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Dissertationsprojekt: Die Relevanz einer verstärkten tugendethischen Perspektive im Bereich der katholischen Friedensethik
Die Dissertation setzt es sich zum Ziel, neben der normativen Perspektive die vielfach in den Hintergrund getretene tugendethische Akzentsetzung im Bereich der Friedensethik darzustellen. So sollen Grundhaltungen in ihrer Bedeutsamkeit und Notwendigkeit veranschaulicht sowie deutlicher nachgezeichnet werden.
Dabei geht es der Arbeit darum, einen genuin theologischen Beitrag anthropologisch zu verankern. Sie will den Menschen, der als Individuum immer auch soziale Räume mitgestaltet, gleichsam als "Keimzelle des Friedens" verstanden wissen. Die kaum fassbaren und weithin verflochtenen globalen Fragestellungen sollen somit auf die kleinste Einheit, den Menschen, hin reduziert werden. Für eine solch explizite anthropologische Ausgangsposition und Stoßrichtung bietet sich eine Betrachtung von Grundhaltungen als anthropologische Grundphänomene an.
Untersucht werden sollen neben lehramtlichen Dokumenten vor allem Positionen ausgewählter Theologen. In tugendethischer Lesart gilt es diese fruchtbar und an die gegenwärtigen Entwicklungen anschlussfähig zu machen (so bsp. an das Dokument "Gerechter Friede" 2000), um die friedensethische Relevanz von Tugenden nicht nur zu behaupten, sondern auch zu belegen.
Am Ende der Arbeit sollen praktische Impulse stehen, die von den gemachten Beobachtungen ausgehen. Damit soll gewährleistet werden, sich nicht im theoretischen Bereich zu verlieren, sondern konkrete Handelsmöglichkeiten zu eröffnen. Infolge dieses Vorgehens soll es vermieden werden, lediglich einen Tugendkatalog im Sinne einer bloßen Aufzählung von Tugenden zu eruieren.