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Dr. Marketa Spiritova

Lehre aktuell

 Veranstaltungen im Sommersemester 2012

Die Grenzen des Sagbaren. Biographische Zugänge zur Alltagskultur

Zeit: Di 12-14 Uhr (Beginn: 17. April 2012)
Raum: CH 33.0.87
Für den Master-Studiengang: NPO: VKW-M32.1 (7 ECTS-LP) bzw. APO: VKW-M32.1 (7ECTS-LP)
Für den Elitestudiengang Osteuropa: VKW MOD 32.1 (6 ECTS-LP)

Das Seminar hat zum Ziel die Vorzüge, Grenzen und Gefahren qualitativer, biographischer Interviewformen in Abgrenzung zu quantitativen und standardisierten Interviewverfahren an alltagsweltlichen Beispielen zu beleuchten. In einem ersten theoretischen Teil wollen wir anhand der einschlägigen Literatur danach fragen, welche methodischen Zugänge der Vergleichenden Kulturwissenschaft und Europäischen Ethnologie sich für die Erforschung von (erinnerten) Praktiken und Strategien der Alltagsbewältigung besonders eignen und welche weniger sinnvoll erscheinen. In einem zweiten empirischen Teil ist für uns von Interesse wie wir ganz konkret auf angemessene Art und Weise zu komplexen und zuweilen konflikt- und emotionsbeladenen Erinnerungen und Erfahrungen und damit zu vergangenen Lebenswelten vordringen können, und welche Faktoren dabei im Feld (Empathie vs. Distanz, eigene Rolle im Feld, Tabus u.a.) und bei der Analyse der Interviews (Quellenkritik) erkenntnisleitend berücksichtigt werden müssen. Da jeder Teilnehmer mind. ein Interview durchführen und analysieren muss und wir im Seminar gemeinsam die Interviews besprechen wollen, ist die Teilnehmerzahl auf max. 12 begrenzt.

Leistungsnachweis
- Interviewführung
- Präsentation
- Forschungsbericht


Einführende Literatur
Lehmann, Albrecht 1996: Lebensgeschichte. In: Enzyklopädie des Märchens, Bd. 8, S. 825–833; Ders., 2001: Bewusstseinsanalyse. In: Silke Göttsch, Ders. (Hg.), Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie. Berlin, S. 233–249; Schmidt-Lauber, Brigitta 2001: Das qualitative Interview oder: Die Kunst des Redenlassens. In: Göttsch, Silke, Albrecht Lehmann (Hg.): Methoden der Volkskunde. Berlin, S. 165–186; Spiritova, Marketa 2010: Hexenjagd in der Tschechoslowakei. Intellektuelle zwischen Prager Frühling und dem Ende des Kommunismus. Köln, Weimar, Wien. Kapitel zu Begriffen und Methoden: S. 18-28, S. 36-47, 58-63; Stephan, Anke 2004: Erinnertes Leben: Autobiographien, Memoiren und Oral-History-Interviews als historische Quellen. In: Virtuelle Fachbibliothek Osteuropa, Digitales Handbuch zur Geschichte und Kultur Russlands und Osteuropas. Themen und Methoden: http://www.vifaost.de/w/pdf/¬stephan-selbstzeugnisse.pdf (30 S.); Vierhaus, Rudolf 1995: Die Rekonstruktion historischer Lebenswelten. Probleme moderner Kulturgeschichtsschreibung. In: Hartmut Lehmann (Hg.), Wege zu einer neuen Kulturgeschichte (= Göttinger Gespräche zur Geschichtswissenschaft, Bd. 1). Göttingen, S. 7–28.


