Mehrsprachige Schüler/-innen
Förderziel Bildungssprache
Mehrsprachige Kinder beherrschen häufig die deutsche Sprache in der mündlichen Kommunikation gut. Oft fehlen aber eine angemessene Wortschatzbreite und –tiefe, komplexere Satzkonstruktionen, das Wissen um Redewendungen und rhetorische Stilmittel wie zum Beispiel Ironie, Metapher oder Hyperbel. Dies sind Merkmale der Bildungssprache, die für den Erfolg im Schulsystem unerlässlich sind.
Förderalter Sekundarstufe
Derzeit sind noch überdurchschnittlich viele mehrsprachige Kinder an der Mittelschule und entsprechend wenige an den bayerischen Realschulen und Gymnasien vertreten.
Aus diesem Grund zielt die Sprachförderung im Mercator-Projekt bewusst auf die Sekundarstufe I (5. – 10. Jahrgangsstufe).
Es gibt bayernweit verschiedene Projekte zur Sprachförderung von mehrsprachigen Kindern im Vorschul- und Primarbereich. Diese müssen aber im Sinn einer durchgängigen und langjährigen Sprachförderung in den höheren Jahrgangsstufen fortgesetzt werden. Schließlich soll nicht nur möglichst vielen Kindern mit Migrationshintergrund bei einer entsprechenden Eignung der Zugang zu weiterführenden Schulen ermöglicht werden, sondern sie sollen darüber hinaus an diesen Schulen auch langfristigen Erfolg bis hin zum entsprechenden Bildungsabschluss haben.
Studierende
Schule des 21. Jahrhunderts – Unterrichtskompetenzen erweitern
Das „einsprachige Klassenzimmer“ ist selten geworden. Die Lehrkräfte von heute finden mehr und mehr eine multi-ethnische Schülerschaft vor. Um sich darauf vorzubereiten, können Sie sich im Rahmen des „Förderunterrichts für Schüler/-innen mit Migrationshintergrund an Regensburger Schulen" qualifizieren.
- Das Mercator-Projekt bietet Ihnen eine Erweiterung der Lehrerfahrung und Vorbereitung auf den Unterricht in Klassen mit multi-ethnischer Zusammensetzung.
- Sie unterrichten als Deutschförderlehrer wöchentlich (zwei Stunden pro Woche) eine Kleingruppe an einer Regensburger Schule.
- Die Tätigkeit wird vergütet.
- Sie werden uni- und schulseitig betreut.
- Sie erwerben umfangreiches Praxiswissen.
- Sie können kreativ und ohne Notendruck neue Ideen erproben.
Ist Ihr Interesse geweckt?
Dann melden Sie sich doch gleich an!
Anmeldeformular
Formular zur Anerkennung der Mercatorförderlehrertätigkeit als studienbegleitendes Praktikum (RS/Gym)
Erfahrungsberichte von studentischen Sprachförderlehrkräften:
„Über die Arbeit mit den Schülern kann ich nur Positives berichten. Die Schüler waren und sind immer motiviert, arbeiten gut mit und sind bemüht, ihre sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern und auszubauen. Ich sehe die Arbeit als Förderlehrer als einmalige Chance für mich und bin sehr froh, am Mercator Projekt teilnehmen zu können. Ich konnte dadurch überdurchschnittlich viele Erfahrungen, besonders für meine beiden Zusatzausbildungen Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache, aber auch im schulischen Umgang mit Kindern und Jugendlichen, sammeln.“
Heidi Martin
„Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,
ich studiere (im 6. Semester) Deutsch und Latein für das Lehramt am Gymnasium an der Universität in Regensburg und hielt das Mercator-Projekt für eine willkommene Gelegenheit, meine ersten gelernten didaktischen Theorien in der Praxis auszutesten.
Mir wurde eine Fördergruppe von 6 Fünftklässlern zugeteilt. Ich versuchte, in meinem Unterricht auf die Interessen und Schwächen meiner Schüler einzugehen. Oft musste ich in meinem Unterricht improvisieren, wenn die Schüler beispielsweise bei der häuslichen Vorbereitung auf die nächste Deutsch-Schulaufgabe auf Probleme in der Grammatik gestoßen sind, die sie nochmals gerne erklärt haben wollten. Darüber hinaus legte ich auch auf die mündliche Kommunikation großen Wert, da viele meiner Förderschüler nach eigenen Angaben in ihrer Familie nicht Deutsch, sondern ihre Muttersprache sprechen. Auf Grund dessen sollten meine Schüler regelmäßig von ihren Ferienerlebnissen, ihrer Freizeitgestaltung, ihrem Heimatland usw. berichten oder beispielsweise ihren letzten Kinofilm nacherzählen. Nicht selten entwickelte sich auch hier die Diskussion in eine Richtung, die von mir nicht so geplant, aber nichtsdestotrotz toleriert wurde. Ich finde es wichtig, dass die Schüler im Förderunterricht in einer lockeren, angstfreien Atmosphäre arbeiten und lernen können. Spiel und Spaß sollten nicht zu kurz kommen, schließlich kann man von Fünftklässlern nach einem 6-stündigen Schultag nicht mehr 100% Konzentration und Leistungsfähigkeit erwarten. Aus diesem Grund bemühte ich mich, jegliche Grammatik- und Aufsatzübung in ein Quiz oder einen Wettkampf zu verwandeln, um so die Motivation der Schüler zu steigern.
(...)
