Vita
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1987-1994: Studium der Fächer Deutsch und Französisch in Berlin und Paris für das Lehramt an Gymnasien, Studium von Deutsch als Fremdsprache in Berlin
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1994-1995: freie Mitarbeit in Verlagen und im Feuilleton verschiedener Zeitungen
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1995-1999: DAAD-Lektorin in Bordeaux und Honorarkraft des Goethe-Instituts Berlin
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1998: Promotion über Robert Musil
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1999-2000: Wiedereingliederungsstipendium des DAAD, Lehraufträge an der Universität Bielefeld
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2000-2002: Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Gymnasien
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2002-2005: wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl „Didaktik der deutschen Sprache und Literatur“ an der Universität Siegen,
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2005-2008: Studienrätin am Albertus-Magnus-Gymnasium in Regensburg,
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seit 2006: Teilabordnung an den Lehrstuhl „Didaktik der deutschen Sprache und Literatur“ der Universität Regensburg
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seit 2008: Abordnung zum Zwecke der Habilitation an die Universität Regensburg.
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2010: Habilitation im Bereich Deutsche Philologie – Didaktik der deutschen Sprache und Literatur mit einer Arbeit zur Geschichte des Literaturunterrichts
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2010-2011: Posthabilitationsstipendium des Programms zur Realisierung der Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre der Universität Regensburg
Publikationen
I. Monographien
1) Vereinigungen. Frauenfiguren und Identität in Robert Musils Prosawerk. Würzburg 2000 (= Promotion).
2) Erich Kästner: Fabian. Oldenbourg Interpretationen. Hg. von Bogdal, Klaus-Michael/ Kammler, Clemens. München 2001.
3) Peter Härtling: Ben liebt Anna. Klasse! Lektüre. Hg. von Bogdal, Klaus-Michael/ Kammler, Clemens. München 2003.
4) Die Schule der Einbildungskraft. Zur Geschichte des Literaturunterrichts in der Romantik. In: Beiträge zur Geschichte des Deutschunterrichts, Bd. 66. Frankfurt a. M. 2011 (=Habilitation).
5) Jugendliteratur der Gegenwart. Grundlagen, Methoden, Unterrichtsvorschläge (erscheint 2012 bei Kallmeyer).
II. Herausgeberschaften
1) Rauch, Marja/ Umlauf, Joachim (Hg.): Littérature allemande des années 90. Actes du Colloque de Bordeaux 1998. In: Allemagne d’aujourd’hui N° 148 (1999), S. 57-156.
2) Korte, Hermann/ Rauch, Marja (Hg.): Literaturvermittlung im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Frankfurt/ M. 2005.
3) Rauch, Marja/ Geisenhanslüke, Achim (Hg.): Texte zur Literaturgeschichte. Stuttgart 2012.
III. Aufsätze in Sammelbänden und Zeitschriften
1) „Mystik, Eros, Ethik: Eine dreifache Bestimmung der Modernität bei Robert Musil“. In: Baßler, Moritz/ Châtellier, Hildegard (Hg.): Mystique, Mysticisme et modernité en Allemagne autour de 1900. Straßburg 1998, S. 295-305.
2) „Robert Musil zwischen Säkularisierung der Religion und Sakralisierung der Kunst“. In: Faber, Richard/ Krech, Volker (Hg.): Kunst und Religion. Studien zur Kultursoziologie und Kulturgeschichte. Würzburg 1999, S. 215-226.
3) „Topographie de la mémoire: Berlin dans la poésie de la seconde moitié du XXème siècle.“ In: Allemagne d’aujourd’hui N° 148 (1999), S. 134-147.
4) Das Fremde im Eigenen – das Eigene im Fremden. Zur Dialektik des Fremden in Kirsten Boies „Erwachsene reden. Marco hat was getan.“ In: Büker, Petra/ Kammler, Clemens (Hg.): Das Fremde und das Andere. Interpretationen und didaktische Analysen zeitgenössischer Kinder- und Jugendbücher. Weinheim 2003, S. 249-266.
5) Lutz Seiler. In: Kritisches Lexikon der Gegenwartsliteratur (Ergänzung 2003, Überarbeitung 2012).
6) Kinderzone DDR? Kindheit und Autobiographie bei Jana Hensel, Kathrin Aehnlich und Claudia Rusch. In: Kindheitsbilder in der Gegenwartsliteratur: Praxis Deutsch 188 (2004), S. 48-55.