TUTORAT zur Vorlesung

Methoden und Theorien der Kulturkontakt- und Kulturvergleichsforschung

Zeit: n.V.
Raum: --
Für den Elitestudiengang Osteuropastudien: VKW-MOD32

Lebenslauf

 

2000   Magisterabschluss in Slavistik, Volkskunde/Europäische Ethnologie und Interkulturelle Kommunikation an der LMU München
2001-2003   Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt "Alltagskultur im Sozialismus; Praktiken und Strategien des Alltagslebens in den sozialistischen Ländern und ihre Folgen für die Transformation" im Forschungsverbund Ost- und Südosteuropa (Forost) am Institut für Volkskunde/ Europäische Ethnologie.
2003-2004   Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt "Das Erbe des sozialistischen Alltags: soziale Netzwerke und soziales Vertrauen im Postsozialismus" im Forschungsverbund Ost- und Südosteuropa (Forost) am Institut für Volkskunde/ Europäische Ethnologie.
2004-2005   Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Volkskunde/ Europäische Ethnologie LMU München.
seit 2005   Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Rahmen des Elitestudiengangs "Osteuropastudien" am Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft der Universität Regensburg.
2007   Abschluss der Promotion. Titel der Dissertation: Alltag "am Rande des Dissens": Strategien der Alltagsbewältigung tschechischer Intellektueller zur Zeit der "Normalisierung" (1968-1989)
2009   Dissertationspreis des Georg R. Schroubek Fonds Östliches Europa
Forschungsvorhaben "Kulturelles Repertoire des Erinnerns im Kontext von Nach-Wende-Identitätsbildungen in Tschechien"
seit 2009  

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Volkskunde / Europäische Ethnologie LMU München

Lehrbeauftragte Katholische Universität Eichstätt

Publikationen

 

2010
Hexenjagd in Tschechoslowakei. Intellektuelle zwischen Prager Frühling und dem Ende des Kommunismus. Böhlau Verlag: Köln, Weimar, Wien. 385 S.

Rezension in Zeitschrift für Volkskunde 106/2010, Bd. 1, S. 111-112: Georg R. Schroubek: Studien zur böhmischen Volkskunde. Hrsg. u. eingeleitet von Petr Lozoviuk. Münster u.a.: Waxmann 2008, 240 S. (= Münchner Beiträge zur Volkskunde, Bd. 36).

Rezension in Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde: Klaus Roth (Hg.) 2009: Feste, Feiern, Rituale im östlichen Europa. Studien zur sozialistischen und postsozialistischen Festkultur. (= Freiburger Sozialanthropologische Studien, Bd. 21). Wien: LIT Verlag, 370 S. (in Vorbereitung)

Rezension in Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde: Klaus Roth, Heinke Kalinke, Tobias Weger (Hg.): Esskultur und kulturelle Identität: Ethnologische Nahrungsforschung im östlichen Europa. Oldenbourg: Wissenschaftsverlag, 255 S. (in Vorbereitung)

„Ich bin doch kein Dissident!“ Die Dissidenten Osteuropas als eine Erfindung des Westens? In: Gunther Gebhard, Oliver Geisler, Steffen Schröter (Hg.), Das Prinzip "Osten". Geschichte und Gegenwart eines symbolischen Raums. Bielefeld, S. 145-176.

2009
„Die mediale Konstruktion des Gedächtnisortes 'Prager Frühling'“. In: Swen Steineberg, Stefan Meißner, Daniel Trepsdorf (Hg.), Vergessenes Erinnern. Medien von Erinnerungskultur und kollektivem Gedächtnis (= Impulse. Studien zu Geschichte, Politik und Gesellschaft, Bd.1). Berlin, S. 165-182.

„Ich musste ja das alltägliche Leben leben.“ Erinnerungen tschechischer Intellektueller an die Zeit zwischen dem 'Prager Frühling' und dem Ende des Kommunismus. In: Jahrbuch für Europäische Ethnologie, 181-202.

Rezension in Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde: Helena Srubar 2008: Ambivalenzen des Populären. Pan Tau & Co. zwischen Ost und West (= Erfahrung – Wissen – Imagination. Schriften zur Wissenssoziologie, Bd. 16). Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH, 399 S. S. 346-348.

2008
"Im Inland begann eine Hexenjagd". Die Auswirkungen der Niederlage auf den Alltag von Intellektuellen. In: Angelika Ebbinghaus (Hg.), Die letzte Chance? 1968 in Osteuropa. Analysen und Berichte über ein Schlüsseljahr. Hamburg, S. 61-74.

2007
"Ich habe lieber gedient als zu schreiben". Zur Rolle der Frau in dissidentischen Netzwerken in der Tschechoslowakei nach 1968. In: Klaus Roth (Hg.), Soziale Netzwerke und soziales Vertrauen in den Transformationsländern. Ethnologische und soziologische Untersuchungen (= Freiburger Sozialanthropologische Studien, Bd. 15). Wien, S. 101-120.

