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Forschung

Sprachlernbegleitung im schulischen Kontext

Sprachlernberatung im schulischen Kontext

Kurzbeschreibung:

Das Konzept der Sprachlernbegleitung wurde ursprünglich für Lernende des universitären Bereichs entwickelt. Dabei werden in Autonomie fördernden, nicht-direktiven, individuellen Beratungen Lernziele bestimmt, Sprachlernstrategien erarbeitet, Materialien ausgewählt, Lernfortschritte verfolgt, Lernergebnisse evaluiert u.v.m. So werden erwachsene Sprachlernende optimal in ihrem persönlichen Spracherwerbsprozess unterstützt und können diesen effektiv gestalten.
Ein Konzept für Sprachlernbegleitung im schulischen Kontext besteht trotz dringenden Bedarfs noch nicht. Ziel des Forschungsprojektes ist es, ein geeignetes Konzept für Sprachlernbegleitung an Schulen zu entwickeln und dieses in einer qualitativen Studie zu evaluieren.

Projektleitung: Jenny Ungericht M. A.

Kontakt: Jenny.Ungericht@ur.de


Sprachweitergabe des Türkischen in der Zweiten Generation

Sprachweitergabe des Türkischen in der Zweiten Generation – sprachbiographische Fallanalysen

Kurzbeschreibung

Im Fokus des Projekts stehen bilinguale Eltern (türkisch-deutsch) der Zweiten Einwanderergeneration in Regensburg, die ihre Erstsprache Türkisch an ihre Kinder weitergeben möchten. Mittels biographischer Interviews wird u.a. den Fragen nachgegangen, welche Motive, Hoffnungen und Ängste sich hinter der Sprachloyalität von Heritagesprechern verbergen. Vor dem Hintergrund sprachbiographischer Erfahrungen werden individuelle Konzepte von Zweisprachigkeit, das Konstrukt der sprachlichen Identität und der Wunsch nach Spracherhalt in ihrer Verwobenheit untersucht.

Projektleitung: Aysin Makas-Reichinger

Kontakt: Aysin.Makas-Reichinger@sprachlit.uni-regensburg.de


Frühkindliche Mehrsprachigkeit

Frühkindliche Mehrsprachigkeit

Der Forschungsbereich zielt auf einen verbesserten Diskurs zwischen Wissenschaftler/-innen und Erzieher/-innen ab, durch den sowohl ein Wissenstransfer aus der Forschung in die Sprachförderpraxis von Kindertageseinrichtungen als auch die Wahrnehmung und Reflexion der Erfahrungen von Fachkräften in ihrer täglichen Praxis mit mehrsprachigen Kindern begünstigt werden. Aufgrund der im Rahmen des Projekts Sprachberatung in Kindertageseinrichtungen gewonnenen Einsichten über Möglichkeiten eines effektiven Transfers von Forschungserkenntnissen in die Praxis ergibt sich, dass ein gezieltes Erkennen und Aufgreifen der individuellen und spezifischen Annahmen über Aspekte frühkindlicher Mehrsprachigkeit von Erzieher/-innen für deren Professionalisierung zielführend ist.

Das Ziel der Arbeiten dieses Forschungsbereichs besteht darin zu untersuchen, mittels welcher Methoden sich eine möglichst systematische und umfassende Rekonstruktion von Strukturen der Konzeptualisierung frühkindlicher Mehrsprachigkeit leisten und im Rahmen der Ausbildung und Nachqualifizierung von Erzieherinnen anwenden lässt.

Projektleitung: Dr. Nicole Ehrmann

Kontakt: Nicole.Ehrmann@ur.de

Publikationen:

Ehrmann, Nicole (2014): Konzepte frühkindlicher Mehrsprachigkeit bei Erzieherinnen. In: Ursula Bredel, Irina Ezhova-Heer, Stephan Schlickau (Hrsg.): Zur Sprache.kɔm. Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. 39. Jahrestagung des Fachverbandes Deutsch als Fremdsprache an der Universität Hildesheim. Göttingen. (Materialen Deutsch als Zweitsprache, Band 89). Zur Sprache.kɔm. Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. 39. Jahrestagung an der Universität Hildesheim 2012. Göttingen. S. 253-272.

