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Forschung

Habilitation

Markus Pissarek

1. Habilitationsprojekt (FALKO-D)

Entwicklung eines Messinstruments zur fachspezifischen Professionalitätsforschung im Fach Deutsch, im Rahmen der Projektgruppe FALKO an der Universität Regensburg.

Informationen zum Projekt.

Status: Ergebnisse präsentiert und z. T. publiziert (siehe Publikationen).

2. Projekt der Leseforschung (RESL)

Entwicklung und (empirische) Evaluation eines selbstregulierten, siebenwöchigen Lesestrategietrainings für die 5. Klasse.

Informationen zum Projekt.

Status: abgeschlossen, Ergebnisse und Material publiziert (siehe Publikationen).

3. Auf dem Weg zur literarischen Kompetenz (LITKOM)

Entwicklung und Überprüfung eines Modells der Entwicklung literarischer Kompetenz auf semiotischer Grundlage.

Publikation zum Modell.

Status: Entwicklung des Untersuchungsdesigns.


Promotion

Christian Gegner

Sprecherische und rhetorische Kompetenzen von Lehramtsstudierenden
 
In Tradition der Untersuchungen an den Universitäten Leipzig, Lüneburg, Salzburg und dem Projekt des Sprecheignungstests an der Universität Saarbrücken wurden seit dem Wintersemester 2010/11 bis zum jetzigen Zeitpunkt 200 Deutsch-Lehramtsstudierende als zukünftige Professional-Voice-Users in Bezug auf ihren Stimm- und Sprechstatus hin untersucht. Unter der zentralen Fragestellung, welche Grundvoraussetzungen zukünftige Deutschlehrer in stimmlicher, rhetorischer und sprechkünstlerischer Hinsicht für Ihren späteren Beruf mitbringen, werden folgende Parameter erfasst: Erstellung eines Voice-Range-Profiles, objektive und subjektive Analyse der Stimmqualität, rhetorische Analyse einer freien Sprechleistung (Vortragssituation) und sprechkünstlerische Darbietung eines lyrischen Textes. In diesem Zusammenhang interessiert auch ein Vergleich der Situation zwischen Studierenden zu Studienbeginn und Studierenden in höheren Semestern. Die gewonnen Daten werden vor dem Hintergrund der Bildungsstandards für die einzelnen Schulstufen und -arten sowie den Richtwerten des ELS-Protokolls untersucht.

Weitere Informationen finden Sie auf dem Forschungs- und Ergebnisposter.


Promotion

Marina Geißler

 


Promotion

Michael Stierstorfer

Antike Mythologie in der gegenwärtigen Alltagskultur
(KJL, Belletristik und Film): Das griechisch-römische Sagengut als Fundus für die aktuelle phantastische Literatur und den Fantasy-Film


Die überaus erfolgreichen Reihen „Percy Jackson“, „Jack Perdu“ und die „Göttlich“-Trilogie sowie der mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnete Roman „Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele“ sind herausragende Belege für die Dominanz der griechisch-römischen Mythologie in der gegenwärtigen Alltagskultur. Zahlreiche Sachbücher, Sagenkompendien, Comics und sogar Computerspiele flankieren die aktuelle Renaissance der antiken Götter- und Heroengeschichten. Mit namhaften Titeln wie „Kampf der Titanen“, „Krieg der Götter“, „Vom Suchen und Finden der Liebe“ und Disneys „Hercules“ prägt dieser Trend auch die internationale Filmlandschaft unserer Zeit.
Es ist daher lohnend, mit wissenschaftlicher Methodik die Fragestellung anzugehen, warum so viele zeitgenössische (Drehbuch-)Autoren und Autorinnen Einzelelemente oder ganze Sagenzyklen aus der griechischen und römischen Mythologie entlehnen. Dabei ist die Hypothese zu erweisen, dass das antike Sagengut als ein Fundus von Desideraten dient, die in der aktuellen phantastischen Literatur, der Fantasy-Literatur und dem Fantasy-Film zu konstatieren sind. Denn neben dem idealen Identifikationsangebot mit einem anfangs marginalisierten Protagonisten, der als Auserwählter eine Wandlung vom Freak zur Semigottheit durchlebt (Campbell 1953), liefert die antike Mythologie auch eine Vielzahl von fabelhaften Wesen, magischen Waffen und exotischen Settings, die in der Literatur als spannungssteigerndes Moment und im Film – visualisiert mit der neuesten digitalen (3D-)Technik – als Blickfang eingesetzt werden (Zwick 2013).