7) Aufgabenvielfalt. Ein Plädoyer. In: Köster, Juliane/ Lütgert, Will/ Creutzburg, Jürgen (Hg.): Aufgabenkultur und Lesekompetenz. Frankfurt/M. 2004, S. 193-196.
8) Lyrik im Alltag von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 1-6: ein Siegener Projekt. In: Stückrath, Jörn/ Strobel, Ricarda (Hg.): Deutschunterricht empirisch. Beiträge zur Überprüfbarkeit von Lernfortschritten im Sprach-, Literatur- und Medienunterricht. Hohengehren 2005, S. 114-130.
9) ‚Ausbildung der Reflexion‘. Zur Genese des Literaturunterrichts im Zeichen der Romantik. In: Korte, Hermann/ Rauch, Marja (Hg.): Literaturvermittlung im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Frankfurt/ M. 2005, S. 41-52.
10) „Erzähl doch keine Märchen!“ Zum Umgang mit Märchen in literaturpädagogischer und literaturdidaktischer Perspektive. In: Arend, Helga/ Barz, André (Hg.): Märchen – Kunst oder Pädagogik? Baltmannsweiler 2009, S. 147-164.
11) Das bayerische Zentralabitur – ein strittiges Vorbild. In: Der Deutschunterricht 1/2010: Themenheft „Zentralabitur Deutsch“, S. 78-82.
12) „He, kleiner Bär …“ Literarische Texte fördern die Entwicklung schriftsprachlicher Kompetenz. In: Grundschule 3/2010: Themenheft „Schreib, wie du sprichst? Mündlichkeit und Schriftlichkeit: Zwei Konzepte und ihre Zusammenhänge“, S. 12-17.
13) Erlesene Familie. Restauration des Phantastischen in Cornelia Funkes Tintenwelt-Trilogie. Löhnig, Martin (Hg.): Fragmentierte Familien. Bielefeld 2010, S. 115-129.
14) Traum-Darstellungen. Ein Beitrag zum literarischen und filmischen Lernen von Grundschulkindern. In: Praxis Grundschule 6/2010: Themenheft „Literatur sehen und hören“, S. 37-41.
15) Rückkehr des Phantastischen. Aktuelle Tendenzen in Literatur und Film. In: Literatur im Unterricht 1/2011, S. 51-62.
16) Eine eigene Kompetenz für Literaturgeschichte als Vermittlungsauftrag des Deutschunterrichts? Ein Problemaufriss (gemeinsam mit Ulf Abraham). In: Didaktik Deutsch 30/2011, S. 57-73.
17) Ludwig Tieck-Rezeption im öffentlichen Leben. In: Scherer, Stefan/ Stöckinger, Claudia (Hg.): Ludwig-Tieck-Handbuch, Berlin 2011, S. 345-360.
18) Einleitung. In: Rauch, Marja/ Geisenhanslüke, Achim (Hg.): Texte zur Literaturgeschichte. Stuttgart 2012, S. 9-24 (gemeinsam mit Achim Geisenhanslüke).
19) Didaktik der Literaturgeschichte in Zeiten der Kompetenzorientierung. In: Rauch, Marja/ Geisenhanslüke, Achim (Hg.): Texte zur Literaturgeschichte. Stuttgart 2012, S. 331-348 (gemeinsam mit Ulf Abraham).
20) Literaturgeschichte als Provokation des Deutschunterrichts. Probleme der Literatur-geschichtsschreibung zwischen Theorie und Empirie. In: Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes 4/12, S. 360-379.
21) Nussknacker und Mausekönig – ein Kindermärchen? In: Claudia Pecher/ Anita Schilcher (Hg.): Internationale Klassiker der Jugendliteratur (erscheint 2013 im Schneider Verlag).
22) Das Unheimliche. In: Brittmacher, Hans Richard/ May, Markus (Hg.): Phantastik. Ein interdisziplinäres Handbuch (gemeinsam mit Achim Geisenhanslüke, erscheint 2013 bei Metzler).
23) Katja Lange-Müller: Verfrühte Tierliebe. In: Galli, Matteo/ Tommek, Heribert (Hg.): 1995 – Ein literarisches Wendejahr? (erscheint 2013 bei Transcript)
24) Lutz Seiler: berührt/geführt. In: Galli, Matteo/ Tommek, Heribert (Hg.): 1995 – Ein literarisches Wendejahr? (erscheint 2013 bei Transcript)
IV. Mitarbeit an: Deutschbuch 12. Texte und Methoden. Cornelsen Verlag
1) Erarbeitung der Kapitel: „Sprachkrise“ und „Literatur der Jahrhundertwende“ in „Deutschbuch 12. Texte und Methoden“. Ausgabe Bayern. Cornelsen Verlag Berlin 2010, S. 116-123 und S. 156-184.