Ehrmann, Nicole / Hochholzer, Rupert / Reindl, Andreas (2010): Vorkurse in Bayern. In: ZIF 2010/2. S. 228-236.


Lernerkorpus Deutsch als Zweitsprache

Korpus Lernertexte DaZ von Kindern und Jugendlichen

Im Projekt werden deutschsprachige schriftliche Texte von Kindern und Jugendlichen, die das Deutsche als Zweitsprache erwerben, systematisch erfasst. Bei den einbezogenen Daten handelt es sich um Texte mehrsprachiger Schülerinnen und Schüler im Alter von 8 bis 16 Jahren.
Ziel des Projektes ist die digitale Dokumentation und Systematisierung schriftsprachlicher Äußerungen in DaZ von Kindern und Jugendlichen im Schulalter, um sie langfristig der Forschung als Datenbasis zur Verfügung zu stellen.

Projektleitung: Dr. Nicole Ehrmann, Dr. Simone Hein-Khatib

Kontakt:

Nicole.Ehrmann@sprachlit.uni-regensburg.de

Simone.Hein-Khatib@sprachlit.uni-regensburg.de


Projekt RATYZBONA: Plus/Minus Polnisch

Projekt RATYZBONA: Plus/Minus Polnisch

Kurzbeschreibung

Bereits in der ersten in Deutschland aufgewachsenen Generation von Kindern mit familiärem Migrationshintergrund kommt es oft zum Aufgeben der Muttersprache der Eltern und somit zum Sprachwandel. Eltern mit Migrationshintergrund sprechen gewöhnlich mit ihren Kindern in ihrer eigenen Muttersprache. Das ist aber nicht immer der Fall. Auch wird die Muttersprache der Eltern von den Kindern nicht immer als familieninterne Kommunikationssprache akzeptiert. Somit wird das Deutsche zur einzigen sicher beherrschten Sprache, in der die jungen Menschen ihre gesamten Kommunikationsbedürfnisse abwickeln (mal abgesehen von der medienbezogenen Verwendung des Englischen).
Oft jedoch tritt eine andere Erscheinung ein – die Kinder werden zweisprachig und sind in der Lage, situationsadäquat wahlweise die eine oder die andere ihrer beiden Erstsprachen zu verwenden. Manchmal entstehen daraus multiple ethnische und ethnolinguistische Identifikationen.
Welches Szenario ist nun mehr wahrscheinlich und was entscheidet darüber, ob Kompetenzen in der Herkunftssprache entwickelt und gefestigt werden? Wie hängen die Sprachkompetenzen in der Herkunftssprache, deren Gebrauch, die Kontaktnetzwerke der Jugendlichen, ihre Spracheinstellungen und ihre ethnischen Selbstzuschreibungen zusammen? Welche Rolle spielen dabei die modernen Medien, die Schule, das Familienhaus, die Ansichten und Einstellungen Anderer?
Das Forschungsprojekt RATYZBONA entsteht in einer Kooperation zwischen der Professur für Deutsch als Zweitsprache und der Staatlichen Berufshochschule in Walbrzych. Das Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Vitalität der polnischen Sprache unter Schülern mit polnischen Wurzeln, die in Deutschland aufgewachsen sind, unter den Bedingungen zerstreuter Migration am Beispiel Regensburgs. Der Untersuchungsgegenstand sind die Auswirkungen von soziodemographischen, sozialen, institutionellen und technischen Faktoren, die zusammengenommen über eine Entwicklung und ein Aufrechterhalten deutsch-polnischer Zweisprachigkeit entscheiden, beziehungsweise die Jugendlichen das Polnische als Herkunftssprache aufgeben lassen. Es sollen unter anderen die folgenden Kernfragen beantwortet werden:
- Welchen persönlichen Wert und welchen Nutzwert hat das Polnische für die Schüler mit polnischsprachigem Familienhintergrund?
- Inwieweit haben diese Schüler verschiedene Kompetenzen in der polnischen Sprache entwickelt und welche Faktoren in der sozialen und medialen Umwelt waren dabei ausschlaggebend?
- Was entscheidet über die Ablehnung oder Akzeptanz des Polnischen als Familiensprache?
- Welche sozialen, psychosozialen und institutionellen Faktoren spielen eine Rolle bei der Ausprägung der Einstellungen zur polnischen Sprache?
- Inwieweit korreliert das persönliche Werturteil der Teenager über das Polnische mit dem Niveau ihrer Sprachkompetenz?
Die Untersuchung stützt sich auf das Model der subjektiven ethnolinguistischen Vitalität (Giles / Bourhis / Taylor 1977), das Netzwerkmodell sprachlicher Kommunikation (Allard / Landry 1994) sowie den Begriff der ethnolinguistischen Identität unter Berücksichtigung der Perspektiven humanistischer Soziologie (Smolicz / Secombe 1981).
Der erste thematische Block empirischer Studien umfasst die Beschreibung der linguistischen Situation: der Funktionen des Polnischen in den sprachlichen Praktiken der Schüler, der Struktur ihrer Kommunikationsnetzwerke, ihrer sprachlichen Ressourcen sowie der Wege des Spracherwerbs. Weitere Aspekte der linguistischen Beschreibung sind die Struktur und die Häufigkeit des Gebrauchs polnischsprachiger Medien und die Rolle einzelner Medien im Spracherwerb.