2006
Lebenswelten im Sozialismus: Die "unabhängige Kultur" in der Tschechoslowakei. In: Klaus Roth (Hg.), Arbeitswelt - Lebenswelt. Facetten einer spannungsreichen Beziehung im östlichen Europa [= Freiburger Sozialanthropologische Studien, Bd. 4], S. 83-102.

Rezension in Bohemia: Kveta Jechová, Lidé Charty 77. Zpráva o biografickém výzkumu [Menschen der Charta 77. Beitrag zur Biographieforschung]. Praha, S. 276-279.

Rezension in Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde: Klaus Roth (Hg.), Sozialismus: Realitäten und Illusionen. Ethnologische Aspekte der sozialistischen Alltagskultur [= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Ethnologie der Universität Wien, Bd. 24], S. 234-236.

2005
"Als Wanderer zwischen den Kulturen sollten wir aufbrechen". Eine Fallstudie über deutsche Jugendliche in Osteuropa. In: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2005. Helge Gerndt und Klaus Roth zum 65. Geburtstag, S. 85-92.

2004
Alternative Lebenskonzepte im real existierenden Sozialismus: Arbeitswelt der Intellektuellen in der Tschechoslowakei nach 1968. In: Klaus Roth (Hg.), Arbeit im Sozialismus - Arbeit im Postsozialismus. Erkundungen zum Arbeitsleben im östlichen Europa [= Freiburger Sozialanthropologische Studien, Bd. 1]. Münster, Hamburg, S. 333-350.

Formen der Repression in der Tschechoslowakei nach 1968: Das Alltagsleben tschechischer Intellektueller zur Zeit der ‚Normalisierung'. In: Christiane Brenner, Peter Heumos (Hg.), Sozialgeschichtliche Kommunismusforschung. Tschechoslowakei, Polen, Ungarn, DDR 1945-1968. München, S. 337-353.

Rezension in Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde: Silke Satjukow und Rainer Gries (Hgg.) 2002: Sozialistische Helden. Eine Kulturgeschichte von Propagandafiguren in Osteuropa und der DDR. Berlin: Links Verlag, S. 201-202.

zus. m. Klaus Roth: Die Rolle des Vertrauens, der Sozialbeziehungen und informellen Netzwerke in verschiedenen Transformationsländern. In: Jörg Maier (Hg.), Vertrauen und Marktwirtschaft. Die Bedeutung von Vertrauen beim Aufbau marktwirtschaftlicher Strukturen in Osteuropa (= forost-Arbeitspapier Nr. 22), S. 27-34.

2003
zus. m. Klaus Roth: Alltagskultur im Sozialismus; Praktiken und Strategien des Alltagslebens in den sozialistischen Ländern und ihre Folgen für die Transformation. In: Wandel und Kontinuität in den Transformationsländern Ost- und Südosteuropas. (= forost-Arbeitspapier Nr. 17), S. 15-17.

Russische und ungarische Softwareentwickler in München. In: Klaus Roth (Hg.), Vom Wandergesellen zum ‚Green Card'-Spezialisten. Interkulturelle Aspekte der Arbeitsmigration im östlichen Mitteleuropa. München, S. 331-347.

2002
Arbeit im Sozialismus - Arbeit im Postsozialismus. In: Bohemia 43, H. 2, S. 449-451.

Každodennost pražské inteligence po r. 1968. Alternativní pracovní koncepty v socializmu [Alltag der Prager Intelligenz nach 1968. Alternative Arbeitskonzepte im Sozialismus]. In: Tradícia a spolocensko-politické zmeny na Slovensku po 2. svetovej vojne [Tradition und gesellschaftspolitischer Wandel in der Slowakei nach dem Zweiten Weltkrieg]. Bratislava, S. 190-200.

2001
Volkskundliche Aspekte der Arbeitsmigration im östlichen Mitteleuropa und Südosteuropa. In: Berichte des IBZ, S. 30-31.

  1. Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften
  2. Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur (I:IMSK)

Vergleichende Kulturwissenschaft

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