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Slawisch

Bosnisch

Das Bosnische (Bosniakische) fungiert in der Republik Bosnien-Herzegowina offiziell als dritte Amtssprache neben Serbisch und Kroatisch. Es ist die Sprache von ca. 1,8 Millionen muslimischen Bosniern. Die heutige bosnische Standardsprache lässt sowohl die serbischen als auch die kroatischen sprachlichen Eigentümlichkeiten zu und ist größtenteils mit dem früheren Serbokroatischen identisch, wobei die Wörterbücher und Grammatiken den verstärkten Gebrauch von Orientalismen vorschreiben bzw. die Bewahrung der lautlichen Besonderheiten des Bosnischen propagieren. Der soziolinguistische Status der bosnischen Sprache ist noch nicht stabil.

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Bulgarisch

Die Bezeichnung Bulgarisch kommt von der Bezeichnung eines Turkstamms, einem alttürkischen Wort für Mischling. Das Bulgarische ist die Amtssprache der Republik Bulgarien. Es ist die Muttersprache von ca. 6,3 Millionen Bulgaren innerhalb des bulgarischen Staatsgebietes. Daneben wird die bulgarische Sprache auch von bulgarischen Minderheiten in Gebieten Griechenlands, der Türkei, Rumäniens, Serbiens und der Ukraine gesprochen.

Zusammen mit dem Makedonischen gehört Bulgarisch zur östlichen Gruppe der südslawischen Sprachen. Die bulgarische Sprache weist nicht nur Gemeinsamkeiten mit den slawischen Sprachen auf, sondern auch mit anderen benachbarten Balkansprachen.

Durch den Einfluss anderer Balkansprachen kam es zum Verlust der Kasusflexion der Nomina und des Infinitivs, zur Einführung des Renarrativs und des nachgestellten Artikels, der die grammatische Kategorie der Bestimmtheit anzeigt.
Die Dialekte der bulgarischen Sprache werden nach der Aussprache des altslawischen „jat“ in zwei große Gruppen unterteilt: Ostbulgarisch (Aussprache des „jat“ als ja und e) und Westbulgarisch (Aussprache des „jat“ nur als e).

Die heutige Schriftsprache wurde im 19. Jahrhundert auf der Grundlage des nordostbulgarischen Dialekts kodifiziert.

Geschrieben wird das Bulgarische heute in der auch in Russland seit dem 18. Jahrhundert verwendeten Form der kyrillischen Schrift.

Im Wortschatz ist der altbulgarische Bestand gut erhalten, jedoch gab und gibt es einen bedeutenden russischen Einfluss sowie Entlehnungen aus dem Griechischen und Türkischen und aus den westeuropäischen Sprachen.

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Kroatisch

Bis zum Zerfall Jugoslawiens sahen die Serben, Kroaten, Montenegriner sowie die bosnischen Muslime ihre Sprache als gemeinsame, polyzentrische Standardsprache an. Diese wurde Serbokroatisch bzw. Kroatoserbisch genannt. Seit der Erlangung der Unabhängigkeit spaltet sich diese Sprache immer weiter auf. Seit 1990 ist Kroatisch die offizielle Amtssprache in Kroatien. Seit 1995 ist Kroatisch auch als eine der drei Amtssprachen Bosnien-Herzegowinas anerkannt. Es gibt ca. 5,5 Millionen Sprecher in Kroatien und der Diaspora.

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Makedonisch

Das Makedonische ist die Staatssprache der seit 1991 unabhängigen Republik Makedonien. Die makedonische Sprache wird von etwa 1,5 Mio. Makedoniern im Land selbst sowie in Teilen Südostalbaniens, Nordgriechenlands und Südwestbulgariens als Muttersprache gesprochen. Dazu kommen noch einige hunderttausend Emigranten in der Diaspora, die das Makedonische als Muttersprache pflegen. Außerdem fungiert das Makedonische als Zweitsprache der Albaner, Aromunen, Roma, Türken und Serben in Makedonien.

Die moderne makedonische Standardsprache wurde mit Beschlüssen des Makedonischen Volksbefreiungsrates vom 2. 8. 1944 zur Sprache der Makedonier erklärt.

Die zahlreichen Dialekte werden in eine westliche und eine östliche Gruppe unterteilt, wobei die zentralen Dialekte der westlichen Gruppe um Veles, Prilep und Bitola die Grundlage der Literatursprache bilden.

Die Morphologie und Syntax der makedonischen Sprache haben im Rahmen der Balkansprachen ihre Prägung erfahren. Folgende Besonderheiten, die sie zum Teil mit dem Bulgarischen gemeinsam hat, unterscheiden sie von den übrigen slawischen Sprachen: das Vorhandensein eines ausdifferenzierten Verbalsystem mit vielen Tempora und Modi (darunter auch Renarrativ), der Verlust der slawischen Deklination und des Infinitivs. Das Makedonische besitzt wie die bulgarische, rumänische und albanische Sprache einen nachgestellten Artikel, der allerdings nur hier in drei Formen erscheint, um allgemeine oder lokalisierte (nah oder fern) Determiniertheit auszudrücken. Eine weitere Besonderheit stellt die regelmäßige Verdopplung des Objekts dar.

Geschrieben wird das Makedonische mit der kyrillischen Schrift, die sich durch drei Grapheme von der serbischen Ćirilica unterscheidet.

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Montenegrinisch

Montenegrinisch ist eine der vier Nachfolgesprachen des ehemaligen Serbokroatischen. Es ist ab Oktober 2007 die Amtssprache in Montenegro, wobei der soziolinguistische Status dieser neuen slawischen Sprache äußerst unstabil ist.

