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Germanistentheater

Jedes Semester erarbeitet ein Gruppe von ca. 15 Studierenden unter der Leitung von Dr. Simone Merk ein Theaterprojekt. Das Ensemble für das Sommersemester 2011 hat sich im März konstituiert und arbeitet bereits. Im Wintersemester wird ein neues Angebot im Vorlesungsverzeichnis angekündigt.

Bilder und Informationen zu den bisherigen Inszenierungen finden Sie auf der Homepage des Germanistentheaters.


Aktuell

Weil halt die Menschen keine Menschen sind...

Das Germanistentheater der Uni Regensburg zeigt Ödön von Horváths „Glaube Liebe Hoffnung“

Elisabeth, eine junge Vertreterin, gerät in die irrwitzige Paragrafenmühle der Bürokratie. Der kleine Totentanz „Glaube Liebe Hoffnung“ beginnt: Da sie in der Vergangenheit ohne Wandergewerbeschein gearbeitet hat, muss sie nun eine Geldstrafe abbezahlen, wofür ihre gegenwärtige Arbeit in Zeiten der Wirtschaftskrise jedoch nicht genügend abwirft. Um einer Haftstrafe zu entgehen, muss sie also anderweitig an Geld kommen. Doch selbst der verzweifelte Versuch, ihre Leiche zu verkaufen, scheitert. Von nun an nimmt der Sog in den Abgrund an Fahrt auf – aus dem Teufelskreis ist kein Entkommen: Sie wird als Betrügerin denunziert, verliert ihre Arbeit und wird von ihrem Verlobten sitzengelassen. Vorbestraft, arbeitslos und allein geht sie ins Wasser. Doch selbst dort findet sie keinen Frieden...

Ödön von Horváth skizziert in seinem vor 80 Jahren geschriebenen Stück ein Schicksal und eine Welt, die auf nahezu erschreckende Weise aktuell sind. In Zeiten des Casino-Kapitalismus und der Bagatellkündigungen wirft das Stück die Frage auf: Was ist gerecht, was ist legal und was ist legitim? Mit Blick auf unsere Lebenswirklichkeit heißt das: Ist es gerechtfertigt, einen Arbeitnehmer wegen eines Pfandbons, dreier Schrauben, eines aufgeladenen Handys oder eines zu entsorgenden Kinderbetts zu kündigen auch wenn dies legal ist? Diese Überlegungen zielen letztendlich auf die zentrale Frage ab: Was ist ein Menschenleben wert?

Horváth gelingt es vor allem durch seine ihm ganz eigene Sprache und seinen bitter-bösen Blick, die Falle des Sozialkitschs zu umgehen. Er hantiert weniger mit den moralischen Kategorien von Schuld und Unschuld als vielmehr mit der Erkenntnis, dass in Zeiten der wirtschaftlichen Krise auch die Menschlichkeit ein Luxus ist, den sich nicht jeder leisten kann. Diese Sicht eröffnet eine Perspektive jenseits von Gut und Böse: Besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der zunehmenden Macht des Geldes und dem Verlust der Gefühle? Ist der Mensch letztlich doch zu schwach für den Kapitalismus?

Die Aufführungen finden vom 26. bis 30. Juni 2012 jeweils um 20 Uhr im Foyer des Theaters an der Uni statt. Aufgrund des beschränkten Platzangebots wird empfohlen, Karten unter simone.merk@sprachlit.uni-regensburg.de zu reservieren. Der Eintritt ist frei.


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