Ich persönlich bin der Ansicht, dass ich durch den Förderunterricht mindestens genauso viel gelernt habe wie meine Schüler. Wenngleich Vor- und Nachbereitung der Unterrichtsstunden mehr Zeit forderten als zunächst vermutet, habe ich viel über das Verhalten von Schülern und den Umgang mit ihnen gelernt."
Annemarie Simeth
Partnerschulen
Mittlerweile hat sich auch durch die Unterstützung unserer Partner eine langjährige und stabile Zusammenarbeit mit unseren Partnerschulen bewährt. Zur Zeit arbeiten wir mit folgenden zwölf Schulen eng zusammen:
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Mittelschulen
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St. Wolfgang Mittelschule Regensburg
Clermont-Ferrand-Mittelschule Regensburg
Pestalozzi-Mittelschule Regensburg
Otto-Schwerdt-Mittelschule Burgweintig
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Realschulen
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Realschule am Judenstein Regensburg I
Albert-Schweitzer-Realschule Regensburg II
Staatliche Realschule Neutraubling
Staatliche Realschule Obertraubling
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Gymnasien
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Goethe-Gymnasium Regensburg
Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg
Albrecht-Altdorfer-Gymnasium Regensburg
Von-Müller-Gymnasium Regensburg
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Erfahrungsberichte einiger Partnerschulen:
„(...) Vielen Kindern konnte an unserer Schule durch das Mercator-Projekt geholfen werden. Sie verbesserten ihre Deutschkenntnisse und erzielten somit auch Fortschritte in anderen Unterrichtsfächern. (...). Viele Kollegen und Kolleginnen fragen mich zum Schuljahresbeginn, wann denn das Mercator-Projekt startet und wann die Anmeldeformulare ausgeteilt werden. Auch für sie ist es bereits zur festen Einrichtung geworden, dass sie förderbedürftige Kinder mit Migrationshintergrund durch das Mercator-Projekt zusätzlich fördern können. Um den großen Wert dieses Projekts auch aus der Sicht unserer Kinder verstehen zu können, sei nur eines zu bedenken: Schüler und Schülerinnen besuchen zu ihrem ohnehin vollen Stundenplan in ihrer Freizeit freiwillig einen Zusatzunterricht im Fach Deutsch, dies würden sie nicht tun, wenn für sie nicht „was rausspringen würde“, d.h. wenn sie damit nicht Erfolg hätten!!! (...)“
Doris Seidl, Pestalozzi-Mittelschule Regensburg
„Die jungen Damen haben sehr gute Arbeit geleistet und waren mit großem Engagement bei der Sache! Von den Schülern wurde die Hilfe geschätzt und dankbar angenommen.“
Brigitte Bauer, St. Wolfgang-Mittelschule Regensburg
„Es freut mich sehr, dass Frau *** auch im kommenden Schuljahr an unserer Schule tätig sein kann. Ich arbeite sehr gerne mit ihr zusammen und ich meine, dass es für unsere Schüler mit Migrationshintergrund eine wirklich gute Förderung ist.“
Brigitte Hümmer-Mehrbrey, Otto-Schwerdt-Mittelschule Burgweinting
„Die gute Nachricht über die weitere Zusammenarbeit nehme ich gerne mit in meine Ferien. Die Sprachförderung durch das Mercator-Projekt ist fast schon „fester Bestandteil“ in unseren Übergangsklassen.“
W. Wolf, Rektor Clermont-Ferrand-Schule Regensburg
„(…) Der Erfolg dieser Maßnahme dürfte allein darin empirisch festzustellen sein, dass die Quote von Wiederholern in dieser Schülergruppe nicht höher ist als der Durchschnitt, und erfreuliche Fälle wie zwei Schülerinnen von Aussiedler-Familien aus dem GUSStaaten-Bereich, die im Schuljahr 2009/10 einen Notenschnitt unter 2.00 erreicht haben und unter den Klassenbesten sind, belegen die sinnvolle Förderung. Diese beiden sind beileibe keine Einzelfälle.
Das WvS-Gymnasium wird auch weiterhin dringend die Förderung durch das Mercator-Projekt benötigen und ist sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Deutsch als Zweitsprache. (…)“
J. Thalhammer, Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg
„Ich hatte einen sehr schwachen Schüler (5. Kl.) mit russischem Migrationshintergrund, der noch im ersten Halbjahr eigentlich kein Land im Deutschunterricht sah, sich aber durch den Mercatorunterricht die Note 4 und so die Versetzung erarbeiten konnte. Auch Schülerinnen, die aus Italien stammen sowie eine britische Schülerin haben sich durch Mercator weiter entwickeln können. Die Resonanz bei den Eltern ist auch sehr positiv; so kamen zu Anfang des Schuljahres bereits Eltern von Schülern der 5. Klasse auf uns zu, die nach dem Unterricht fragten, da sie bereits davon gehört hatten. Dies sind nur einige wenige Beispiele aus der Praxis.
Mercator ist für uns, die wir tagtäglich mit Kindern mit Migrationshintergrund zusammen arbeiten, eine große Unterstützung.“
Claudia Neuner, Staatliche Realschule am Judenstein Regensburg I
Projektpartner
Berater Migration bei der Regierung der Oberpfalz
Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien im Regierungsbezirk Oberpfalz
Der Ministerialbeauftragte für die Realschulen im Regierungsbezirk Oberpfalz
Professur für Deutsch als Fremdsprachenphilologie
Regierung der Oberpfalz
Staatliche Schulämter für den Landkreis und die Stadt Regensburg
Stadt Regensburg
Stiftung Mercator GmbH Essen
Universität Regensburg