2) Erarbeitung der Kapitel „Sprachkrise“ und „Literatur der Jahrhundertwende“ in den „Handreichungen für den Unterricht“ von „Deutschbuch 12. Texte und Methoden“. Ausgabe Bayern. Cornelsen Verlag Berlin 2010, S. 101-116, 142-168, 302-303.
Lehre
Veranstaltungen im Wintersemester 2012/2013
Seminar zu einem Themenschwerpunkt
35599b Kinder- und Jugendtheaterstücke und Dramen im Deutschunterricht
Forschung
Arbeitsschwerpunkte
Geschichte des Deutschunterrichts, literaturdidaktische Theoriebildung, Literaturgeschichte, Literatur der Romantik, Literatur der Weimarer Republik, Gegenwartsliteratur, Kinder- und Jugendliteratur
1) Die Schule der Einbildungskraft. Zur Geschichte des Literaturunterrichts in der Romantik. Frankfurt a. M. 2011 (Habilitationsschrift)
Mein Habilitationsprojekt widmet sich in verschiedenen Studien zur Literatur, Philosophie, Pädagogik und Didaktik dem Begriff der Einbildungskraft als Vermittlungsmoment von romantischer Literatur und der mit der Romantik einsetzenden Genese des Deutschunterrichts im 19. Jahrhundert. Steht die Frage nach der Rolle der Romantik für die Entstehung des Literaturunterrichts im 19. Jahrhundert und für die Ausdifferenzierung eines literaturdidaktischen Begriffs- und Theoriebildungsprozesses im Mittelpunkt der Arbeit, so gilt ihr Augenmerk auch der Untersuchung der literarischen Kommunikationsprozesse und Diskurse, die zu dem in den literaturdidaktischen Schriften vorherrschenden Romantikbild geführt haben – unter Berücksichtigung von Kanonisierungsinstanzen bzw. Ausgrenzungsmechanismen, den Konstanten und Veränderungen im historischen Wandel des schulisch vermittelten Romantikbildes, der Präsentation und Behandlung von romantischen Autoren, Texten bzw. Konzepten und Begriffen in Lehrwerken und Handreichungen in literaturdidaktischer und methodischer Hinsicht sowie den Korrelationen und Differenzen zwischen schulischer und außerschulischer Rezeption romantischer Autoren und Texte. Die Arbeit versteht sich somit gleichermaßen als Beitrag zur Romantikforschung, zur Geschichte des Literaturunterrichts und zur Fachgeschichte der Literaturdidaktik.
2) Literaturgeschichte im kompetenzorientierten Deutschunterricht
Die Vermittlung von Literaturgeschichte stellt eine der Kernaufgaben des Deutschunterrichts dar. In der Literaturwissenschaft ist seit den 60er Jahren jedoch eine Krise der Literaturgeschichtsschreibung zu vermerken, die in einem engen Zusammenhang mit literaturtheoretischen Problemstellungen steht und auch auf die Literaturdidaktik zurückgewirkt hat. Hinzu kommt, dass sich die Literaturdidaktik im Anschluss an PISA und andere Studien mit Fragen der Vermittlung von Literaturgeschichte kaum mehr befasst hat. Das Projekt möchte daher die Literaturgeschichte wieder ins Blickfeld der Literaturdidaktik rücken und beschäftigt sich daher auf grundsätzliche Art und Weise mit der Stellung und Ausrichtung der Literaturgeschichte im Zeichen des kompetenzorientierten Deutschunterrichts (vgl. Abraham u. a. 2007). Im Mittelpunkt des Projekts stehen keine literaturtheoretischen Fragen im engeren Sinne, wobei die Frage nach der Bedeutung literaturtheoretischer Konzepte für die Arbeit an Literaturgeschichte in der Institution Schule Berücksichtigung findet, sondern in Anknüpfung an die empirische Unterrichtsforschung, die sich in den letzten Jahren in der Deutschdidaktik durchsetzen konnte (vgl. Kammler/Knapp 2002 und Kämper-van den Boogaart 2004), die Analyse von Lehrplänen, Lehrwerken, Aufgabenformaten in Abschlussprüfungen (Mittlerer Schulabschluss, Abitur) und die Befragung von Schulabgängern zu ihrem literaturgeschichtlichen Wissen unter Rückgriff auf die Methodentriangulation, die quantitative und qualitative Verfahren integriert. Im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms „Lesesozialisation in der Mediengesellschaft“ von Hurrelmann/Groeben (2006) haben Bonholt/Rupp Defizite im Blick auf die empirische Erforschung der Behandlung von Literaturgeschichte im Deutschunterricht benannt: „Letztlich ist die Art und Weise, wie im Literaturunterricht Lehrer/innen und Schüler/innen mit Epochenkonzepten umgehen, ebenso ungeklärt wie die Voraussetzungen, die Schüler/innen für den Umgang mit Epochenkonzepten und kanonischer Literatur mitbringen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf einer literatur- und lesedidaktischen empirischen Unterrichtsforschung.“ (Bonholt/Rupp 2006, S. 61) Das Ziel der Untersuchung besteht darin, die hier aufgezeigten Desiderata aufzugreifen und der Auseinandersetzung mit literaturgeschichtlichen Fragestellungen im Deutschunterricht neue Impulse zu geben.