Der zweite Themenkomplex umfasst die Analyse der Einstellungen von Teenagern mit familiärem Migrationshintergrund zur polnischen Sprache, ihrer Rolle in der Selbstidentifikation sowie der Korrelation zwischen den Einstellungen, Wertungen und Identifikationen einerseits, der Sprachkompetenz und dem Sprachgebrauch andererseits.
Ein weiterer Themenkreis betrifft die Einstellungen zur Zweisprachigkeit und die Ansichten über ihren Einfluss auf den schulischen Lernerfolg unter Lehrern, Mitgliedern anderer Berufsgruppen sowie einsprachigen und anders mehrsprachigen Mitschülern (ohne Bezug zu Polen), die das gesellschaftliche Klima für die Pflege beziehungsweise die Ablehnung der Zweisprachigkeit durch die Betroffenen mitgestalten.
Geplant ist auch eine Untersuchung der Wahrnehmung der medialen Debatte über Bikulturalität und Zweisprachigkeit durch die Eltern potenziell zweisprachiger Kinder zwecks der Feststellung, welchen Einfluss diese Debatte auf die elterliche Motivation zur Weitergabe des Polnischen an die Kinder ausübt. Diese soziologische Perspektive wird durch einen Einblick in elterliche Theorien über kindliche Zweisprachigkeit und in den Einfluss dieser Theorien auf das sprachliche Verhalten der Eltern ergänzt.

Projektverantwortliche:

PD Dr. habil. Hanna Pulaczewska, Prof. Universität Stettin

Kontakt: Hanna.Pulaczewska@sprachlit.uni-regensburg.de



Gastvorträge

  • Dr. Simone Amorocho, Herder-Institut, Philologische Fakultät der Universität Leipzig: Heritage-Sprecher in Deutschland: Unvollständiger Erstspracherwerb in der migrationsgeprägten Gesellschaft, 2. Juli 2013
  • Dr. Albrecht Plewnia, Institut für Deutsche Sprache, Mannheim: Warum nicht Türkisch? Einstellungen und Meinungen zu Sprachen und ihren Sprechern, 18. Juni 2013
  • Prof. Dr. Thomas Krefeld / Dr. Stephan Lücke, LMU, Institut für Romanische Philologie: VERBA ALPINA - Der alpine Kulturraum im Spiegel seiner Mehrsprachigkeit, 11. Juni 2013
  • Dr. Ira Gawlitzek, Universität Mannheim, Lehrstuhl für Anglistische Linguistik: Mehrsprachigkeit als Herausforderung für die Praxis und Antworten aus der Forschung, 28. Mai 2013
  • Prof. Dr. Dieter Halwachs, Universität Graz: Romani - eine europäische Minderheitensprache, 11. Juni 2012
  • Dr. Andrea Abel, Institut für Fachkommunikation und Mehrsprachigkeit der EURAC (Europäische Akademie Bozen): Mehrsprachigkeit in Südtirol, 4. Juli 2011
  1. Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften
  2. Institut für Germanistik