Lebenslauf
Bernd Ludwig studierte von 1992-1997 Informatik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Für seine Promotion im Jahr 2004 bei Prof. Heinrich Niemann und bei Prof. Günther Görz entwickelte er einen planbasierten Dialogmanager (Thema der Arbeit: "Ein konfigurierbares Dialogsystem für Mensch-Maschine-Interaktion in gesprochener Sprache"). Die 2010 von der Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg angenommene Habilitationsschrift hat den Titel "Planbasierte Mensch-Maschine-Interaktion in multimodalen Assistenzsystemen".
Von September 1997 bis April 2004 war Bernd Ludwig wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Wissensverarbeitung am Bayerischen Forschungszentrum für Wissensbasierte Systeme in Erlangen; von Mai 2004 bis April 2010 wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, war Bernd Ludwig von Mai bis Oktober 2010 BIT guest professor und postdoc researcher an der Fakultät für Informatik der Freien Universität Bozen und dem Department of Information Engineering and Computer Science der Universitá degli Studi di Trento und von November 2010 bis März 2011 Privatdozent am Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz in Erlangen. Im Sommersemester vertrat Bernd Ludwig die Professur für Informationslinguistik an der Universität Regensburg, seit August 2011 hat er diese Professur dauerhaft inne.
Forschungsschwerpunkte sind der Zusammenhang zwischen Sprache und Handeln in zweckrationalen Mensch-Maschine-Interaktionen und Algorithmen zu seiner effizienten Implementierung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Implementierung von Assistenzfunktionen für Nutzer, die mobile Geräte als unterstützende Werkzeuge bei der Lösung komplexer Aufgaben einsetzen. In diesem Kontext bewegen sich auch aktuelle Forschungsprojekte wie ROSE (http://www.rose-mobil.de) und VAMOS (Versorgungseffizienz durch assistive, modulare Technologien in bedarfsorientierten Szenarien), ein Projekt aus der ambient assisted living-Initiative des BMBF, in dem erforscht wird, wie mobile Geräte eingesetzt werden können, um durch geeignete Alltagstipps zur rechten Zeit medizinisch relevante Prävention leisten und die soziale Isolierung alleinstehender älterer Menschen vermeiden zu können.
Bernd Ludwig ist Gutachter bei und Organisator von verschiedenen internationalen Tagungen und Mitherausgeber der Zeitschrift Künstliche Intelligenz.
Publikationen
BA-/MA-THEMEN
Auf dieser Seite finden Sie Themen für B.A.-, M.A.- oder Magisterarbeiten, die ich betreue. Wenn Sie an einem der Themen Interesse haben, dann melden Sie sich bitte bei mir. Gerne können wir dann weitere Details besprechen.
Wenn Sie eine eigene Idee für ein Thema haben, dann können wir jederzeit gerne diskutieren, ob Ihr Thema zu meinen Arbeitsgebieten passt, und ich Sie deshalb bei Ihrer Abschlussarbeit unterstützen kann.
Wenn Sie bei mir eine Abschlussarbeit anfertigen wollen, erwarte ich von Ihnen, dass Sie sich der wissenschaftlichen Diskussion stellen: es wird in jeder Phase der Arbeit offene Fragen geben, für die Sie nicht sofort eine Lösung parat haben. In einer solchen Situation sollten Sie zu mir kommen, damit wir gemeinsam überlegen, wie es weiter gehen kann. Wenn ich nicht gerade einen anderen Termin habe, werde ich mich immer darum bemühen, die Schwierigkeit aus der Welt zu schaffen; das meine ich mit der wissenschaftlichen Diskussion - wenn es einmal nicht weiter geht, holt man sich Rat und neue Ideen; deshalb kann ich nicht jedes Thema betreuen, sondern nur die, bei denen ich mich gut genug auskenne.