Stellenwert von Literaturgeschichte in einem kompetenzorientierten Deutschunterricht, Vermittlung von Literaturgeschichte und Einstellung von Schülerinnen und Schülern zur Literaturgeschichte.
3) Einführung in die Jugendliteratur (erscheint bei Kallmeyer, Friedrich Verlag)
Der Band versteht sich als Einführung in die Jugendliteratur und richtet sich an Studierende und Lehrkräfte des Faches Deutsch in Schule und Universität. Er bietet eine gleichermaßen theoriegeleitete wie didaktisch aufbereitete Auseinandersetzung mit Jugendliteratur. Dabei wird ein doppeltes Ziel verfolgt. Zum einen gilt es die Bedeutung von Jugendliteratur für die literarische Sozialisation zu verdeutlichen. Jugendliteratur besitzt das Potential, jungen Menschen die Welt der Literatur zu erschließen und ihnen damit die Chance zu eröffnen, an dieser dauerhaft teilzuhaben. In diesem Sinne wird Jugendliteratur als ein Teilbereich der literarischen Öffentlichkeit betrachtet, in die Kinder und Jugendliche durch Literatur und andere Medien eingeführt werden. Zum anderen gilt es die Bedeutung der Jugendliteratur für die Leseförderung in den Blick zu nehmen und zu verdeutlichen, welche Aspekte literarischen Lernens mit Jugendliteratur im schulischen Kontext, insbesondere im Unterricht der Sekundarstufe I realisiert werden können.
Der Band gliedert sich in zwei Teile, einen theoretischen und einen unterrichtspraktischen Teil. Im Theorieteil geht es darum, in knapper Form den aktuellen fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Forschungsstand zum Thema Jugendliteratur darzulegen. Der unterrichtspraktische Teil ist nach Genres gegliedert und stellt pro Kapitel je ein Werk in den Mittelpunkt. Die Textauswahl orientiert sich an Kriterien der Exemplarität im Hinblick auf die historische Entwicklung des Genres, auf verschiedene Themen und Autoren, auf Innovation etc. Berücksichtigt werden überwiegend moderne, didaktisch bislang weniger erschlossene Texte, die für die Sekundarstufe I geeignet sind und zum Teil in Verbindung zu kanonisierten Texten gesetzt werden, um auf diese Weise auch Kontinuitäten und Veränderungen des Genres zu verdeutlichen. Der unterrichtspraktische Teil zeigt methodisch variationsreiche Verfahren des Umgangs mit diesen Texten im Unterricht auf und berücksichtigt zeitgemäße Formen der schulischen Lernkultur wie Lernzirkel, Portfolio, kooperatives Lernen, moderne Präsentationsformen etc. Ziel ist es, didaktisch reflektierte Handlungsmöglichkeiten für die Jugendliteratur zu erschließen und dabei auch medienintegrativ und medienreflexiv vorzugehen. Zugleich werden Perspektiven aufgezeigt, wie die Beschäftigung mit Jugendliteratur im Sinne eines integrativen Deutschunterrichts mit anderen Lernbereichen, beispielsweise der Schreibdidaktik, verknüpft werden kann.