden. Zielgruppe sind Lehrerinnen und Lehrer und ihre Schülerinnen und Schüler der Klassen 4-6. Die Materialien sollen in den Fächern Deutsch und Geschichte, aber auch in Vertretungsstunden eingesetzt werden können. Unser Lehrstuhl begleitete dieses Projekt wissenschaftlich-beratend und wird ein kleines ‚Booklet’ zum fertigen Portfolio bereitstellen. Wir gratulieren allen beteiligten Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrern schon jetzt zu dieser hervorragenden Leistung!

Begleitende fachliche Orientierung von Frau Prof. Dr. Edith Feistner und Dr. Michael Veeh

Zur Homepage des P-Seminars des Gymnasiums Beilngries (inkl. Hörprobe des Hörspiels)


Hadamar1
CD-Produktion

CD "Hadamar von Laber - Die Jagd nach Liebe"

Der Lehrstuhl für Germanistische Mediävistik/Ältere deutsche Literatur (Prof. Dr. Edith Feistner) produzierte 2005 in Zusammenarbeit mit dem Wiener Sänger Eberhard Kummer, der sich auf die musikalische Inerpretation mittelalterlicher Texte spezialisiert hat, eine CD mit Ausschnitten aus dem Werk "Die Jagd nach Liebe" des Hadamar von Laber und anderen Liedern der Zeit.

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Cover-megenberg
Tagung 2009

"Konrad von Megenberg (1309-1374): ein spätmittelalterlicher 'Enzyklopädist' im europäischen Kontext"

"Konrad von Megenberg (1309-1374): ein spätmittelalterlicher 'Enzyklopädist' im europäischen Kontext"

Internationale interdisziplinäre Tagung vom 27.-29. August 2009

Vom 27.-29. August 2009 veranstaltete der Lehrstuhl zusammen mit der Oswald-von-Wolkenstein-Gesellschaft eine Tagung zu "Konrad von Megenberg (1309-1374): ein spätmittelalterlicher 'Enzyklopädist' im europäischen Kontext".

Der Tagungsband ist als Band 18 des Jahrbuchs der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft für 2010/2011 erschienen.

Folgende Materialien dokumentieren die Tagung:

  • Tagungsprogramm:
  • Presseberichterstattung:
  • Fotodokumentation
    • Feistner Megenberg Grußwort zur Tagungseröffnung von Prof. Dr. Edith Feistner
    • Wolbergs Megenberg Grußwort zur Tagungseröffnung von Bürgermeister Joachim Wolbergs
    • Mai Megenberg Grußwort zur Tagungseröffnung von Monsignore Paul Mai
    • Hartmann Megenberg Grußwort zur Tagungseröffnung von Prof. Dr. Sieglinde Hartmann
    • Megenberg 1_ Megenberg 2_ Vorträge
    • Megenberg 4_ Megenberg 3_ Empfang des Bistums Regensburg
    • Kummer Megenberg Konzert von Eberhard Kummer im Rahmenprogramm der Tagung

Mittelalterrezeption

Das Mittelalter in Schule und Universität

Edith Feistner / Ina Karg / Christiane Thim-Mabrey. Mittelalter-Germanistik in Schule und Universität. Leistungspotenzial und Ziele eines Faches. Göttingen 2006.

Empirische Studien zum Mittelalterbild bei Regensburger Schülern, Lehrern und Studierenden; exemplarische Beschreibung und Analyse von Unterrichtseinheiten an Gymnasien und universitären Lehrveranstaltungen; zukünftige Gestaltung von Lehrplänen und Studieninhalten (in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ina Karg, Universität Göttingen, Didaktik der Mittelalterlichen Literatur und Prof. Dr. Christiane Thim-Mabrey, Deutsche Sprachwissenschaft, Universität Regensburg).

Seit 2001 besteht eine Zusammenarbeit mit dem Werner-von-Siemens-Gymnasium.

2009: Orientprojekt

2001: Projektwoche Mittelalter: "Im Schatten der Macht"

Im Wintersemester 2007/2008 wurde von Frau Prof. Dr. Edith Feistner und Frau Prof. Dr. Christiane Thim-Mabrey in Zusammenarbeit die Übung "Historische Texte verstehen: Wortbedeutungen in Schul-und Studienlektüre" (35420, 2 SWS) angeboten.

Anhand verschiedener Texte aus dem Kanon von Schul- und Studienlektüre - mit dem Schwerpunkt auf dem 18. und 19. Jh. - wurde erarbeitet, an welchen Stellen bei welchem Adressaten der Wortschatz Verständnisprobleme bereiten kann, welches die Gründe dafür sind, wie die betreffenden Bedeutungen historisch (zum Teil bis ins Mittelalter zurück) verankert sind und wie das Wort- und Textverstehen gestützt werden kann. Dabei wurden sprach- und literaturwissenschaftliche Methoden eingeübt, aber auch in Verbindung mit den praktischen Erfordernissen des Schulunterrichts und des Studienbetriebs kritisch diskutiert. In einigen Sitzungen wurden Lehrkräfte aus der Realschule und dem Gymnasium als Praktiker/innen einbezogen.


Lehrveranstaltung

Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit

Sommersemester 2009

Mittelalterliche Literatur und Kultur heute: Praktische Übungen zur Konzeption und Organisation von Ausstellungen, Vortragsveranstaltungen, Tagungen (35488, 2 SWS, Mi 10-12, 14-täglich + 27./28./29. August 2009)

Anhand konkreter Praxisbeispiele werden wesentliche Aspekte wissenschaftlich fundierter Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Mediävistik behandelt, auch unter Einbeziehung externer Fachreferenten. Im Zentrum stehen damit Leistungen der Wissens-/Wissenschaftsvermittlung, wie sie in diversen Berufsfeldern außerhalb (aber ggf. auch durchaus innerhalb) der Schule von erstrangiger Bedeutung sind. Konkrete Praxisbeispiele werden Ausstellung und öffentliche Tagung zum 700. Geburtstag Konrads von Megenberg (27.-29.8.2009) sein, dem einzigen Regensburger ‚Bestseller-Autor’ des Spätmittelalters.


Zahlenspiel des Mittelalters

Mittelalterliches Zahlenkampfspiel: Regensburger Rithmomachie

Die Entdeckung eines mittelalterlichen Spiels, das den Schülern des Klosters Emmeram zur Einübung in den Umgang mit den Zahlen diente, war Gegenstand umfangreicher Berichterstattung in den Medien.

Bericht in den FH Nürnberg-Nachrichten

Bericht der Mittelbayerischen Zeitung

Spielanleitung

Publikation zum Spiel


Warschitz

Warschitz Minnelied

Warschitz Minnelied, fol. 1r [Archiv des Katharinenspitals, Regensburg] Warschitz
Warschitz Minnelied, fol. 1r [Archiv des Katharinenspitals, Regensburg]

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Umschrift

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aus: Süddeutsche Zeitung Nr.142 (24.6.2009), S. 35.

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(Für größere Ansichten die Bilder anklicken)


Literatur: Edith Feistner. Rendez-vous im Bett des Wächters: Ein unbekanntes Minnelied aus dem Regensburger Nachlass des Diplomaten Johann Maria Warschitz († 1531). In: ZfdA 138 (2009). S. 53-59.

  1. Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften
  2. Institut für Germanistik

Lehrstuhl für Ältere deutsche Literatur

 

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