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Unter der Anwesenheit von Förderern, StipendiatInnen und deren Angehörigen sowie einer großen Anzahl von Vertretern der Universität Regensburg wurde am 20. Januar im Vielberth-Gebäude eine kleine Feierstunde organisiert. 82 junge Menschen erhielten aus der Hand ihrer Gönner ihre Stipendienurkunde. Beindruckend war die Rede der armenischen Studentin Tatevik Gevorgyan, die sich stellvertretend für alle geförderten StudentInnen bei den Sponsoren bedankte.
Nach dem gemeinsamen Gruppenfoto kamen im Foyer des H 24 waren die Stipendiatinnen und Stipendiaten und ihre Förderer zu einem kleinen Umtrunk geladen, um sich näher kennen zu lernen.

Dankesrede von Frau Tatevik Gevorgyan:
Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Rede möchte ich mit einer kleinen Erzählung beginnen……
Nachdem der russische Zar Peter der Große nach seiner langen Reise, die ihn durch Kurland, Preußen und Holland führte, wieder nach Hause kam, ließ er sich einen Ring anfertigen, worauf stand:
„„Ich bin ein Schüler und suche mir einen Lehrer“"
Der Zar hat zugegeben, ein ewiger Schüler zu sein, vielleicht war das ja das Geheimnis seiner Macht; und wenn schon ein Zar so etwas zugeben kann, dann köönnen wir, die Deutschlandstipendiaten 2013, dies erst Recht tun, denn wir sind wissenshungrige Studenten, die ständig ihren Lehrer suchen.
Ich habe meinen Lehrer nach einer langen Suche endlich in der Gestalt der Universität Regensburg mit ihren Professoren und Dozenten und meinen Förderern durch das Deutschlandstipendium gefunden.
Mein Name ist Tatevik Gevorgyan, ich komme aus Armenien und studiere Rechtswissenschaften im 3. Fachsemester. Mein Weg hierher war nicht immer einfach, denn ich musste, wie alle ausländischen Studenten auch, durch ein Labyrinth der Moderne gehen, das sich deutsche Bürokratie nennt.
Ich bin als Au-Pair-Määdchen eingereist, musste trotz Studiums in Armenien mein Abitur in München nachholen, 5 verschiedene Visa nacheinander beantragen und trotz Sprachzeugnisses zwei Deutschprüfungen ablegen, bis ich meine Zulassung zum Studium endlich in der Hand hatte.
Aber genau dieser nicht immer einfache Weg hat mich heute hierher gebracht. Zu meinem Studium und zum Deutschlandstipendium.
Eine Studienförderung zu erhalten, ist nicht einfach. Umso schwieriger ist es für ausländische Studierende aus nicht EU-Ländern, ein passendes Stipendium zu finden, denn meistens sind solche Fördermöglichkeiten auf deutsche und EU-bürger zugeschnitten. Sie verlangen bereits erlangte sehr hohe Studienleistungen, Gutachten, bereits erbrachte Praktika und vieles mehr.
Auf solche, vor allem für Studienanfänger kaum vorzeigbare Kriterien, aber vor allem auf eine Differenzierung zwischen ausländischen und inländischen Studierenden, hat das Deutschlandstipendium gänzlich verzichtet. Bewerben konnte sich jeder, ob Studienanfänger oder Fortgeschrittene, sozial Engagierte oder Studenten mit besonderem Integrations- oder Bildungsweg, jeder hat die gleichen Chancen.
300 € im Monat bekommt jeder Stipendiat, für jeden erfüllt dieses Geld einen besonderen Traum.
Es ermöglicht mir z.B. meine Grundkosten wie Zimmermiete, Krankenversicherung, Telefon- und Internetkosten zu decken. Dank dieser Unterstützung brauche ich in der Vorlesungszeit nicht zu arbeiten und kann mich auf mein Studium konzentrieren. Aber nicht nur das: durch die Individuelle und persönliche Betreuung während des Deutschlandstipendiums fühle ich mich in einem fremden Land wie zu Hause, geborgen und willkommen.
Es ermöglicht uns ausländischen Studierenden, eine neue Welt zu entdecken, für uns und für Deutschland zu studieren.
Ich bedanke mich deshalb bei allen Förderern, die das Deutschlandstipendium erst möglich gemacht haben, danke für das Vertrauen und die Hilfsbereitschaft, denn, wie Dostojewski gesagt hat, es ist leicht die Welt zu lieben, aber es ist schwer für einen Menschen etwas Gutes zu tun.
Im Namen aller ausländischen Studierenden:
Vielen Dank
Tatevik Gevorgyan