Karte Exkursion Reiseroute Bosnien-Herzegowina
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Exkursion Kriege erinnern.
Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und den Krieg 1992-1995 in Bosnien-Herzegowina

Route und Exkursionsziele:

1. Zagreb 8. Jablanica
2. Jasenovac 9. Mostar
3. Donja Gradina 10. Sutjeska
4. Kozara 11. Gorazde
5. Prijedor 12. Srebrenica
6. Banja Luka 13. Sarajevo
7. Sarajevo
Sarajevo 2SrebrenicaGorazdeSutjeskaMostarJablanicaSarajevoBanja LukaPrijedorKozaraDonja GradinaJasenovacZagreb

Esther Wahlen: Bogdan Bogdanović

Geboren 1922 in Belgrad, im II. Weltkrieg „ein bisschen“ bei den Partisanen aktiv, Architekturstudent und später auch -dozent sowie Präsident der jugoslawischen Architektenunion. Außerdem: Politiker, Dissident und Schriftsteller.

Karriere unter Tito

Bogdan Bogdanovic: Die Steinerne Blume
Die „Steinerne Blume“, errichtet 1966

Seine Karriere unter Tito beginnt 1952 mit einer Gedenkstätte für die jüdischen Opfer des Faschismus. Danach baut er im Staatsauftrag noch ca. 20 Denkmäler in ganz Jugoslawien. Meist handelt es sich um Denkmäler für die Opfer des Faschismus und für Partisanen.

Warum gerade Bogdanović mit der Gestaltung von äußerst wichtigen und sensiblen Gedenkstätten wie Jasenovac beauftragt wird, ist unklar. Sicherlich trägt dazu bei, dass in Bogdanovićs Denkmälern keine ethnischen Linien gezogen werden. Allerdings verbieten sie auch ideologische Auslegungen anderer Art, denn sie drücken weder Heldentum noch Kampfesgeist aus. Dem Tod und den Leiden der Opfer wird kein nachträglicher Sinn verliehen, und so lassen sie sich auch nicht kommunistisch vereinnahmen.

Politische Aktivitäten

Bogdanović hat sich durch seine Architektur nicht nur in Jugoslawien einen hohen Bekanntheitsgrad erarbeitet. In den 80er Jahren gewinnt er auch politischen Einfluss: Er ist von 1982-1986 Bürgermeister von Belgrad. Als Verfechter eines jugoslawischen Patriotismus wendet er sich mit einem 60seitigen Brief („Lamento über Serbien“, 1987) an Slobodan Milošević und das Zentralkomitee der KP Serbiens und klagt den zunehmenden Militarismus und Nationalismus an. Daraufhin folgen eine Diffamierungskampagne und der Ausschluss aus dem Zentralkomitee. Die anhaltende Belagerung seines Hauses und Morddrohungen treiben ihn 1993 ins Exil nach Wien. Dort lebt er auch heute noch.

"Bogdan Bogdanović und seine Denkmäler" von Esther Wahlen

Teil 1: Gedenkstätte Jasenovac
Teil 2: Partisanennekropole Mostar

Quellen

Bogdan Bogdanović. Memoria und Utopie in Tito-Jugoslawien. Klagenfurt 2009.
Bogdan Bogdanović: Der verdammte Baumeister. Erinnerungen. Wien 1997.

Auf den Seiten des Architekturzentrums Wien: http://www.azw.at/event.php?event_id=876.