Eine erstaunlich große Bandbreite an vielseitig einsetzbaren, fremdartigen Orten aus der antiken Sagenwelt hat Eingang in die postmoderne Belletristik und in den Film gefunden. Einschlägige Beispiele bieten die unwirtliche und mit Gefahren gespickte Unterwelt als locus terribilis, die nur über den heiligen Totenfluss Styx erreichbar ist, der himmlische Olymp als Wohnsitz der Götter, das bukolische Idyll Arkadiens als Prototyp eines locus amoenus, der weit verzweigte Irrgang des Minotaurus als Paradigma für ein undurchdringliches Labyrinth und die vielfach adaptierte und von der KJL geradezu gewaltsam annektierte, mythisch-mystische Landschaft von Atlantis, die seit einigen Jahrzehnten „auf der Welle der Trivialliteratur ganz oben mitschwimmt“ (Brentjes 1993).

Im Rahmen der Dissertation soll anhand einer hypothesengeleiteten, systematisierenden Erfassung eines Korpus von 21 Romanen und 15 Filmen  den zentralen Fragen nachgegangen werden, welche spezifischen Funktionen antike Mytheme erfüllen und inwieweit Motive aus der antiken Mythologie als prototypisch gemäß der Prototypensemantik von Kleiber (1998) anzusehen sind.


Promotion

Doris Thanner

Projekt SeGel (Selbstreguliert Gesprächsführung lernen):

Peer-Feedback und Selbstregulation im Vorstellungsgesprächstraining

Vorstellungsgespräche gelten als Paradefälle asymmetrischer Kommunikation – inszeniert zum Zwecke von Beurteilung und Selektion, geprägt vom Machtgefälle der Gesprächsbeteiligten. Der schulische Berufswahl-Unterricht soll Jugendliche effektiv auf diesen „Ernstfall“ vorbereiten. Bemerkenswerte Effekte hinsichtlich des Aufbaus persönlichkeitsbezogener Ressourcen für den Übergang Schule-Berufswelt ergeben sich, wie Vorgängerstudien belegen, durch Gesprächstraining in Rollenspielform mit Peer-Feedback sowie durch Anwendung metakognitiver/selbstregulativer Lernstrategien. Auf diesem Hintergrund wurde durch das Forschungsteam SeGel am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur der Universität Regensburg unter der Leitung von Doris Thanner ein Vorstellungsgesprächs-Training entwickelt, das auf durch Peer-Feedback unterstützter Selbstregulation in Rollenspiel-Arrangements basiert. Kompetenzentwicklungen der TeilnehmerInnen (SchülerInnen der 9./10. Jahrgangsstufe an Mittelschulen der Region) werden im Rahmen einer empirischen Evaluationsstudie untersucht.


Promotion

Johannes Wild

Lese- und Schreibkompetenz sind basale Kompetenzen, auf die schulischer Unterricht abzielt. Diese bzw. die Vermittlung entsprechender Lese- und Schreibstrategien wird in der Forschung jedoch bislang weitgehend isoliert erforscht und es fehlen entsprechende Befunde, die einen Zusammenhang zwischen Lese- und Schreibtrainings klären. Ziel des Dissertationsvorhabens ist es daher im Rahmen des Mercator-Projektes RESTLESS, ein selbstreguliertes Schreib- und Lesetraining zu entwickeln und dieses v.a. im Hinblick auf o.g. Zusammenhänge empirisch zu überprüfen. Im Fokus steht dabei insbesondere die Gruppe der sogenannten „struggling writers“ in der Sekundarstufe I.     