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Rusinisch

Rusinisch, das teilweise auch Ruthenisch genannt wird, ist eine Sprache mit zwei großen Zentren. Das sogenannte Karpato-Rusinisch wird nach einigen Schätzungen von ca. 850 000 Sprechern im Südwesten der Ukraine, im Südosten Polens, im Osten der Slowakei und im Norden Ungarns gesprochen. Es ist in drei größere Standardgruppen (slovakisch, transkarpatisch und polnisch) unterteilt, die sich jeweils eines eigenen Alphabetes und eigener Normen bedienen. Das sogenannte Jugoslavo-Rusinisch wird von ca. 23 000 Sprechern auf dem Gebiet Kroatiens und Serbiens (vor allem Vojvodina) gesprochen. Diese Rusinischsprecher wurden im Zuge einer Umsiedelung von Bevölkerungsteilen aus der heutigen Ost-Slowakei in den von Türken befreiten Gebieten angesiedelt. Die jugoslavorusinische Schriftsprache hat sich erst im 20. Jahrhundert entwickelt, ist aber mittlerweile voll etabliert und erfährt zunehmende Verbreitung.

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Serbisch

Nach dem Zerfall Jugoslawiens wurde die serbische Variante der vormals gemeinsamen Sprache Serbokroatisch als "Serbisch" in der Verfassung der Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) festgeschrieben.

Neben Serbien ist Serbisch die Amtssprache in der Republika Srpska und in der Bosniakisch-Kroatischen Föderation, in beiden Entitäten der Union Bosnien und Herzegowina sowie in Montenegro. Gesprochen wird Serbisch außerdem in Kroatien, Rumänien und in der Diaspora. Die Zahl der Sprecher liegt bei rund 12,5 Millionen.

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Serbokroatisch

Serbokroatisch bzw. Kroatoserbisch ist die sprachwissenschaftliche Bezeichnung für die Sprache, die in Serbien, Kroatien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie von den Minderheiten in Österreich, Rumänien, Italien und in der Diaspora gesprochen wird. Die serbokroatische Sprache gehört mit der slowenischen Sprache zur westlichen Untergruppe der südslawischen Sprachen und existiert heute in den regionalen Varianten der serbischen, kroatischen, bosnischen und ab 2007 auch der montenegrinischen Sprache. Eine gegenseitige Verständigung ist jedoch aufgrund der geringen Differenzierungen gegeben.

Die serbokroatische Sprache verwendet zwei Alphabete: Vukovica - eine von Vuk Stefanović Karadžić entwickelte kyrillische Schrift und Gajevica - eine lateinische Entsprechung der vukovschen Kirillica, die von Ljudevit Gaj nach dem tschechischen Vorbild 1836 geschaffen wurde. Die Rechtschreibung beider Systeme folgt dem phonetisch-phonologischen Prinzip, wobei die kyrillische Schrift mit nur einem Buchstaben für jedes Phonem auskommt.

Die nominale Flexion hat drei Genera, zwei Numeri und sieben Kasus. Das Verbalsystem ist durch die Kategorien Aspekt, Modus und Tempus bestimmt. Das Futur wird wie in den anderen Balkansprachen nach dem Modell „wollen plus Infinitiv oder Infinitiversatz“ gebildet. Aorist und Imperfektiv werden in der Umgangsprache kaum noch benutzt.

Die Dialekte der serbokroatischen Sprache werden in drei Gruppen eingeteilt, die nach der jeweiligen Form des Fragepronomens „was“ (što, kaj, ča) benannt sind. Die größte Gruppe sind die štokavischen Mundarten, die als Basis bei der Herausbildung der serbokroatischen Sprache dienten. Die kajkavischen Mundarten (Mittel-, Nord- und West-Kroatien) bilden ein Dialektkontinuum mit den slowenischen Mundarten. Das Čakavische wird vor allem in Istrien und in Dalmatien mit den vorgelagerten Inseln sowie im Burgenland gesprochen.

Von den štokavischen Dialekten wird häufig noch das so genannte Torlakische ausgesondert, das eine Reihe von Balkanismen aufweist und einen Übergang zum bulgarischen und makedonischen Dialektkontinuum darstellt.

Alle Dialekte des Serbokroatischen werden noch nach dem Reflex des urslawischen „ě“ in ekavische, (i)jekavische und ikavische Dialekte eingeteilt.

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Slowenisch

Slowenisch ist eine südslawische Sprache, die allerdings auch mehrere Gemeinsamkeiten mit den nordslawischen Sprachen aufweist. Gesprochen wird es von ca. 1,8 Millionen Slowenen in der seit 1991 unabhängigen Republik Slowenien sowie von Minderheiten vor allem in Italien (Friaul-Julisch-Venetien), Österreich (Kärnten, Steiermark) und Westungarn.

Auffällig ist trotz der vergleichsweise kleinen Fläche des slowenischen Sprachgebiets und der geringen Sprecherzahl die extrem starke dialektale Zerklüftung des Slowenischen, das zahlreiche untereinander nicht mehr gut verständliche Dialektformen besitzt.

Das Slowenische kann auf eine lange geschichtliche Tradition zurückblicken. So weisen die berühmten "Freisinger Denkmäler", eines der frühesten slavischen Sprachdenkmäler, die um das Jahr 1000 entstanden sind, bereits deutlich slowenische Züge auf. Die schriftsprachliche Entwicklung begann schon nach der Reformation im 16. Jahrhundert. Die Kodifikation der Sprache wurde aber erst Ende des 19. Jahrhunderts abgeschlossen.

Die slowenische Sprache benutzt die lateinische Schrift, die nach dem Vorbild des Tschechischen durch diakritische Zeichen ergänzt wird.

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