Dazu gehören vor allem, aber nicht ausschließlich, die folgenden Themen:
Themenbereich Assistenzsysteme
Multimodale Routenanweisungen auf Mobilgeräten
Navigationssysteme für Fußgänger stellen besondere Herausforderungen an die Mensch-Maschine-Interaktion. Das Mobilgerät soll zur rechten Zeit die relevanten Informationen bereitstellen, der Nutzer kann aber nicht ständig auf das Display blicken. In dieser Arbeit soll analysiert werden, welche Modalitäten zu welchem Zeitpunkt die relevante Information optimal präsentieren können. Dabei ist auch die Frage zu klären, wie das Mobilgerät sich "bemerkbar" machen kann, wenn es wichtige Informationen mitteilen will, der Nutzer aber vielleicht gerade nicht auf das Mobilgerät achtet. Das entwickelte Konzept soll in die Benutzerführung des am Lehrstuhl entwickelten Navigationssystems ROSE integriert werden.
Themenbereich Natürlichsprachliche Mensch-Maschine-Interaktion
Diskursrepräsentationstheorie für Funktionswörter
Die Diskursrepräsentationstheorie (DRT) von Hans Kamp umfasst eine formale Sprache, die - auf der Basis der Prädikatenlogik erster Stufe - Bedeutungen von natürlichsprachlichen Äußerungen im Kontext eines vorhergehenden Diskurses repräsentieren soll.
Gerade bei Dialogen, die dazu dienen, ein bestimmtes Handlungsziel zu erreichen, entsteht der Kontext nicht alleine aus den der aktuellen vorausgehenden Äußerungen, sondern insbesondere auch aus der Situation, über die gesprochen wird.
Funktionswörter wie Pronomina, Adverben oder auch komplexere Umstandsangaben beschreiben logische Beziehungen zwischen Objekten aus der beschriebenen Situation, auf die sie verweisen. Dabei kann es sich um Zeitangaben ebenso gut handeln, wie um die Angabe von Gründen, warum eine bestimmte Aktion zu einem gegebenen Zeitpunkt nicht durchführbar ist.
Dieses Phänomen wird von der DRT nicht erfasst. Diese Arbeit hat deshalb das Ziel, die formale Sprache der DRT um Konstrukte zu erweitern, mit der die Semantik der Funktionswörter formalisiert werden kann.
Themenbereich Maschinelles Sprachverstehen
Verarbeitung von Mehrwort-Lexemen
Im Deutschen, aber auch in vielen anderen Sprachen gibt es feststehende Redewendungen und Formulierungen, die aus mehreren einzelnen Wörtern bestehen. Die einfachsten davon sind z.B. "Guten Tag!", "Bitte sehr", "Danke schön", "Ich hätte gerne ..." usw. Ihre Bedeutung ist durch Konvention fixiert, auch wenn sie - manchmal zumindest - kompositional erklärt werden kann. Beim Verstehen dieser Wendungen überlegt aber niemand mehr, wie sich die Bedeutung aus den einzelnen Bestandteilen zusammensetzt, sondern solche Wendungen sind lexikalisiert.
Um das Verstehen derartiger Wendungen in Dialogen durch ein Dialogsystem zu ermöglichen, muss das bestehende Lexikon dahingehend erweitert werden, dass es auch Mehrwortlexeme zuläßt. Dabei geht es sowohl um die syntaktische als auch semantische Beschreibung für solche Einträge. Für die Analyse einer Benutzereingabe ergibt sich daraus dann unmittelbar die Anforderung an den Parser, Mehrwortlexeme zu erkennen.
In dieser Arbeit sollen Lösungsvorschläge für die beiden oben angerissenen Fragen erarbeitet werden.
Wie sagt man das? - Lernen von thematischen Lexika aus Beispieltexten
Textmining-Systeme funktionieren je besser, desto genauere Lexika sie zur Verfügung haben, die den Wortschatz in der Anwendungsdomäne gut abdecken.
In dieser Arbeit sollen aus geeigneten Internetseiten Lexika erstellt werden, die aus Texten über Veranstaltungen und Freizeitmöglichkeiten in einer Stadt (z.B. Konzerte, Museen, Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken, Ausgehen) gebildet werden.
Mit Hilfe eines Verfahrens des Maschinellen Lernens sollen aus den erstellten Lexika diejenigen Themen ermittelt werden, die in den Texten häufig vorkommen. Diese thematischen Lexika dienen dann als Wissensquelle für einen "intelligenten" Stadtführer.