In literalen Gesellschaften gehört Schreiben zu den Schlüsselqualifikationen, ermöglicht erst die Teilnahme am kulturellen Leben und die Aneignung der (Schrift-)Sprache ist bestimmender Faktor kindlicher Entwicklung (vgl. Vygotski 1974). Dennoch ist der Anteil an „echter Schreibzeit“ im Schulunterricht gering. Studien wie DESI 2003/2004 (Deutsch Englisch Schülerleistungen International) ergaben, dass ein Drittel der Schülerschaft Schwierigkeiten hat, einen verständlichen Text zu schreiben. An Haupt-/Mittelschulen erreichen zehn Prozent von ihnen nicht einmal Niveau A und verschlechtern sich bei einem zweiten Messzeitpunkt oft noch: Sie folgen eher umgangssprachlichen (konzeptionell mündlichen) Sprachnormen, schreiben Texte, die logisch fehlerhaft aufgebaut sind und denen wesentliche Textelemente fehlen. Ein vielversprechender Ansatz, dessen Wirksamkeit bereits in anderen Zusammenhängen nachgewiesen wurde (vgl. Schunk/Zimmerman 2011), ist daher das Selbstregulierte Lernen, das insbesondere auch bei schwachen Schülern hohe Effektstärken zeigt (vgl. Graham/Perin 2007). Zieht man (Meta-)Metaanalysen wie Hatties „Visible Learning“ (2009) hinzu, zeigt sich die Chance, die sich aus der Kombination einer Vermittlung entsprechender Schreibstrategien mit dem Selbstregulierten Lernen ergibt; denn auf diese Weise wird nicht bloßes deklaratives Schreibwissen aufgebaut, sondern flexibel einsetzbare Schreibkompetenz (zum Begriff der Schreibkompetenz vgl. z.B. Fix 2006), die (Teile des) Schreibprozesses steuert.

Ziel des Promotionsvorhabens ist es daher, unter den o.g. Voraussetzungen Schreibkompetenz so zu modellieren und zu fördern, dass sie auf schulische Lern- und Erwerbswege – d.h. selbstreguliert auch auf einzelne Subprozesse des Schreibprozesses – angewandt und abgebildet werden kann. Es soll im Rahmen einer Förderung durch das Mercator-Institut in einem Prä-, Post- und Follow-up-Test-Design ein Training entwickelt werden, bei dem in entsprechenden Schreiblehrgängen Strategien vermittelt werden, die eine Bewältigung der „Zone der nächsten (Kompetenz-)Entwicklung“ (vgl. Vygotski 1974) ermöglichen und die Entwicklung metakognitver Fähigkeiten schärfen. Das Training knüpft dabei konzeptionell an das Self-Regulated-Strategy-Development-Programm (SRSD) Graham/Perins und das von Budde (2010) weitergeführte Selbstregulatorische Aufsatztraining (SAT) Glasers (2004) an. Die empirische Wirksamkeit soll deshalb mittels der erhobenen Daten auch im Vergleich zu den existierenden Trainings untersucht und verbessert werden. Insbesondere soll aber auch den sog. „struggling writers“ Aufmerksamkeit gewidmet werden, d.h. u.a. Zusammenhänge zwischen Schreibkompetenz und z.B. Migrationshintergrund untersucht werden. Auf diese Weise ist es außerdem möglich, Strategien zu finden und zu vermitteln, die bei Schülern mit Deutsch als Zweitsprache besonders wirksam sind. Das Vorhaben gliedert sich dadurch in Forschungsvorhaben zum SRL ein, die bereits u.a. am Lehrstuhl für Didaktik der dt. Sprache und Literatur sowie in der Schulpädagogik durchgeführt werden.

  1. Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften
  2. Institut für Germanistik

Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Universität Regensburg
Universitätsstraße 31
D-93053 Regensburg 

Sprache-literatur-kultur